BGH · VIII ZR 13/64 vom 04.05.1966
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Auf eine fernmündliche Anfrage des.Klägers am 14» April 1961 erklärte die Beklagte, daß sie kein Interesse mehr an dem Laden habe (“auch nicht geschenkt“). Auf den dringenden Rat ihres Rechtsanwalts habe sie sich wogen der angespannten Finanzlage ihrer Firma im Einvernehmen mit ihrem Ehemann entschlossen, den Laden nicht zu mieten und habe daraufhin am 14» April 1961 dem Kläger eine endgültige Absage erteilt. Auch Rechtsanwalt Dr. GlflHHV habe die Beklagte in ihrer Auffassung bestärkt, daß bei der gegebenen Sachlage die Tochter den Ladon mieten könne, ohne daß dio Beklagte dem Kläger provisionspflichtig werde. Das Berufungsgericht verneint einen Provioionsanspruch des Klägers, weil seine Nachweistätigkeit für das Zustandekommen des Vertrages nicht mitursächlich gewesen, sondern der Kausalzusammenhang zwischen seiner Tätigkeit und dem Abschluß des Vertrages unterbrochen worden sei. Die Beklagte habe - so das Berufungsgericht - den Kläger auch nicht treuwidrig als Makler ausgeschaltet. April 1961 ihrer Tochter, die sie mit dom Wagen abgeholt habe, von dem Angebot des Klägers erzählt. a) Die Feststellung, die Beklagte habe im April 1961 ein (weiteres) Ladenlokal für ihre Firma gesucht und dieses Vorhaben einige Tage später endgültig aufgegeben, stützt das Berufungsgericht vor allem auf die Aussage des Rechtsanwalts Dr. GlBHHHB« Entgegen der Revision besteht kein Anhaltspunkt dafür, das Berufungsgericht könne bei der Beweiswürdigung übersehen haben, daß der Zeuge ein gewisses Interesse am Ausgang des Rechtsstreits haben konnte, woil er die Beklagte in ihrer Meinung bestärkt hatte, bei der gegebenen Sachlage sei ein Frovisions-anspruch des Klägers nicht entstanden. Das Berufungsgoricht brauchto sich damit ebensowenig im einzelnen auseinanderzusetzen, wie es zur Begründung der Glaubwürdigkeit des Zeugen auch nicht besonders hervorgehoben hat, daß er Rechtsanwalt war und daß von einem solchen nicht schon deshalb eine unrichtige Zeugenaussage zu erwarten ist, weil diese seiner Mandantin nützen würde. Ebensowenig kann der Kläger mit seinem Einwahd Erfolg haben, die Beklagte habe zunächst in der Klagebeantwortung (GA Bl. 17, 18) selbst nicht unterschieden zwischen dem Vorhaben der Beklagten im April 1961, einen Laden für die Firma, und dem Vorhaben der Tochter im Juni 1961, für sich einen Laden zu mieten. b) Entgegen den Bügen der Revision hat das Berufungsgericht nicht verkannt, daß nach § 652 BGB für die Entstehung des Maklerlohnanspruches nur erforderlich ist, daß die Tätigkeit des Maklers mitursächlich für das Zustandekommen des Vertrages mit dem Vertragsgegner war. War es, wie das Berufungsgericht angenommen hat, tatsächlich ein Zufall, daß derselbe Laden, den der Kläger im April 1961 der Beklagten nachgewiesen, den diese aber alsbald endgültig abgelehnt hatte, im Juni 1961 von der Firma AflBHBI der Tochter der Beklagten vermittelt wurde, so rechtfertigte dies die Feststellung, daß dio Tätigkeit des Klägers beim Abschluß des Mietvertrages im Juni 1961 nicht mehr fortgewirkt hat und deshalb auch nicht mitursächlich für ihn war. Dieser hat sich, ohne dem Kläger einen Maklerauftrag erteilt zu haben, wozu er auch wogen des Nießbrauchs seiner Mutter nicht berechtigt war, angeblich dessen Menste als Makler gefallen lassen, und den von der Beklagten angeblich gebotenen Mietzins von 3 200 DM monatlich an die mit der Vermittlung beauftragte Firma AflBi als Angebot eines ungenannten Interessenten weitergegeben. die Firma A^HHIB veranlaßt worden sein, auch von der Tochter der Beklagten zunächst den (zu hohen) Ivionatsiniet-zins von 3 200 DM zu fordern, der später durch Vereinbarung auf 2 500 DM herabgesetzt worden sein soll» Wenn insoweit, was das Berufungsgericht nicht festgestellt hat, die im April 1961 für die Boklagte entfaltete Tätigkeit des Klägers dazu geführt haben sollte, daß im Juni 1961 die Tochter der Beklagten zu einem überhöhten Mietzins mieten mußte, so ist das jedenfalls nicht ein Erfolg, der die Beklagte provisionspflichtig machen könnte» c) Bei dem vom Berufungsgericht festgestellten Sachverhalt hat die Beklagte auch nicht den Kläger als Makler treuwidrig beiseite geschoben und so in einer gegen Treu und Olaubeh verstoßenden Weise die Entstehung dos Makler-lohnanspruohs vereitelt» Wenn die Beklagte ihr Vorhaben, für die Firma einen zusätzlichen Laden zu mieten, im April 1961 endgültig aufgegeben hatte, so brauchte sie, nachdem im Juni 1961 ihre Tochter, von anderer Seite auf denselben Laden aufmerksam gemacht, diesen Laden für sich mieten wollte, von sich aus nicht wiederum den Kläger als Makler oinzuschalten» Dafür bestand für sie umso weniger Anlaß, als die Firma AflBBBfc die vom Berechtigten den Auftrag hatte, den Laden zu vermieten, ihr erklärte, der Kläger sei “nie“ (so Bü S» 16) berechtigt gewesen, den Laden zu vermieten* Auch wenn, wie die Revision rügt, der Angestellte der Firma nur gesagt haben sollte, “nach seiner Ansicht sei der Kläger nicht berechtigt“, einen Mietvertrag zu vermitteln (so Protokoll der Zeugenaussage Bl* 54 H GA), würde nichts anderes gelten» Die Beklagte hatte am 11» April 1961 den dem Kläger erteilten Maklerauftrag eindeutig widerrufen» Sie brauchte deshalb dessen weitere Dienste nicht mehr in Anspruch zu nehmen» Sie durfte Es hat aber auf Grund eingehender Bevveiewürdigung festgestellt, daß irgend ein Zusammenhang zwischen dem Miotprojekt der Beklagten im April 1961 und dem ihrer Tochter im Juni 1961 nicht bestanden hat. Der Revision ist allerdings zuzugeben, daß es bei einer solchen Auslegung möglicherweise nicht bewenden könnte, wenn auch nur die Möglichkeit bestündo, daß die Chance des Klägers, als Makler zu dem Zuge zu kommen, durch die Bekanntgabe dos Objektes an die Tochter der Beklagten geschmälert worden wäre. Im vorliegenden Pall stellt aber das Berufungsgericht fest, daß der Nachweis an die Beklagte, und damit auch die "Weitergabe" durch die Beklagte an ihre Tochter, in keiner Weise dafür ursächlich waren, daß schließlich die Tochter der Beklagten - ohne Einschaltung des Klägers - den Laden gemietet hat.