BGH · VIII ZR 121/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilkammer des Landgerichts Saarbrüc] on vom 18» Oktober 1962 aufgehobeno Die Sache wird zur andorweiten Verhandlung und Entscheidung:, auch über die Kosten der Rechtsmittel3 an das Landgericht zurückverwiesen* schäftsführer 9 den Kläger9 der ebenfalls französischer Staatsangehöriger ist9 einen Geschäftsanteil der Firma SflBM GmbH in Sa^HHIP zu dem Preise von 80 000 DMo Am 27= September 1961 schloß der Kläger mit dem Beklagten oiv’.en als Convention be- Li Io Das Berufungsgericht nimmt an; daß die Klogeforderung nicht dem Kläger9 sondern der von seiner Ehefrau vertretenen GmbH zustehto In der Erklärung vom L August 1962 sieht es nicht eine Abtretung der Klageforderung, sondern die Ermächtigung des Klägers, sie im eigenen Namen gerichtlich geltend zu macheno Es ist jedoch der Auffassung9 daß der Kläger trotz dieser Ermächtigung nicht befugt sei, den Rechtsstreit im eigenen Namen zu fuhren3 weil ihm ein hierfür erforderliches eigenes Rechtsschutzinteresse fehle« Der rechtliche Ausgangspunkt des Berufungsgerichts ist allerdings zutreffend« Voraussetzung der Zulässigkeit einer jeden Klage ist die Befugnis des Klägers zur Prozeßführung« Diese steht im allgemeinen nur dem Inhaber des Rechts zu«, dessen Verwirklichung die Klage zu dem Ziele hot« Ausnahmsweise ist - außer in den Fällen der gesetzlich geregelten Prozeßstandschaft - auch ein Dritter berechtigt;, ein fremdes Recht im eigenen Namen gerichtlich geltend zu machen«, vorausgesetzt9 daß der Rechtsträger ihn hierzu ermächtigt hat« Der Ermächtigte muß dann aber auch ein eigenes schutzwürdiges Interesse an einem solchen prozessualen Vorgehen haben« Das entspricht seit der Entscheidung in RGZ 9I9 39° der ständigen Rechtsprechung dos Reichsgerichts, der sich auch der Bundesgerichtshof angeschlossen hat (vgl« BGHZ ^3 153? was für die Revision sin stanz zu untorstellen ist3 98 % der Geschäftsanteile der OmcH innehat und damit ihr beherrschender Gesellschafter ist, so ergibt sich daraus das für die Zulässigkeit der Prozeßführung erforderliche eigene Interesse des KlägerSo Der beherrschende Gesellschafter einer GmbH ist, wie keiner näheren Darlegung bedarf, an der Einziehung von Forderungen der GmbH in nahezu demselben Maße interessiert wie die GmbH selbst« Dieses erhebliche wirtschaftliche Interesse des beherrschenden Gesellschafters ist rechtsschut2würdigo Auch ihm kann hiernach das Rechts-schutzintcresse nicht abgesprochen werden, wenn er aufgrund einer Ermächtigung der GmbH im eigenen Namen klagt« Sollte der in JW 19293 1373 veröffentlichten Entscheidung dos Reichsgerichts eine andere Auffassung zugrunde lie gen, so wäre ihr jedenfalls für Fälle der vorliegenden Art, in denen der beherrschende Gesellschafter einer GmbH als Kläger auftritt, nicht zu folgen« Anders wäre allerdings dann zu urteilen, wenn sich die Ermächtigung des Klägers und die Erhebung der Klage durch ihn als Rechtsmißbrauch darstellen würden« Das könnte zu dem Beispiel angenommen worden, wenn mit der Ermächtigung eine nach § 3o Abs« 1 GmbHG verbotene Einlogenauszahlung verdeckt würdo, wenn den Gläubigern der GmbH Vermögenswerte der Gesellschaft entzogen werden sollten oder wenn zur Vermeidung des Prozeßkostenrisikos dom Beklagten ein vermögensloser Kläger gogenübergestellt würde« Konkrete Anhaltspunkte für einen solchen Rechtsmißbrauch sind indessen im vorliegenden Falle nicht hervorgetreten« Da, wie ausgeführt wurde, sich das orforderliche eigene Interesse des Klägers schon aus seiner Stellung als beherrschender Gesellschafter der GmbH ergibt, kann dahinstehen, ob es auch daraus hergoleitot werden könnte, daß ihm, wie er behauptet, Pensionsansprüche gegen die GmbH IIIo Da sowohl das Landgericht als auch das Berufungsgericht die Klage aus prozessualen Gründen für unzulässig erachtet und deshalb eine sachliche Nachprüfung unterlassen haben5 erschien es sachdienlich«, den Rechtsstreit zur weiteren Verhandlung und Entscheidung nicht an das Berufungsgericht;, sondern an das Landgericht zurückzuverweisen Cvglo BGH Urto Vo 2b0 November 1951 - II ZR 26/51 - Leitsatz bei LM ZPO § 5*+o Nr0 1, insoweit in BGHZ b0 62, nicht abgedruckt; BGHZ lk-, 113 lk-)» Diesem ist auch die Entscheidung über die Kosten der Rechtsmittel übertragen worden, da sie von der Endentscheidung In der Sache selbst abhängt»