BGH · VIII ZB 24/86 vom 02.07.1986
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Braxmaier und die Richter Dr. Skibbe, Dr. Brunotte, Dr. Zülch und Groß am 2. Die dagegen gerichtete Berufung mit Begründung (Schriftsatz vom 7. Den Schriftsatz hat die seit Anfang 1985 bei den zweitinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten des Klägers angestellte Rechtsanwältin H|0| mit dem Zusatz "als oberlandesgerichtlich bestellte Vertreterin für die Rechtsanwälte Dr. Postulationsfähigkeit von Frau H|^P nicht nachgewiesen sei, be antragten die Prozeßbevollmächtigten des Klägers am 6« März 1986 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumun« der Berufungsfrist und holten zugleich die Berufung nach« Der Kläger macht geltend, der von Rechtsanwalt verfaßte Bern fungsschriftsatz vom 7« Februar 1986 sei von dessen Büro Frau H^p zur Unterschrift vorgelegt worden, die den seit Januar 1986 in Urlaub befindlichen Rechtsanwalt Dr. MpHHIB vertre ten habe. Das Oberlandesgericht hat mit dem angefochtenen Beschluß die Wiedereinsetzung abgelehnt und die Berufung als unzulässig verworfen. 2. Dem Kläger kann auch keine Wiedereinsetzung gewährt werden, weil die Fristversäumung von seinen Prozeßbevollmächtigten verschuldet worden ist, was er sich zurechnen lassen muß (§§ 233, 85 Abs. 2 ZPO). So muß zu dem Beispiel, wenn in einem Anwaltsbüro mehrere Anwälte tätig sind, die teils beim Landgericht und Oberlandesgericht, teils aber nur beim Landgericht zugelassen sind, eine Postausgangskontrolle eingerichtet werden, die es ausschließt, daß bestimmende Schriftsätze an das Oberlandesgericht mit der Unterschrift eines dort nicht zugelassenen Anwalts hinausgehen (vgl. In den Rahmen dieser notwendigen organisatorischen Vorkehrungen gehört auch die Kontrolle, ob eine Bestellung des selber nicht postulationsfähigen angestellten Rechtsanwalts zu dem allgemeinen Vertreter des Prozeßbevollmächtigten (§ 53 BRAO) noch besteht oder erneut vor-genommen worden ist (s. Diese Kontrolle kann der Prozeßbevollmächtigte weder dem Bürovorsteher (OLG München aaO) noch - entgegen der Ansicht des Klägers - dem über die Bedeutung der Bestellung zu dem allgemeinen Vertreter belehrten und in seiner bisherigen Tätigkeit als zuverlässig beurteilten angestellten Rechtsanwalt überlassen. Das Oberlandesgericht München (aaO) bezeichnet den Umstand, ob die Bestellung zu dem allgemeinen Vertreter und dementsprechend die Postulationsfähigkeit des in der Praxis beschäftigten Rechtsanwalts vorliegt, mit Recht als ureigenste Angelegenheit des Kanzleiinhabers, zu demal die Vertreterbestellung unter den hier gegebenen Umständen nur auf Antrag erfolgt (§ 53 Abs.3 BRAO). Nach alledem entsprach es nicht der von den Prozeßbevollmächtigten des Klägers zu verlangenden Sorgfalt, einen Zustand eintreten zu lassen, der die Gefahr mit sich brachte, daß zur Fristwahrung bestimmte Schriftsätze ohne die Unterschrift eines bei dem betreffenden Gericht postulationsfähigen Rechtsanwalts hinausgingen.