BGH · VIII ZB 36/75 vom 05.11.1975
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April 1975 eingegangen war, wies das Berufungsgericht darauf hin, daß die Berufung verspätet eingelegt worden sei. April 1975 in den in der Briefannahmestelle befindlichen Briefkasten des Oberlandesgerichts eingeworfen; die Berufung sei daher rechtzeitig eingelegt worden. Fürsorglich beantragte er, ihm Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsfrist zu erteilen, und machte glaubhaft, daß die Berufungsschrift am 18o April 1975, gegen 15 Uhr, in den Briefkasten des Oberlandesgerichts eingeworfen worden war. Die vom Berufungsgericht eingeholten dienstlichen Äußerungen ergaben: Seit Einrichtung der Briefannahmestelle im Jahre 1968 wird dort durch Schilder darauf hingewiesen, daß die letzte Leerung des Briefkastens des Oberlandesgerichts um 15.30 Uhr erfolgt und daß Fristsachen an dem Schalter abzugeben sind. 1. Das Berufungsgericht ist davon ausgegangen, daß die Berufung verspätet eingelegt wurde, weil die Berufungsschrift nicht innerhalb der Frist von einem zu ihrer Entgegennahme befugten Beamten oder Angestellten in Empfang genommen wurde und weil der Briefkasten, in den der Prozeßbevollmächtigte des Beklagten die Berufungsschrift eingeworfen hatte, nicht ein zur Entgegennahme von fristwahrenden Schriftsätzen nach Dienstschluß eingerichteter Nachtbriefkasten war. nicht auf einen unabwendbaren Zufall im Sinne des § 233 ZPO zurückzuführen ist* Dabei kann dahingestellt bleiben, ob die beim Berufungsgericht für die Einreichung von Fristsachen getroffene Regelung ungewöhnlich ist. Es ist schließlich auch nicht von Belang, ob der Prozeßbevollmächtigte des Beklagten den Hinweis, daß Fristsachen am Schalter abzugeben waren, kannte oder nicht. Das gilt um so mehr, als der Prozeßbevollmächtigte des Beklagten die Berufungsschrift am Nachmittag des letzten Tages der Berufungsfrist zu dem Oberlandesgericht brachte und daher zu erhöhter Sorgfalt verpflichtet war (BGH Urt. v. Hätte er aber den Hinweis beachtet und befolgt, so wäre die Berufungsfrist nicht versäumt worden. 3. Da demnach ein unabwendbarer Zufall im Sinne des § 233 ZPO nicht gegeben ist, war die Beschwerde mit der Kostenfolge des § 97 ZPO zurückzuweisen.