BGH · VIII ZR 238/63
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Das Ihnen von mir unterbreitete Fernsehangebot ist eine Realität0 Ebenso ist der von mir genannte Preis für die in Aussicht genommene Serie mit dem betreffenden Sender fest abgesprochen„ Es handelt sich jetzt ausschließlich um den Termin, der von dem Sender und mir festgelegt werden muß» Das kann Mitte, oder aber auch in der zweiten Hälfte dieses Jahres sein0 Der Abteilungsleiter des in Frage kommenden Sendersund ich sind uns darüber einig, Ihre Serie noch Möglichkeit so zu placieren, daß Sie in der Hauptsaison gesehen werden,, ob sie einen Maklerwerkvertrag oder sogar einen sog» '*ExklusivvertragM geschlossen haben, durch den sich der Beklagte verpflichtet habe, einen Serienvortrag mit einem Sender zu je 5 bis 6 000 DM je Sendung zu vermitteln und es dem Kläger untersagt war, selbst Verträge mit einem Sender abzuschließeno Das Berufungsgericht hat nur einen Maklerdienstvertrag angenommen mit der Verpflichtung des Beklagten, für den Kläger als Vermittler eines Serienvertragos tätig zu werdeno Die in dieser Richtung erhobenen Revisioncangriffc, es sei eine Einigung der Parteien im Sinne des Vorbringens des Klägers zu demindest dadurch zustandegekommen, daß der Beklagte der für ihn erkennbaren Ansicht des Klägers nicht widersprochen habe, gehen ins Leere» Diese Frage kann vielmehr unentschieden bleiben«, denn der Kläger nacht nur einen Anspruch auf Ersatz des Schadens geltend, der ihm durch sein Vertrauen auf die vom Beklagten erteilten falschen Informationen entstanden sei® Die Klage ist daher nicht auf die Erfüllung eines Mäklervrerk- oder Exklusiv-Vertrages gestutzt, sondern auf die Verletzung einer Nebenverpflichtung des Beklagten aus dem Maklervertrag zur wahrheitsgetreuen Information, die ihm oblag, gleichgültig, wie das Vertragsvorhältnis der Parteien rechtlich einzuordnen isto Es handelt sich hier auch nicht um die Weitergabe von Informationen über ein Vertragsobjekt, deren Nichtigkeit der Auftraggeber selbst nachprüfen kann und nachprüfen muß und für die der Makler nicht einstehen will, sondern um Informationen über die Tätigkeit des Beklagten, die für die berufliche Tätigkeit des Klägersvon entscheidendem Einfluß waren® Für deren Richtigkeit hat der Beklagte einzustehen® Die Informationen des Beklagten, vor allem diejenigen in seinen Schreiben vom 8® und 2o® Januar i960 und 9° Mai i960 waren aber wissentlich falsch und geeignet, den Kläger irrezuführeno Das Berufungsgericht hat daher zu Hecht und auch unbeanstandet von der Revisionserwiderung eine positive Vertragsverletzung des Beklagten angenommen, die ihn schadensersatzpflichtig macht® IIc Zu Recht greift die Revision die Erwägungen und Feststellungen des Berufungsgerichts an, daß die falschen Informationen des Beklagten für den vom Kläger geltend gemachten Scteden nicht ursächlich gewesen seien® Das Berufungsgericht führt aus: Die Schreiben des Beklagten vom 8® und 2o® Januar und 9« Mai i960 seien ohne Einfluß auf den Entschluß des Klägers gewesen, selbst keine Verträge mit Rundfunksendern abzuschließen, insbesondere dafür, die Vertragsbeziehungen mit dem Sender HUHfe abzubrechen und keinen neuen Vertrag mit HflM» abzuschließen-: Der Kläger habe sich nämlich nach seinen eigenen Bekundungen bei seiner persönlichen Anhörung im Einzelrichtortermin vom 15° Kai 1963 (GA II I07 f) darauf versteift, er habe aufgrund der Abmachungen mit dem Beklagten vom Oktober 1959 selbst nichts mehr unternehmen dürfen, um zu einem Sendevertrag zu kommeno Das Berufungsgericht hält es für erwiesen, daß der Kläger von sich aus auch dann keinen Sendovortrag abgeschlossen hätte3 wenn die Briefe nicht geschrieben worden wären« Insbesondere sei kein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Abbruch der Beziehungen zu dem Sender Hflll fest-zustelleno Denn der Kläger selbst habe diese Vertragsbeziehungen in der Hoffnung gelöst, daß ihm der Beklagte einen günstigeren Serienvertrag vermitteln werde° Diese Feststellungen halten den Verfahrensrügen der Revision nicht stando lo Der Kläger hat auf sein Schreiben vom 3° Dezember 1959 verwiesen und den Sachbearbeiter TrflHHB beim Sender als Zeugen dafür benannt, daß eine Einigung mit dom HM» Sender noch bis Weihnachten 1959 möglich gewesen wäre° Das hat das Berufungsgericht unter Verstoß gegen § 286 ZPO nicht berücksichtigt0 Aus dem angeführten Schreiben ist zu ersehen3 daß der Kläger nur deshalb mit dem Abbruch der Beziehungen zu dem Sender oinvorstanden war* er sei bereits mit 2 Sendern einig und es handele sich nur noch darum, welcher der beiden Sender mehr als lo ooo DU zahle» Erweist sich das als richtig, so liegt die Annahme nahe, daß der Kläger sich nur durch diese besonders weitgehenden Versprechen des Beklagten dazu verleiten ließ, mit dem Sender abzubrechen oder vom Abschluß eines neuen Vertrages mit diesem abzusehen» Einer solchen Feststellung steht die Bekundung des Klägers in dem angeführten Einzelrichtertermin, auf die das Berufungsgericht seine Erwägungen im wesentlichen stützt, nicht unbedingt entgegen» Denn diese Bekundung darf nicht losgelöst von dem übrigen unter Beweis gestellten Vorbringen des Klägers gewürdigt werden» Es ist durchaus möglich, daß der Kläger, , wenn ihm im Dezember 1959 und auch im Januar i960 die Lage wahrheitsgetreu geschildert worden wäre, trotz seiner Annahme, der Beklagte sei aufgrund eines Exklusivvertrages verpflichtet, ihm einen günstigen Serienvertrag zu vermitteln, anders gehandelt hätte» Es ist durchaus möglich, daß das Berufungsgericht, wenn es über die Vorgänge im Dezember 1959 Beweis erhoben hätte, über die Ursächlichkeit der in besonderem Maße Wahrheitswidrigen Informationen des Beklagten für den Abbruch aller Beziehungen des Klägers zu dem Sender anders geurteilt hätte» Das Berufungsgericht, an das die Sache zurückverwiesen werden muß, wird daher die Schreiben vom 1» und 3° Dezember 1959 würdigen und die angeführten Zeugen vernehmen müssen, um feststellen zu können, wie es zu dem Abbruch der Vertragsbeziehungen mit dem Sender kam und ob nicht doch die wahrheitswidrigen Versicherungen des Beklagten diesen zu seinem Verhalten bewogen haben» FeflHHHHfc des Beklagten erneut mit übertriebenen Versprechungen auf Serienverträge mit einer Vergütung von sogar 8-9 ooo DM je Sendung vertröstet worden sei» Er hatte ferner den Hechtsanwalt Dr0 als Zeugen dafür benannt«, daß der Beklagte ihn und seinen anwaltlichen Vertreter wiederum von der Richtigkeit seiner früheren Versprechungen in einer solchen Weise zu überzeugen vermochte3 daß der Kläger ein ihn im Herbst i960 wiederum gemachtes Angebot des Senders erneut abgelehnt habe» Auch diesesVorbringen durfte das Berufungsgericht ohne Verfahrensverstoß nicht übergehen3 zu demal sich der Kläger nach seiner Bekundung im Einzelrichtertermin damals als nicht mehr an den vermeintlichen Exklusivvertrag mit dem Beklagten gebunden fühlte und auch bereits dazu übergegangen wara selbständig Verträge mit anderen Sendern abzu-schließeno Wenn das Berufungsgericht angenommen haben sollte3 die Besprechungen des Beklagten mit Rechtsanwalt Dr«, SflBV hätten im Jahre 1959 und nicht erst im Herbst i960 stattgefunden (so den Vorhalt des Einzelrichters GA II Bio llV) 3 so | wird das Berufungsgericht das nachprüfen müsseno Denn an der j angeführten Aktenstelle (II3 llb- GA) ist nur von Ferngosprä- | chen die Rede und nicht von persönlichen Besprechungen der Parteien und des Rechtsanwalts Dr0 Scholzo