BGH · VIII ZB 6/82 vom 05.05.1982
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Innerhalb der Berufungsbegründungsfrist legten die bisherigen Prozeßbevollmächtigten des Beklagten das Mandat nieder und bestellten sich die Rechtsanwälte Efll und Dr. Schr^H als Prozeßbevollmächtigte zweiter Instanz. Dezember 1981 beantragten die zweitinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten des Beklagten die nochmalige Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist und hilfsweise die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung dieser Frist, weil dem Antrag auf Gewährung von Akteneinsicht nicht stattgegeben worden sei. Januar 1982 wies das Berufungsgericht die Anträge auf Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist und auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zurück und verwarf die Berufung des Beklagten als unzulässig. 1. Der Beklagte macht zur Begründung seiner Beschwerde geltend, seine Prozeßbevollmächtigten hätten darauf vertrauen dürfen, das Berufungsgericht werde ihnen vor Ablauf der verlängerten Berufungsbegründungsfrist mitteilen, daß die Gerichtsakten nicht zur Verfügung stünden. Da eine derartige Nachricht nicht erfolgt sei, sei es "zu demindest auch durch ein vorwerfbares Verhalten des Gerichts" zur Versäumung der Berufungsbegründungsfrist gekommen, so daß dem Antrag auf nochmalige Fristverlängerung bzw. 2. a) Es war indessen Sache der Prozeßbevollmächtigten des Beklagten, den Ablauf der Berufungsbegründungsfrist zu überwachen und erforderlichenfalls vor Fristablauf eine erneute Fristverlängerung zu beantragen. Das Berufungsgericht war nicht verpflichtet, im Hinblick darauf, daß die Gerichtsakten nicht eingegangen waren, die Prozeßbevollmächtigten des Beklagten auf den Ablauf der Berufungs-begründungsfrist hinzuweisen. Wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat, wäre es den Prozeßbevollmächtigten des Beklagten ohne Einsichtnahme in die Gerichtsakten möglich gewesen, vor Ablauf der Berufungsbegründungsfrist eine nochmalige Fristverlängerung zu beantragen und zu erreichen, wenn der Fristablauf ordnungsgemäß vermerkt und überwacht worden wäre.