BGH · Ib ZR 4/64 vom 14.01.1964
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Ist das gegen den Revisionskläger gerichtete Berufungsurteil ohne Einschränkung für vorläufig vollstreckbar erklärt worden, so kann der Revisionskläger den Antrag aus § 713 Abs. 2 ZPO in der Revisionsinstanz auch dann nicht stellen, wenn der Antrag in der Berufungsinstanz gestellt, vom Berufungsgericht aber übergangen worden war. Januar 1964 unter Mitwirkung der Bundesrichter Jungbluth, Br. Bock, Pehle, Br. Sprenkmann und Br. Mösl beschlossen: Ber Antrag der Klägerin, ihr gemäß § 713 Abs. 2 ZPO nachzulassen, die Vollstreckung aus dem Urteil des 6. Bie Klägerin ist in der zweiten Instanz mit der Klage abgewiesen und verurteilt worden, die Kosten des Rechtsstreits zu tragen. der Klageabweisung gestellten Hilfsantrag der Klägerin aus §713 Abs. 2 ZPO entschieden, ihr nachzulassen, die Zwangsvollstreckung durch Sicherheitsleistung, auch durch Bankbürgschaft, abzuwenden* Zugleich mit der gegen das Beru-fung&u^teil eingelegten Revision hat die Klägerin beantragt, das Revisionsgericht möge durch Beschluß die vom Berufungsgericht versäumte Anordnung treffen. Zwar unterscheidet der vorliegende Pall sich von dem Sachverhalt, welcher der Entscheidung in BGrHZ 10, 88 zugrunde lag, dadurch, daß der.Antrag aus § 713 Abs. 2 ZPO nicht erstmalig erst in der Revisionsinstanz gestellt wird, sondern bereits in der Berufungsinstanz gestellt worden war und vom Berufungsgericht übergangen worden ist. standslos #ird, Darüber hinaus ist aus den Vorschriften der §§ 718 Abs, 2, 719 Abs. 2 ZPO ein Anhaltspunkt dafür zu entnehmen* daß das Gesetz jedenfalls in der Revisions-instanz Entscheidungen Über die vorläufige Vollstreckbarkeit nur in beschränktem Rahmen hat zulassen wollen; denn nach § 718 Abs. 2 ZPO findet eine Anfechtung der in der Berufungsinstanz über die vorläufige Vollstreckbarkeit erlassenen .-'Entscheidung nicht statt, und nach § 719 Abs.ZPO ist die Einstellung der Zwangsvollstreckung aus einem vorläufig vollstreckbaren Urteil durch das Revision gericht nur vorgesehen, wenn glaubhaft gemacht wird, daß die Vollstreckung einen nicht zu ersetzenden Nachteil bringen würde.