BGH · VIII ZR 17/63
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Beklagte vertritt den Standpunkt, er sei nach der Übernahmevereinbarung berechtigt, Über die Inventur hinaus V/aren als nicht übernähme fähig abzulehnen» Von die sem Recht habe er Gebrauch gemacht und die von ihm abge^ lehnten Waren ausgesondert und dem Testamentsvollstrecker zur Verfügung gestellt» Io Das Landgericht hatte die Übernahmevereinbarung dahin ausgelegt, daß sich die ÜbernahmeVerpflichtung des Beklagten grundsätzlich nach der Bestandsaufnahme L^Jp bestimmen sollte o Der Beklagte habe demgegenüber nur solche Waren ablehnen dürfen, die nach seiner Ansicht gerade^im Bezirk der von ihm gepachteten Apotheke und Drogerie unverkäuflich oder nur schwer verkäuflich seien» Das Oberlandesgericht, das sich dieser Auffassung über die Vertragsrechte des Beklagten angeschlossen hat, führt aus: Die Firma D^p & l^^^habe den Umfang der Übernahme und die Preise der Waren nach allgemeinen Gesichtspunkten feststellen sollen» Soweit danach vom Beklagten Waren zu übernehmen waren, habe er das Recht gehabt, die Übernahme solcher Waren abzulehnen, die nach seiner Ansicht im Bezirk der Apotheke und Drogerie unverkäuflich bezwo schwer verkäuflich waren» Der Beklagte habe dagegen geschützt werden sollen, daß er auf solchen Waren sitzenblieb, die für die Apotheke und Drogerie in Geseke Ladenhüter waren, während sie in anderen Apotheken -Drogerien (in Großstädten, in Städten Süddeutschlands, in Badeorten, in mondänen Wintersportorten) nach Art und Menge verkäuflich und deswegen auch von der Firma L^^P auf ge-nommen worden waren» Die Beweisaufnahme habe auch bestätigt, daß die Auffassung der Beteiligten mit der Fassung der Vereinbarung übereinstimme» Die vom Beklagten geltend gemachten "Vorbehalte" lägen nicht im Sinne der Vereinbarung o II« Die Revision verficht demgegenüber den Standpunkt, dem Beklagten sei über die Feststellungen der Inventuren Lauer hinaus ein Ablehnungsrecht hinsichtlich solcher Waren eingeräumt worden, die nach seiner Ansicht unverkauft lieh bzwo nur schwer verkäuflich sind» Damit sei dem Be- nommen worden ist, ausdrücklich erklärt, was nicht gehe und als alte Ladenhüter anzusehen sei, brauche der Beklag« te nicht zu übernehmen» Auch Scb^^H^ habe bekundet, es sei erörtert worden, daß es sich hier um ein Ablehnungs-recht des Beklagten handeln sollte, das unabhängig von den Feststellungen bezüglich der Verkäuflichkeit durch die Firma & "bestände Diese Ausführungen der Revision ergeben jedoch keinen Verfahrensfehler des Berufungsge-richtso Denn es fehlt an jedem Anhalt dafür, das Berufungsgericht habe die Aussagen nicht in ihren Einzelheiten beachtete Sie stehen zu den Feststellungen des Berufungsgerichts über den Vertragswillen und der Auslegung des Berufungsgerichts Uber das nur beschränkte Ablehnungsrecht des Beklagten nicht in Widerspruche Es ist auch kein Verfahrensverstoß des Berufungsgerichts darin zu finden, daß es auf Einzelheiten der Bekundungen der Zeugen nicht näher eingegangen isto Dazu war das Berufungsgericht nach der Sachlage nicht verpflichtet» und Sch^HBIK nicht ablehnen dürfen» Der Beklag* te habe, so trägt die Revision vor, in der Berufungsbegrün* dung vom 28» Juni 19&2 die wiederholte Vernehmung mit der Begründung beantragt, daß der Beklagte zu einer weiterge-henden Ablehnung von Waren berechtigt sein sollte, als das Landgericht sie ihm zugebilligt hatte » Dr» und Sch^^B^^ hätten insbesondere bekunden sollen, bei den Vorverhandlungen sei zwischen den Beteiligten klar ge stellt worden, daß der Beklagte beispielsweise auch Waren mit dem Firmenaufdruck ablehnen dürfe„ Das Berufungsgericht geht nämlich ebenfalls davon aus, daß der Beklagte Ladenhüter und solche Waren., die überaltert oder aus sonstigen Gründen schwer oder nicht verkauf lieh waren5 nicht zu übernehmen brauchte» Es ist jedoch Beklagte zu übernehmen hatte und was als unverkäufliche oder schwer verkäufliche Ware von der Übernahme ausgenom* men sein sollteo Das Berufungsgericht hätte sich in diese hin gegangen sei, festzustellen;, wie es mit der Verkäuflichkeit der vorhandenen Waren aussah, was dann auch in den vorgelegten Inventuren geschehen sei» Es ist kein Rechtsfehler darin zu finden, wenn das Berufungsgericht in dem Vorbringen des Beklagten in der Berufungsbegründun keine genügende Angabe von Tatsachen dafür gesehen hat* d. die Feststellungen der beiden Inventuren schlechthin, als' ohne Beschränkung des Ablehnungsrechts, nach billigem Ermessen von dem Beklagten sollten angegriffen werden dürfei v/ie die Revision geltend macht» Das gilt auch hinsichtlicl der Waren mit dem Aufdruck ® Der Beklagte hat insoweit nicht ausreichend dargetan, daß er diese Waren nach eigenem Ermessen wegen Unverkäuflichkeit oder schwerer Verkäuflichkeit sollte ablehnen dürfen, aucl wenn die Voraus set zungen für das im Sinne des Berufung sur* teils auf den Fall der Unverkäuflichkeit im Bezirke Geseke beschränkte Ablehnungsrecht nicht Vorlagen» Das Berufungsgericht hat vielmehr ohne Rechtsverstoß angenommen, daß auch für solche Waren mit dem bezeichneten Aufdruck die Inventur maßgebend und der Beklagte nur dann zur Ablehnung berechtigt sein sollte, wenn sie gerade im Bezirk der Apo« theke und Drogerie schwer oder nicht verkäuflich waren» 2» In ÜbereinStimmung mit dem Berufungsgericht kommt es danach rechtlich darauf an3 ob der Beklagte mit der von ihm vorgelegten Liste3 auf die sich die Revision bezieht-, ein Ablehnungsrecht ausgeübt hat3 das ihm nach der einwandfreien Auslegung des Berufungsgerichts nur dann zustand3 wenn die Waren gerade im Bezirk der von ihm gepachteten Apotheke und Drogerie unverkäuflich oder schwer verkäuflich waren» Das Berufungsgericht nimmt an3 die vom Beklagten geltend gemachten Vorbehalte seien nicht solche im Sinne dieses Ablehnungsrecht s » Auch die Revision hat nicht aufgezeigt9 daß und inwiefern die Liste des Beklagten Waren enthält3 die wegen der besonderen örtlichen Verhältnisse von dem Beklagten abgelehnt werden durften» Die Liste ist von ihm unter anderen Gesichtspunkten erstellt worden-, nämlich zur Begründung des von ihm in Anspruch genommenen allgemeinen Ablehnung srechtsj das er gerade nicht hatte» Die Waren«, deren Bezahlung der Beklagte nach dieser Liste ablehnt3 sind durch folgende Stempelabdrucke bei den einzelnen Positionen erläutert: '‘Ware nicht mehr im Hände 1% "Ware beschädigt1^ "Verpackung beschädigt",, "Verpackung trägt Aufdruck: Diese Kennzeichnung hält das Berufungsgericht nicht für ausreichend«, um das dem Beklagten nach der Vereinbarung allein zuzubilligende beschränkte Ablehnungsrecht darzutun» Darin liegt kein Rechtsverstoß» Denn nach der rechtlich bedenkenfreien Annahme des Berufungsgerichts beziehen sich diese von dem Beklage ten gegebenen Erläuterungen nicht erkennbar auf Waren3 die wegen der besonderen örtlichen Verhältnisse unverkäuflich oder schwer verkäuflich sein sollen» 3» Kino Überprüfung der Ablehnungsliste durch das Berufungsgericht war auch unter keinem anderen rechtliche] sichtspunkt erforderliche Es stellt sich zwar die Frage die Feststellungen in den beiden Inventuren sich als Be; mung der Leistung durch einen Dritten im Sinne von §§ 3-318 BGB dar stellen oder ob die von der Firma D^| & vorzunehmenden Feststellungen nicht ihrem billigen Erme« überlassen waren, sondern ob es sich um die bloße Her au« Stellung des dem Sachkundigen auffindbaren und bereits c jektiv bestimmten Inhalts der Leistung, also um die Klaa Stellung des vorhandenen Inhalts des Vertrages handelte (vglo RGZ 98, 57) * Welche Einordnung hier geboten ist, t darf jedoch nicht der Entscheidung<> In jedem der beiden genannten Fälle könnte die getroffene Bestimmung oder Fe Stellung nach unmittelbarer oder entsprechender Anwendun des § 319 BGB für die Vertragsschließenden unverbindlich sein, wenn die getroffene Bestimmung offenbar unbillig o die Feststellung des Vertragsinhalts offenbar unrichtig re* In dieser Dichtung hat der Beklagte jedoch in den Ta Sachenrechtszügen keine wesentlichen Behauptungen aufgestellt und auch die Kevisionsbegründung enthält keine beachtlichen Bügen*