BGH · Ib ZB 13/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
beschriftung »golden Toast" müsse als fremdländische Wortverbindung angesehen werden, auch wenn das Einzelwort "Toast*1 in den deutschen Sprachschatz Übernommen worden seio Damit sei die Gefahr der Täuschung verbunden, die durch die Verwendung von 40 i* aus den Vereinigten Staaten stammendem Weizen nicht ausgeschlossen werde, weil der Verkehr aus der fremdländischen Bezeichnung auf die fremdländische Herkunft der Fertigware Toastbrot schließen könnec Die gegen diesen Beschluß ei^elegte Beschwerde hat das Bundespatentgericht zurückgewiesen0 In der Begründung ist es dem Patentamt beigetreten» Dem Antrag der Anmelderin, die Hechtsbeschwerde zuzulassen, hat es nicht stattgegeben« I* Hach der gesetzlichen Regelung Rann in Warenzeichensachen ebenso wie in Patent- und Gebrauchsmuster-Sachen gegen den Beschluß eines Besehwerdesenates des Bundespatentgerichtes nur dann Rechtsbeschwerde erhoben werden, wenn entweder bestimmte Verfahrensverstöße vorliegen und gerügt werden oder wenn der Beschwerdesenat die Rechtsbeschwerde zugelassen hat; die Zulassung hat zu erfolgen, wenn eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden ist oder wenn die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs erfordern (§ 13 Abs«, 5 WZG i«,V„m. § 74 GWB, § 132 VerGO, § 220 BEG 1956), ist der Gesetzgeber in Patent-, Gebrauchsmuster- und Warenzeichensachen dem Vorbild des § 546 ZPO gefolgt und hat die Nichtzulas-sungsbesehwerde bewußt nicht eingeführt. Er hat es als ausreichend angesehen, dem Bundespatentgericht als demjenigen Gericht, das mit dem Streitverhältnis bereits vertraut ist und daher die Bedeutung des Jeweiligen Palles am leichtesten übersehen kann, die bindende Pflicht aufzuerlegen, unter den genannten Voraussetzungen die Rechtsbeschwerde zuzulassen«, Dabei hat u„a. weitergehendc Zulassung der Rechtsbeschwerde oder die Eröffnung einer Hichtzulassungsbeschwerde zu einer Mehrbelastung des Bundesgerichtshofs geführt und damit den mit der Einrichtung der Rechtsbeschwerde erstrebten Zweck wieder gefährdet hätte und daß ferner die mit einem Rechtsmittel verbundene Verzögerung des Verfahrens und die alsdann unvermeidliche Verlängerung der Ungewißheit über die Rechtslage gerade auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes dem Gesetzgeber nicht uneingeschränkt tragbar erschien (vgl, amtl, Begründung zu dem Entwurf des 6» Oberleitungsgesetzea, Bl, 1561, 140, 156, nebst Bericht des Rechtsausschusses aaO $, 169; ferner BGHZ 4l, 360, 362 - Bamenschuh-Absatz; GRuR 1365, 502, 503 - Gaselan; 1967, 94, 96 - Stute); 4 einen umfassenden Schütz durch die Gerichte, deren Entscheidungen vielfach noch durch nächste Gericht sins tanzen überprüft werden; aber weder Art« 19 Abs, 4 GG noch das allgemeine Rechtsstaatsprinzip gebieten es, daß der Rechtsweg in allen Zweigen mehrere Instanzen umfassen müßte, Beraent-sprechend ist die erwähnte vergleichbare Regelung in § 546 ZPO sowohl vom Bundesgerichtshof als auch vom Bundesverfassungsgericht als verfassungsrechtlich zulässig gewertet worden, Und zwar auch im Hinblick auf den Ausschluß einer Richtzulassungsbeschwerde (BGH HJW 1965, 1965 ^ MHr» 52 zu § 546 ZPO; IM Er*.53 Bie von der Beschwerdeführerin erstrebte Überprüfung der Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde ist unvereinbar damit, daß durch die verbindliche gesetzliche Regelung eine Nichtzulassungsbeschwerde ausgeschlossen worden ist, Bamit ist in Kauf genommen worden, daß über die Zulassung eines Rechtsmittels abschliessend dasjenige Gericht befindet, dessen Entscheidung angefoch-ten werden soll, wobei sich - ebenso wie bei der rechtskräftigen Entscheidung über die Sache selbst - nicht völlig ausschließen läßt, daß im Binzelfall die Zulassung irrtümlich versagt wird, obwohl in Wahrheit die Voraussetzungen für die Zulassung gegeben waren, Bor Bundesgerichtshof hat daher in ständiger Rechtsprechung daran festgehalten, daß gegen die Nichtzulassung eines Rechtsmittels selbst dann nicht angegangen werden kann, wenn diese auf fehlerhaften Erwägungen beruhte (BGHZ 2, 16; m Nr, 16 und Nr, 38 zu § 546 ZPO; NJW 1965, 1965 und BGHZ 41, 360, 363 - Bamenschuh-Absatz für den ein- Demgegenüber meint die Beschwerdeführerin, die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde sei ein Akt der Öffentlichen Gewalt, so daß für denjenigen, der durch eine unberechtigte Nichtzulassung benachteiligt worden sei, der Rechtsbeschwerdeweg gemäß ArtP 19 Abs«, 4 GG zu eröffnen sei« Selbst wenn man indessen die Rechts sprechung begrifflich zur öffentlichen Gewalt zählen müßte, dann folgt daraus noch koine Anwendbarkeit des Art* 19 Abs« 4 GG« Denn das entspräche nicht dem Zweck dieser Verfassungsnorm, durch die - wie auch die Beschwerdeführerin nicht verkennt - Schutz durch den Richter im Rahmen der jeweils geltenden Verfahrens Ordnung und nicht Schutz gegen den Richter gewährt werden soll, so daß Akte der Rechtsprechung von der herrschenden Meinung zu Recht nicht zur öffentlichen Gewalt im Sirrne^de s_Art«_ 19_Abs^GG gezählt werden (BVerfGE 15, 275, 280; Bonner Kommentar, Anm« II 4 e zu Art« 19; Maunz-Dürig, GG, Rdn* 17 zu Art« 19 Abs« 4; v« Man gold t-Klein, Das Bonner Grundgesetz, 2* Auf 1«, S.