BGH · VIII ZR 125/64 vom 05.12.1966
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Die Firma TBMBgesellachaft mbH in DflH (im folgenden: Gemeinschuldnerin)9 deren Konkursverwalter der Kläger ist9 ließ seit Anfang 1959 bei der Beklagten Textilien in Lohnarbeit plissieren0 Die Gemeinschuldnerin befand sich in völliger wirtschaftlicher Abhängigkeit von ihrer Hauptgläubigerin» der Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei AflHim (im folgenden: SWA), der die Mehrheit der Geschäftsanteile der Gemeinschuldnerin verpfändet war und die maßgeblichen Einfluß auf die Geschäftsleitung hatte» Auf Betreiben der 8WA wurden im Februar I960 - unter Abberufung des bisherigen Geschäftsführers - die beiden Angestellten der Gemeinschuldnerin StflHft und HdB zu Geschäftsführern bestellt» Zu dieser Zeit befand die Gemeinschuldnerin sich echon in wirtschaftlichen Schwierigkeiten» Sie wurde durch einen größeren Kredit ihrer Hausbank» der Dresdner Bank» über Wasser gehalten, für den die SWA sich verbürgt hatte» Diese hatte sich ihrerseits in beträchtlichem Umfange Sicherheiten geben lassen» Anfang Juni I960 teilten die beiden Geschäftsführer der Gemeinschuldnerin der SWA mit, sie könnten den war air* 2b > April I960 anstelle eines am selben Tage aufgelösten Kontos der Gemeinschuldnerin eröffnet worden* um dieses dem unmittelbar bevorstehenden Zugriff eines Gläubigers der Gemeinschuldnerin zu entziehen0 Die Deutsche Bank führte den Überweisungsauftrag aus0 Ebenfalls noch am Nachmittag des 14o Juni I960 beantragten die beiden Geschäftsführer beim Amtsgericht die Eröffnung des Vergleichsverfahrens« Die 23 000 DM wurden am 15» Juni I960 der Beklagten bei ihrer örtlichen Sparkasse gutgeschrieben» Vom 16« bis 19« Juni I960 verhandelten StU^P und erneut mit Schrd^ über die geplante Gesellachaftsgründungo Auch dieses Mal konnten sich aber die drei Beteiligten über das Beteild[gungsVerhältnis nicht einigeno Am 23» Juni I960 lehnte das ^Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens ab und eröffnet e das Anschlußkonkursverfahren<> Durch die Überweisung dex' 23 000 DM an die Beklagte sei die Konkursmasse benachteiligt worden« Es sei unerheblich* daß dieser Betrag über das I^^-Konto gelaufen sei; denn dieses Konto sei nur ein getarntes Konto der Gemeinschuldnerin gewesen« Eine Benachteiligung der Konkursmasse entfalle auch nicht deshalb* v/eil StfHP am 13» Juni I960 das IBEG-Konto vorsorglich durch Hereingabe von Kundenschecks aufgefüllt habe* die aufgrund von Sicherungszessionen an sich der SWA oder der Dresdner Bank zugestanden hätten und deshalb bei durch die Überweisung der 23 000 DM seien die Gläubiger benachteiligt worden«, und der Geschäftsführer St^H^ der Gemeinschuldnerin habe diesen Betrag der Beklagten auch in der Absicht überwiesen;, die Gläubiger zu benachteiligeno Insoweit ist ein Rechtsfehler des Berufungsgerichts nicht ersichtlich» Die Verfahrensrügen der Revision wenden sich nur gegen die weiteren Feststellungen, der Beklagten sei die Zahlungseinstellung schon durch das Telefongespräch zwischen und dem Buchhalter am M* Juni a) Insoweit rügt die Revision, das Berufungsgericht habe diese Feststellung nur unter Verletzung des § 286 ZPO treffen können, weil es den gegenbeweislich als Zeugen benannten SflHP nicht vernommen habe; außerdem sei kein Bevollmächtigter der Beklagten, sondern nur Buchhalter des persönlich haftenden Gesellschafters Schri^B in dessen Gewerbebetrieb alsJjSteuer-berater gewesen» Ob diese Rügen durchgreifen, kann dahinstehen, weil sie nur einer /Inwendung des § 30 Nr» 1 KO (Konkursanfechtung im engeren Sinne) die Grundlage entziehen würden» Das Urteil wird aber auf jeden Fall durch § 31 Nr» 1 KO (Ab-sichtsanfechtung) getragen» b) Die Feststellung, die Beklagte habe gewußt, daß der Geschäftsführer St^Hfe in Eenachteiligungsabsicht handelte, stützt sich in erster Linie auf die Aussage des vom Berufungsgericht selbst vernommenen Zeugen St^BÜft» Das Berufungsgericht hält dessen Aussage, insbesondere über die Besprechung vom 12» Juni I960 mit Schr^Bp, für in sich widerspruchsfrei und in Übereinstimmung mit dem unstreitigen Sachverhalt» Das Berufungsgericht hat ferner zugunsten der Glaubwürdigkeit des Zeugen berücksichtigt, daß er nicht mehr bei der Gemeinschuldnerin beschäftigt sei«, daß er sich bei seiner eingehenden Schilderung der damaligen Geschehnisse selbst nicht geschont und in großer Offenheit^nichts beschönigt habe* Außerdem berücksichtigt das Berufungsgericht bei der Beweiswürdigung;, "dem gewöhnlichen Geschehensablauf" habe cs entsprochen-, daß SchrflIP als Kaufmann angesichts der schlechten Lage der Gemeinschuldnerin sich als Gegenleistung für seine Mithilfe bei der Gründung einer neuen Existenz von den Geschäftsführern der Gemeinschuldnerin eine vorzugsweise Befriedigung habe zusichern lassen*, Die Verfahrensrügen der Revision sind ein untauglicher ‘/ersuch, die für das Revisionsgericht grundsätzlich verbindliche - und im vorliegenden Falle sich geradezu aufdrängende -BeweisWürdigung des Berufungsgerichts zu erschüttern0 Entgegen der Ansicht der Revision hat das Berufungsgericht, trotz des mißverständlichen Gebrauchs des Begriffs "gewöhnlicher Geschehensablauf"p hier nicht die Grundsätze des prima facie-Beweises angewandt, die für die Ermittlung innerer Tatsachen in der Tat nicht brauchbar sind«, Bas Berufungsgericht hat vielmehr lediglich ausgesprochen, daß die Handlungsweise der Beteiligten, so wie sie der Zeuge StflHfc dargestellt hat, ihren Interessen, insbesondere auch denen des Schreientsprochen habe und daß deshalb die Aussage des Zeugen auch aus objektiven Gründen glaubhaft sei« Damit hält das Berufungsgericht sich innerhalb einer zulässigen Beweis-v.ürdigungo Das Berufungsgericht brauchte auch nicht, wie die Revision in der mündlichen Verhandlung geltend gemacht hat, den Zeugen über das am Juni I960 mit dem Zeugen StflHP den Beteiligten aia J2^ Juni I960/erschüttert werden könneno Biese Folgerung brauchte das Berufungsgericht nicht zu ziehen« Es konnte vielmehr - vor allem im Hinblick auf die weiteren, sie stützenden Umstände - die Aussage des Zeugen für im übrigen glaubhaft halten, selbst wenn eine Aussage des Zeugen SflHP ergeben hätte, daß bei dem Ferngespräch am 14o Juni I960 St^HB entgegen seiner Aussage dem Zeugen nicht mitgeteilt hatte, daß die Entschei- Der Revision hilft auch nicht der Hinweis auf die unter Beweis gestellte Behauptung der Beklagten, die Geschäftsführer der Gemeinschuldnerin hätten bis zu dem Schluß die Beklagte immer wieder damit zu beschwichtigen versucht, udie große SY/A" stehe hinter der Gemeinschuldnerin und deshalb brauche die Eeklagte wegen ihrer Forderungen nicht besorgt zu sein« Die Revision übersieht, daß nach der Aussage des Zeugen StflP und den Feststellungen des Berufungsgerichts bei der Besprechung am 12« Juni I960 StflBi Sonderzahlungen an die Beklagte gerade für den Fall in Aussicht gestellt hat, daß am 14<> Juni I960 die SY/A die Gemeinschuldnerin fallen ließ« Für diesen Fall war deshalb eine finanzielle Hilfestellung der SY/A gerade nicht zu erwarten«