BGH · Ib ZR 91/65 vom 04.01.1967
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Nach § 13 des Gesellschaftsvertrages sollte hei Ausscheiden eines Gesellschafters die Gesellschaft von den übrigen Gesellschaftern unter Fortführung der Firma weiterbetrieben werden dürfen» Der Kläger ist der Auffassung, die Beklagte zu 1 sei nach der zu dem 1* Januar i960 erfolgten Änderung der Firma, die nun nicht mehr seinen Familiennamen enthalten habe, nicht mehr berechtigt, diesen Namen oder das Eichel-Bildzeichen im geschäftlichen Verkehr zu benutzen. zur Keimzeichnung der von ihnen vertriebenen Textilmaschinen sowie in geschäftlichen Mitteilungen, insbesondere in Briefen, Angeboten, Prospekten und druckschriftlichen Veröffentlichungen den harnen des Klägers oder das eine Bichel mit einem Exzenter darstellende Bildzeichen, sei es .waren-zeichenraäßig, sei es in sonstiger Weise, zu benutzen. in Verbindung mit dem Verhalten des Klägers bei seinem Ausscheiden aus der Gesellschaftt herleiten« In diesem Vertrag hat der Kläger sich damit einverstanden erklärt, daß die Gesellschaft die seinen Familiennamen enthaltende Firma auch im Falle seines Ausscheidens aus der Gesellschaft weiterführte« Eine zeitliche Grenze sieht diese Vereinbarung nicht vor« In einer derartigen Gestattung des Hamensberechtigten liegt ein schuldrechtlich verpflichtender Verzicht auf den aus dem Mamensrecht fließenden ünterlassungsanspruch« Wie weit ein solcher Verzicht im Einzelfall reicht, ist Auslegungsfrage; insbesondere ist es eine Frage der Auslegung des Farteiwilleno, ob dem Empfänger der Gestattung auch das Hecht eingeräumt werden sollte, den Hamen als Warenzeichen für sich eintragen zu lassen (HG Warn« 1911 Nr, 221), Das Berufungsgericht legt die im Gesellschaftsvertrag enthaltene Vereinbarung über die Fortführung der Firma dahin aus, damit habe zugleich die Erlaubnis erteilt werden sollen, den Hamen "E^I^HI1 enthaltende, bereits bisher benutzte Warenkennzeichnungen: weiterhin zu verwenden, sowie zu ihrem Schutz entsprechende Warenzeichen anzu demelden. gegründete Kommanditgesellschaft sei berechtigt gewesen, die bisherigen Warenkennzeich-nungen auch dann weiterzubenutzen, wenn die so be-zeichneten Erzeugnisse nicht auf eine Konstruktionsarbeit des Klägers zurückgingen« Hieran habe sich auch durch die spätere Änderung der Firma, die seither den Namen des Klägers nicht mehr enthielt, nichts geändert» Mit dieser Firmenänderung habe die Beklagte zu 1 ihre Hechte aus der Gebrauchsüberlassung nur bezüglich der Firmenbezeichnung aufgegeben, hingegen das Hecht behalten, den Namen des Klägers zur Warenkennzeichnung weiterzuverwenden» Firmenänderungen seien nichts Ungewöhnliches; mit ihnen habe der Kläger rechnen müssen, als er in die Firmenfortführung und damit auch in die Verwendung von Warenkennzeichnungen mit seinem Namen eingewilligt habe» Bei einer Kommanditgesellschaft besagten die den Familiennamen des Klägers enthaltenden Warenbezeichnungen auch nicht mehr ohne weiteres etwas über den Konstrukteur der Maschinen* Eine darin etwa liegende Xnteressenverschiebung habe der Kläger im Gesellschafttsverträg- in Kauf genommen» Ergänzend führt das Berufungsgericht hinsichtlich der Beklagten zu 2, die sich mit dem Alleinvertrieb der fraglichen Maschinen befaßt, weiter aus, diese Beklagte habe auf Grund des Vertrages vom 26. Juli 1956 vom Kläger das zunächst bis zu dem 31- Dezember 1976 befristete Recht eingeräumt erhalten, die damals noch vom Kläger selbst hergestellten Maschinen unter Verwendung des Namens zu vertreiben» Auch die Hechte und Ff lieh ten aus diesem Vertrage habe der Kläger in die im Herbst 1957 gegründete Kommanditgesellschaft eingebracht, an deren Stelle die Beklagte zu 1 getreten sei* Persönlichkeitsbereich freigeben wolle, als er dies ausdrücklich tue, Y/enn aber in der Einwilligung in die Fortführung des Namens als Firma stillschweigend auch die Erlaubnis liegen solle, den Namen enthaltende Y/arenkennzeichnungen zu verwenden, dann könne einer solchen Erlaubnis jedenfalls keine selbständige Bedeutung zukommen; sie sei vielmehr an das Hecht der Firmenfortführung gebunden und, da auch das Berufungsgericht annehme, daß dieses Hecht von der Beklagten zu 1 aufgegeben v/orden sei, zugleich mit diesem erloschen. a) Es kann dahingestellt bleiben, ob der Revision darin beigetreten werden kann, Verträge über die Benutzung fremder Namen als Warenbezeichnung seien allgemein eng auszulegen, und ob das insbesondere für eine Vereinbarung zu gelten hätte, durch die der Namensträger im Rahmen eines Gesellschaftsvertrages ausdrücklich sein Einverständnis mit der Fortführung der seinen Namen enthaltenden Firma für den Fall seines Ausscheidens aus der Gesellschaft erklärt. Sollte die Revision der Ansicht sein, in einem derartigen Falle müsse sich die Einräumung des Rechts auf Benutzung des Familiennamens zur Kennzeichnung von Waren schon aus dem Wortlaut der Vereinbarung ergeben, so könnte dem jedenfalls nicht gefolgt werden. Insoweit hat aber das Berufungsgericht mit Recht hervorgehoben, daß der Kläger im Rahmen des von ihm bei der Gesellschaftsgründung eingebrachten Unternehmens seinen Namen bereits vorher als Warenkennzeichnung für die von ihm hergestellten Maschinen verwendet hatte und daß derartige Maschinen weiter von der Gesellschaft hergestellt und von der Beklagten zu 2 unter denselben Bezeichnungen wie zuvor vertrieben werden sollten. keinen Rechtsfehler dar, wenn das Berufungsgericht davon ausgegangen ist, daß der Kläger zu dieser Art des Gebrauchs seines Hamens seine Einwilligung erteilt hat* Tatsächlich sind denn auch die von der Kommanditgesellschaft hergestellten Maschinen während der Zugehörigkeit des Klägers zur Gesellschaft weiter unter den seinen Hamen enthaltenden Warenzeichen vertrieben worden* Schließlich enthält das Berufungsurteil auch insoweit keinen Rechtsfehler, als es weiter annimmt, aus der Befugnis zur Warenkennzeichnung folge im Streitfall auch das Recht der Beklagten zu 1, entsprechende Warenzeichen anzu demelden (vgl* RG aaO*)* Diese Regel greift jedoch nicht Platz, wenn - wie im Streitfall - die Gestattung sich gerade auch auf den Pall der Beendigung der Beziehungen der Parteien (Ausscheiden des Klägers aus der Gesellschaft) erstreckte* Es ist dann vielmehr eine Präge der Auslegung des individuellen Vertrages, welche Veränderungen zu dem Erlöschen der Befugnis zur Benutzung des Hamens als Warenkennzeichnung führen sollten. Die Auffassung des Berufungsgerichts, daß die Änderung der Firmenbezeichnung nicht diese Folge haben sollte, kann aus Rechtsgründen nicht beanstandet werden. Br hatte in die Kommanditgesellschaft sein Unternehmen mit allen Hechten und Verbindlichkeiten, insbesondere mit den sich aus dem Vertrage mit der Beklagten zu 2) ergebenden Hechten eingebracht, die bis 2um 31* Dezember 1976 liefen. Bei dieser Intereesenlage kann entgegen der Ansicht der Revision nicht angenommen werden, der Wille der Parteien sei von vornherein dahin gegangen, bei der hier gegebenen Änderung der Firma solle das Hecht der Benutzung des Hamens des Klägers zur Kennzeichnung der Erzeugnisse der Beklagten zu 1 erlöschen.