BGH · Ib ZR 5/62 vom 22.03.1963
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Biese Bezeichnung beanstandet die Klägerin mit der Begründung, daß Art und Umfang der Betriebe der Beklagten es nicht rechtfertigten, von einem Bestattungsunternehmen zu sprechen* Bie Tätigkeit der Beklagten beschränke sich vorwiegend auf Leichenüberführungen nach auswärts, also auf Aufgaben eines Transportunternehmens. Zwar übernähmen die Beklagten auch ihnen übertragene eigentliche Bestattungsaufgaben, die sämtliche üblichen Leistungen enthielten, sie führten diese Tätigkeit aber nicht selbst aus, sondern gäben sie pauschal an Britto, insbesondere an das Städtische Friedhofs- und Bestattungsamt in weiter» Bie Beklagten hielten sich auch daran und würden vom Bestattüngsamt, das wie ein Gewerbebetrieb arbeite, dadurch belohnt, da# sio bei der Vermittlung von Leichentransporten nach auswärts bevorzugt Gingeteilt würden, und zwar sogar im Widerspruch zu einem zwischen der Klägerin und der Stadt zu diesem Punkt abgeschlosse- Sie machen geltend, es komme nicht darauf an, ob sie die ihnen erteilten Beotattungsaufträge selbst ausführten oder an das Städtische Friedhofs- und Bestattungsamt weiterleitoton; ebenso sei die Zahl der von ihnen durchgeführten Bestattungen unerheblich. Für die Frage, ob durch die Führung des Firmenzusatneu "Bestattungsunternehmen" eine Irreliihrung des Verkehrs in Sinne von § 3 UWG zu besorgen sei, stellt das Berufungsgericht zutreffend auf die Auffassung derjenigen Vcrkehrc-kreiso ab, an die sich die Werbung der beiden Beklagten richtet, nämlich an die Einwohner von Karlsruhe und Umgebung Es prüft sodann zunächst» ob die Benutzung des Wortes "Unternehmen" durch die Beklagten zu beanstanden ist, und kommt zu einer Verneinung dieser Frage, da dio Bezeichnung "Unternehmen" sowohl nach allgemeiner als auch nach örtlicher Verkehrsauffassung nichts Uber die Größe oder den Umfang eines Betriebes aus sage« Von einem "Bestattungsunternehmen" werde allerdings verlangt, daß es alle im Zusammenhang mit der Bestattung ortsüblichen Dienste und Sachleistungen für den Auftraggeber zu erbringen in der läge sein müsse, wobei es für das Publikum ohne Belang sei, ob das Unternehmen für gewisse Dienste die Hilfe Dritter (z«B« Gärtner für Blumenschmuck) in Anspruch nehme oder sogar in Anspruch nehmen müsse, wie z.B. wenn, wie in die örtliche Fried- Dienste "erbracht" wurden« Demgemäß hat auch das Berufungs-• gcricht als tragenden Bntscheidungsgrund die Feststellung gotroffen, daß - wie durch Vorlage von Urkunden seitens der Beklagten erwiesen sei - beide Beklagte bei Bestattungen insbesondere in Vorort- oder auswärtigen Friedhöfen Särge, Urnen und Sterbewäsohe geliefert, die Einoargung vorgenommen, das AusschmUcken besorgt oder veranlaßt, behördliche Formalitäten erledigt, den Geistlichen verständigt und Todesanzeigon aufgegeben haben« Das Berufungsgericht fügt hinzu, daß dies diejenigen Verrichtungen seien, die nach örtlicher Verkehrsauffassung das Tätigkeitogcbict eines Bestattungsunternehmens kennzeichnen« Das Berufungsgericht unterstellt also nicht, wie die Revision meint, die Richtigkeit der Behauptung der Klägerin, daß die Beklagten sich auf LoichenüberfUhrungen beschränkten, sicht vielmehr das Gegenteil als erwiesen an« Die Revision verweist demgegenüber unter Berufung auf § 286 ZPO auf den Tatsaohenvortrag der Klägerin, wonach die Beklagten in KflHHBfc die Aufträge pauschal an das Städtische Friedhofs- und Be st at tung samt v/eibergeleitet hätten, daß dieses bei Lieferung von Särgen v id Sterbekleidern keine Konkurrenz seitens der Beklagten habet möchte und sie dafür bei der Vermittlung von auswärtigen Leichentransporten bevor-zuge, ferner daß die Beklagten nach einer Auskunft des Stlid J sehen Bestattungsamtes nur in einigen wenigen Fällen, wenn es sich um persönliche Bekannte gehandelt habe, die Lieferunj von Bärgen übernommen hätten« Dieser Revisionsaatgriff läuft darauf hinaus, daß das Berufungsgericht zu Unrecht die von der Klägerin behauptete Zurückhaltung der Boklagtcn bei Bes-.* wärtigen Friedhöfen abgeatellt habe« Aber auch wenn zu Gunsten der Revision davon ausgegangen wird, daß die Beklagten im ganzen Stadtgebiet jährlich nur in Einzelfällen Bestattungen durchgeführt haben, dagegen ihre vom Berufungsgericht festgosteilte sonstige Tätigkeit sich auf Bestattungen bezieht, die außerhalb von stattfinden, kann dieser Umstand es nicht rechtfertigen, den Beklagten die Führung der Bezeichnung "Bestattungsunternehmen", um die eo hier allein geht, zu untersagen. Bas ist in vielen Fällen schon aus sprachlichen Gründen gar nicht möglich und wird vom Publikum auch nicht verwartet« Es kann daher auf sich beruhen, ob eine im Sinne des § 5 UWG ezuebliche Irreführung vorliogt, wenn die Beklagten ihnen erteilte Aufträge, soweit es sich um das Stadtgebiet von handelt, zu einem Teil uiiter Hin- zuziehung des Städtischen Friedhofs- und Bestattungsamtes ausführen« Für die Führung der Bezeichnung "Bestattungsunternehmen" ist dies jedenfalls unerheblich und die Frage, ob die Beklagten dunäi ihre Geschäftspraktiken im Einzolfall gegen § 3 TJWG verstoßen, ist nicht Gegenstand dieses Rechtsstreits.