BGH · Ib ZR 131/66
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
in ..;echtsstreitigkeitcn v/egen Verletzung gewerblicher Schutzrechte oder v/egen unlauteren Wettbewerbs ist die Herabsetzung des Streitwerts auch dann zulässig, wenn der Klageantrag zugleich auf BeStimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches gestützt wird* Im vorliegenden Rechtsstreit beanstanden die Klägerinnen den warenzeichenmäßigen Gebrauch der Bezeichnung durch, den beklagten Kaufmann Rudolf Si-e stützen ihr Klagebegehren auf die Verletzung von Warenzeichen-, Ausstattung**-, Pinnen- und Namensrechten (§§ Zh, 25 UZG, 16 UWG, 12 BGB) und ferner darauf, daß der Beklagte durch den warenzeichenmäßigen Gebrauch dieser Bezeichnung wettbewerbswidrig handele (§§ 1, 5 UWG) sowie die ungestörte Ausübung der Gev/erbebetriebe der Klägerinnen beeinträchtige (§ 825 BGB). Da der Beklagte glaubhaft gemacht hat, daß die Belastung mit den Prozeßkosten nach diesem Streitwert seine wirtschaftliche Lage erheblich gefährden würde, war ferner auf seinen Antrag ein herabgesetzter Streitwert im Sinne der §§ 31 a WZG, 23 a UWG festzusetzen. Welche Polgen sich aus dieser Gesetzesfassung für den Pall ergeben, daß von mehreren Klageanträgen der eine auf Bestimmungen des Warenzeichengesetzes oder des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, der andere hingegen ausschließlich auf allgemeine Bestimmungen des bürgerlichen Rechts gestutzt wird, bedarf keiner Erörterung. Denn im Streitfall wird ein und derselbe Klageantrag gegen ein Verhalten gerichtet, das die Klägerinnen als wettbewerbswidrig und als Verletzung ihrer gewerblichen Kennzeichenrechte beurteilen, wobei sie den Schutz für diese Rechte zusätzlich aus den §§ 12, 823 BGB herleiten wollen. In derartigen Fällen kann der Streitwert, der sich nach den von den Klägerinnen mit ihren Anträgen verfolgten Interessen bestimmt, nur einheitlich festgesetzt und auch die Vergünstigung der Streitwert-berabsetzung nur einheitlich gewährt werden. Einer solchen Handhabung steht der erwähnte Wortlaut der §§31 a WZG, 23 a TJWG nicht entgegen; denn danach ist es nicht unbedingt erforderlich, daß mit dem Klageantrag ausschließ’ lieh ein Warenzeichen- oder wettbewerbsreehtlich begründeter Anspruch geltend gemacht wird.