BGH · VIII ZB 22/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Beklagte hat am 22» November 1963 gegen das Urteil des Landgerichts Berufung eingelegt» Die Frist zur Begründung der Berufung wurde bis zu dem 22* Januar 196b einschließlich verlängert o Der die Berufungsbegründung enthaltende Schriftsatz der Beklagten vom 17» Januar 196^- ging jedoch erst am 23« Januar 196b bei dem Berufungsgericht (Zivilsenat in Darmstadt des Oberlandesgeriehts Frankfurt a»M.) ein«, Durch den angefochtenen Beschluß verweigerte das Berufungsgericht eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand und verwarf die Berufung der Beklagten als, unzulässig: Der Wieder e in set2ungsantrag der Beklagten vom 1* Februar 196^ entspreche nicht der Formvorschrift des § 236 Nr«, 3 ZPO, denn es fehle in ihm die Bezugnahme auf die bereits nachgeholte Berufungsbegründung« Demnach ergab sich aus dem Wiedereinsetzungsgesuch, daß die Prozeßhandlung3 bezüglich derer die Beklagte die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragte (Begründung der Bo*» rufung), bereits nachgeholt war und wann sie vorgenommen war» Mehr ist aber für die Bezugnahme auf die Nachholung der versäumten Prozeßhandlung im Sinne des § 326 Nr® 3 ZPO nicht erforderlich* Der Wiedereinsetzungsantrag der Beklagten war demnach formund fristgerecht gestellt* Er ist auch sachlich be gründet * Die Beklagte hatte glaubhaft gemacht, daß ihr in wohnender Prozeßbevollmächtigter die Berufungsbegrum dungsschrift am Montag, dem 2o« Januar 196*f, abends gegen 21 Uhr in EHIBMP in einen Briefkasten eingeworfen hatte, der noch in der Nacht geleert wurde* Allerdings lautete die Anschrift des Berufungsgerichts versehentlich statt SHHB}' JQ&3tz fl)flHHHHistraj|e 0» Dieses Versehen ging aber auf die sonst zuverlässige Bürokraft des Prozeßbevollmächtigton der Beklagten zurück, für das diese nicht einzustehen hat* Im übrigen macht die Beklagte mit Hecht geltend, daß trotz dieser geringfügigen Ungenauigkeit in der Anschrift nicht damit zu rechnen war, daß der am 2o„ Januar 196*f abends in eingeworfene Brief der* Empfänger in DflBBHI nicht noch im Laufe des 22* Januar 196** erreichte* Unter Aufhebung des angefochtenen Beschlusses war deshalb der Beklagten die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren*