BGH · VIII ZR 148/69 vom 14.10.1970
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der VIIIo Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 14. I» Das Berufungsgericht kommt aufgrund von ihm selbst anhand der Angaben des Klägers und der Sachverständigengutachten angestellten Berechnungen zu dem Ergebnis, daß der Kläger für die Verfliosung mindestens 64 cbm Sand gebraucht habe» Da der Beklagte dem Kläger allenfalls 55 cbm Sand geliefert habe, stehe fest, so meint das Berufungsgericht, daß entgegen der Behauptung des Klägers außer dem von dem Beklagten gelieferten auch noch anderer Sand für die Arbeiten in dem Wasserbehälter verwendet worden sei» Das Berufungsgericht sieht sich daher nicht zu der Feststellung in der Lage, daß gerade der vom Beklagten gelieferte Sand die Verunreinigungen enthalten habe, auf die der Kläger die Schäden in dem Reinwasserbehälter zurückführe» b) Das Berufungsgericht hält allerdings die Zeugenvernehmung offenbar auch deshalb für überflüssig, weil es aufgrund der von ihm selbst angestellten Berechnungen zu dem Ergebnis gelangt ist, daß der Kläger, um die Fliesenarbeiten durchführen zu können, mehr als die ihm vom Beklagten gelieferten 55 cbm Sand verbraucht haben müsse, so daß etwa entgegenstehenden Aussagen der benannten Zeugen, es sei nur der vom Beklagten bezogene Sand verwandt worden, wegen absoluten Unwerts keine Bedeutung beigemessen werden könne« Indes wendet sich die Revision mit Recht auch dagegen, daß das Berufungsgericht ohne Zuziehung eines Sachverständigen aufgrund eigener Sachkunde zu der Feststellung gelangt ist, der dem Kläger vom Beklagten gelieferte Sand habe nicht ausgereicht, um die Verfliesung der unter Wasser stehenden Teile des Reinwasserbehälters durchzuführeno Das Berufungsgericht hat es unterlassen, näher zu begründen, wodurch es sich die Sachkunde erworben hatte, um angesichts des Bestreitens des Klägers dadurch, daß es sich auf eigene Berechnungen verließ, die notwendig summarisch sein mußten und auf die besonderen Gegebenheiten der örtlichen Verhältnisse nicht ein-gehen konnten, zu dem Kläger nachteiligen Ergebnissen zu gelangen» a) Es ist zwischen den Parteien unstreitig, daß die gesamte Verfliesung (mit Ausnahme des Laufstegs) gleichartige Schäden aufwies und dem zu ihrer Beseitigung verpflichteten Kläger nichts anderes übrig blieb, als die Verfliesung in allen Feldern zu erneuern oder auszubessern» Selbst wenn also der Kläger, was er bestreitet, nicht ausschließlich vom Beklagten gelieferten Sand verarbeitet haben, sondern einen Teil des Sandes von dritter Seite bezogen haben sollte, wäre deshalb seine Klage noch nicht unbegründet, denn der Kläger hat unstreitig den vom Beklagten gelieferten Sand für die Verfliesungsarbeiten in dem Reinwasserbehälter benutzt» Dieser Sand war aber nach dem eigenen Vorbringen des Beklagten hierzu ungeeignet» 3; vom 160 Dezember 1966 So 3; vom 10 Februar 1968 S0 2), und hat in dem zuerst angeführten Schriftsatz sogar betont, daß der aus seinem Kieswerk 1®® Be® gelieferte Sand nicht habe verwandt werden dürfen? wenn die Fliesen - wie es hier geschehen ist - unter Wasser verlegt wurden» War aber der Sand, der nach dem eigenen Vorbringen des Beklagten humushaltige und kohleartige Verunreinigungen enthalten haben kann, für die Verfliesung eines Reinwasserbehälters nicht geeignet und sind solche Schäden auf getreten, die auf Verunreinigungen des Sandes zurückzuführen sind* so ist jedenfalls nach der Lebenserfahrung anzunehmen, daß die tatsächlich eingetretenen Schäden auf die Verwendung des ungeeigneten Sandes zurückzuführen sind» Das gilt auch dann, wenn noch vreiterer Sand, der ebenfalls ungeeignet gewesen sein mag, von anderer Seite bezogen und gleichfalls für die Verfliesung benutzt worden seinlsollte» b) Hätte allerdings der Kläger entgegen seinem Vorbringen einen Teil des Sandes von anderer Seite bezogen, so würde er möglicherweise schon aus diesem Grunde den Beklagten nicht für den gesamten Schaden verantwortlich machen können, der ihm entstanden ist* Notfalls müßte gemäß § 287 ZPO geschätzt werden, in welchem Umfange die Schäden auf den vom Beklagten gelieferten Sand zurückzuführen sind» zu allen v/eiteren tatsächlichen Streitpunkten nicht getroffen hat, weil es sie, von seinem Standpunkt aus mit Recht, für unerheblich hielt, kann das Berufungsurteil auch nicht mit anderer Begründung aufrechterhalten werden» Ebensowenig ist die Sache zugunsten des Klägers entscheidungsreif o Vielmehr muß sie unter Aufhebung des Berufungsurteils zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverv/iesen werden»