BGH · VIII ZR 238/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der VIIIo Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 14o Juli 1965 unter Mitwir kung des Senatspräsidenten Dr0 Haidinger sowie der Bundesrichter Dr«, Gelhaar, Dr«, Mezger, Dr«, Messner und Mor-mann für Recht erkannt: Auf die Revision der Klägerin werden das Urteil des 2o Zivilsenats des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 8o April 1964 und das ihm zugrundeliegende Verfahren aufgehobene Die Sache wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückverwieseno Die Gerichtsgebühren und Auslagen des Revisionsverfahrens werden niedergeschlagen, ebenso die des bisherigen Berufungsverfahrens mit Ausnahme derjenigen, die durch die Einlegung der Berufung •entstanden sind» daß das Berufungsurteil auf die Beset zungsrüge aufgehoben wird, die Niederschlagung der Gerichtsgebühren und Auslagen des Revisionsverfahrens und des bisherigen Berufungsverfahrens» Pur die Präge, ob das Berufungsgericht vorschriftsmäßig besetzt war, kommt es auf den Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung an, auf die das Urteil ergangen ist (BGHZ 10, 130, 132 mit weiteren Nachweisen)» Hier hat die letzte mündliche Verhandlung am 26» Februar 1964 stattge-funden» An diesem Tage gehörten ausweislich des Geschäfts-verteilungsplans für 1964 des Oberlandesgerichts Karlsruhe dem 2» Zivilsenat, der das angefochtene Urteil erlassen hat, ein Senatspräsident als Vorsitzender sowie vier (nach Angabe der Revision drei) Oberlandesgerichtsräte und zwei Landgerichtsräte als Beisitzer an» Gesetzlicher Richter im Sinne des Art» 101 Abs» 1 Satz 2 GG sind nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht nur das erkennende Gericht als Spruchkörper, vor dem verhandelt und von dem die einzelne Sache entschieden wird, sondern auch die im Einzelfall berufenen Richter (BVerfGE 4, 412, 416; 9, 225, 226)» Die Geschäfts- Die Sache war zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückzuverweisen, ohne daß noch auf die sachlichrechtlichen Angriffe der Revision gegen das Berufungsurteil einzugehen war» 4 Abs» 1 Satz 3 und 4 &KG hat der erkennende Senat die Oeriehtsgebühren und -aus-lagen des Revisionsverfahrens voll und die des Berufungsverfahrens mit Ausnahme der durch die Einlegung der Berufung entstandenen niedergeschlagen (vglo BGHZ 27, 163» 170 ff)» Da die Entscheidung über die Kosten der Revision von der Endentscheidung in der Sache selbst abhängt, war sie dem Berufungsgericht zu Übertrageno Dr* Hai dinger Dr« Gelhaar Dr0 Mezger Dr<» Messner Mormann