BGH · VIII ZR 184/62
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 11» Dezember 1963 unter Mitwirkung des Senutspräsidenten Dr» Haidinger und der Bundesrichter Artl, Dr. Mezger, Dro Messner und Mormann für Recht erkannt: Schließlich stellte die Beklagte der Klägerin die Fakturiermaschine zur Verfügung» Die Parteien einigten sich im Februar i960 dahin, daß die Klägerin die Maschine unter voller Anrechnung des von der Beklagten gezahlten Kaufpreises zurücknahm und der Beklagten eine andere Fakturiermaschine (Marke Siemag-Multiquick) zu dem Listenpreis (9 3V7 DM) abzüglich eines fünfprozentigen Rabattes, also zu dem Preise von 8 879,65 DM lieferte«. Das OborXandesgericht erkannte den Klaganspruch zur Hauptsache und einen Teil des Zinsanspruchs zu und wies die Klage (wegen eines Teiles der Zinsen) im übrigen sowie die IVider-klage in vollem Umfange ab«. Nach den rechtlich einwandfreien Feststellungen des Be-rufungsgerichts haben die Parteien ihre Meinungsverschiedenheiten darüber, ob die Beklagte wegen der nicht einwandfrei arbeitenden Adler-Maschine Gewährleistungsansprüche gegen die Klägerin habe, durch die zwischen ihnen zustande gekommene Einigung bereinigt, daß die Klägerin die Adler-Maschine zu-riicknahm, an ihrer Stelle der Beklagten die nach acht- bis zehntägiger Erprobung von dieser gebilligte Siemag-Maschine lieferte, daß ferner der Beklagten für die zuruckgegebene Adler-Maschine trotz der mehr als einjährigen Benutzung durch die Beklagte der volle Kaufpreis für diese Maschine angerechnet wurde und daß die Beklagte für die teurere Siemag-Maschine einen Aufpreis von 2 71^920 DM zahlen sollte* Bei dieser Sachlage kann die Beklagte aus dem Umstand, daß die von ihr erprobte und gebilligte Siemag-Maschine nicht das neueste Modell ist, sondern schon mehrere Jahre im Verkaufsraum der Klägerin gestanden hatte und dort Kunden vorgeführt worden sein soll, weder einen Anspruch nach § *+63 3GB herleiten, noch einen Schadensersatzanspruch wegen Verletzung der Aufklärungspflicht geltend machen* Denn ein solches vergleichsweise abgeschlossenes Umtauschgeschäft kann wenn die sngebotene Maschine nicht das neueste Modell ist, son-dern schon mehrere Jahre im Verkaufsraum gestanden hat und dort Kunden vorgeführt worden isto Unter den hier gegebenen Umständen konnte die Beklagte nicht ohne weiteres erwarten, daß es sich bei der Umtauschmaschine um das neueste Modell handle* Es ist deshalb auch kein Rechtsfehler darin zu sehen, daß das Berufungsgericht bei einer solchen Sachlage die Klägerin nach Treu und Glauben nicht für verpflichtet anssh, die Beklagte hierauf hinzuweisen*