BGH · Ib ZR 88/62
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Die Beklagte hat gegen den Kläger an 19» August 1958 ein rechtskräftiges Urteil des Stadtgerichts von Groß-Berlin (sowjetischer Sektor) erwirkt, durch das der Kläger verurteilt worden ist, an die jetzige Beklagte 24 455fH DM (West) nebst 8 jS Zinsen seit den 15» Februar 1958 "auf dem Verrechnungswege zu zahlen, wie er im Abkommen vom 20e September 1951 über den Handel zwischen den Währungsgebieten der Deutschen Mark der Bundesbank (DM-West) und der Deutschen Mark der Deutschen Notenbank (DLI-Ost) - Berliner Abkommen - Abschnitt C - Zahlungsverkehr - featgelegt worden istno Aus diesem Urteil betreibt die Beklagte gegen den Kläger die Zwangsvollstreckung, gegen deren Zulässigkeit der Kläger sich mit der vorliegenden Klage wendet» Dem Stroit der Parteien liegt folgender Sachverhalt zugrundGo Der Kläger war Alloininhabor der Firma Ingo-Büro und Werkstätten, Ing» Karl wflBa in GrBBin Thüringen» In dem so bezeichnoten Unternehmen, ih-.dem etwa 300 Arbeiter beschäftigt waren, wurden im wesentlichen Feuchtigkeits-meßgoräte hergestellt» Nachdem der Kläger bereits im Jahre 1953 vorübergehend vorhaftet und sein Betrieb beschlagnahmt, ihm jodoch nach seiner Freilassung wieder zurückerstattet worden war, verließ er am 10» Februar 1956 GrH®unä ließ sich in nieder» Er hatte bereits durch notarielle Ur- Bevor ein dahingehender Vertrag zu3tandekam, schloß der Kläger mit der Beklagten, einer im Zuge der Neuordnung des Außenhandels der SBZ zu dem Zwecke der Abwicklung von Exportgeschäften des Sektors Peinmechanik-Optik gegründeten Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Verkaufsaufträge über Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmeßgeräte, für die bis einschließlich 21 o Mai 1957 Be-zugsgenehmigungen zu einem Gesamtbeträge von 524 555o— DM erteilt worden waren» In der Bezugsgenehmigung vom 21» Mai 1957 über 200.000.— DM ist als »'Verkäufer (Zahlungsempfänger)" die Firma "Ingo Karl Wfm, Fabrik olektrophys» Geräte in Grflft (Thüringen)" genannt« Auf Grund dieses Vortriebsabkommens kam es zwischen den Parteien bis Februar 1958 zu weiteren Einzelkaufverträgen über Lieferungen von Geräten aus der Produktion des Greizer Betriebeso Die gesamte Kaufpreis summe, für die Genehmigungen erteilt worden sind, beläuft sich - einschließlich der schon vor Abschluß des Vertretervertrages getätigten Seit Beginn der Lieferungen wurde durch Mitglieder des Rates der Stadt GrflIBund der Industrie- und Handelskammer GrflB auf den Bruder des Klägers eingev/irkt, den Kläger zur Rückkehr in die SBZ zu veranlassen, da sonst die Beziehungen zu ihm abgebrochen werden müßten* Insgesamt lieferte die Beklagte dem Kläger im Jahro 1957 Waren in einem Gesamtwerte von 75*000*—EM* Da der Kläger an die Beklagte keine Zahlungen mehr leistete, erhob diese vor dem Stadtgericht von Groß-Berlin (sowjetischer Sektor) gegen den Kläger Klage auf Zahlung von 24«455?14 DM nebst 8 $ Zinsen seit dem 15° Februar 1958» Der in jenem Rechtsstreit durch einen Westberliner Rechtsanwalt vertretene Kläger rechnete zunächst mit Gegenforderungen von 15°000«— DM wegen mangelhafter Lieferungen und aus einem Ersatzanspruch für Werbungskosten auf und machte wegen des übersteigenden Betrages ein Zurückbehaltungsrecht bis zu dem Ablauf einer zugesagten Garantiefrist geltend» Nachdem das Gericht eine Stellungnahme des GeneralStaatsanwalts von Groß-Eerlin vom 11» Juni 1958 eingeholt hatte, hielt der Kläger diese Einwendungen nicht aufrecht und erhob soinerseili den eingeklagten Betrag auf dem im Iuterzoncn-Handelsabkommen vom 20» September 1951 festgelegten Vcr-rechnungsv/ege zu zahlen» Die von dem Kläger gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde durch einen mit Gründen versehenen Beschluß des Zivilsenats des Kammergerichts von Groß-Berlin (sowjetischer Sektor) vom 15» November 1958 als offensichtlich unbegründet verworfen» Verhältnis” mit dem Bruder des Klägers, Albert WjHB, zu dem 31 * August 1958o Albert verließ hierauf im November 1958 gleichfalls die SBZ- Er ist seitdem als Prokurist in dem GflHf Betrieb des Klägers tätigo Bereits mit Schreiben vom 4» August 1958 hatte der Kläger die Deutsche Notenbank;, Filiale in Grf^ (Thüringen), beauftragt, an die Beklagte den von ihr vor dem Stadtgericht von Groß-Berlin eingeklagten Betrag zu überweisen* Diese lehnte mit Schreiben vom 5o September 1958 die Ausführung des Auftrages ab, weil nach einer Auskunft, die sie bei der Beklagten eingeholt hatte, der Betrag in DM-West zu zahlen sei«. Als die Beklagte mit Vollstreckungsmaßnahmen aus äern Urteil vom 19« August 1958 begann, stellte der Kläger bei dem Amtsgericht in Gießen einen Antrag, die Zwangsvollstreckung gemäß § 765 a ZPO zu untersagen» Durch Beschluß des Amtsgerichts in Gießen vom 50» Januar I960 wurde der Antrag zurlickgewie sen« Auf die von dem Kläger gegen diesen Beschluß eingelegte sofortige Beschwerde wurde das Verfahren durch Beschluß de3 Landgerichts in Gießen vom 18» Januar 1961 bis zur Entschei dung des vorliegenden Rechtsstreits ausgesetzt« Der Kläger hält die Zwangsvollstreckung aus dem Urteil des Stadtgerichts von Groß-Berlin vom 19® August 1958 für unzulässig« Er hat geltend gemacht, dem Urteil sei die gemäß §4} 328, 722, 723 ZPO erforderliche Anerkennung zu versagen, weil es gegen den ordre public der Bundesrepublik verstoße und auf einem Verfahren beruhe, in dem wichtige rechtsStaatliehe Verfahrensgrundsätze verletzt worden seien« Y/eiterhin hat er gegen die Urteilsforderung mit mehreren Gegenforderungen aufge rechnet, die er im we sent liehen aus von ihm der Beklagton zur Last gelegten Vertragsverletzungen, Wettbewerbsverstößen und Kennzeichenverletzungen herleitet« Sie hat zunächst die Auffassung vertreten, infolge des Vollstreckungsschutzantrages des Klägers nach § 765 a ZPO sei das für die Klage erforderliche Rechtsschutz-interesse zu verneinen« Ferner hat sie eingewandt9 das angerufene Gericht sei nicht zuständig5 da vertraglich der Gerichtsstand Berlin-Mitte vereinbart sei« Auch ist sie der Auffassung des Klägers entgegengetreten5 daß in dem Verfahrens in dem das Urteil gegen den Kläger erging9 rechtsstaatliche Grundsätze verletzt worden seien« Der Kläger habe zudem seine Zahlungsverpflichtung durch seinen Auftrag an die Deutsche Notenbank, Filiale GrflP, auf Auszahlung der Klagesumme und seine Zahlungsanweisung vom 4o August 1958 anerkannte Die Beklagte hat sich schließlich darauf berufen, daß gegenüber ihrer Kaufpreisforderung nach dem Berliner Abkommen und nach ihren den Kaufverträgen zugrundeliegenden Geschäftsbedingungen eine Aufrechnung und ein Zurückbehaltungsrecht ausgeschlossen seien» Es erübrige sich daher, auf die Schadensersatzansprüche wegen unlauteren Wettbewerbs einzugeheno Diese seien zudem unbegründet«, Das Landgericht hat die ZwangsvollStreckung für unzulässig erklärt, den Klageantrag auf Herausgabe dos Titels jedoch abgewiesen« In den Ent s che i dungs gründen ist ausgeführt, zur Vollstreckung eines in der SBZ ergangenen Urteils sei zwar grundsätzlich ein Vollstreckungsurteil gemäß § 722 ZPO nicht erforderlich«, Dies schließe jedoch eine Klage auf Feststellung der Unzulässigkeit der Zwangsvollstreckung aus einem solchen Urteil nicht aus«, Ein dahingehendes Foststellungsbegehren sei zulässig« Die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gemäß § 722 Abs« 2 ZPO und das Rechtsschutzinteresse seien zu bejahen« Die Klage sei auch begründet, weil die Anerkennung dos von der Beklagten erwirkten Urteils insofern gegen die guten Sitten verstoße, als der Kläger zur Zahlung an die Beklagte, eine staatsoigene Gesellschaft, verurteilt worden sei, obwohl ihm durch die während der Abwicklung der Vorträge getroffenen Maßnahmen jede Verfügungsgewalt über sein Eigentum in der SBZ genommen worden sei» Die Beklagte handle unredlich, wenn eie sich diesen Llaßnahmen gegenüber auf ihre rechtliche Selbständigkeit berufe» Hilfsweise sei die Zwangsvollstreckung auch infolge der Aufrechnung mit Schadensersatzforderungen für unzulässigjjzu erklären; denn die Beklagte habe nach der Einstellung der Lieferungen unter dem Namen des Klägers und unter Benutzung seiner Warenzeichen Geräte geliefert und sei daher zu dem Schadensersatz verpflichtet» Der dem Kläger hierdurch erwachsene Schaden sei mindestens in Höhe der Vollstreckungsforderung begründet (§ 287 ZP0)e Dagegen sei das Begehren auf Herausgabe des Titels als unzulässig abzuweisen, weil insoweit die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichtes nicht gegeben sei« “Die ZwangsvollStreckung aus dem am 19» August 1958 in Sachen Deutsche Export-Import-Gesellschaft gmB/Optik moboHo gegen Firma Ing»-Büro und Werkstätten«, Ingo Karl W( Gießen - Az» 1 B 141/58 - verkündeten rechtskräftigen Urteil des Stadtgerichts von Groß-Berlin (Ootoektor) ist nur zulässig Zug um Zug gegen Befriedigung des Klägers wegen seines Schadensersatz-anspruch.e Dem sei insov/eit Zugfolgen, als das Landgericht die gegenüber dem Betrieb und dem Vermögen des Klägers in Greiz getroffenen Maßnahmen der dortigen Behörden - nämlich den Abschluß des Vertrags über die staatliche Beteiligung* den Entzug der dem Bruder des Klägers erteilten Generalvollmacht, die Einsetzung eines Treuhänders und die Entziehung der Verfügungsbefugnis des Klägers über seine Konten in der SBZ - als eine nach rechtsotaatliehen Grundsätzen sittenwidrige entschädigungslos e Enteignung betrachtet habeo Es könne ferner dahingestellt bleiben, ob die Beklagte, wenn cs sich bei ihr auch rechtlich um eine selbständige juristische Person handele, sich diese Maßnahmen aus den gleichen Gründen entgegenhalten lassen müsse, aus denen die Rechtsprechung die Aufrechnung gegen Forderungen von sogenannten Kriegsgesellschaften mit Forderungen gegen eine andere Roichsstelle zugelassen habe» Denn in dem Zahlungsverlangen der Beklagten und in der Vollstreckung dos diesem Verlangen entsprechenden Urteils sei ein Sittenverotoß und damit eine unzulässige Rochts-ausübung nicht zu erblioken, weil der Kläger, wenn er diesen aus dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben sich ergebenden Einwand geltend mache, sich in Widerspruch Mai 1957 durchgeführt und bereits einschneidend gewesen seien, gekannt» Alle weiteren Maßnahmen seien zu erwarten gewesene Gleichwohl habe der Kläger zunächst bis Mai 1957 Kaufverträge bis zu einem Gesamtbetrag von 524o255o— DM und am 1« Juni 1957 den sogenannten Alleinvertretungsvertrag mit der Beklagten abgeschlossen und nach seinem eigenen Vortrag auf die in Höhe von insgesamt 75«.000»—* DM bewirkten Lieferungen ungefähr 50»000„— DM an die Beklagte gezahlt» Hiermit habe er zu erkennen gegeben, daß er in den erwähnten Eingriffen kein Hindernis für geschäftliche Beziehungen zur Beklagten erblicke» Die später liegenden weiteren Enteignungsmaßnahmen hätten auf der Sowjetzonalen Anordnung vom Io Dezember 1955 “über die Behandlung dos Vermögens von Personen“ beruht, “die die Deutsche Demokratische Republik nach dem 10» Juni 1953 verlassen“ (GBl DDR 1953 So 1231)«» Diese Anordnung sei gegen den Kläger, der sie nach der Lebenserfahrung gleichfalls gekannt habe, offensichtlich nur deshalb nicht sofort in voller Schärfe angewendet worden, weil dio betreffenden Kreise in der SBZ daran interessiert gewesen 3eien, sich die technischen und wirtschaftlichen Erfahrungen des Klägers zu erhalten und den Kläger zur Rückkehr zu bewegen» Der Kläger sei sich daher, so stellt das Berufungsgerieilt fest, im Zeitpunkt seiner Flucht, spätestens aber bei Aufnahme der Geschäftsbeziehungen zur Beklagten darüber klar gewesen, daß noch weitere«, einer entschädigungsloscn Enteignung gleichzusetzende Maßnahmen gegen sein Unternehmen in der SBZ bevorstanden© Zwar möge er vielleicht die Hoffnung gehabt haben, durch die geschäftliche Verbindung mit der Beklagten und die Übernahme der Alleinvertretung solche Maßnahmen verhindern zu können» Biese Hoffnung sei aber zunichte geworden, als er sich entschlossen habe, dem Wunsch nach Rückkehr in die SBZ nicht zu entsprechen, und als seinem Bruder spätestens am 17© Januar 1953 von Mitgliedern des Rates des Kreises Gc0, wo man diesen Entschluß erkannt habe, die Einstellung weiterer Lieferungen mitgeteilt worden sei© Mit der anschließenden zwangsläufigen Entwicklung habe der Kläger zu rechnen gehabt» Dennoch habe er im Frühjahr 1958 noch weitere Bestellungen aufgegeben und Zahlung binnen 30 'lagen versprochen, um, wie er dabei ausdrücklich erklärt habe, die Geschäfte wieder in Gang zu bringen© Er habe damit die Bereitschaft ausgedrückt, ungeachtet der wegen seiner Weigerung zur Rückkohr unvermeidlich gewordenen und dann auch vollzogenen entschädi-gungslosen Enteignung mit der Beklagten, die er selbst mit den Dienststellen der SBZ gleichsetze, in Geschäftsverbindung zu bleiben© Wenn er sich jetzt darauf berufe, die Eintreibung der Kaufpreisforderung sei wegen dieser Enteignung sittenwidrig, so setze er sich mit seinem voraufgegangenen Verhalten derartig, in Widerspruch, daß sein Einwand mit Treu und Glauben nicht vereinbar sei© Daher stelle weder der Inhalt des Leistungo-urteils noch die Vollstreckung aus diesem Urteil durch III« Es kanndahingesteilt bleiben, ob oder inwieweit diese Angriffe der Revision im einzelnen gerechtfertigt sind« Der Revision ist zuzugeben, daß zu demindest die Gründe, aus denen das Berufungsgericht dem Kläger eine Schadensersatzforderung aus Verletzung gewerblicher Schutzrechte zugebilligt hat, in tatsächlicher Hinsicht nicht ausreichen, um die Entscheidung zu tragen> Der Bestand der angefochtenen Entscheidung wird hierdurch aber nicht in Präge gestellt, weil der Vollzug des Urteils des Stadtgerichts sich aus anderen Erwägungen als unzulässig erweist« so kann den Ausführungen dos Berufungsgerichts jedenfalls aus Rechtsgründen nicht entgegengetreten werden«» Denn die vom Kläger* geltend gemachten Umstände9 nämlich die Einholung einer Stellungnahme der Staatsanwaltschaft durch das Stadtgericht und die Schriftlichkeit des-Verfahrens zweiter Instanz? 3o Auch wenn das von der Beklagten gegen den Kläger erwirkte Urteil als Vollstreckungstitol anerkannt werden kann, ist der Kläger aber nicht gehindert, der Urteilsforderung mit sachlich-rechtlichen Einwendungen entgegenzutreteno Dabei braucht nicht zu der umstrittenen Drage Stellung genommen zu werden, in welchem Umfange solche Einwendungen allgemein gegenüber einem rechtskräftigen Zivilurteil durchgreifen können (vgl0 dazu BGHZ 13? BGIIZ -40,130)0 Sie sind jedenfalls insoweit zulässig, als der ihnen zugrunde liegende Sachverhalt nach der letzten Tatsachenverhandlung eingetreten ist* Dann kann der Schuldner die Zwangsvollstreckung mit der Vollstreckungsgegenklage abwehren (§ 767 Abs* 2 ZPü)o Ob die Voraussetzungen für eine solche Klage im Streitfälle aus den vom Berufungsgericht angenommenen Gründen gegeben sind, erscheint zwar nach den getroffenen Feststellungen zweifelhafte Hierzu bedarf es aber keiner abschließenden Stellungnahme, weil eine Vollstreckungsgegenklage im Streitfall, wie im Folgenden näher darzu-logen ist, aus anderen Gesichtspunkten zulässig und begründet ist, nämlich deshalb, weil die Geltendmachung der Forderung der Beklagten aus Warenlieferungen infolge der gegen den Kläger ergriffenen Enteignungs-maßnahmon, die in ihrer Gesamtheit erst nach dem Abschluß des Verfahrens vor den Gerichten im sowjetischen Sektor von Berlin übersehbar waren, im Hinblick auf die voraufgegangenen Rechtsbeziehungen der Parteien Treu und Glauben widerspricht und mithin eine nach § 242 BGB unzulässige Rechtsausübung darstellta a) Das Berufungsgericht hat die Klage, wenn auch in erster Linie im Sinne eines gegen die Wirksamkeit des Titoli gerichteten Foststollungsbegehrens, so doch zugleich als Vollstreckungsgegenklage nach § 767 ZPO aufgefaßt, deren Durchführung vor einem Gericht der Bundesrepublik, also außerhalb des ausschließlichen Gerichtsstandes der §§ 767 Abs«, 1, 802 ZPO, mangels einer Unzuständigkeit□-rüge schon nach den §§ 512 a, 528 Satz 2 ZPO keinen Bedenken unterlag«. Deshalb kann unerörtert bleiben, ob nicht für Einwendungen gegen einen von einem Gericht der SBZ oder des sowjetischen Sektors von Berlin festgestellten Anspruch, die wie hier unter Berufung auf sov/jetzonale Enteignungsmaßnahmen erhoben werden, ohne Rücksicht auf die Zuständigkeitsregelung in den §§ 767 AbSo 1, 802 ZPO und möglicherweise sogar ohne die sachlich-rechtlichen Einschränkungen in § 767 Abs«, 2 ZPO schon deshalb eine auf Beseitigung der Vollstrockbarke it gerichtete Klage vor einem Gericht der Bundesrepublik zugelassen werden müsste, weil solche Einwendungen vor dem für die Vollstreckungsgegenklage an sich zuständigen Prozessgericht nach der dortigen Gesetzeslage nicht geltend gemacht werden können«. b) aa) In sachlich-rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht zutreffend davon ausgegangen, daß in der Gesamtheit der Maßnahmen, die in der SBZ gegen den Kläger und seinen Betrieb in Greiz verhängt worden sind, ein Eingriff zu sehen ist, der einer entschädigungs-losen Enteignung gleichsteht und gegen die guten Sitten verstößt«, Der sittenwidrige Charakter dieses Eingriffs tritt, von der Tatsache der entschädigungslosen Enteignung noch darin besonders zutage, daß er - worauf in dem angefochtenen Urteil wiederholt hingewiesen wird - auf die das Grundrecht der Freizügigkeit verletzende und deshalb mit einer rcchtsstaatlichen Ordnung nicht zu vereinbarende Sowjetzonale Anordnung vom Io Dezember 1953 über die Folgen der sogenannten Republikflucht (GBl DDR 1953 S«. bb/Das Berufungsgericht hat weiterhin richtig erkannt, daß durch die sittenwidrige Enteignung die Geltendmachung der vorher entstandenen Forderung jedenfalls dann den Charakter einer unzulässigen ^echts-ausübung annehmen konnte, wenn die Beklagte als Inhaberin der Forderung sich ungeachtet ihrer privat-rechtlichen Rechtsform die Enteignungsmaßnahmen der Sowjetzonalen staatlichen Organisation nach Treu und Glauben entgegenhalten lassen müßtoß Dieser Gedanke wird aber indem angefochtenen Urteiltzu Unrecht nicht weitervorfolgt, weil das Berufungsgericht meint, 'wenn Ein Einwand des Verpflichteten ist v/egen Widerspruchs mit seinem früheren Verhalten treuwidrig, v/enn der Berechtigte auf Grund dieses Verhaltens des Verpflichteten darauf vertrauen konnte, daß der Einwand nicht erhoben, die Verpflichtung vielmehr ohne Rücksicht auf die Tatsachen erfüllt werde, aus denen der Einwand hergelei-tet wird* Das Berufungsgericht hätte daher die von ihm getroffenen Feststellungen unter dem rechtlichen Gesichtspunkt würdigen müssen, ob das Verhalten des Klägers, das zur Entstehung seiner Kaufpreisschulden an die Beklagte geführt hat - nämlich die Anknüpfung von Geschäftsboziehungen zu der Beklagten, die Übernahme dos Alleinvertriebs der Erzeugnisse des Greizer Unternehmens in der Bundesrepublik sowie der Abschluß und die Durchführung von Lieferverträgen auf der Grundlage der Bestimmungen über den Interzonenhandel - bei der Beklagten das nach Treu und Glauben schützwürdige Vertrauen erwecken konnte, der Kläger werde seinen vertraglichen Verpflichtungen auch dann widerspruchslos nachkommen, wenn ihm sein gesamtes in der SBZ belegenes Vermögen endgültig und entschädigungslos weggenommen wurde* des Vertriebsabkommens, wonach der Kläger verpflichtet war-, seine Kennzeichnungsrechte grundsätzlich auch nach Vertragsende dem GrflHB Betrieb zu belassen, in dem Sinne vorgenommen, aus den Geschäftsbeziehungen des Klägers zur Beklagten sei nicht das Einverständnis des Klägers zu folgern, daß die Beklagte sich jener Rechte auch noch nach der Enteignung bediene, und die Beklagte handele sogar sittenwidrig, wenn sie den Kläger trotz der Enteignung an der Verpflichtung aus Ziffer 7 dos Abkommens festhalte«, Bei der Beurteilung der Frage, ob der Kläger sich gegenüber der Vollstreckung des auf denselben Rechtsbeziehungen beruhenden Zahlungstitelsauf die Enteignung berufen dürfe, hat das Berufungsgericht jedoch gleichartige Erwägungen nicht angestellt; vielmehr hat es dem Kläger hier den Hinweis auf die Enteignung mit der Begründung versagt, er habe angesichts derjenigen behördlichen Eingriffe in den Greizer Betrieb, die bei Vertragsschluß schon bekannt gewesen seien, und im Hinblick auf die allgemeine Rechtslage in dor SBZ mit der später vollzogenen endgültigen Enteignung von vorneherein zu rechnen gehabt„ Die Revision will den V/idorspruch, den sie an sich zutreffend in dieser unterschiedlichen Betrachtung;der Lieferverträge und der Kennzeichnungsrechte erblickt, dahin lösen, daß der Kläger ebenso wie an seine Zahlungspflicht auch an die Verpflichtung aus Ziffer 7 des Vortriebsab-kommons gebunden sei, und daß er deshalb auch die ausschließliche Benutzung der Kennzeichnungsrechte für die Erzeugnisse des Sowjetzonalen Betriebs dulden müsseo Die Sache liegt indessen nach den getroffenen Feststellungen umgekehrt so, daß wegen der Enteignung, die erst nach der Entstehung der Kaufpreisschuld und nach dem Abschluß dos Vorprozesses entgültig vollzogen v?ars auch die Volltreckung des Zahlungstitels unterbleiben muß, v/eil ihr der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung entgegen-stehto Das Verhalten <fcs Klägers, das in dem Abschluß der hier 121 Betracht kommenden, am 2U Mai 1957 genehmigten Lieferverträge und d03 unmittelbar darauf zustandegekommenen Vor-triebsabkomraens vom 1. Wenn dem mit Generalvollmacht versehenen Bruder des Klägers auch unter dem Bruck der Verweigerung von Betriebskrediten damals schon eine 50$6ige Kommanditbeteiligung der Beutsehen Investitionsbank, also einer Einrichtung der Sowjetzonalen staatlichen Organisation aufgezwungen worden v/ar und der Betrieb einen von der Behörde bestimmten Personalchef erhalten hatte, so ergibt der Sachverhalt doch, daß bei Abschluß dor Verträge mit der Beklagten der Kläger als Komplementär der Kommanditgesellschaft kapitalmäßig und geoellschaftsrechtlich noch maßgebend an dem Unternehmen und seinen Gewinnen beteiligt war» Wenn das Berufungsgericht in den Entscheidungsgründen des angefochtenen Urteils davon ausgeht, der Kläger sei nach dem Beteiligungsvcrtrage lediglich Kommanditist und die Beutsehe ^Investitions- bank Komplementär in gewesen, so ist dies angesichts der gegenteiligen Feststellung im Urtcilotatbestand, die mit der Feststellung des Landgerichts und dem unbestrittenen Parteivortrag übereinstimmt, ein offensichtlicher Irrtum« Darüber hinaus war der Kläger Inhaber eines sogenannten Y/estzonenkontos bei der Deutschen Notenbank Grfl|3 dessen Höhe er mit 150 0000—DM angegeben hat«, ohne daß die Beklagte dem mit einem substantiierten Vortrag entgegengetreten isto Durch seinen in Greiz verbliebenen Bruder hatte er wenigstens mittelbar sogar einen gewissen persönlichen Einfluß auf den Betriebe Es lag im Interesse der Erhaltung dieses für ihn vergleichsweise noch verhältmäfSig günstigen Zustandes«, wenn derKläger das nicht von ihm selbst gemachte, sondern von Persönlichkeiten der SBZ an ihn herangetragene Angebot, den Vertrieb seiner Geräte in der Bundesrepublik zu übernehmen, nicht ausschlug, das nach den in der SBZ geltenden Bestimmungen nur unter Einschaltung der Beklagten als des zuständigen Außenhandelsunternehuens verwirklicht werden konnteo Bei Ablehnung dieses Angebots hätte der Kläger mit der sofortigen Enteignung und voraussichtlich auch mit Zwangsmaßnahmen gegen seinen Bruder rechnen müssen« Das hat sich später gezeigt, als die erste Meinungsverschiedenheit unter den Parteien, die den Kläger zur Zurückbehaltung der danach eingeklagten Summe veranlaßte, im Ergebnis zur Vermögensentziehung und zur Entfernung des Bruders des Klägers aus dem Betriebe führte« Die Bedeutung dieser von ihm festgestellten Sachlage hat auch das Berufungsgericht nicht völlig verkannt; denn es hat seihst angenommen, der Kläger habe vielleicht die Hoffnung gehabt, durch den Abschluß der Verträge mit der Beklagten weitere Maßnahmen gegen seinen Betrieb verhindern zu können» Wenn das Berufungsgericht dann aber ausführt, diese Hoffnung sei in dem Zeitpunkt zunichte geworden, als der Kläger sich entschlossen habe, nicht in die SBZ zurückzukehren, so setzt es sich damit in Widerspruch zu dem eindeutigen Inhalt des Ver-triebsabkommens und der Lieferverträge, deren Erfüllung die Beklagte beansprucht; denn diese Abmachungen, auf Grund deren dem Kläger der Alleinvertrieb der GrflHi Erzeugnisse im Gebiet der Bundesrepublik oblag, konnten vom Kläger nur erfüllt werden, wenn er in der Bundesrepublik verblieb» Mit der sicherlich zutreffenden Annahme, der Kläger habe den Alleinvertrieb in der Bundesrepublik übernommen, weil er die Enteignung in der SBZ habe verhindern wollen, ist die Erwägung nicht vereinbar, der Kläger sei sich darüber klar gewesen, daß dieser Versuch zwecklos sei, falls er nicht in die SBZ zurückkehre« Zusammenhang außer Betracht bleiben» Sie haben sich erst nach dem Abschluß der Verträge und nach der dem Zahlungstitel zugrunde liegenden Warenlieferung abgespielt o Daher können sie nicht zur Beurteilung der Frage dienen, ob aus dem Verhalten des Klägers bei Vertragsabschluß und bei der V/aronboStellung entnommen worden konnte, der Kläger werde aus solchen Gewalt-maßnahmen keine Einwände gegenüber Ansprüchen aus den Verträgen herleiten, obwohl die ängeknüpfton Geschäftsbeziehungen derartigen Maßnahmen gerade ent-gegeinvirken sollten* Auch der Hinweis des Beruiungsge-richts auf die sowjetzonale Anordnung vom 1, Dezember 1933 über die sogenannte Republikflucht geht rechtlich fehl* Da diese Anordnung ihrerseits gegen die rechtsstaatliche Ordnung verstößt, kann dem Kläger nicht mit der Begründung ein Verstoß gegen Treu und Glauben vorgeworfen werden, er habe sie gekannt und ihre Anwendung in Rechnung stellen müssen«Abgesehen hiervon ergab sich aber aus dem Abschluß der Lieferverträge und des Vertriebsabkommeno und aus der Durchführung dieser Abmachungen, daß gegen den Kläger auf Grund der Anordnung wegen der Vorteil 3 *3, dio ersichtlich auch die Beklagte sich von der Zusammenarbeit versprach, gerade nicht eingcschritton wurde«Mithin kann aus dem Bestehen der Anordnung nicht geschlossen werden, der Kläger habe ein solches Einschreiten bei den Abmachungen voraus-gesehen und die Abmachungen ohne Rücksicht hierauf erfüllen wollen» Daß der Kläger sich im Frühjahr 1958, doh» kurz nach Entstehung der Meinungsverschiedenheiten über die Insertionskosten und damit auch über die Bezahlung des Kaufpreisrückstandes um eine Fortsetzung der Geschäftsbeziehungen bemüht hat, worauf das Berufungsgericht gleichfalls Gowicht legt, ist unerheblich, weil sich zu diesem Zeitpunkt an den vermögensrechtlichen Verhältnissen des Klägers in der SBZ gegenüber dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und der Lieferungen noch nichts wesentliches geändert hatteo Nach alledem hatte der Kläger durch die Übernahme des Alleinvertriebs der Gr^^B Erzeugnisse und durch den Kau.: solcher Erzeugnisse bei der Beklagten keinen Vortrauenstatbestand geschaffen, der die Beklagte zu der Annahme hätte berechtigen können, der Kläger werde ihren etwaigen Kaufpreisforderungen auch aus einer entschädigungslosen Enteignung keine Einwände entgegenhalt en„ Für diese Annahme hätte nicht einmal dann ein Grund bestanden, wenn der Kläger bei Vertragsschluss ungeachtet seiner in erster Linie gehegten 'Hoffnung auf die Fortdauer des durch die Verträge geschaffenen Zustandes eine spätere Enteignung als immerhin möglich ins Auge gefaßt und die Beklagte dies erkannt hatteo Auch in diesem Falle konnte die Beklagte nicht das schutzwürdige Vertrauen haben, daJ3 der Kläger sich dann, wenn durch die Wegnahme seines Betriebes und aller seiner sonstigen Vermögenswerte in der SBZ und durch die Vertreibung seines Bruders aus dem Unternehmen die Grundlage zerstört wurde, auf der er sich zu der Zusammenarbeit mit ihr entschlossen hatte, auf diesen Umstand gegenüber Ansprüchen nicht berufen werde, die sie aus der Zeit der Zusammenarbeit gegen ihn erhöbe Es ist daher kein Y/ider-spruch zu dem voraufgegangenen Verhalten des Klägers und zwischen dem GqHHV Betrieb und seinem rechtmäßigen Inhaber, von der Sowjetzonalen staatlichen Organisation endgültig abgclehnt wurde« Der Sachverl'a lt, der hiernach den Tatbestand der Enteignung vollendete, ist erst im Jahre 19599 also nach rechtskräftiger Erledigung des Vorprosesses eingetreten« Die Voraussetzung, unter welcher der vom Kläger erhobene Einv/and im Wege der Vollstreckungs-gegenklage geltend gemacht werden konnte, ist damit erfüllte GBl DDR 1955 II So 244; 1956 II S« 83; Uber das Außenhandelsmonopol GBl DDR 1958 I So 69, 89)o Es ist nichts darüber vorgetragen, daß die spätere Neuordnung, bei der die volkseigenen Unternehmen durch gleichnamige Gesellschaften mit beschränkter Haftung ersetzt wurden, an der Punktion der Unternehmen im Rahmen des nach wie vor bestehenden Staatsmonopols etwas geändert hat» Die Auffassung des Landgerichts, daß die Umstellung nur auf Zweckmässigkeitserwägungen beruhte, unterliegt daher keinen rechtlichen Bedenken» Die Stellung der Beklagten würde nach alledem vorbehaltlich der Besonderheiten, die sich aus den Bestimmungen über den Interzonenhandel ergeben können, eine rechtsähnliche Anwendung der Grundsätze zulassen, die in der Rechtsprechung für die Aufrechnung gegen Forderungen von Kriegsgesellschaften mit innerhalb desselben hoheitlichen Aufgabenbereichs entstandenen Forderungen gegen eine andere Reichsstelle entwickelt worden sind (vgl0 BGHZ 10, 205; BGH IM § 387 BGB Nr, 16, 17, 18; § 242 BGB C d Nr0 28)o Zahlungsverpflichtungen aus der Lieferung von Erzeugnissen der SBZ grundsätzlich ohne Rücksicht darauf erfüllt werden, daß einerseits die gelieferten Erzeugnisse weitgehend aus entschädigungslos enteignetcn und in Volkseigentum überführten Unternehmen stammen, andererseits die Lieferungen von staatlichen Außenhandelsunternehmen der SBZ, also der Enteignungsmacht bewirkt werden, denen auch die Kaufpreisforderungen zusteheno Eie Zahlung des Kaufpreises für solche Lieferungen kann daher den Außenhandelsunternehmen gegenüber regelmäßig nicht schon deshalb unter Berufung auf Treu und Glauben verweigert werden, v/eil der in die Bundesrepublik überge-siedelto-berechtigte Betriebsinhaber für die ihm in der SBZ weggenommenen Vermögenswerte keine Entschädigung erhalten hat«. In clor ursprünglichen Bezugsgenehmigung vom 21 o Hai 1957 v/ar dementsprechend als Verkäuferin und Zahlungsempfängerin auch nicht die Beklagte«» sondern die Firma Ingo Karl W£^9 Fabrik clektro-physiko Geräte in GrflB, also das Unternehmen des Klägers aufgeführte Der Einschaltung der Beklagten bedurfte es nur deshalb, weil die Sowjetzonale staatliche Organisation für sich das schon erwähnte Außenhandelsmonopol in Anspruch nimmt und dem Kläger daher der unmittelbare Geschäftsverkehr mit dem ihm noch gehörigen Unternehmen verwehrt war«. Im wirtschaftlichen Ergebnis jedoch kamen die Geschäfte dem Unternehmen des Klägers zugute9 das von der Beklagten«) wie sie selbst vorgetragen hat, den jeweiligen Gegenwert erhielte V/enn in einem solchen Falle die Behörden der SBZ gegen dieses Unternehmen Maßnahmen ergreifen, die, wie beide Vorinstanzen rechtsfehlerfrei angenommen haben, einer entschäcigungsloson Enteignung gloichstehen, so widerspricht ös Treu und Glauben, wenn der enteignete Inhaber gezwungen wird, für die Waren, die er vorher als seine eigenen bezogen hatte und deren Gegenwert seiner erkennbaren Erwartung zufolge wieder in sein eigenes Unternehmen gelangen sollte, auch dann noch Zahlungen zu leisten, wenn die gezahlten Beträge nicht mehr einem ihm gehörigen Betriebe, sondern der sov/j et zonalen staatlichen Organisation zufließen, weil diese Organisation inzwischen durch Zwangseingriffe alle Befugnisse zur Verfügung über den Betrieb und seine Vermögenswerte und darüber hinaus auch über die Bankkonten des recht-massigen Inhabers an sich gezogen hat9 auf denen gegebenenfalls die im Vcrrechungswege geleisteten Zahlungen hätten gutgebracht werden können» Unter diesen besonderen Umstanden stellt os eine nach § 242 BUB unzulässige Liechts-ausübung dar, wenn die Beklagte die Kaufpreisforderungon trotz der vollzogenen Enteignung aller in der SBZ belogenen Vermögensstücke des Klägers noch beizutroiben versuchte Ein Erfolg dieses Versuchs würde bedeuten* daß die Beträge, die nach der Rechtslage zur 2eit der Entstehung der Kaufpreisforderungen zu demindest im wirtschaftlichen Ergebnis dem Vermögen des Klägers zuzuführen waren, nunmehr zu dem Vorteil der sowietzonalen staatlichen Organisation die enteignete Vermögensmasse vermehren, Die Beklagte würde damit unter Mißbrauch ihrer privatrechtlichen Rechtsform ungeachtet der Funktion, die ihr im Bereich eines als'Staatsmonopol organisierten Außenhandels zugewiesen ist und die ihr den Erwerb der Kauf-preisforderung erst möglich hat, die nachträgliche Ausdehnung der Enteignungsmaßnahmen auf den Gegenwert von Vermögensstücken - nämlich der bereits ausgelieferten Waren - herbeiführen3 die sich zur Zeit der Enteignung schon nicht mehr in dem enteigneten Vermögen befunden hatten und deshalb von der Enteignung nicht erfaßt worden waren» Dieses Verhalten, dessen Ergebnis mit der rechtlichen Ordnung der Bundesrepublik nicht vereinbar wäre, ist im Verhältnis der Vertragsparteien treuv/idrig, weil die Beklagte damit gegen die Grundlage verstößt, auf der die Lieferverträge der Parteien abgeschlossen worden sind» Die Beklagte muß hiernach den mit den Enteig-nrngsmaßnahmen begründeten Einwand des Klägers gegen sich gelten lassen und von der Beitreibung der Restschuld des Klägers Abstand nehmen0 I Vo Aus dem Vorhergehenden folgt«, daß der Kl ago im Hinblick auf dio Enteignung des Klägers in der SBZ ohne die vom Berufungsgericht vorgenommene Einschränkung hätte stattgegeben werden müssen«, die dahin geht«, daß die Zwangsvollstreckung aus dem Urteil des Stadtgerichts nur Zug um Zug gegen Befriedigung des Klägers wegen eines Schadons-ersatzanspruches in Höhe von 32 280,74 BM-West nebst Zinsen zulässig sein soll« Da der Kläger gegen das Berufungsurtoil jedoch keine Revision eingolegt hat* kann diese Einschränkung vom Revisionsgericht nicht beseitigt worden.