BGH · VIII ZR 118/65
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
In dor ersten Kai-Hälfte entschloß sich der Schwiegervater, das Geschäft zu veräußern» Der Beklagte führte ihn als Interessenten den Bauingenieur Dpp| zu» Dieser schloß am 15- Mai 1961 mit dem Schwiegervater einen privatschrift-lichon Vorvertrag. Mai 1961 schloß der Schwic gervator des Beklagten mit der Miofrau D^p - "handelnd in ihrer Eigonschaft als persönlich haftende Gesellschafterin der Firma Dpp| Kommanditgesellschaft" einen notariellen Kaufvertrag über das Geschäft, in dem es heißt: Am 26 o Mai 1961 trat der Schwiegervater in notarieller Urkunde auch die Teilforderung von 50 000 DM (§2 I b des Kaufvertrages) an den Beklagten ab, und zwar "zur Sicherung zweier Bürgschaften gegenüber der Vcr- Verbindlichkeit in Höhe von insgesamt 60 000 DM"0 Am 15« Juni 1961 zahlte D(|^^ an den Beklagten ä conto der ersten Abtretung weitere 20 000 DM«, In der Zeit vom 19o Mai bis 6. Juli 1961 stollte der Beklagte, wie vorher, seinem Schwiegervater laufend Barmittel zur Verfügung, und zwar rund 52 700 DM, während er vom Schwiegervater rund 2 700 DM zurückerhielt, so daß trotz der von EfH gezahlten 25 000 DI-I am 6« Juli 1961 die Forderung de3 Beklagten gegen seinen Schwiegervater mit rund 30 000 DM um rund 5 000 DH höher war als am 18» des Abtretungsempfängers für eine und Städtischen Sparkasso Das Landgericht hat dahinstehen lassen, ob der Beklagte die 25 000 DM nur als Treuhänder des Gemein- Schuldners erhalten habe und hat die Anfechtung aus § 30 Nr» 2 KO durchgroifen lassen• Es hat aufgrund einer von ihm durchgeführton Bcwoi sauf nähme angenommen, der Gomeinochuldnor habe seine Zahlungen spätestens am 15» Mai 1961 eingestellt und der Beklagte habe nicht bewiesen, daß ihm im Zeitpunkt der Abtretung weder die Zah lungsoinstollung noch eine Absicht des Gemeinschuldners, ihn (Beklagten) vor den übrigen Gläubigern zu begünstigen, bekannt gewesen soi„ Es hat daher der Klage statt-gegeben o Bas Berufungsgericht hat die Klage abgewiesen * Mit der Revision verfolgt der Kläger die Klageforderung weiter; der Beklagte beantragt, die Revision zurückzuweisen „ Bas Berufungsgericht hält für erwiesen, daß der Beklagte die 25 000 BM nicht als Treuhänder für seinen Schwiegervater erhalten hat, ferner, daß ihm im Zeitpunkt der Abtretung v/eder die Zahlungseinstellung seines Schwiegervaters noch dessen Absicht bekannt gewesen ist, ihn (Beklagten) vor den übrigen Gläubigern zu begünstigen (§30 Rr* 2 K0)o In beiden Punkten folgt es nicht der vor dem Inndgoricht gemachten eidlichen Zeugenaussage des Schwiegervaters des Beklagten, die den Sachvortrag des Klägers stützt, sondern der Barstollung dos Beklagten, den das Berufungsgericht gemäß § 141 ZPO eingehend gehört- hat« Mit Recht rügt die Revision Vor« letzung des § 286 ZPO«, Das Berufungsgericht v/ar zv/ar nicht gehindert, den durch Zeugenaussagen nicht gestützten Sachvortrag des Beklagten sogar gegenüber einer entgegonstehendon eidlichen Zeugenaussage für erwiesen zu halten0 Da aber nicht auszuschließen ist, daß das Berufungsgericht bei seiner Beweisv/ürdigung sich durch den günstigen persönlichen Eindruck des Beklagten hat bestimmen lassen, gebot es der Grundsatz zur Gleichbehandlung der Parteien, daß es sich zu demindest auch vom Kronzeugen des Klägers, dom Schwiegervater des Beklagten, einen persönlichen Eindruck verschaffte und erst nach Vernehmung dieses Zeugen darüber entschied, ob es diesem oder dem Beklagten glauben wollte«, Das Berufungsgericht hat ferner, wie die Revision mit Recht rügt, gegen § 286 ZPO auch dadurch verstoßen, daß es sich mit den Aussagen der übrigen Zeugen Dr„ und nicht auseinandergesetzt hat» Aus diesen Aussagen ergaben sich deutliche Indizien gegen die Behauptung des Beklagten, er habe im Zeitpunkt der Abtretung der Forderung die wirtschaftliche läge seines Schwiegervaters unrichtig oingeschätzt«, Wenn das Berufungsgericht diese Aussagen nicht für ausschlaggebend hielt, so mußte es die dafür bestimmenden Gründe darlogen, schon um dem Revisionsgericht eine Überprüfung zu ermöglichen, ob die Beweiswürdigung des Berufungsgerichts nicht von Rechtsirrtum beeinflußt sein konnte«,