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BGH · yin zb 10/77

Gericht: BGH · Aktenzeichen: yin zb 10/77

Die sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des Oberlandesgerichts Karlsruhe - 14. Der Prozeßbevollmächtigte des Beklagten legte durch ein Telegramm, das am letzten Tage der Berufungsfrist beim Beruf ^ungsgericht einging, Berufung ein. In dem Telegramm war nicht angegeben, für welche Partei Berufung eihgelegt wurde. Juni 1977 die Berufung als unzulässig verworfen, weil in dem Telegramm nicht hinreichend zu dem Ausdruck komme, für wen und gegen wen Berufung eingelegt worden sei. 2. Entgegen der Ansicht des Beklagten ist in dem Te- Da, wie dem beschließenden Senat bekannt ist, es im Bereich des Berufungsgerichts üblich ist, auch in den Rechtsmittelinstanzen den Kläger stets an erster Stelle und den Beklagten an zweiter Stelle zu nennen und da der Prozeßbevollmächtigte des Beklagten dementsprechend in seinem Telegramm verfahren war, ließ auch die Reihenfolge der Parteibezeichnungen keinen Schluß darauf zu, für wen Berufung eingelegt wurde. Die sofortige Beschwerde des Beklagten war daher mit der Kostenfolge des § 97 ZPO zurückzuweisen.

Zitierte Normen: § 97 ZPO
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Volltext der Entscheidung

BUNDESGERICHTSHOF
yin zb 10/77 BESCHLUSS
in dem Beschwerdeverfahren
 Robert
Istr.
in
9
- Prozeßbevollmächtigte II. Instanz:
Beklagten und Beschwerdeführers,
 Rechtsanwälte
und • in
 gegen
Firma H. & F. Re| vertreten durch den Franz ReflBB. Uni
oHG, Viehgroßhandel,
»ersönlich haftenden Gesellschafter WegSin Uni
 Prozeßbevollmächtigte II. Instanz:
Klägerin und Beschwerdegegnerin,
 Rechtsanwälte Dr• in
u.a
2
/
Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 28. September 1977 durch den Vorsitzenden Richter Braxmaier und die Richter Hoffmann, Merz, Treier und Dr. Brunotte
 beschlossen:
Die sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des Oberlandesgerichts Karlsruhe - 14. Zivilsenat in Freiburg - vom 8. Juni 1977 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.
Gründe :
Der Prozeßbevollmächtigte des Beklagten legte durch ein Telegramm, das am letzten Tage der Berufungsfrist beim Beruf ^ungsgericht einging, Berufung ein. In dem Telegramm war nicht angegeben, für welche Partei Berufung eihgelegt wurde.
Das Berufungsgericht hat mit Beschluß vom 8. Juni 1977 die Berufung als unzulässig verworfen, weil in dem Telegramm nicht hinreichend zu dem Ausdruck komme, für wen und gegen wen Berufung eingelegt worden sei. Die gegen diesen Beschluß gerichtete sofortige Beschwerde ist zulässig, aber nicht begründet.
1.	Der Bundesgerichtshof hat in ständiger Rechtsprechung entschieden, daß im Interesse der Rechtssicherheit ein Rechtsmittel nur dann ordnungsgemäß eingelegt worden ist, wenn die Person des Rechtsmittelklägers bezeichnet ist oder aus
 
anderen vom Rechtsmittelkläger innerhalb der Notfrist beim Rechtsmittelgericht eingereichten Unterlagen hervorgeht (BGHZ 21, 168, 172/173; 65, 114, 115 m.w.Nachw.). Soweit der Beklagte sich auf eine abweichende Ansicht des 2. Senats des Bundesarbeitsgerichts beruft (NJW 1968, 1494), hat er übersehen, daß dieser in der Folge klargestellt hat, daß auch nach seiner Meinung in der Rechtsmittelfrist erkennbar sein muß, für wen und gegen wen das Rechtsmittel eingelegt wurde (NJW 1969, 1367)* Der beschließende Senat sieht daher keinen Anlaß von der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs abzugehen.
2.	Entgegen der Ansicht des Beklagten ist in dem Te-
legramm nicht hinreichend deutlich zu dem Ausdruck gekommen, wer Berufungskläger ist. Aus dem Telegramm ergab sich zwar, daß Rechtsanwalt	Berufung	einlegte.	Es	war	aber	aus
 dem Telegramm nicht ersichtlich, welche Partei Rechtsanwalt M^| vertrat. Da, wie dem beschließenden Senat bekannt ist, es im Bereich des Berufungsgerichts üblich ist, auch in den Rechtsmittelinstanzen den Kläger stets an erster Stelle und den Beklagten an zweiter Stelle zu nennen und
 da der Prozeßbevollmächtigte des Beklagten dementsprechend in seinem Telegramm verfahren war, ließ auch die Reihenfolge der Parteibezeichnungen keinen Schluß darauf zu, für wen Berufung eingelegt wurde.
3.	Ob nach dem Tenor des landgerichtlichen Urteils nur der Beklagte als Berufungskläger in Betracht kam, kann dahingestellt bleiben. Das ist schon deshalb unerheblich, weil die Gerichtsakten erst nach Ablauf der Berufungsfrist beim Berufungsgericht eingingen.
 
4. Die sofortige Beschwerde des Beklagten war daher mit der Kostenfolge des § 97 ZPO zurückzuweisen.
Braxmaier
 Hoffmann
Merz
 Treier
Dr. Brunotte