BGH · VIII ZR 119/61
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Das Eigentum an dem Behelfsheim der Parzelle 25 nimmt der Kläger mit der Behauptung für sich in Anspruch«, daß er den Bau von seinem Vater erworben habe, während die Beklagte ihn ihrerseits gekauft haben will, sich aber auch auf eine Vermögensauseinandersetzung der Parteien beruft, bei der ihr das Behelfsheim zugeteilt worden sei» Sie bezieht sich dabei auf die vom Kläger in zwei Exemplaren gefertigte Niederschrift, die folgenden Wortlaut hat: Auch hinsichtlich des Behelfshaus der Parzelle Nr* 383 clor in der Aufstellung nicht enthalten ist, nahm jede der Parteien das Eigentum für sich in Ansprüche Das Landgericht hat die Klage abgewiesen* Das Oberlandesgericht hat zunächst durch Teilurteil die Klage hinsichtlich des Behelfsheims der Parzelle Nr«, 25 und dann durch Schlussurteil auch hinsichtlich des auf Parzelle Nr» 38 errichteten Baues abgewiesen«> Im Schlussürteil hat es dem Kläger die gesamten Kosten des Rechtsstreits auferlegte Mit der Revision gegen das 3 feilurteil verfolgt der Kläger seinen Feststellungsantrag hinsichtlich des Behelfsheims der Parzelle Nr. 25 xtfeiter« Mit der gegen das Schlussurteil eingelegten Revision erstrebt er lediglich eine Änderung der ivostenentScheidung3 soweit sie den Gegenstand des Teilurteils betriffto Beide Revisionen sind miteinander verbunden worden* Die Beklagte hat ihre Zurückweisung beantragt» 1° ^gvision gegen das Teilurteil Das Berufungsgericht sieht als erwiesen an, daß sich die Parteien in einem nach dem Jahre 195o liegenden Zeitpunkt in vermögensrechtlicher Hinsicht auseinandergesetzt haben, und daß der Beklagten dabei das Behelfsheim zugeteilt worden ist» Wie die Eigentumsverhältnisse vor dieser Auseinandersetzung gelegen haben, hat es nicht ger prüft und damit offen gelassen, ob der Kläger das Behelfsheim von seinem Vater erworben hatte und ob die Ver- größerung sowie der Ausbau des Behelfsheims mit Mitteln der einen oder der anderen Partei vorgenommen wurde* Das Berufungsgericht meint, die Auseinandersetzung sei, wenn auch das genaue Datum, und nicht einmal das Jahr des Abschlusses festgestollt werden könne - in Betracht komme allerdings nur ein nach 19?o gelegener Zeitpunkt - ernsthaft gewollt und endgültig gewesen«, Die Ernsthaftigkeit dieses Vorganges ergebe sich schon daraus, daß der Kläger 2 Exemplare seiner Niederschrift hergestellt und beide habe unterschreiben’lassen« Die Parteien hätten kurz vorher ein schweres eheliches Zerwürfnis gehabt, das die Beklagte an eine mögliche Ehescheidung habe denken lassen* Deshalb habe es in deren Interesse gelegen, sich ihr Eigentum an dem Behelfsheim, in dem sie das unstreitig von ihr aufgebaute und in der Hauptsache allein geführte Lebensmittelgeschäft betrieben habe (das sie dort auch heute noch betreibt), zuteilen zu lassen« Der Kläger habe auf der anderen Seite bei dieser Teilung die erheblichen Bargeldmittel und andere Werte erhalten« Dem Einwand des Klägers, das Abkommen sei nicht durchgeführt worden, stehe entgegen, daß er trotz der anschließenden vorübergehenden Versöhnung der Parteien doch über die ihm bei der Auseinandersetzung zugeteilten Werte in der Folgezeit frei verfügt und damit selbst die Auseinandersetzung als fortbestehend behandelt habe« Der Form des § 313 BGB habe der Vertrag nicht bedurft, weil das Grundstück in auf den Namen des Klägers eingetragen gewesen sei« Auf die Eigentumsvermutung des § I006 Abs» 2 BGB kommt es hier nicht an« Indem das Berufungsgericht die Frage nach den Eigentumsverhältnissen vor dem Auseinandersetzungsvertrage offenläßt, unterstellt es zu Gunsten des Klägers, daß er Eigentümer war« Das Berufungsgericht war sich auch be-vrnßt, daß die Vermögensauseinandersetzung von der Beklagten bewiesen werden mußte, weil nur so das Eigentumsrecht des Klägers ausgeräumt werden kann* Das Berufungsgericht hat daher weder gegen § loo6 BGB verstoßen, noch hat es die Beweislast verkannt* Es hat vielmehr die Vermögensauseinandersetzung in dem von der Beklagten vorgetragenen Sinne als erwiesen angesehen» Das lassen seine eingehenden Ausführungen über die Ernstlichkeit des Vertrages und seine Darlegungen erkennen, mit denen es alle Einwendungen des Klägers gegen die Wirksamkeit des Abkommens widerlegt» 3o Unbegründet ist auch der weitere Einwand der Revision, daß der Teilungsvertrag der Parteien gemäß § 311 BGB der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung bedurft habe, weil sich die Parteien in ihm zur Übertragung ihres Vermögens verpflichtet hätten« Der vom Berufungsgericht festge-stellte Sachverhalt ergibt keinen Anhaltspunkt für die Annahme, daß die Parteien außer den in dem Vertrag aufgeführten Gegenständen kein weiteres Vermögen gehabt hätten« Außerdem hat auch bei einem Teil der in dem Vertrag bezeiehneten Gegenstände gar keine Übertragung stattgefunden« So hat der dort aufgeführte, der Beklagten zugebilligte Schmuck dieser unstreitig schon vorher gehört« Ebenso war auch das in Spalte II aufgeführte Grundstück in unstreitig schon vorher im Grundbuch auf den Namen des Klägers eingetragen gewesen« Beklagten zufallenden Werte auf der Niederschrift über die Auseinandersetzung einen Rechenfehler (Irrtum in Höhe von 8 ooo DM zu Gunsten der Beklagten) enthält» Die Revision will aus diesem Rechenfehler schließen, die Parteien hätten sich über die Höhe des Anteils der Beklagten uberein stimmend geirrt» Da sie aber eine gleichmäßige Verteilung gewollt hatten3 so liege in diesem Irrtum ein solcher über die Geschäftsgrundlagej dessen Feststellung das Berufungsgericht zu dem Ergebnis hätte führen müssen, daß sich die Beklagte gemäß § 2b2 BGB nicht auf den Vertrag berufen könne» Das Berufungsgericht hat den Additionsfehler nicht übersehen» Es hat ihm keine Bedeutung beigemessen, weil der Klä ger die Werte willkürlich eingesetzt und auch geändert habe Es geht ersichtlich davon aus* daß es den Parteien darauf angekommen sei, das vorhandene Vermögen nach Gegenständen zu verteilenj ohne auf die genaue Ermittlung der einzelnen Worte zu achten» Damit entfällt aber die Grundlage für die.von der Revision vermißte Beurteilung des Sachverhalts aus dem Gesichtspunkte einer unzulässigen Rechtsausübung, die zur Voraussetzung gehabt hätte, daß sich der Parteiwille auf einer unrichtigen Beurteilung bestimmter Umstände aufbaut» Ein solcher Zusammenhang des angeblichen Irrtums der Parteien mit dem Parteiwillen kann nicht vorliegen, wenn die Parteien den tatsächlichen Werten der Vermögensteile keine entscheidende Bedeutung beigemessen haben» Im übrigen hatte das Berufungsgericht im Hinblick auf die Schriftsatzstelle, auf die sich die Revision bezieht, nicht einmal Veranlassung, Überlegungen anzustellen, ob etwa der Kläger aus dem Gesichtspunkte des § 2b2 BGB berechtigt sei, sich wegen des Rechenfehlers vom Vertrage 6* Das Berufungsgericht hat nach alledem die Feststol-lungsklago zu Recht abgewiesen«, Die Revision gegen das Teilurteil erweist sich damit als unbegründet« Sie war mit der Kostenfolgc aus §97 ZPO zurückzuweiseno