BGH · VIII ZR 119/57
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des 4e Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Oldenburg vom 28* Mai 1957 aufgehoben* Bie Sache wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurtickverwicsen, dem auch die Entscheidung Uber die Kosten übertragen wird. liche Bestimmungen Über die Dauer des Nutzungsrechtes sind schriftlich nicht niedergelegt worden, hie Unter-Zeichnung eines der Beklagten im Herbst 1946 von dem Regierungspräsidenten in äMHI als Vertreter des damaligen Landes Ea^NHl zugeleiteten Pachtvertrages, der eine zwanzigjährige Faohtdauer vorsah, hat die Beklagte abgelehnt, has Land B^B^HBBVhat am 25. In diesem Vertrage hat das Land NHBHMHHI seine gesamten Rechte gegenüber der Beklagten, an die Klägerin abgetreten, auch soweit sie sich auf die Durchführung etwa notwendig werdender Rochtsetroilrigksitsii erstrecken* Me Klägerin begehrt die Herausgabe des Moorgeländes» Sie vertritt die Auffassung, zwischen der Beklagten und dem lande kabe ein vertrage j las Berufungsgericht ist im Eingang der Entschei-dungsgründe seines Urteils der Auffassung, zwischen dem vertrag über das Ifoorgslände zustande gekommen, der Über eine längere Zeit als ein Jahr habe dauern sollen* Da er aber der Schriftform ermangelt habe, gelte er nach § 566 BGB als für unbestimmte Zeit geschlossen und habe von Ätsciieidi^sj^üncle Io Zutreffend hat das Berufungsgericht die Rechtsbeziehungen des Landes zu der Beklagten aus der Überlassung des Moorgelänäes zur Abtorfiuig dem Pachtrecht unterstellt (BGH Urteil-vom 27. Ob ein zwischen dem Land und der Beklagten zustande gekommener Vertrag der Genehmigung nach Art. VI ERG 45 und Art. III HilRegVO 84 bedurft hätte, weil die überlassene Fläche nicht nur der Abtorfung, sondern auch der Kultivierung und Besiedlung, also der landwirtschaft- Es kann dahingestellt bleiben, ob, wie die Revision meint, ein von dem Eigentümer und dem Abtorfungs-berechtigten gestellter, die Vertragsbedingungen enthaltender und von beiden Teilen unterschriebener Antrag zugleich die schriftliche Verlautbarung des Vertrages enthalten kann oder ob dem nicht die Vorschrift des § 126 BGB entgegonstände» Eer Antrag der Beklagten und des Regierungspräsidenten erfüllt, wie das Berufungsgericht mit Recht ausführt, die Voraussetzungen der Schriftform schon deshalb nicht, weil er keine Angaben Uber den Pacht zins enthält» Unter dem Pormzwango des § 356 BUB stehen alle wesentlichen Bestandteile dos Miet- und Pachtvertrages, zu denen auch die Vereinbarung des Entgelts gehört (RGZ 118, 105, 108; 123, 171, 173; BGH NJW 1954, ein wesentlicher Bestandteil aber außerhalb der Urkunde »einen Biederschlag gefunden hat (HG JW 193'% 3549, 3550 a« £•)• Zu Uhrecht beruft die Revision sich auoh darauf^ daß diese Torf heuer sich nach Richtlinien der Regierung und einer Tarifordnung errechne« Zur Wahrung der Schriftform mag es genügen, wenn zwar der Itiet- oder Pachtzins nicht ausdrücklich bestimmt ist, aus den schriftlich niedergelegten Vertragsbedingungen sich jedoch ergibt, daß das gesetzlich oder behördlich festgesetzte Entgelt gezahlt werden soll« An einer solchen Bestimmung fehlt es aber gerade in dem gemeinsam gestellten Anträge. Bas Berufungsgericht hat nicht verkannt, daß, wenn ' die Schriftform nicht gewahrt ist, immerhin ein Anspruch auf Baohholung der Schriftform besteht, sofern die Vertragsparteien im Zusammenhang mit einem mündlichen Vertragsschluß ausdrücklich oder stillschweigend die Verpflichtung zur Einhaltung der Schriftform begründet haben, und daß in diesem Palle eine Kündigung des Vermieters oder Vferpächters sich als Rechtsmißbrauch darstellen kann. Bas Berufungsgericht meint aber, die Beklagte könnte dem Berausgabeverlangen der Klägerin nicht mit der Berufung, daß das Band jmmm|ZU]]1 Abschluß eines schriftli-oben Vertrages verpflichtet sei, begegnen, da zwischen eher Vertrag wird aber für die rechtsfähige Genossenschaft dadurch wirksam, daß sie ihn nach ihrer Entstehung als juristische Person genehmigt (BGHZ 17, 385)» Beil v Pall, daß die Gründer vor der Eintragung im Hamen der Körperschaft handeln, sehen für die Gesellschaft mit beschränk»-ter Haftung die Bestimmung des § 11 Abs» 2 GmbHG und für die Aktiengesellschaft die des § 34 Abs» 1 AktG ausdrücklich vor» Die Tatsache allein, daß die Gründer erwarten, aus solchen Geschäften nicht persönlich in Anspruch genommen zu werden, und daß der Vertragsgegner annimmt, er werde das Rechtsgeschäft nicht mit den Gründern, sondern mit der später zur Entstehung gelangenden juristischen abwickeln, läßt jedenfalls im allgemeinen nicht darauf schließen, daß es den Beteiligten fern liege, rechtliche Bindungen einzugehenc J)aß Körperschaften lange vor ihrer Eintragung ihren GeschUftsbe trieb im vollen Umfange eröffnen und das Eintragungsverfahren vernachlässigen, ist vielmehr, wie Sohultze von Lasaulx (JZ 1952, 390) mit Recht hervorhebt, eine im Wirtschaftsleben der Zeit nach dem Jahre 1945 nicht selten beobachtete Erscheinung» Das Berufungsgericht läßt es an der Prüfung, ob die Vorstandsmitglieder der Beklagten vor der Eintragung etwa .einen Pachtvertrag für die Genossenschaft haben.schließen wollen, ob die Vertreter des Landes HaflBBi (das Land ist erst äurch die Verordnung der Militärregierung Er* $5 mit Wirkung vom 1. Ziel sei gewesen, daß die Beklagte durch eigene Arbeit-ihrer Genossen das Moor abtorfe und mit Hilfe des durch den Verkauf des Torfes erzielten Gewinnes Siedlersteilen für die Genossen aufbaue« Da die Militärregierung aber mit Bäcksicht auf das Militärregierungsgesetz Br« 52 einer Veräußerung der Moorflächen an die Beklagte widersprochen habe, sei eine langjährige Verpachtung vorgesehen gewesen» Biese Behauptungen und die weitere Behauptung der Beklagten, der damalige Begierungsrat Dr» von SchVBMl habe bei der GrändungsverSammlung vom 23- Februar 1946 mit ausdrücklicher Ermächtigung der Militärregierung und namens des Begierungspräsidenten erklärt, das Band HaflMBl werde das Bomänenland solange verpachten, bis cs verkauft werden dürfe, ein schriftlicher Vertrag solle darüber später abgeschlossen werden, ist für die Bevisions ins tanz als richtig zu unterstellen, da. Alsdann liegt die Annahme nahe, daß schon vor der Eintragung der Beklagten zwisohen dem Land Ha^MM und den für die noch einzutragende Beklagte handelnden Vorstandsmitgliedern Vereinbarungen über die Abtorfung mit der Abrede späterer Beurkundung zustande gekommen sind, zu demal unstreitig die Koorarbeiten mit Billigung und Förderung j sind» La zur damaligen Zeit nicht abzusehen war, wann eine Veräußerung von Bomänenland erlaubt seih werde, und da nach der Barstellung der Beklagten alle Beteiligten davon ausgegangen sind, die Abtorfung und Besiedlung werde etwa' 20 Jahre dauern, könnte hinsichtlich der Bauer des Pachtvertrages der übereinstimmende Wille dahingegangen } Offenbar von seinem Standpunkt aus, daß wegen der Ablehnung 'dieses Entwurfes die Beklagte sich nicht auf etwaige Zusagen des Landes HflHBHNHt mehr berufen könne, sicht es von einer Wertung dieser Äußerung des Regierungspräsidenten ab und führt aus, für den Pall, daß der Besuch im Jahre 1947 erfolgt sein sollte, roiche die Erklärung nicht aus, um eine mündliche Pachtvercinbarung herbeizuführen, da die Beklagte nicht bewiesen habe, daß auch sie damals Die im Herbst 1946 erfolgte Übersendung eines Vertragsentwurfes an die noch nicht eingetragene Beklagte, der eine zwanzigjährige Überlassung vorsah, betrachtet des Berufungsgericht zwar - insofern übrigens im Y/ider-spruch zu seiner vorherigen Auffassung, das Band HaMB|| habe vor der völligen Gründung der Beklagten keine verbindlichen Verpflichtungen herbeiführen wollen - als ein Angebot zu dem Abschluß eines langfristigen Pachtvertrages« Pa der Voi’etand den Abschluß eines Vertrages aber abgelehnt habe, meint das Berufungsgericht, könne die Beklagte sich nicht mehr darauf berufen, daß das Band HaflMfcoder ihr den Abschluß eines langfristigen Pacht- Auch gegen diese Auffassung bestehen rechtliche Bedenken« War bereits mündlich oder’ stillschweigend ein Vertrag geschlossen, so konnte er nicht durch die bloße Weigerung der Gründer, ihn auch schriftlich zu vollziehen, aufgehoben werden« Hierzu hätte es vielmehr einer auf Aufhebung gerichteten Übereinkunft bedurft« Aber auch vom Standpunkt des Berufungsgerichts aus, daß höchstens ein Vorvertrag bestanden habe, führt die Ablehnung des Entwurfes nicht notwendig zu dem Erlöschen der vertraglichen Bindungen« Ein Vorvertrag verpflichtet beide Parteien zu dem Abschluß eines Vertrages, also zur Abgabe eines eigenen Angebots, aber auch zur Annahme eines vom Vertragsgegner gemachten Angebots« Die auf Grund eines Vorvertrages geschuldete Leistung be- # schränkt sich daher nicht auf die Abgabe einer Angebotserklärung. Bas bloße Angebot do3^ einen Partei bedeutet noch keine vollständige Erfüllung der für sie durch den Vorvertrag begründeten Verpflichtung ' mit der Polge, daß nach' § 362 Abs« 1 BGB das Schuldvcrhältnis erloschen wäre« Denkbar ist allerdings, daß im Einzclfall in der Ablehnung des Antrages zu dem Abschluß eines Vertrages zugleich die Erklärung liegt, einen endgültigen Vertrag nicht mehr schließen zu wollen, und daß der Gegner sich damit einverstanden erklärt« Bann sind die vorvertraglichen Bindungen durch übereinstimmende 7*i liens erklär ung wieder aufgehoben word on* Baß dies im vorliegenden Pall geschehen ist, hat das Berufungsgericht nicht festgestellt. Die Auffassung des Berufungsgerichts, die Beklagte könne sich angesichts der Ablehnung des Angebots heute nicht mehr darauf berufen, daß das lend NflHHHfc den Abschluß eines langfristigen Pachtvertrages zugesagt habe, wurde indessen ihre Rechtfertigung finden, wenn die Beklagte mit ihrem jetzigen Verlangen gegen Treu und Glauben Verstieße, etwa weil sie sioh in untragbarem Widerspruch zu ihrem eigenen früheren Verhalten setzte* Per darüber auf genommene Vermerk besagt, solange ein Ankauf der abzutorfenden Flächen im Hinblick auf die Bestimmungen „der Militärregierung nicht möglich sei, solle ein Pachtvertrag geschlossen werden« Pie Beklagte müsse nun endlich eine Rentabilitätsberechnung hergeb'en» Nur so könne die Pomänenverwaltung nachprüfen, ob die Heuer von 5 $ oder 8 ^ zu hoch sei« Wie im übrigen zwischen den Parteien unstreitig ist, hat die Beklagte den Entwurf auch abgelehnt, weil ihr die Fassung des § 15 über eine spätere Veräußerung der Fläche zu unbestimmt war» Nach alledem erscheint es denkbar, daß die Beklagte den Abschluß eines Pachtvertrages gerade rioht endgültig abgelehnt, sondern nur eine günstigere Bestimmung des Pachtzinses und eine verbesserte Fassung der Bestimmungen Uber den späteren Bigentumserwerb erstrebt hat« Aus der Ablehnung des &itwurfes könnte auch nur dann etwas zu lasten der feb»* Abschluß eines Pachtvertrages herbeifUhren Wöllern sondern habe lediglich den Ankauf des G-elandes au Reichsmarkpreisen■ angestrehtu Diesem Rchlußp den das Berufungsgericht aus den Schreiben der Beklagten vom 23g Juni■1947 und. Schreibens vom 23* Juni 1947 ausdrücklich erwähnt wird, es sei versprochen, den Grund und Boden in Erbpacht zu geben, bis ein Verkauf nach dem Gesetz möglich sei« Mit dem Worte Erbpacht” könnte der gesetzesunkundige Verfasser gemeint haben, es sei ein langjährig unkündbarer Pachtvertrag versprochen worden» In dem Schreiben wird auch nur hervorgehoben, die Abtorfung sei nicht das Hauptziel der Genossenschaft, vielmehr hätten sich die Mitglieder der Genossenschaft zusammengeschlossen mit dem Ziele, zu siedeln» Damit erscheint es ausgeschlossen, dem Schreiben zu entnehmen, daß die Bcklagto. der Auffassung gewesen ist, lediglich die Siedlung sei das Ziel der Genossen» Es ergibt sich vielmehr bei unbefangener Betrachtung, daß nur hat gesagt sein sollen, die Abtorfung sei ein Heben2iel und Mittel zu dem Zweck» Die Tatsache, daß von einem Kaufangebot die Rede ist, schließt keineswegs aus, wie auch das Wort "Erbpacht* zeigt, daß die Beklagte für die Zeit bis zur Eigentumsüberiaesung das abzutorfende Gelände pachtweise hat behalten wollen» Hichts anderes ergibt sich auch aus dem Schreiben vom 11» Oktober 1947, wenn die Beklagte erwähnt, daß die Siedlung das eigentliche Ziel sei« Bei der Würdigung dieser Erklärungen darf auch nicht außer acht gelassen werden, daß der im Schreiben vom 23» Juni 1947 enthaltene Kaufantrag die Antwort auf die Aufforderung des Regierungspräsidenten vom 12» Juni 1947 gebildet hat, die Beklagte solle ihm bis zu dem 1. stehen geblieben, s ndora habe sieh mit dem Wunsch naoh Ankauf des Geländes zu ihrem früheren Verhalten in Widerspruch ge setz to nachdem Saufverhandlungen nicht weiter geführt worden waren, hat das Land denn auch das Gelände der Beklagten weiter belassen und die Beklagte hat die übliche Vergütung gezahlt, Laß in diesem beiderseitigen Verhalten der stillschweigende Abschluß eines Pachtvertrages erblickt werden könnte, verkennt das Berufungsgericht selbst nicht® Einer Entscheidung enthält es sich indessen mit dor Begründung, daß auch in diesem Pall dadurch ein Recht der Beklagten, über den 3% Lezembor ‘•954 hinaus das ihr überlassene Gelände zur Abtorfung im Besitz zu behalten, nicht begründet worden wäre« Auf welcher Erwägung diese Auffassung beruht, läßt das Berufungsgericht nicht erkennen« Möglicherweise glaubt es, daß es an der weiteren Abrede fehle, den danach stillschweigend geschlossenen Pachtvertrag schriftlich niederzulegen« Die Revision hat indessen, wie schon auBgefÜhrt, mit Recht gerügt,' daß das Berufungsgericht das Pehlen einer derartigen Abrede ohne zureichende Begründung angenommen hat« Bei der Würdigung des Verhaltens des Landes B0MB und der Beklagten unter dom Gesichtspunkt, ob die Beklagte nach Ablehnung des Angebots des Landes nicht mehr auf eine etwa gegebene Zusage des Landes, einer, langjährigen Pachtvertrag schriftlich abzuschließen, zurückkommen dürfe, kann auch der Umstand nicht unberücksichtigt bleiben, daß das Land und die Beklagte gemeinsam noöh im Mai 1949 den Antrag auf Erteilung der Abtorfungs-genehmigung gestellt haben« Las öffentliehrechtliche Wescnsmerkmal des Genehmigungsverfahrens schließt nicht Bellte das Berufungsgericht bei der erneuten Verhandlung und Entscheidung wiederum zu der Auffassung gelangen, daß die Abrede, einen langfristigen Pachtvertrag schriftlich niederzulegen, nicht getroffen sei, so wird es auch seine Ansicht zu überprüfen haben, daß die Kündigung nicht als treuwidrig zu bezeichnen sei» Die Revision rügt mit Recht, daß diese Ansicht auf einer unzureichenden Würdigung des gesamten Vorbringens der Parteien beruhe« Rach der Darstellung der Klägerin ist dis Beklagte auf Anregung der JELlitärregierung und euf Veranlassung der Regierung gegründet worden« Die Gründung soll der Erfüllung zweier der Regierung obliegenden öffentlich-rechtlichen Aufgaben geäient haben« Einmal habe, so trägt die Beklagte vor, die Regierung die dringendste Brennstoffnot durch Torfgewinnung beseitigen wollen« Der Zeuge 3c 14MBP hat dazu bekundet, es sei ihm daran gelegen gewesen, daß sohneil und wirksam mit äer Abtorfung be~ gönnen worden sei, denn er habe sum Herbet 1946 450 000 Tonnen Torf für die Hausbrandrersorgnng zur Verfügung ateilen müssen* Fr habe deshalb zu dem Ausdruck gebracht, die Genossenschaft solle nur zunächst schnell mit dom Abtorfen beginnen, alles andere sei klar oder werde klargemacht» Mose seine Äußerung sei geschehen, weil er ungeduldig gewesen sei, da für ihn die Hauptsache der schnelle Beginn der Torfgewinnung gewesen sei» Beine Äußerung sei im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Hauptgenossenechaft Ka^§ gefallen* dem die Sicherung der Genossenschaftsgelder am Herzen gelegen habe» Die zweite Aufgabe der zu gründenden Beklagten lag in der Besiedlung der abgeiorften Moorflächen durch arbeitslos oder heimatlos gewordene Siedler» Dabei war, wie sich auch aus der Aktennotiz des Oberregierungsrats SoflHHI vom *:6« Juli 1947 ergibt, die Besiedlung das von der Beklagten erstrebte Fernziel« Der Beklagten waren nach dieser Aktennotiz Zusagen gemacht, daß sie nicht nur eine Torfgewinnungsgenossenschaft, sondern eine Siedlungs- und Torfgonossen-schaft bilden solle« Die Torfgewinnung war dabei das Mittel zu dem Zweok« Durch die Veräußerung des Torfes sollten die Mittel bereitgestollt werden, um eine Siedlung möglichst ohne Zuhilfenahme staatlicher Unterstützung zu erreichen» Das, was die Regierung mit der Errichtung der Beklagten erstrebt habe, ist, wie die Beklagte vorträgt; auch eingetreten« Die Beklagte hat den von ihr erforderten Torf gewonnen und es sind in der Folgezeit eine Reihe von Siedlungen errichtet worden» Die Beklagte hat weiter vorgetragen, auf Veranlassung der Regierung Maschinen zur Torfgewinnung von hohem Werte beschafft zu haben, also Investitionen getroffen au haben, die erst nach langer Zeit amortisiert worden können« Wird das alles als richtig unterstellt, so liegt die Annahme nahe, daß mit einer Räumung des der Beklagten überlassenen Gebietes eine Vernichtung der Genossenschaft und eine Zerstörung der in Angriff genommenen Besiedlung verbunden ist« Die Klägerin hat zwar in Aussicht gestellt, die Maschinen der Beklagten zu dem Tageswert zu übernehmenv Es liegt indessen auf der HSnd, daß der Wert der Maschinen nach langjährigem Gebrauch nur noch gering ist, während andererseits die Maschinen, wenn sie von der Beklagten eingesetzt werden, für die Torfgewinnung weiter verwendet werden können« Wenn, wie weiter zu unterstellen ist, die Regierung den Gründern der Genossenschaft eine langfristige Überlassung des Geländes bis zur endgültigen Besiedlung in Aussicht gestellt hat, so bedurfte es der Abwägung, ob unter diesen Umständen nicht auch ohne die ausdrückliche Abrede schriftlicher Hiederlegung die Kündigung des Pachtvertrages und eine etwaige Zerschlagung der Siedlung gegen Treu und Glauben verstößt, etwa in der Beziehung, daß das Band sich mit seinem eigenen Verhalten in Widerspruch setzen und das Vertrauen zunichte machen könnte, das es selbst in den Siedlern, die sich um die Schaffung einer anderen Bebens-grundlage nicht mehr bemüht haben, erweckt hat. Ist diese Äußerung, wie nach der Bekundung des Beugen Brtffr angenommen worden kann, auf den Hinweis dieses Zeugen erfolgt, daß es nunmehr an der Zeit wäre, schriftliche Vorträge abauschließen, so würde der Regierungspräsident möglicherweise die Beklagte davon abgohalten haben, auf alsbaldigen Abschluß eines Vertrages au drängen, ln gleicher Richtung wäre der Umstand au werten, daß das land auch nach der Ablehnung seines Vertragsangebots nicht etwa die Verhandlungen abgebrochen, vielmehr die Erwartung der Beklagten, zu einem Pachtverträge zu kommen, durch weitere Vorhandlingen und durch den Antrag auf Erteilung der Abtorfungsgenehmigung aufmchterhalten und genährt hat. Pabei wird auch das Ergebnis der vom Berufungsgericht gemäß der vorstehenden Ausführungen im Abschnitt II, 2 vor zunehmenden- Prüfung zu berück» sichtigen sein, aus welchen Gründen es in den Jahren 1946 und «947 nicht zur Unterzeichnung des vom lende vorgeschlagenen Vertrags gekommen ist.