BGH · VIII ZR 207/67 vom 13.05.1967
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Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 10* November 1969 unter Mitwirkung der Bundesrichter Br. Gelhaar, Artl, Br. Meager, Br. Messner und Mormann für Hecht erkannt: April 1964 an die Beklagte teilte die Klägerin mit, sie habe am Tage zuvor die Maschine zu dem Probelauf mit Wasser bereit gemacht und festgestellt, daß die Becberverschließoinrichtung nicht funktioniere. Mit Schreiben vom selben Tage teilte die Klägerin der Beklagten mit, daß beim heutigen Probelauf mit Jogburtmilch die Maschine nicht schaumfrei abgefüllt habe. In diesem Schreiben forderte die Klägerin die Beklagte auf, unverzüglich Maßnahmen zu treffen, daß die Abfülleinrichtung mit der zugesagten Leistung bis Ende des Monats in Betrieb gesetzt werden könne; andernfalls werde sie die Rücknahme der Maschine verlangen. Da eine Behebung der behaupteten Mängel nicht erfolgte, verlangte die Klägerin mit der im Juli 1964 eingereichten Klage Wandlung des Kaufs und Rückzahlung des Kaufpreises von 20 400,— DM nebst Zinsen, Das Landgericht hat die Beklagte entsprechend diesem Antrag unter Abweisung eines Teiles des Zinsanspruchs Zug um Zug gegen Rückgabe der Abfüllmaschine verurteilt. II, Das Landgericht hatte festgestellt, daß die Joghurt-Abfüllmaschine der Klägerin Anfang April 1964 geliefert v/orden und am 14, April mit Wasser, am Die Feststellungs daß die Maschine der Klägerin Anfang April 1964 geliefert worden sei, beruht ersichtlich auf der entsprechenden Behauptung der Klägerin, die von der Beklagten im ersten Rechtszuge nicht bestritten worden war* März 1964 Uber Lörrach -Stetten in die Schweiz ausgeführt worden war, und machte geltend, daß die Klägerin die Maschine schon Mitte März 1964 erhalten habe und daß daher ihre schriftlichen Beanstandungen vom 15» und 20» April 1964 nicht rechtzeitig gewesen seien• Demgegenüber blieb die Klägerin bei ihrer Behauptung, die Abfüllmaschine sei ihr in einem Bretterverschlag verpackt erst Anfang April 1964 zugeliefert worden«. Das Oberlandesgericht hat auf Grund der Bekundung des Kaufmanns Reinhold JflHH (Angestellter der Firma über ein Telefongespräch mit dem früheren Geschäftsführer der Klägerin, TjJIHI am 9» April 1964 in Verbindung mit der Aussage dieses Zeugen angenommen, daß die Maschine kurz vor dem ‘Telefongespräch bei der Klägerin eingetroffen sei» Es hält daher die schriftlichen Rügen vom 15= April und 20o April 1964 für rechtzeitig» Außerdem weist es darauf hin, daß die Beklagte in dem außergerichtlichen Schriftwechsel die Rügen nicht als verspätet beanstandet, sondern mit Schreiben vom 20» und 22«, April 1964 sachlich beantwortet habe» Die Revision macht geltend, es fehle an einer einwandfreien Feststellung dafür, daß die Klägerin die vom Berufungsgericht festgestellten Mängel rechtzeitig im Sinne von § 377 HGB gerügt habe» Mit dieser Rüge kann die Revision nicht durchdringen«, Die Feststellung des Berufungsgerichts, daß die Maschine kurz vor dem Telefongespräch vom 9« April 1964 bei der Klägerin eingetroffen sei, v/ird durch die Bekundungen des Kaufmanns JflHHHund des früheren Geschäftsführers der Klägerin, Tobler,getragen, Nach der Bekundung hat Tobler ihm in dem Telefon- Dies stimmt auch üborein mit dem Sachvortrag der Klägerin, dem die Beklagte im ersten Rechtszugo nicht entgegengetreten war, Durch die Bescheinigung der Speditionsfirma vom 16 „ März 1966, auf die sich die Revision bezieht, wird nur belegt, daß die Maschine bereits am 11, März 1964 aus der Bundesrepublik in das Ausland ausgeführt wurde. Der Bescheinigung brauchte es nicht zu entnehmen, daß die Maschine schon bald danach, also noch im März 196A, bei der Klägerin abgeliefert worden sei, zu demal die Beklagte hierfür keine weiteren Tatsachen vorgetragen hat, obwohl sie die Speditionsfirma mit der Auslieferung der Maschine beauftragt hatte. dann konnten Bocher der Form, welche die Klägerin der Beklagten als Muster übersandt hatte, mit den von der Beklagten vorgoschlagenen Aluminiumfolien nicht störungsfrei verschlossen v;erden0 Auch insoweit habe, so folgert das Berufungsgericht, deshalb ein Fehler der Kaufsache Vorgelegen; die Tauglichkeit der Verschließeinrichtung sei zu dem nach dem Vertrag vorausgesetzten Gebrauch der Maschine erheblich beeinträchtigt gewesene Beide Mängel, das ursprüngliche Fehlen der zugo-sicherten Eigenschaft der ausgelioforten Maschine, auch Joghurtmilch schaumfrei abzufüllen, und der Fehler an der Verschließeinrichtung rechtfertigten das Wandlungs-verlangen der Klägerin, Die Revision macht demgegenüber geltend, der Fadonabschneider hätte ohne Schwierigkeiten gegen eine Siebdüse ausgewechselt werden können. als Zeuge ausgesagt habe, sei diese Firma nicht zur Lieferung von Siebdüsen aufgefordert worden; solche Siebdüsen hätten ihre Monteure immer bei sich und schraubten sie nach Bedarf an. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts hatte die Maschine im Zeitpunkt der Auslieferung nicht die zugesicherte Leistungsfähigkeit« Der Mangel, die fehlende Siebeinrichtung, die hätte mitgoliefert v/er-den müssen, v/ar hierfür erhebliche Es geht daher allein zu Lasten der Beklagten, daß die Maschine diesen Fehler hatte» Hierfür ist es unerheblich, ob die Beklagte damit gerechnet hat, die Maschine werde durch einen von ihr zu beauftragenden Monteur in Betrieb gesetzt werden c.Sie hat es unterlassen, trotz der eindringlichenFrist-setzungen der Klägerin dio zugesicherte Leistungsfähigkeit der Maschine durch eine Nachbesserung herzustellen6 Dafür ist die Beklagte verantwortlich, Das V/andlungsbe-gehren der Klägerin v/ar deshalb berechtigte Ihm steht nicht entgegen, daß die fehlende Siebdüsc leicht hätte beschafft und angebracht werden können» Daß die Klägerin vor Ausübung ihres Y/andlungsrechts von dieser Möglichkeit Kenntnis hatte, ist dem vorgetragenen Sachverhalt nicht zu entnehmen und wird auch von der Revision nicht behauptet, Die Rüge der Klägerin, daß die Verschließoin-richtung nicht richtig funktioniere, v/ar ebenfalls begründet» Auch wenn dieser Fehler durch Ausv/echslung einer Gummikappe leicht zu beseitigen v/ar, so war doch dieser Mangel für die Tauglichkeit der Maschine zu dem Vertragszweck erheblich» Die Klägerin hat Nachbesserung verlangt, die Beklagte hat es aber versäumt, für rechtzeitige Abhilfe zu sorgen.