BGH · VIII ZR 268/56 vom 16.03.1956
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Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 12« Juli 1957 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Dr. Großmann sowie der Bundesrichter Br. Gelhaar, Artl, Dr« Mezger und Br. Messner für Recht erkannts Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des 9. tet, der Beklagte habe die hier streitigen Bestellungen als Einkaufskommissionär einer ausländischen Birma vorgenommen, während der Beklagte dies bestreitet und einwendet, sein Sohn habe als Direktor der Firma EBiB Company Ltd inD^m^e gelieferten Geräte im Juli 1953 nach vorhergehenden schriftlichen Verhandlungen namens dieser Firma bei der Klägerin in H^HB mündlich bestellt und gebeten, die Auftragsbestätigungen und Rechnungen seinem Vater, dem Beklagten, zuzuleiten» Die EBBBl BBBPcompany habe hierfür ein auf drei Monate begrenztes Akkreditiv bei ihrer Amsterdamer Bank zu seinen, des Beklagten, Gunsten gestellt, da er die Zahlung habe vermitteln sollen» Es sei am 31> August 1953 abgelaufen» Die Klägerin hat dem Oberingenieur Otto mit Schriftsatz vom 7» Januar 1957 den Streit verkündet, der ihm am 11» Januar 1957 zugestellt worden ist, Entsoheidungsgründe i Das Berufungsgericht hat den Beklagten trotz seines Bestreitens als Besteller der von der Klägerin im Herbst 1953 an eine Speditionsfirma ausgelieferten Geräte angesehen, die diese nach D^^m^ (Indonesien) zur Verschiffung gebracht haben soll. Das Berufungsgericht kommt zu dem Ergebnis, daß der Beklagte verpflichtet gewesen wäre, den ihm von der Klägerin- zugesandten Auftragsbestätigungen, die an die Birma Albert R(HB ~ das ist die Anschrift des Beklagten - adressiert worden sind, zu widersprechen, wenn er nicht damit einverstanden war, daß er als Besteller der von der Klägerin später gelieferten Ware Stets gern für Sie beschäftigt, zeichnen wir hochacht ungsvoll Technisches Außenbüro Das Schreiben trägt neben der Unterschrift F( noch eine weitere Unterschrift, Die Klägerin hat zwar im ersten Bechtszuge bestritten, daß diese beiden Schreiben die hier streitigen Aufträge betreffen, jedoch später zugegeben, über die für D|^H^ bestimmte Ware auch mit dem Sohn des Beklagten korrespondiert zu haben. April 1952 auch unmittelbar mit dem technischen Außenbüru der Klägerin vom 31» März 1952 behandelt technische Einzelheiten der Schaltanlage für die Sägerei, während das Schreiben vom 2* April 1952 sich nicht auf die hier zu behandelnden Aufträge, sondern auf drei Schaltanlagen für ein Krankenhaus bezieht. Wenn aber die Behauptung des Beklagten zuträfe, daß die Bestellungen mündlich von seinem Sohn namens der E^^^fmcompany erteilt worden sind und daß mit der Klägerin vereinbart war, daß der Beklagte die Ware lediglich für die Bestellerin im Empfang nehmen und die Bezahlung vermitteln sollte, so könnte aus dem Umstand, daß der Beklagte gegen die Anschrift in diesen "Auftragsbestätigungen" nicht widersprochen hat, nicht gefolgert werden, daß er sich schon deswegen als Besteller der Ware behandeln lassen müsse. Das der widerspruchslosen Entgegennahme der genannten Schreiben zu entnehmende Anzeichen für den von der Klägerin zu führenden Beweis würde wesentlich dadurch entkräftet werden, wenn die unter Beweis gestellte Behauptung von dem hierfür als Zeugen benannten Sohn des Beklagten bestätigt werden sollte. Pas Berufungsgericht durfte daher nicht den Beweis-antrag übergehen, mit dem sich der Beklagte in der Berufungsbegründung auf das Zeugnis seines Sohnes bezogen hatte, nachdem er ihn bereits im ersten Rechtszuge (vgl Schriftsatz vom 22, 2* 1955 S 5 und 4) zu dem Beweise dafür benannt hatte, daß er als Direktor der E^|Hfc Company den Auftrag dem Zeugen mündlich er- gestellten Behauptungen schienen im Hinblick auf die Aussage des im ersten Rechtszuge vernommenen Zeugen auf schwachen Füßen zu stehen« Selbst wenn man, so führt es aus,' unterstelle, daß die Abrede stattgefunden hat, so stehe doch fest, daß die Klägerin damit nicht die Auffassung verbunden habe, die Firma in Indonesien sei nunmehr ihr Vertragspartner, Das könne auch dem Beklagten nicht zv/eifeihaft gewesen sein. Dazu dürfte, so folgert das Berufungsgericht, keine Veranlassung bestanden haben, wenn es eine abgemachte Sache gewesen wäre, daß die Ausstellung der Rechnungen auf den Beklagten lediglich eine praktische der wirklichen Partnerschaft nicht entsprechende Maßnahme habe sein sollen. lassen, Wenn der Beklagte nicht nachgewiesen hat, daß er der Ausstellung der Rechnungen vom 25, September, 50- September und 10, Oktober 1953 auf seinen Namen widersprochen habe, so kann hieraus noch nicht gefolgert werden, daß der Vertrag mit ihm abgeschlossen worden sei? Nach der Darstellung des Beklagten ist das Akkreditiv, aus dem die Bezahlung der später gelieferten Ware hätte erfolgen sollen, in der Weise gestellt worden, daß er über den Kredit hätte verfügen dürfen. Die Provisions-abreden, die mit der Klägerin getroffen worden sind und die das Berufungsgericht ebenfalls in Betracht zieht, gingen dahin, daß der Beklagte berechtigt sein sollte, die ihm zugestandehe Provision von dem Rechnungsbetrag in Abzug zu bringen. Denn der Beklagte hatte sich, wie seinem Schreiben an die Klägerin vom 17 Oktober 1953 entnommen werden kann, zunächst darum bemüht, trotz der in diesem Schreiben von ihm gerügten angeblich verspäteten Lieferung die Abwicklung des Geschäfts noch zu regeln bezw, weitere Nachrichten seines Sohnes hierüber erwartet- Wenn er in diesem Schreiben'erklärt, er sehe sich gezwungen, der Klägerin alle ihm eventuell aus der Nichtannahme der Ware entstehenden Kosten in Rechnung zu bringen, so könnte zwar hieraus ein Anzeichen dafür entnommen werden, daß er sich selbst damals als Vertragspartner der Klägerin angesehen hat« Das Berufungsgericht hat aber sich mit dieser Erklärung nicht näher befaßte Es hätte ihrer Auslegung und Prüfung in der Richtung bedurft, ob der Beklagte damit etwa nur Kosten gemeint hat, die ihm aus der Entgegennahme der Ware zur Weiterbeförderung für den Fall der Ablehnung entstanden, oder ob er etwa auch den Ausfall der Provision in Rechnung stellen wollte, die ihm die Klägerin unstreitig zugesagt hat. Das Berufungsgericht hat das Schreiben nur dahin gewürdigt, daß es an jeglicher Andeutung eines Vertretungsverhältnisses fehlen lasse« Diese Würdigung enthob es aber nicht der Verpflichtung, dem Beweisantrag des Beklagten nachzugehen, mit dem eine klare Abrede unter Beweis gestellt worden war, deren Feststellung auch für die Auslegung des Schreibens vom 17« Oktober 1953 von Bedeutung sein könnte. EJUI in der Außenstelle H^H|der Klägerin, dahin Bedeutung beigemessen hat, daß der Beklagte in fernmündlichen Verhandlungen über die Regelung der hier streitigen Aufträge nicht den Einwand erhoben habe, er sei nicht Vertragspartner, so ist auch hierdurch dem Beklagten noch nicht der Beweis abgeschnitten, daß er nach den Abreden mit der Klägerin nicht Besteller der Ware sein wollte und sein sollte« Infolgedessen mußte das Berufungsurteil aufgehoben werden, weil das Berufungsgericht unterlassen hat, den Sachverhalt durch Vernehmung des von dem Beklagten benannten Zeugen jun. forderlich erscheint« Es wird bei der Würdigung der Aussage dieses Zeugen weiter zu berücksichtigen haben, daß er den Beklagten als Vertreter der E^BBC o mp any angesehen hat und daß ihm klar gewesen sei, daß diese Bestellerin der Schaltanlagen und somit Geschäftspartnerin der Klägerin gewesen sei« Das Berufungsgericht wird in diesem Zusammenhang auch das Schreiben der Klägerin, an R^HI Dun» vom 3» April 1952 in Betracht zu ziehen haben, in dem die Klägerin erklärt, sie habe dem Wunsche seines Vaters entsprechend für ihn 5 % Provision, wie vereinbart, bei den beiden in diesem Schreiben in Bezug genommenen Projekten miteinberechnet.