BGH · VIII ZB 10/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Lauf der Frist zur Einlegung der sofortigen Beschwerde gegen einen Beschluß nach § 519 b ZPO beginnt mit dessen ordnungsmäßiger, nicht im Parteibetrieb, sondern von Amts wegen zu bewirkender Zustellung, Die sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des Oberlandesgerichts Frankfurt (Main) Io Das Oberlandesgericht hat die Berufung des Beklagten gegen das Urteil des Landgerichts durch Beschluß vom 21. Dezember 1965 wegen Versäumung der Berufungsbegriindungsfrist als unzulässig verworfen und zugleich die vom Beklagten hilfs-weise erbetene Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung dieser Frist verweigert. I» Die Entscheidungj mit der die Berufung als unzulässig verworfen wird, kann, wie im vorliegenden Falle, ohne mündliche Verhandlung durch Beschluß ergehen; dieser Beschluß unterliegt der sofortigen Beschwerde (§§ 519 b, 5**7 Abs. 2 ZPO). 1 ZPO innerhalb einer Notfrist von 2 Wochen einzulegen» Diese Frist beginnt im Falle eines die Berufung verwerfenden Beschlusses mit dessen Zustellung, die nach § 329 Abs.3 S. 3. Im hier zu entscheidenden Falle ist der angefochtene Beschluß den Parteien am 23« Februar 1966 von Amts wegen zugestellt worden» Entgegen der Darstellung des Beklagten in der Beschwerdeschrift handelte es sich dabei nicht um eine formlose Mitteilung, sondern um eine förmliche Zustellung, die den Vorschriften über die von Amts wegen zu bewirkende Zustellung genügte» Wie sich aus den Gerichtsakten und dem Schriftstück ergibt, das dem Beklagten zugestellt wurde, wurden am 23« Februar 1966 den Prozeßbevollmächtigten der Parteien (§ 176 ZPO) auf Veranlassung der Geschäftsstelle des Oberlandesgerichts (§ 2o9 ZPO) vom Urkundsbeamten der Geschäftsstelle ausgestellte (§ 2lo ZPO) Ausfertigungen (§ 170 ZPO) des Beschlusses vom 21» Dezember 1965 übermittelt und die Prozeßbevollmächtigten der Parteien haben den Empfang dieser Ausfertigungen durch mit Datum und Unterschrift versehene schriftliche Empfangsbekenntnisse be- März 1966 beim Oberlandesgericht eingelaufene sofortige Beschwerde nicht rechtzeitig eingelegt und daher mit der Kostenfolge aus § 97 Abs. 1 ZPO gemäß § 57** ZPO als unzulässig zu verwerfen.