BGH · VIII ZR 119/94 vom 09.11.1994
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Antrag, die Beschwer der Klägerin auf einen 60.000 DM übersteigenden Betrag festzusetzen, wird zurückgewiesen. Das Berufungsgericht hat die hiergegen gerichtete Berufung der Klägerin zurückgewiesen und die Beschwer der Klägerin auf 5.000 DM festgesetzt. es ausgeführt, die Klägerin habe keinen Anspruch auf Erteilung eines Buchauszugs, da sie Abschlußfolgeprovisionen, für die sie den Buchauszug begehre, nicht verlangen könne. Dezember 1972 zwischen dem jetzigen Geschäftsführer der Klägerin und dem Beklagten erlösche mit der Beendigung des Vertragsverhältnisses jeder Anspruch des Vertrauensmanns - des Versicherungsvertreters - an den Beklagten auf irgendwelche Provisionen und Vergütungen; an diese wirksame vertragliche Regelung sei die Klägerin gebunden. Im übrigen sei das Begehren der Klägerin, einen Buchauszug über alle von ihr vermittelten Geschäfte seit dem 1. Schließlich habe die Klägerin auch keinen Anspruch auf Erteilung eines Buchauszugs im Hinblick auf die Geschäfte, die sie vor Vertragsbeendigung vermittelt, die aber erst nach diesem Zeitpunkt abgeschlossen worden seien; einen solchen eingeschränkten Buchauszug habe sie nicht verlangt. September 1994 hat sie beantragt, die Beschwer der Klägerin auf einen 60.000 DM übersteigenden Betrag festzusetzen, da die ihr ab Vertragsbeendigung zustehenden Provisionsansprüche ihren bisherigen Einkünften, die jährlich über 250.000 DM gelegen hätten, entsprächen. Zwar kann der an das Revisionsgericht gerichtete Antrag auf HeraufSetzung der Beschwer auf neue, glaubhaft gemachte Tatsachen gestützt werden; daß die Parteien, ohne daß ihnen treuwidriges Verhalten vorgeworfen werden kann, den Streitwert im Rechtsstreit und ihnen folgend das Berufungsgericht anders bewertet haben, steht dem nicht entgegen (BGH, Beschluß vom 13. Stünden der Klägerin, wie sie nunmehr unter Vorlage früherer Provisionsabrechnungen vorträgt, noch Provisionen in dem behaupteten Umfang zu, wäre die Beschwer allerdings auf einen wesentlich über 5.000 DM liegenden Betrag festzusetzen, da das Interesse an der Erteilung der Auskunft gemäß § 3 ZPO mit einem Bruchteil des Zahlungsanspruchs (im Regelfall 1/4 oder 1/5) zu bewerten ist (vgl. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts stehen der Klägerin jedoch keine Abschlußfolgeprovisionen zu, da dieser Anspruch gemäß Ziffer IX Abs. 1 der "Urkunde über Vertrauensmannsbestellung" vom 30. Sind die Geschäfte, aus denen die Klägerin ihren allein noch verfolgten Anspruch auf Abschlußfolgeprovisionen herleitet, danach zweifelsfrei nicht provisionspflichtig, können sie bei der Erteilung des Buchauszugs unberücksichtigt bleiben (BGH, Urteil vom 23.