BGH · VIII ZR 228/63
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VIII ZR 228/63 URTEIL Verkündet am Io« November 1965 Muckenhau sen 9 Justizangestellte als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle ln dem Rechtsstreit des Gastwirts Hermann Ei in Beklagten und Revisionsklägers9 - Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt DroS^. Durch notariellen Vertrag vom 15° Juli 1959 veräußerte der Beklagte sein Gaststättengrundstück Kof|^ Enfl|gasse 0 mit Inventar für *+5 000 DM an die Kläger» Von dem Kaufpreis entfielen lo 000 DM auf das Inventar, davon nach der Feststellung des Berufungsgerichts 7 3°o DM auf den Biertresen» Hiergegen hat Herr PflP die Verpflichtung, an Herrn SchflIBHIHfe lo 9^95lo DMzu zahlen 0 „» Des weiteren verpflichtet sich Herr DflHIK «° o Herrn Sch^HHHHIV gegenüber, dessen rechtliche Verpflichtungen gegenüber der Firma K^B • • • in Höhe von noch 1 600 DM zu den mit dieser abgesprochenen Bedingungen durch Ausstellung und Hinlösung von Wechseln zu erfüllen «o«, das Eigentum an dem Tresen verschafft habe und auch nicht mehr verschaffen könne * Die Vorinstanzen haben den Beklagten antragsgemäß verurteilt, in die Auszahlung des hinterlegten Kauf« preisanteils von 7 3oo DM an die Kläger einzuwilligen» Mit der Revision erstrebt der Beklagte Klagabweisung» Die Kläger beantragen 3 die Revision zurückzuweisen» habe PflHBl aufgrund guten Glaubens von Schrewentigges zunächst das Anwartschaftsrecht und, nachdem er die Restforde-rungen des Sch^BIffUfB^ und der Firma bezahlt habe, das Volleigentum des Tresens erworbene Der Beklagte sei demnach nicht mehr in der Lage, seine Verpflichtung aus dem Kaufverträge zu erfüllen und den Klägern das Eigentum des Tresens zu verschaffen» Aus dem Gesichtspunkt des Schadensersatzes wegen Nichterfüllung (§ 325 BGB) müsse er deshalb das Seinige dazu tun, daß die Kläger den auf den Tresen entfallenden Teil des Kaufpreises zurückerhielten» Daß diese inzwisc^^vjon ?mm das Sicherungseigentum an dem Tresen erhalten hätten, sei für das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien bedeutungslos» 2» Die Revision rügt in erster Linie, das Berufungsgericht habe den Vertrag zwischen SchBHHHIH^ und der Firma K^^ vom *+» Juni 1959 unzulänglich gewürdigt» SchBIHHH^ habe durch den Vertrag nur das Sicherungseigentum erhalten sollen» Aus dem Vertrag sei mithin nicht zu folgern, daß SchBHfc~ OB» fortan nicht mehr dem Beklagten den Besitz habe mitteln wollen» Daß sich in Wirklichkeit an dem Be sitzmitt lung sver-hältnis zwischen SchBHHH^P und dem Beklagten bis zu dem 15« Juli 1959 nichts geändert habe, ergebe sich eindeutig aus dem Schreiben, das ein Rechtsanwalt WjB^P am l1!» Juli 1959 namens des SchflHBHHB? 3» Der Bestand des mittelbaren Besitzes hängt in der Regel - zu einer hier nicht interessierenden Ausnahme vgl» BGHZ 93 73 - vom Willen des unmittelbaren Besitzers ab» Äußert dieser den Willen, fortan dem bisherigen mittelbaren Besitzer den Besitz nicht mehr mittein zu wollen, so endet damit der mittelbare Besitz» Der unmittelbare Besitzer braucht die Änderung seines Willens nicht gerade dem bisherigen mittelbaren Besitzer gegenüber zu äußern, er muß sie nur eindeutig nach außen erkennbar machen» Von diesen schon in der Rechtsprechung des Reichsgerichts anerkannten Grundsätzen (vgl» RGZ 135s 75 ff) geht ersichtlich auch das Berufungsgericht aus» Es erschöpft jedoch nicht den Vortrag des Beklagten, wenn es unter Bezugnahme auf das Urteil des Landgerichts aus dem Vertrag zwischen Sch^HHHH^ und der Firma vom *+» Juni 1959 als selbstverständlich folgert, SchdHHiB) habe, weil er Eigentümer des Tresens habe werden sollen und wollen, schon durch diesen Vertrag nach außen zu erkennen gegeben, daß er fortan dem Beklagten nicht mehr den Besitz mittein wollte» Dafür war ein wesentliches Erkenntnismittel die Vorgeschichte des Vertrages, wie sie die Firma im Berufungsrechtszuge als StroitverkÜndete in ihrem Schriftsatz vom *t» Dezember 1962 vorgetragen hatte» Der Inhalt dieses Schriftsatzes war zwar nicht unmittelbar Parteivortrag geworden, weil die Firma nicht als Streithelferin einer Partei beigetreten ist» Der Beklagte hat sich aber mit ihren Ausführungen auseinanderge-setzt und sie sich ersichtlich zu eigen gemacht (Schriftsatz vom 17» Januar 1963 S» 7)» Danach hat die Firma den Ver- war 5 der Inhaber der Firma 100 den angeblich verreisten Beklagten nicht antraf und deshalb fürchtete, der Wechsel würde nicht eingelöst werden» Auf seine Bemerkung gegenüber Sch00000^, dann müsse die Firma K0p den Tresen heraus-holen, soll Sch0HI||^ sich bereit erklärt haben, selbst die weiteren Ratenzahlungen zu übernehmen; dafür sollte er durch die Übereignung des Tresens gesichert werden» Unterstellt man, wie für die Revisionsinstanz erforderlich, diese Darstellung als richtig, so ergibt sich aus dem Vertrag, wie immer er im einzelnen auszulegen sein mag, nicht der Wille der Vertragsschließenden, das Anwartschaftsrecht des Beklagten auf den Tresen einfach zu mißachten, wozu für die Firma 00 auch keine Veranlassung vorlag» Die Vertragsschließenden können vielmehr den Vertrag auch so gemeint haben, daß Sch000-für den Beklagten die restlichen Raten auf den Kaufpreis zahlen und dafür entweder in die rechtliche Stellung der Firma £00 als Vorbehaltsverkäuferin mit einem auflösend bedingten Eigentum eintreten oder das Eigentum an dem Tresen als Sicherung der für den Beklagten vorgelegten Raten erhalten sollte» Im einen wie im anderen Falle brauchte die Firma ]00 aus dem Vertrag, gleichgültig was Sch000000 selbst aus ihm zu machen gedachte und später gemacht hat, nicht zu entnehmen, daß ihr Vertragspartner sich nunmehr von seinem Be-sitzmittlungsverhältnis zu dem Beklagten losgesagt habe» Vielmehr wäre nach der Vorstellung der Vertragsparteien Scl000000 als Pächter und unmittelbarer Besitzer Besitzmittler für den Beklagten als Verpächter und erststufigen mittelbaren Besitzer geblieben, dieser hätte der Firma £00 als zweit stufiger mittelbarer Besitzerin den Besitz gemittelt und an deren Stelle wäre Sch0000 getreten» Demnach beruht die entgegengesetzte Feststellung des Berufungsgerichts, Sch000|0|0habe sich am ^» Juni 1959 von seinem Besitzmittlungsverhältnis losgesagt, auf nicht erschöpfender Auswertung des StreitStoffes und deshalb auf einem Verstoß gegen § 286 ZPO» klagten» Wenn darin Schf|BHHBPun^er Berufung auf § 536 Abs» 2 BGB vom Beklagten als seinem Verpächter Ersatz von Reparaturkosten verlangte, die er für den Tresen aufgewandt hatte} sobekannte er sich damit ausdrücklich zu dem Besitzmittlungsver-hältnis zwischen ihm und seinem Verpächter» Das konnte in doppelter Hinsicht von Bedeutung sein; Einmal konnte es als Beweisanzeichen dafür gelten, daß auch durch den Vertrag vom b* Juni 1959 das Besitzmittlungsverhältnis nicht hatte aufkündigen wolleno Sodann konnte es als tatsächliches Anerkenntnis des Besitzmittlungsverhältnisses dieses wieder hersteilen, wenn es durch den Vertrag vom *f» Juni 1959 aufgehoben gewesen wäre« Es ist danach nicht auszuschließen, daß das Berufungsgericht, hätte es den Streitstoff in den von der Revision gerügten beiden Punkten erschöpfend berücksichtigt, zu der Feststellung gelangt wäre, daß der Beklagte am 15« Juli 1959 mittelbarer Besitzer des Tresens war» War er das, so sind die Kläger gemäß §§ 9319 93^ BGB schon am 15« Juli 1959 Eigentümer des Tresens geworden» Denn daß in § b Ab So 2 des Kaufvertrages der Beklagte seinen Herausgabean-spruch als Verpächter gegen SchflHBfe als Pächter an die Kläger abgetreten hat, kann nicht zweifelhaft sein» Demnach erwarben die Kläger, unterstellt man, daß der Beklagte damals mittelbarer Besitzer war, den Tresen schon mit Abschluß des Kaufvertrages, wenn sie nicht hinsichtlich des Eigentums des Beklagten bösgläubig waren» Dies zu behaupten, hätte ihnen obgelegen » Sie haben aber im Gegenteil immer daran festgehalten, der Beklagte habe ihnen nichts von dem Vorbehaltseigentum der Firma gesagt, und deshalb hätten sie ihn gutgläubig für den Eigentümer gehalten» Der Beklagte hat sich diesen Vortrag der Kläger hilfsweise zu eigen gemacht» Dann aber wären die Voraussetzungen des § 93^ BGB für einen gutgläubigen Erwerb der Kläger gegeben und der Klage wäre die Grundlage entzogen» gen mit dem Notar3 der die Tresenangelegenheit zu bereinigen versuchte,, eindeutig das unbeschränkte Eigentum für sich beanspruchte und sich damit von einem Besitzmittlungsverhältnis zu dem Beklagten bzw<> den Klägern lossagte„ könnte daran nichts mehr ändern»