BGH · VIII ZR 231/63
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Revision gegen das Urteil des 7„ Zivilsenats des Oberlandesgeriehts in Düsseldorf vom 26„Juni 1963 wird auf Kosten der Klägerin ssurUckgewiceen« Der Ordnung halber machen wir darauf aufmerksam, daß dieser Verkauf aus Gemeindebesitz erfolgt und daher in diesem Auonahmefall die gesamte Maklerprovision von 2x3 /- bei Vertragsschluß durch den Käufer an uns zu zahlen ist« I« Das Berufungsgericht fuhrt aus* Das Schreiben vom 11« Februar 1961 lasse weder den Schluß zu, daß dor mit 4,50 DU jo qia ausdrücklich erwähnte Kaufpreis die Berechnungsgrundlage des Provisionsanepruehes sei (Standpunkt der Beklagten), noch daß hierfür die Summe aus Kaufpreis und Erschließungabeiträgen zu gelten habo (Standpunkt der Klägerin)« Der Wortlaut lasse sich sowohl für die Ansicht der Klägerin als auch für diejenige der Beklagten anführen« Auch der umstand, daß sich die Beklagte in zwei notariellen Verträgen zur Zahlung des Kaufpreises einerseits und der Erschließungokoaten anderer- seits verpflichtet habe, biete keine zuverlässige Grundlage flir die Entscheidung der streitigen Frage, Es müsse daher für die Berechnung der Provision von dem wirklichen Kaufpreis für das Grundstück ausgegangen werden» Dieser bestehe aber aus dem '’Gegenwert für das Grundstück an 3ich und für die im Zeitpunkt des Verkaufs durch die teilweise Erschließung bereits eingetretene 'iverterhöhung" . Die Revision ist der Ansicht, das Berufungsgericht habe zu Unrecht angenommen, daß die Parteien sich über die Berechnungsgrundlage nicht einig geworden seien» Sie ergebe sich aus dem Schreiben vom 11« Februar 1961, das gegebenenfalls auszulegen gewesen wäre. Die richtige Auslegung des Schreibens hätte, so meint die Revision, das Berufungsgericht zu dem Ergebnis führen müssen, daß die Provision aus der Summe der beiden Beträge (Kaufpreis + Erschließungskosten) errechnet werden müsse. Da3 Berufungsgericht hat aber entgegen der Ansicht der Revision das Angebotsschreiben der Klägerin aasgelegt■> Diese Auslegung geht ersichtlich dahin, das Schreiben könne, weil es an einem Anhaltspunkt dafür fehle, daß auch die Anliegerbeiträge für die Berechnung der Makler-provision heranzuziehen seien, nur dahin verstanden werden, daß der wahre Gegenwert für die Überlassung des Grundstücks Grundlage für die Berechnung der Provision sei» Die ist daher für das Revisionsgericht bindende Die Auslegung ateht im Einklang mit der in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Ansicht, daß Leistungen des Käufers, die als Teile des Kaufpreises zu gelten haben, in die Berechnungsgrundlage der Maklerprovision oinzubc-ziehen sind, daß das aber nicht für Steuern und sonstige öffentliche Abgaben zu gelten hat (vgl„ AG Brankfurt/Kain vom 19. Anliegerbeiträge sind aber öffentliche Abgaben, die von der Gemeinde, in der das betreffende Grundstück belegen ist, erhoben werden 123 f BBauG), und stellen keinen Kaufpreis dar, der für den Erwerb des Grundstücks zu entrichten ist» Daran ändert auch der Umstand nichts, daß die Beklagte sich hier in einer notariellen Urkunde verpflichtet hat, die Anliegerbeiträge an die Gemeinde zu zahlen» Eit Recht hat das Berufungsgericht daher die in dem Angebotsschreiben der Hohe nach näher bezeichnenden Anliegerbeiträge nicht als "geldwerto Nebenleistungen*' und daher nicht als provioionspfliehtigen Kaufpreis angesehen» Die Sachlage könnte allenfalls dann anders zu beurteilen sein, wenn eine Verkehr:: Sitte im Sinne der von der Revision für richtig gehaltenen Ansicht bestanden hätte» Das hat die Klägerin jedoch in den Tat-sacheninstanzen nicht vorgetragen» 2» Einen Rechtsfehler will die Revision darin sehen, daß das Berufungsgericht irrigerweise angenommen hat, die Beklagte habe die noch nicht durchgeführten Kr-oehließungsarbeiten erst später vergüten müssen» Ersichtlich meint die Revision, das Berufungsgericht habe sich nur deswegen darauf beschränkt, die Vergütung für die bereits ausgeführten Ersehlie Jungsarbeiten in die Grundlage für die Berechnung der Maklerprovieien einzubeziehen, v/eil die Erschließungskosten im übrigen noch nicht fällig gewesen seien, und diese Annahme sei aktenwidrig, weil vorgetragen worden sei, die Beklagte habe sich in einer notariellen Urkunde verpflichtet, 174 000 Bli als Er-3chließungakosten zu zahlen» Auch diese Rüge ist unbegründet» Wie bereits dargelegt, stützt das Berufungsgericht ersichtlich und rechtlich einwandfrei seine Auslegung auf den Inhalt des An-gebotssehreibens, das aber keinen Anhaltspunkt dafür enthält, daß die Beklagte der Verkäuferin als Kaufpreis mehr