BGH · VIII ZB 6/94 vom 09.03.1994
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der abgelehnte Richter habe damit zu demindest den Anschein von "Günstlingswirtschaft" begründet und sei deshalb auch nicht in der Lage, die Leistungen und die Befangenheit des - vom Beklagten erfolglos abgelehnten -Sachverständigen unvoreingenommen zu beurteilen. Das Oberlandesgericht hat das Ablehnungsgesuch mit dem angefochtenen Beschluß vom 10. Objektiv willkürlich sei es darüber hinaus, daß der angefochtene Beschluß auf den vom Beklagten weiter vorgebrachten Ablehnungsgrund, der Zivilsenat habe mit "auffälliger Zielstrebigkeit" auf die Verwirkung des Ablehnungsrechts des Beklagten "hingearbeitet", nicht einmal erwähne. Schließlich erscheine die angefochtene Entscheidung bei verständiger Würdigung schlechterdings nicht mehr verständlich und offensichtlich unhaltbar, denn "mit ihrer Entscheidung (stellten) sich die Richter des angefochtenen Beschlusses im Ergebnis hinter das Fehlverhalten ihres Richterkollegen" . Das gilt auch für Entscheidungen, durch die ein Ablehnungsgesuch zurückgewiesen wird (BGH, Beschluß vom 14. Das Rechtsmittel ist auch nicht ausnahmsweise als außerordentliche Beschwerde wegen greifbarer Gesetzwidrigkeit der angefochtenen Entscheidung zulässig. Dezember 1989 - IX ZB 40/89 = NJW 1990, 1794 unter II 2 e) - Voraussetzung dann gegeben, wenn die Entscheidung jeder rechtlichen Grundlage entbehrt und inhaltlich dem Gesetz fremd oder mit der Rechtsordnung schlechthin unvereinbar ist (BGHZ 109, 41, 43 f; BGH, Beschluß vom 14. Das Oberlandesgericht hat - wie vom Gesetz vorgesehen (§§ 45 f ZPO) - über das Ablehnungsgesuch des Beklagten entschieden und die getroffene Entscheidung in dem angefochtenen Beschluß ausführlich begründet. Ob es sich hierbei mit den vom Beklagten vorgebrachten Ablehnungsgründen lückenlos befaßt und in den Gründen der getroffenen Entscheidung auseinandergesetzt hat, ist für die hier zu treffende Entscheidung ohne Belang, denn auf bloße Begründungsmängel kann eine außerordentliche Beschwerde wegen "greifbarer Gesetzwidrigkeit" nicht mit Erfolg gestützt werden. Da das Oberlandesgericht das Ablehnungsgesuch des Beklagten mit der Begründung zurückgewiesen hat, die vorgebrachten Ablehnungsgründe rechtfertigten nicht die Annahme der Befangenheit der abgelehnten Richter, kann auch keine Rede davon sein, die angefochtene Entscheidung sei bei verständiger Würdigung schlechterdings nicht mehr verständlich und offensichtlich unhaltbar.