BGH · VIII ZB 38/69 vom 10.12.1969
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Beklagten wird Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsfrist erteilt. Am 17* Juli 1969 erhielten die Prozeßbevollmächtigten der Beklagten Auftrag, gegen das Urteil Berufung einlegcn zu lassen«, Diesem Auftrag entsprachen sie unter Übersendung der Handakten durch Schreiben vom selben Tage an die Hechtsanwälte Dr. iflHHHVund PMHBMB^Bin H^B» In dem Schreiben teilten sie mit, das Urteil sei am 25* Juni 1969 zugestellt worden. Juli 1969 Berufung ein mit der Angabe, das Urteil sei am 24o Juni 1969 zugestellt worden«, Das Berufungsgericht hat die Wiedereinsetzung mit der Begründung abgelehnt, es sei nicht ausreichend glaubhaft gemacht worden, daß die Versäumung der Berufungsfrist nicht auch auf einem Verschulden der Prozeßbevollmächtigten des ersten.Rechtszuges beruhe„ Weder die dienstliche Versicherung des Rechtsanv/alts Manfred üflHHH noch die eidesstattliche Versicherung der BUrovorsteherin Gisela üeßen erkennen, welche Ursachen im einzelnen dafür verantwortlich seien, daß die von Rechtsanwalt veranlaßte Zustellung an die Klägerin vom 16o Juni 1969 für ihn nicht in Erscheinung getreten und von ihm nicht bemerkt worden sei« Im übrigen lasse die dienstliche Erklärung des Rechtsanwalts A0HHIVvorn 29« September '1969 erkennen, daß ihm eine zweimalige Zustellung verborgen geblieben war und daß darin ein Verschulden des Anwalts zu sehen seio Biese Begründung rechtfertigt die Ablehnung des Wiedereinsetzungsgesuchs nicht« Denn Rechtsanwalt AflHHHR einer der beiden Prozeßbevollmächtigten der Beklagten im ersten Rechtszuge, hat in der bezeichneten Erklärung dienstlich versichert, daß er die Zustellung des Ux'teils an den 3Clägcr veranlaßt und der Bürovorsteherin den Auftrag gegeben habe, das weitere zu veranlassen« Der Bürovorsteherin war die Aufgabe übertragen worden, die Pristenkontrolle selbständig auszuüben und die hierfür erforderlichen Vermerke im Fristen-kalender vorzunehmen. Demnach beruht die Unterlassung der hierfür auszuübenden Kontrolle und der entsprechenden Vormerkungen im Fristenkalender auf einem Verschulden der Bürovorsteherino Daß die Versäumung der Berufungsfrist auch auf ein Verschulden der Frozeßbevollmächtigten der Beklagten des ersten Rechtszuges zurückzuführen sei, ist entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts der dienstlichen Erklärung vom 29« September 1969 nicht zu entnehmen. Juli 1969, der bevorstehende Ablauf dieser Frist erkennbar geworden ist oder von ihnen erkannt werden mußteo Es liegt auch kein genügender Anhaltspunkt dafür vor, daß die nicht ordnungsmäßige Ausführung der Fristenkontrolle durch dfe Bürovorsteherin auf einem den Prozeßbevollmächtigten der Beklagten zur Last zu legenden Organisationsmangel beruht. Auch dem Vorbringen der Beklagten in dem Beschwerde-verfahren ist kein ausreichender Anhaltspunkt dafür zu entnehmen, daß die Versäumung der Berufungsfrist auch auf ein Verschulden der Prozeßbevollmächtigten der Beklagten zurückzuführen ist. Die Prozeßbevollmächtigten durften, nachdem sie im Zusammenhang mit der von ihnen veranlaßten Zustellung des Urteils die Bürovorsteherin ausdrücklich beauftragt hatten, das weitere zu veranlassen, sich auf die ordnungsgemäße Ausführung dieses Auftrages verlassen und auch darauf, daß die Bürovorsteherin die erforderliche Eintragung im Fristenkalender vornehmen werde. Den Auftrag, Berufung einlegen zu lassen, erhielten die Prozeßbevollmächtigten der Beklagten fernmündlich am 17. von diesem Fristablauf ausging und über die frühere von den Prozeßbevollmächtigten dei’ Beklagten veranlaßte Zustellung nicht unterrichtet war. Juli den fernmündlichen Auftrag, Berufung einlegen zu lassen, erhielten, war die Berufungsfrist bereits abgelaufeno Es fehlt an einem ausreichenden Anhaltspunkt für die Annahme, daß sie schon damals bei der Erteilung des Auftrags an die Rechtsanwälte Br. PÜHHK in Hfl® vom 17.