BGH · VIII ZR 227/61 vom 11.04.1962
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Das führte dazu, daß weitere Verhandlungen, an denen lBIHI ebenfalls beteiligt war, mit anderen Behörden der Beklagten, u.a. mit Dienststellen des Bundesverteidigungsministeriums und des Bundes-iinanzministeriums stattfanden und daß die Oberfinanzdirektion in Düsseldorf schließlich durch das Bundesfinanzministerium angewiesen wurde, den Kaufvertrag unter Vorbehalt der endgültigen Genehmigung des Finanzministeri- Bei den nunmehr folgenden Verhandlungen mit der Oberfinanzdirektion in Düsseldorf traten für die Verkäuferin ihre Vergleichs-Verwalter, die Rechtsanwälte Dr. AflHHBund Dr, mann auf 6 Bei diesen Verhandlungen wurde auch die Frage erörtert, ob der Klägerin eine Maklerprovision zu zahlen sei« Den Kaufvertrag vom 19» November 1957? Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts ist ein ausdrücklicher Abschluß eines Maklorvertragcs mit der Wehr-bereichsverwaltung nicht erfolgt, Fs kann dahingestellt bleiben, ob diese von der Revision angegriffene Feststellung rechtlich einwandfrei ist; denn auch wenn der Sachbearbeiter Sindern der Wehrbereichsverwaltung der Klägerin keine ausdrückliche ProvisionsZusage gemacht haben sollte, könnte ein Maklervertrag nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts, der sich auch der Bundesgerichtshof angeschlossen hat (RGZ 95, HO; LeipzZ 21, 615; BGH JR 1955, 424; NJW 1958, 298) stillschweigend dann zustande gekommen sein, wenn die Wehrbereichs Verwaltung in Kenntnis dessen, daß die Klägerin von der Beklagten eine Provision haben wollte, die Mak-lerdienote der Klägerin entgegengenommen hat. Diese Voraussetzungen sind hier gegeben; denn nach den Feststellungen des Berufungsgerichts wußte der Sachbearbeiter der Wehrbercichsverwaltung, daß die Klägerin für die Maklertätigkeit von der Beklagten eine Provision von yp haben wollte und zwischen den Parteien ist auch unstreitig, daß sich die Wehrbereichsverwaltung die Maklertätigkeit der Klägerin gefallen ließo Die Beklagte konnte durch einen solchen stillschweigend abgeschlossenen Maklorvertrag allerdings nur dann verpflichtet werden, wenn die Wehrbereichsvcrwaltung die Beklagte rechtsgeschäftlich verpflichten konnte. Diese Voraussetzung verneint das Berufungsgericht mit der Begründung, daß hierfür lediglich die Oberfinanzdirektion zuständig gewesen sei und daß mit dieser ein Maklervertrag nicht, auch nicht stillschweigend abgeschlossen worden sei. den Gesichtspunkt unbeachtet gelassen« Nach der Aussage des Zeugen Dr. BfBH^ des zuständigen Sachbearbeiters der Oberfinanzdirektion, die das Berufungsgericht seiner Entscheidung zugrunde gelegt hat, hatte diesem Zeugen der Vertreter der Klägerin nach Abschluß des Kaufvertrages erklärt, die Klägerin habe einen Maklervertrag mit der Y/ehrbereichsverwaltung abgeschlossen» Daraufhin soll Dr» BÜi^H nach seiner Bekundung erwidert haben, es werde sich ja noch heraus st eilen, was mit der Wehrbereichsverwaltung besprochen worden sei» Das Landgericht hat diese Aussage dahin gewürdigt, daß die zuständigeif)berfinanz-direktion die Entscheidung über den Provisionsanspruch darauf abgestellt habe, was mit der W'ehrbereichsverwal-tung besprochen worden sei und daß damit die Oberfinanzdirektion auch die Entscheidung über den Maklervertrag der Wehrbereichsverwaltung überlassen habe« Das Berufungsgericht hat zwar ausgeführt, dieser Ansicht des Landgerichts könne nicht zugestimmt werden» Es hat indes zu dieser Präge im einzelnen keine Stellung genommen, obwohl sie für die Entscheidung des Rechtsstreits von ausschlaggebender Bedeutung ist» Es hat die Bekundung des Zeugen Dr» iBHHBleäiglich unter dem Gesichtspunkt geprüft, ob hierin eine nachträgliche Anerkennung der Pro-visionoforderung der Klägerin zu sehen sei. Diese Präge hat cs' verneint» Davon wird aber der andere rechtliche Gesichtspunkt nicht berührt, ob nicht in der Erklärung des Oberregierungsrats Dr. BBHIP eine nachträgliche Genehmigung der von der Wehrbereichsverwaltung, wenn auch nur stillschweigend abgegebenen Erklärung zu dem Maklervertrag gesehen werden könnte. vision ausdrücklich oder stillschweigend zugesagt haben soll und diese Zusagen dann von der zuständigen Oberfinanzdirektion auch erfüllt worden sein sollen«, Im vorliegenden Streitfall kommt hinzu, daß zwar der formale Abschluß des Grundstückskaufvertrages für die Beklagte durch die Oberfinanzdirektion erfolgte, daß aber die Verhandlungen hierüber zu dem weitaus überwiegenden Teil mit der WehrbereichsVerwaltung und den ihr übergeordneten Stellen der Bundeswehrverwaltung geführt wurden und daß gerade bei diesen Verhandlungen die Klägerin ihre umfangreiche Maklertätigkeit entfaltete, die unstreitig auch für das Zustandekommen des Grundstückskaufvertrages ursächlich war. Unter diesen Umständen liegt die Annahme nahe, daß Br, BflHHH für die Oberfinanzdirektion die Entscheidung über die Zahlung des Maklerlohnes auf die Vorgänge abstellen wollte, die sich zwischen der Klägerin und der WehrbereichsVerwaltung abgespielt hatten, und daß er dann, wenn sie den (wenn auch nur stillschweigend erfolgten) Abschluß eines Maklervertrages ergaben, einen solchen Vertrag dann auch für die Beklagte genehmigen wollte, Bas Berufungsgericht wird daher zu prüfen haben, ob die Erklärung des Oberregierungsrats Br, BflHHIgegenüber dem Vertreter der Klägerin in dieser Y/eise auszule-gen ist, Beshalb war es erforderlich, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückzuverweisen Sie Y/ill damit dartun, das Berufungsgericht habe übersehen, die Klägerin hätte bei einem anderen Verhalten der Oberfinanzdirektion dafür Sorge getragen, daß ihre Ansprüche ausdrücklich von der Oberfinanzdirektion anerkannt worden wären» Entgegen der Ansicht der Revision ist jedoch aus den Feststellungen des Berufungsgerichts nichts dafür zu entnehmen, daß die Sachbearbeiter der Oberfinanzdirektion der Vorwurf trifft, durch unkorrektes Verhandeln eine ausdrückliche Anerkennung der Provisionsansprüche der Klägerin verhindert zu haben.