BGH · VIII ZR 260/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Klägerin macht neben anderen Ansprachen, die nicht Gegenstand des Revisionsverfahrens sind, gegen den Beklagten zu 1 und die Beklagte zu 3, die früher eine GmbH unter der Firma G^pp Hotel war 9 einen Schadensersatzanspruch von 6 300 DM geltende Sie hat hierzu vorgetragen, sie habe mit dem am Revisionsverfahren nicht beteiligten Beklagten zu 2 in den Räumen des G^|P Hotels in am ab August 1955 ein Restaurant betriebene Der Beklagte zu 1, der damalige Geschäftsführer der Beklagten zu 3? 1» Es kann dahingestellt bleiben, ob die Klägerin, wie das Berufungsgericht ausgeführt hat, Gesellschafterin zusammen mit dem Beklagten zu 2 war, und ob sie mangels Auseinandersetzung der aufgelösten Gesellschaft nicht Zahlung an sich selbst, wohl aber an die Liquidationsgesellschaft verlangen könnte» Mit dem zur Entscheidung stehenden Klaganspruch ist sie schon deshalb zu Recht abgewiesen worden, weil eine materielle Schadensersatzforderung nicht entstanden ist» Dem kann nicht gefolgt werden» Wenn Klagansprüche nicht schlüssig begründet werden, ist es nicht Sache des Gerichts, dem Vortrag einer Partei einen ihm nach seiner Überzeugung nicht zukommenden Inhalt beizulegen, nur um den geltend gemachten Anspruch nicht von vornherein als unbegründet erscheinen zu lassen» Hier kommt hinzu, daß die Ausführungen der Klägerin, aus denen das Berufungsgericht seine Überzeugung gewonnen hat, der Pachtvertrag sei einverständlich aufgehoben worden, auf den Beschluß des Landgerichts vom 11» Gk-tober 1958 Zurückgaben» Dort war die Klägerin aufge fordert worden darzulegen, auf welche Weise sich ihre Ausweisung aus dem Restaurant am 15° November 1955 abgespielt habe und warum sie hiergegen nichts unternommen habe» Hierauf hat sie in Ergänzung ihres Klagvortrages, wonach sie aus dem Lokal hinausgeworfen worden sei, nunmehr ausgeführt, am 15» November 1955 sei ihrem Bruder vom Beklagten zu 1 erklärt worden, er und die Klägerin hätten im Lokal nichts mehr zu suchen, man werde das Inventar aufstellen und der Klägerin zurückgeben, was ihr gehöre; sie sei damals in gewesen; also nicht etwa um beiläufige Ausführungen, sondern um die Beantwortung eines gerichtlichen AufklärungsbeSchlüsses» Von ihrem Vortrag ist die Klägerin auch später nicht abgewichen, obgleich die Beklagte in Erwiderung dieses Vorbringens ihrerseits ausführte, Aron habe also nach dem eigenen Vortrag der Klägerin gegen die Einstellung des Betriebes nichts einzuwenden gehabto Es ist daher nicht zu beanstanden, daß das Berufungsgericht die Ausführungen der Klägerin in ihrem Schriftsatz vom 3° Dezember 1956 zugrunde gelegt ha to Anlaß, der Klägerin nach § 139 ZPO Gelegenheit zur weiteren Ergänzung ihres Vorbringens zu geben, bestand unter diesen Umständen nicht» nen eigenen Angaben widerspruchslos in die von den Beklagten verlangte und der Abwicklung des Pachtverhältnisses dienende Aufnahme des Inventars eingewilligt hat» Spätestens zu diesem Zeitpunkt wäre die Geltendmachung etwaiger Vorbehalte gegen die Beendigung des Pachtverhältnisses zu erwarten gewesen» Derartiges hat die Klägerin aber nicht einmal behauptet» Es ist daher auch nicht zu erkennen, warum die Würdigung des Berufungsgerichts, wie die Revision meint, mit Treu und Glauben nicht vereinbar sein soll» Mit der Erwägung, ein Verzicht auf die Erzwingung der Wiedereinräumung des Besitzes an den Restaurationsräumenbedeute noch nicht cen Verzicht auf Schadensersatzansprüche wegen unberechtigter, vorzeitiger Kündigung, wendet sich die Revision in unzulässiger Weise gegen die dem Berufungsgericht vorbehaltene tatrichterliche Feststellung» Das Oberlande spricht hat somit die Berufung der Klägerin gegen das klagabweisende Urteil des Landgerichts mit Recht zuriickgewiesen0 Die Revision war mit der Kostenfolge aus § 97 ZPO jedenfalls zurückzuweiseno Dr» Haidinger Dr» Mezger Dr0 Messner Mormann Braxmaier