BGH · VIII ZB 37/74 vom 04.12.1974
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
September 1974 legte der Beklagte Berufung ein und beantragteihm Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsfrist zu erteilen. wurde, kamen mit dem Vermerk zurück, der Empfänger sei unbekannt verzogen» Seinem Prozeßbevollmächtigten gelang es erst am 4, September 1974, ihm die erwähnten Schreiben durch Bekannte zu Übermitteln» Mit seiner Beschwerde trug der Beklagte vor, unbekannt verzogen bedeute in seinem Falle nur, daß er "praktisch nie Zu Hause, sondern immer auf See" sei, und machte glaubhaft, daß er nicht verzogen, sondern unter seiner alten Anschrift gemeldet ist» Das Berufungsgericht hat die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsfrist versagt» Die gegen diesen Beschluß gerichtete Beschwerde ist zulässig, aber nicht begründet» Daß eine Partei ohne ihr Verschulden keine Kenntnis von einer Zustellung erhielt, genügt nicht zur Wiedereinsetzung gegen die Versäumung der Berufungsfrist* Im Falle des § 233 Abs» 1 ZPO muß die Unkenntnis von der Zustellung auf einem unabwendbaren Zufall beruhen (Stein/Jonas/Pohle, ZPO 19. Die Unkenntnis des Beklagten von der Zustellung des Urteils bzw» dem Ablauf der Berufungsfrist beruhte indessen nicht auf einem unabwendbaren Zufall» August 1974 sich bei seinem Prozeßbevollmächtigten nach dem Prozeßstand erkundigen müssen, weil er um den anhängigen Prozeß wußte und unter seiner Anschrift nie zu erreichen war. Da die Unkenntnis des Beklagten von der Zustellung des Urteils bzw. dem Ablauf der Berufungsfrist mithin nicht auf einem unabwendbaren Zufall beruht, war seine Beschwerde mit der Kostenfolge des § 97 ZPO als unbegründet zurückzuweisen.