BGH · Ib ZR 93/63 vom 13.10.1965
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Der Ifc-Zivilseriat• des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom T3„ Oktober 1965 unter Mitwirkung der Senatspräsidentin Dr„ Krüger-Nieland und der Bundesrichter Jungbluth, Pehle, Dr <, Sprenkmann und Dr0 Simon für Recht erkannt: c '' • Bio Klägerin, die e’ine chemisch-pharmazeutische Fabrik betreibt, stellt seit mehr als 30 Jahren das Arzneimittel 0Hitrolingualu her, das der Kupierung von Anfällen der Angina pectoris dient* Be handelt sich dabei um Gelatittekapseln, die eine Mischung von 0,8 mg Nitroglyzerin mit pflanzlichen und mineralischen ölen enthalteno Me Herstellung geht so vor sich, daß Nitroglyzerin, dessen Verwendbarkeit zur Bekämpfung der Agina pectoris bekannt ist, in Äther gelöst und diese Lösung in das.Lösungsgemisch aus pflanzlichen und mineralischen Ölen oingebracht wird o Der Äther wird, als Lösungsvermittler benutzt, weil es nicht ohne weiteres möglich ist, die notwendige Menge von Nitroglyzerin in den öligen Prägersubstanzon zu lösen und in haltbarer Weise fein zu verteilen; Das Nitroglyzerin wird iiber die Schleimhäute der Mundhöhle vom menschlichen Organismus ausgenommen» Da die Kapsoln mithin nicht verschluckt werden, ist es von Bedeutung, daß sich während ihrer Lagerung der Geschmack des Inhalts nicht verschlechtert» Das Mittel soll ferner während eines längeren Zeitraums wirksam bleiben» "Nitrolingual1' entspricht diesen Anforderungen» Die Klägerin hat es nach ihrem Vortrag in einer Reihe langjähriger Versuche ^entwickelt 9 Das Herstellungsverfahren hat sie geheimge^alten» Bei der Klägerin hat Pf.■SHMlUoSo das Verfahren zur Herstellung der Nitrolingualkapseln kennen-gelernto Nach seinem Ausscheiden hat er sich zunächst auf anderen Gebieten betätigto Am H April 1,955 hat er die Herstellung des "Nitrolingual" sei ihr Betriebsgeheim-, nie* Auch ein Fachmann werde nieht ohne weiteres auf den Gedanken kommen, bei.der Lösung von Nitroglyzerin in pflanzlichen und mineralischen ölen Äther als Lösungsmittel zu verwenden* Nitroglyzerin pflege pharmazeutisch nur in alkoholischen Lösungen eingesetzt zu werden* Mit solchen Lösungen habe bis 1928 auch sie* die Klägerin, gearbeitete Gegen die Lösung von Nitroglyzerin in Äther habe außerdem das Bedenken bestanden, daß beide Stoffe hochexplosiv seien* Bei Benutzung von .Äther liege os daher näher, das Nitroglyzerin zunächst mit den.öligen TrägerSubstanzen zu mischen.underst dieser Mischung die ätherische Komponente hinzujzufügen«^ Auch, ein solches Verfahren sei mit Erfolg ausführbar* Die,dadurch gewonnenen Erzeugnisse seien aber \veniger stabil,, was sich erst nach Monaten herausatclle* Demgegenüber habe sie* die Klägerin, in jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit herausgefunden, daß eine optimale Stabilität und eine besonder^ hervorragende therapeutische Wirkung durch eine bestimmte Stufenfolge der Mischung, närolich dadurch erzielt werde, daß man zunächst Nitroglyzerin in Äther löse und diese Lösung in ein Lösungsgemisch aus pflanzlichen und mineralischen ölen einbringe * Durch diese von ihr. möglich-, v/eil die Beklagte den Apotheker Br* SBB* der sich 'anfangs unter Berufung auf seine Geheimhaltungspflicht hiergegen gesträubt habep zur Preisgabe des von ihry der Klägerin-, entwickelten und angewendeten Verfahrens veranlaßt habe « Pro SpHP habe dann der IBBBPAG die erforderlichen Anweisungen zur Herstellung der benötigten Lösung für die Beklagte erteilt«, das die Klägerin nach ihrem Vortrag zur Herstellung des "Nitrolingual 11 anwende* das sie* die Beklagte * aber nicht kenne«, steile weder ein Betriebsgeheimnis dar«, noch sei es ihr von Br o SflHV mit ge teilt worden <> 1s gehöre zu dem Stande der Technik, eich einea Lösungsvermittlers zu bedienen, wenn ein öliger Stoff sich in einem anderen öligen oder ölartigen Stoff nicht löse» Lie leichte Löslichkeit von Nitroglyzerin in Äther sei zu demal auf Grund der Veröffentlichungen von Thoms und Beil stein sowie, zahl-reicher gleichlautender Angaben in anderen maßgebenden ifachworken (Hager 1949? Pharmakopoe Lanica 1943 Uoa«nio) gleichfalls seit langem bekannto Äther sei ungefährlich, wenn er keine Peroxyde enthalte, die leicht daraus zu entfernen seieno Unverdünntes Nitroglyzerin soi im übrigen nur von der AG zu erhalten, die es ohnehin nur in Lösungen, und zwar in der einfachsten form in alkoholischer oder ätherischer; Lösung ausgebe o Las Verfahren, Nitroglyzerin in Äther zu lösen, sei danach ein jedem Chemiker geläufiger Lösungsvorgango Lie Zusammensetzung des “Nitrolingual” der Klägerin, auch die bei der Herstellung dieses Mittels statt-findonde Verwendung von, Äther^ ,lasso sich ferner durch öffnen der Kapsel und Analyse des; Inhalts ohne weiteres feststellenö Auch die von der Klägerin; angegebene Stufenfolge des. Das Landgericht hat die Klage mit der'Begründung angewiesenj das vdn der Klägerin angewendete Verfahren sei kein Betriebsgeheimnis» Bas Qberlandesgericht hat, nachdem es die zunächst beschlossene Beweiserhebung Uber ,das Vorliegen eines Betriebsgeheimnisses zurück-gestellt hatte 9 durch Vernehmung von Zeugen Beweis darüber erhoben, ob die Beklagte auf Br» 4MB einge-wifkt habe, die in Kapseln zu füllende Nitroglyzerinlösung nach dem Verfahren der Klägerin herzustellen» Nach diesen Vorschriften hängt die Entscheidung im wesentlichen davon ab, ob das Verfahren zur Herstellung von "Nitrolingual" so, wie die Klägerin es im Haupt- und Hilfsantrag der Klage gekennzeichnet hat» ein Betriebs- a) Es hat zunächst dargeiegt, erhebliche Bedenken beständen bereits gegen die Annahme, daß das Verfahren, welches die Klägerin zur Herstellung des Nitrolingual anwendo, ein Betriebsgeheimnis 1 der Klägerin sei« Pic Zweifel des Berufungsgerichts gehen hierbei in die Bichtung, daß, wie schon das Landgericht angenommen hatte, ein Eachmann das Verfahren möglicherweise ohne erhebliche Mühen und Aufwendungen nachvollziehen könne, do ho also, daß die Herstellungsweise des "N itrolingualn bereite objektiv nicht geheim* sondern für die Fachwelt offenkundig sei« Gleichwohl hat das Berufungsgericht schließlich doch zu Gunsten der Klägerin unterstellt* daß es sich bei dem Verfahren um ein Betriebsgeheimnis der Klägerin handeleo b) Weitere Zweifel äußert das Berufungsgericht daran, ob dem Apotheker und Chemiker Br« SflHBder Klägerin gegenüber hinsichtlich der Herstellung des ‘’Nitrolingual11 Über die Bauer seines Bien st Verhältnisses zur Klägerin hinaus, eine rechtswirksame Geheimhaltungspflicht obgelegen habe * Auch diese von ihm näher erörterte Frage läßt das Berufungsgericht indessen im Ergebnis offen* indem es unterstellt* daß § 2 des früheren Anstellungs-Vertrags des Br«, SflMBmit der Klägerin auch insoweit rechtswirksam sei* als die Geheimhaltung des Verfahrens zur Herstellung von ’’Nitrolingual" darunter £alle; es macht dabei aber die linsehränküng* daß Brö5^■■•hierdurch nicht gehindert sei* in einem anderen Betriebe bei der Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von Nitroglyzerinkapseln durch Ausführung ihm in seiner Eigenschaft als Apotheker erteilter Anweisungen mitzuwirken 5 eine etwaige Vereinbarung * wonach Br, S®B®auch eine solche Mitwirkung hätte verweigern müssen* hätte nach der Ansicht des Berufungsgerichts gegen § 133 f GewO verstoßen c) Bas Berufungsgericht hat alsdann auf Grund der Beweisaufnahme * die es eingehend würdigt* festgestellt* weder habe die Beklagte auf Br«, BflHI eingewirkt* ihr seine etwa noch vorhandenen Kenntnisse von dem Verfahren zur Herstellung des ’’Nitrolingual” zur Verfügung zu stellen» noch habe Br* SflBP seinerseits bei der Entwicklung dos Verfahrens zur Herstellung1 yon Nitroglyzerinkapseln für die Beklagte als Inspirator mitgewirkt; Br» SflB, so heißt es im Berufungsurteil, habe nur ihm gegebene Rezepturen ausgeführt;' nachdem Br* flicht Br o! das könne er nicht maphen» Br« der Beiter des Berschungsteams der Beklagten habe sich dann wegen der Herstellung der i^troglyzerinlösiuig selbst an die a) Nach dem featgestsilten Sachverhalt hat Dr» SflU der Beklagten überhaupt nichts über das Verfahren zur Herstellung des 'Nitroiingu'ai , also auch nichts über die Reihenfolge der’Vorgänge mitgeteilt, mittels deren das Nitroglyzerin gelöst und mit pflanzlichen bzw» mineralisehen ölen vermischt wird«; Darüber hinaus hat das Berufungsgericht ausgeführt, es habe auch nicht fostgestellt werden kühnen, daß Dr« Spp^für die Herstellung der Lösung etwa seinerseits der Ippp ACr irgendwelche Vörschläge gemacht habe, der beide Parteien wegen der Explosivität des Nitroglyzerins und '' wegen der bei seiner' Verarbeitung gebotenen besonderen Sicherungsmaßhähmen die Mischung dieses Stoffes mit den pflanzlichen bzw« mineralischen Ölen Übertragen haben« Die Feststeiiüng des Berufungsgerichts geht vielmehr dahin, daß das im Werk Schlebusch der DPHPP ACr für die Beklagte angev/endeto Verfahren den beteiligten Persöniiehkeiten der Beklagten, auch Br« @PIV, nicht bekannt sei«» Das Berufungsgericht ist ’dabei7keineowegs über das Vorbringen der Klägerin hinweggegangen, daß die Dppppp AG- bei der Reihenfolge, in der sie die für die Herstellung des Niirdiinguai benötigte Mischung vornehme, einer von ihr, der Klägerin, erteilten Anweisung lylgU e AJö Ua U UviU Uvl C X QUUlUlßUiüU XvUlMJl4vU ed sei Sache der DflflHBAG, das Nitroglyzerin mit Hilfe von Äther in die Ölige Grundlösung zu bringen, und die ^ Habe dafür einzüstehen, daß eine für medizinische Zwecke brauchbare Ausgangslösung geliefert werde* Mit dieser Bemerkung bringt das Berufungsgericht zu dem Ausdruck, die Beklagte habe die für . die Herstellung ihrer Nitroglyzerinkäp'söln benötigte Ausgangslösung (Nitroglyzerin in pflanzlichen bzw* mineralischen Ölen) von der BJHHB AG erhalten können, ohne" daß sie das - patentrechtlich" nicht geschützte -Verfahren gekannt habe, nach welchem die eine gleiche Lösung bereits für die Klägerin hersteilte* Dieser auf tatsächlichem Gebiet liegenden Würdigung des SaöÜverhalts kann aus Rechtsgründen nicht entgegengetreten werden» An ihr muß auch die ‘Rüge der Revision scheitern, es widerspreche der Lebenserfahrung und sogar den Denkgesetzon, daß die Beklagte ohne Kenntnis des Verfahrens der Klägerin unter Überwindung technischer Vorurteile in kürzester Zeit die beste Mischungsmethodo habe finden können* Die Revision verkennt hierbei, daß nach den getroffenen Feststellungen die Beklagte ein Verfahren für die Herstellung der Au sgang slö sung von Nitroglyzerin mit pflanzlichen bzw» mineralischen Ölen, um die es sich bei dem behaupteten Betriebsgeheimnis dor Klägerin allein handelt, überhaupt nicht zu finden brauchte, weil sie diese Herstellung der D{HB0AG überlassen hat, die in Kenntnis deä Verwendungszwecks erklärt hatte, zur Herstellung einer solchen Lösung bereit und ln der Lage zu sein* Daß dielflHHBpAG-hierbei nach einer Methode verfuhr, die* sich bei der Anfertigung von Nltroglyzefinlösüngön für eine andere pharmazeutische Herstollerin wie die Klägerin bereits bewährt hatte, liegt im Bereich des Wahrscheinlichen und zwingt jedenfalls nicht zu dem Schluß, daß die An wendung dieser Methode bei der Ausführung des Auftrags der Beklagten auf einer Anweisung der Beklagten oder des Dr. hätte beruhen müssen. daß die Beklagte3 wenn ihr das Verfahren; zur Herstellung der Ausgangslösung für das Nitrolingual der Klägerin unbekannt gewesen sei? b) Abgesehen hiervon bieten die Ausführungen im Berufungsurteil keinen Anlaß '• zu derAnnahme, daß das Berufungsgericht das Wesen des von der Klägerin behaupteten Betriebsgeheimnisses nicht erkannt habe * Entgegen der Meinung der Revision hat das Berufungsgericht unter Rezeptur' Äi^i^yp^die Zusammensetzung des Erzeugnisses nach den darin enthaltenen St offen 5 sondern gerade auch die Reihenfolge verstanden? Schon im Urteilstatbestand ist der Vortrag der Klägerin über die Bedeutung dieser Reihenfolge ausführlich wiedor-gegeben» In den Entscheidungsgründen hat das Berufungsgericht alsdann bei der Erörterung der Frage, 6b das der Herstellung des Nitrolingual vorausgehende Mischungsverfahren als Betriebsgeheimnis der Klägerin ahzusehen sei, der Reihenfolge der Mischungsvorgähgo* besbftdere Aufmerksamkeit zugewandt und sich hierbei' namentlich mit der Behauptung der Klägerin befaßt, die eine von 15 möglichen Reihenfolgen, die sie ahv/!ende, sei für den Fachmann nicht naheliegend., Daraus geht Unmißverständlich hervor, daß das Berufungsgericht die gewählte Reihenfolge als einen Bestandteil des Verfahrens aufgefaßt hat, für das die Klägerin die Eigenschaft eines Betriebsgeheimnisses in Anspruch nimmt» Wenn das Berufungsgericht später ausgeführt hat, das $ eheimverfahren als solches sei "seine geistige Konzeption, seine Rezeptur, ,nicht dagegen seine Ausführung”, so kann schon hiernach nicht zweifelhaft sein, daß die “Rezeptur” auch die Reihenfolge der Misehungcvorgäfcge umfassen sollte0 Dies steht im Einklang mit dem Sprachgebrauch, näch dem als ."Rezept” im Sinne einer Vorschrift für die Herstellung eines Erzeugnisses in der Regel nicht lediglich die Zusammenstellung der zu verwendenden Stof fei sondern auch und sogar in erster Linie eihe Anweisung für die Art und Weise ihrer Verwendung und damit bei mehreren Arbeitsvorgängen vornehmlich für die Stufenfolge dieser Verwendung bezeichnet wird, ohne die das Rezept als Herst ellungsvor schrift unvollständig seinwürde» Mit der "Ausführung”, von der das Berufungsgericht im Gegensatz zur "Rezeptur" spricht, ist demgegenüber ersichtlich der praktische Vollzug der Herstellungsvorschrift gemeint. dessen Verlauf bei der Beklagten das Berufungsgerieht im einzelnen festgestellt hat« Danach wird zunächst im Werk der Beklagten eine ölige Lösung aus pflanzlichen und mineralischen Ölen hergestellt* Die Beklagte sendet diese Lösung und Äther (pro narcosi) an die.Dynamit AG, bei dor die Mischung mit Nitroglyzerin: vorgenoraraen wirdo Von der '33AG "gelangt diese Mischung?•. dem das von'der Klägerin in Anspruch genommene Betriebsgeheimnis eine Hollo hätte spielen können, sondern daß sie allein die geschilderten Fabrikationsvorgänge im Betriebe der Beklagten betreffen, bei der jene Lösung als schon fertiger Bestandteil des durch Weitere Zusätze zu vervollständigenden und abzufüllenden Enderzeugnisses verwendet wurde* Die Feststellung, daß Br«, SflBi das für diese FabrikationsVorgänge erforderliche Rezept geschrieben habe«, bedeutet ;daher nicht, daß auch die Rezeptur für die Herstellung der Nitroglyzerinlösung durch die DfHHPAU von ihm zur Verfügung gestellt worden sei« Das letztere ist vielmehr vom Berufungsgericht an mehreren anderen Stellen des Berufüngsurtöils eindeutig verneint worden, an denen gesagt wird, 'zur Mez'eptur des im Werk Sder ACr ange'wende t eri Verf ahreno habe Dr* SflHpnichts beigetragen, Dr» SfH^’habe nur ihm gegebene Rezepturen ausgeführt; auch-die Aufforderung, der DflHMP AG Ither pro narcosi zu schicken, sei von Dr» dem Chemiker der AG, ausgegangen«> d) Schließlich greift auch die Verfährensrüge aus § 286 ZFO nicht durch, mit der die Revision sich dagegen wendet, daß das Berufungsgericht sich bei seinen Feststellungen nicht mit dem von der Klägerin überreichten Schreiben der D0HIM AG an die Klägerin vom 18«. I^mpAG mitgeteilt p sie stelle grundsätzlich Nitroglyzerinlösungen nur nach Angaben der betreffenden Firmen f her5 sie gebe die Rezepturen nicht an andere Firmen weiter, das Verfahren, Nitroglyzerin mit Hilfe von Äther in ölige Lösungen hineinzubringen, habe sie bisher nur für die Klägerin angewandt, und die Herstellung für die Beklagte erfolge nach den ihr von Br» gemachten Angaben* Da das Berufungsgericht das erwähnte Schreiben im Tatbestand des angefochtenen Urteils wörtlich wiedorgcgcben hat, ist die Annahme unbegründet,, der Inhalt des Schreibens sei vom Berufungsgericht übersehen worden* Daß das Berufungsgericht sich in den Urteilsgründen mit den allgemein gehaltenen Erklärungen in dem Schreiben näher befaßte, war nicht erforderlich, nachdem es über ailo Einzelheiten der Vorgänge, die dem Auftrag der Beklagten an die EfflHBÄG vorauf gegangen waren, die daran beteiligten Personen, insbesondere Dr* den Verfasser des Schreibens, unmittelbar und eingehend als Zeugen gehört hätte* Es stellt zu demal keinen Verstoß gegen die Vorschrift des § 286 ZPO dar, wenn das Berufungsgericht dem Satz des Schreibens, daß die Herstellung für die Beklagte hach den "Angaben” des Dr* S0|pferfolge, keine Bedeutung mehr beigemessen hat, nachdem es auf Grund jener Beweisaufnahme die Überzeugung gewannen hatte, daß zu diesen Angaben weder die Verwendung von Äther als Lösungsvermittler noch die Reihenfolge der Mischung bei der Anfertigung der Nitroglyzerinlösung gehört haben könne * lila Der Sachverhalt, den das Berufungsgericht nach alledem rechtsirrturas£rei festgestollt hat, ergibt nichts, was gegen die Beklagte den Vorwurf eines sittenwidrigen Verhaltens im Sinne des § 17 Ahs<> 2 DWG oder eines Verstoßes gegen die kaufmännischen guten Sitteh in^dem allgemeineren Sinne des § 1 UWG rechtfertigen könnte« Die Beklagte hat sich weder ein* etwaiges Betriebsgeheimnis der Klägerin auf einem zu mißbilligenden Wege verschafft, noch ein solches Geheimnis, wenn es bestanden haben sollte, in unlauterer Weise, sei es unmittelbar, sei es durch die Einschaltung des Dr« ausgenutzt» Die von der Be- klagten noch zur Nachprüfung durch das Bevisionsgericht gestellte Rechtsfrage, ob nach den Feststellungen des Berufungsgerichts nicht darüber hinaus das Vorliegon dos behaupteten Betriebsgeheimnisses hätte verneint werden müssen, kann danach ebenso offen bleiben wie die weitere, gleichfalls auf rechtlichem Gebiet liegende Frage, ob die zeitlich unbegrenzte umfassende Geheimhaltungspflicht, die dom Apotheker Br« Sflflpvon der Klägerin auch für die Zeit nach seinem Ausscheiden auferlegt worden war, rechtswirksam begründet worden ist, namentlich ob sie im Hinblick auf § 133 f GewO auch auf die Rezeptur der für das Nitrolingual verwendeten Nitroglyzerinlösung erstreckt werden könnte«