BGH · VIII ZR 115/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
16o September ^966 Klett Justizhauptsekretär als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle in dem Rechtsstreit des Gustav Inhaber eines Steinbruch- und Baggereibetriebes Der VIIIo Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 16o September 1966 unter Mitwirkung des Senatspräaident en Dr«> Haidinger und der Eundesrichter Dr0 Gelhaar«? Io Das Berufungsgericht stellt fest, daß der Kläger die Beklagte und den Verkaufsangestellten Fri^p vor und bei Kaufabschluß gefragt hat, ob sich die F^^-Raupo ebenso wie das Z^HHHHP^Gerät nac^ einem Umbau zur Verwirklichung seiner Vorstellungen (Anhängen von Kübeln und deren Transport zu den einzelnen Steinmetzen) verwenden laöüGc Diese Präge habe Frieg und der Inhaber der Beklagten bejahte Das Berufungsgericht ist der Ansicht-daß diese Erklärungen der Beklagten, ob sie nun als Zusicherung einer Eigen sollet der Kaufsache oder als Auskunft oder Katsortoilung aufgefaßt würden-, integrierender Bestandteil des Kaufvertrages geworden seien und damit der Einwirkung der von den Parteien vereinbarten Geschäftsbedingungen der Beklagten unterlägen«, Danach aber seien Schadensersatzansprüche ausgeschlossen (Ziffo VI Ni*o 5)o Einen selbständigen neben dem Kaufvertrag einhergehenden Vertrag auf Ratsorteilung hält das Berufungsgericht nicht für gegeben, weil die Behandlung der vom Kläger gestellten Frage allein im Rahmen dor Kaufverhandlungen erfolgt soio Da die Beklagte als reine Händlerfirma weder ein Ingenieur- noch oin Planungsbüro unterhaltehabe der Kläger einen Rat oder eine Antwort auf die te$hni3Che:;>Frage des Umbaus und des damit in dem Steinbruch zu erzielenden Nutzeffektes oder eine Antwort auf die Frage«, ob die Maße der Vorsatzgerätc und der Kübel ohne weiteres von dem ZMHHBV^-Gerät auf die Fflp-Raupc übertragen werden konnten? Solche Auskünfte würden aber regolmäßig nicht auf Grund eines selbständigen Beratungsvorträgos9 sondern allenfalls in Erfüllung einer aus dem Kaufvertrag herzuleitenden Nebenverpflichtung gegebene Das Experiment des Umbaus der serienmäßig mit einer feststehenden Schaufel gelieferten F<H^-’Raupe gehe somit allein zu Lasten des Klägers0 daß, nach den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beklagten ein Schadensersatzonspruch ausgeschlossen ist* wenn sich die Erklärung als integrierender Bestandteil des Kaufvertrages darstellt9 Das ist nach den rechtsirrtumsfreien Feststellungen des Berufungsgerichts der Falle. ob die in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beklagten enthaltene Freizeichnunga klaueol auch dann zu gelten hatr wenn der dem Käufer entstandene Schaden durch eine grobe Fahrlässigkeit der Verkäuferfirma verursacht wird (vglo hierzu BGHZ 38«. 183 f) * Diese Frage bedarf indes keiner Entscheidung<> Denn das Berufungsgericht hat geprüftP ob die Beklagte der Vorwurf der Fahrlässigkeit trifft0 Es-hat eine fahrlässige Verletzung der der Beklagten obliegenden Sorgfaltspflicht verneint» Diese auf tatsächlichem Gebiete liegenden Erwäguii gen des Berufungsgerichts lassen jedenfalls insoweit einen Rechtsfehler nicht erkennen«, als damit zugleich auch die Voraussetzungen einer groben Fahrlässigkeit verneint sindo Daa Berufungsgericht hat daher die auf Schadensera atz gerichtete Klage zu Recht abgewiesen0 Die Revision erweist sich damit als unbegründete Sie war mit der Kostenfolge aus § 97 ZPO zurückzuv/eiseno Dr0 Haidinger Dr0 Gelhaar Pro Mezger Dr0 Messner Braxmaior