BGH · Ib ARZ 243/63
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auf oio nitte der Gläubigerin, aas Vor-fuhren axi das Amtsgericht des von inr Xeatgeateilt on neuen '.Tohnuitzes uea Schuldners abzugeben, erließ owi-Rochtapflegcr des Amtsgerichts Saaürücken einen Beschluß, in uem uas Amtsgericht Saarorücken sich für örtlich unzuständig erklärte una die Sache auf Antrag uor Glau-bigcrlii an daa Aatogericnt in Piuneberg verwies® l;cr Versuch, uen vom Amtsgericht Pinneberg erneut erlassenen Zahlungsbefehl zuzuateilen, scheiterte gleichtalls, weil uer Schuldner inzwischen nach üamourg übergesiedelt war® Auf einen wiouerum gestellten Abgabeantrag der Gläubigerin erklärte nunmehr auch das Amtsgericht Pinne-oerg sich uurch n«uchluß aus itecntspilegers "gemäß & 210 ZIO" für örtlich unzuständigj zugleich verwies cs uas Vorfahren auf nutrag der Gläubigerin an aas Amts-gericht Hamburg,, Pas Amtsgoricxit n&nuurg hielt eie Verweisung zunächst für unzulässig, weil uie Bache mangels Zustellung dos Zahlungsbefehls noch nicht anhängig geworoon sei, j 276 Zl'O aber die Verweisung nur in anhängigen Verfahren gestatte® Deshalb leimto es uie Übernahme ab. nat die Übernahme auch nach Gegenvorstellungen aes Amtsgerichts namDurg mit der Begründung abgclehnu, aer Zahlungsbefehl sei vom Amtsgericht Hamburg bereits erlassen, und übci'dies sei der ßecntopfleger zu einer Verweisung wegen örtlicher Unzuständigkeit nicht befugt; es stellte dabei anheim, "den Zuständigkeitskonflikt durch da3 nächsthöhere Ge-rient (Bundesgerichtshof) klären" zu lassen« Del’ lischt a-* pflegor des Amtsgerichts Hamburg hat die Hache daraux dem Bundesgerichtshof "gemäß s 36 Nr« 6 ZBO zur vveitei'on Hnt schul, dung" vor gelegt«, Rieses Verfahren, das aem Glauoiger für einen Anspruch der in § böö ZPO bezeich-noten Art auf besonders eix.fachem In ihm ist caher kein r:aum für Auseinandersetzungen übor Zuständigkeit of ragen, die v/ie iu vorliegenden Palle dazu führen, eaß dom Gläubiger wegen der Untätigkeit auch derjenigen Gerichte, in deren Bezirk der Schuldner seinen allgemeinen Gerichtsstand hat (§ 13 ZPO), uic Vorlegung seiner Rechte in ucr ihm vom Gesetz gewährten Verfahrenoart praktisch versperrt wird. Dor on-sprechendon Anwendung des § 276 ZPO steht nicht entgegen, oaß in uon Vorschrift on über das Üafcnv erfahren eine aie Vorweisung betreffende Sondorvorsebritt oio ucs § 697 ZPO, enthalten ist» Diese Vorschrift besieht sich nur auf die Verweisung wegen sachlicher Unzuständigkeit dos Amtsgerichts nach erhobenem Wider-, sprucn dos Schuldners« Ihro .Besonderheit bostoht OHrin, das eine Sacno, für die das Amtsgericht lediglich in oem an keine Htreifcwertgrenze gebundenen Marmvex-f ahren sachlich zuständig war, auf Antrag mit bindender Wir-kung für das im Hinblick auf den Widerspruch oce Schuld uors folgende--. Stroitvorfahren an das Landgericht zu verweisen ist« Durch diese Sonderregelung, bei oer dis Wirkung oor Vorweisung auf aas St reit verfahren über-greift 7 wird nicht ausgeschlossen, daß im Falle örtlicher Unzuständigkeit das Amtsgericht innerhalb des Llunnverfahrens selbst mit einer nur für dieses Verfuhren bindenden Wirkung die Sache an das örtlich zuständige Amtsgericht verweist« Das Amtsgericht Hamburg hat dieser Rechtslage dadurch Rechnung getragen? daß es die Verweisung sogar ausdrücklich nur für das .Mahnverianren ausgesprochen hat« auch ohne oüaon solchen Ausspruch aber würde die aus der entsprochen-’ den Aüv/ondung des j 276 Abs» 2 Hatz 2 ZPO auf das Mahnverfahren folgende Bindung des Gerichts, an daß die Hache verwiesen worden ist, sich stets auf das Mahnverfahren beschränken; denn die entsprechende Anwendung des § 276 ZPO ist gleichfalls auf dieses Verfahren beschränkt» Dine Regelung wie die dos § 697 ZPO, durch welche die bindende Wirkung dos Ver-wcisungsbeschluases auf ein otwa folgendes Htrcitvor-fahren crctrccKt würde, ist für die Verweisung wegen örtlicher Unzuständigkeit im Gesetz nicht vorgesehen« III., Bach dem Vorhergehenden ist aas Amtsgerieht Frankfurt uoi‘'U durch a on Vcrv/cisungsbeschluii des antegerients nar.iburg für das Mahnveriahron gebunden» her neSchluß5 mit dom das Amtagoricnt Frankfurt a»*!» dio übernähme eer üucuc augelehnt cat, besagt indessen Dei sinngemäßer, seine Begründung Dorücksientigender Auslegung, daß dieses Amtegericht damit seine Instandigneit gleichfalls verneinen wollte« Gemäß § 56 Br» 6 ül’O war boi dieser Sachlage das Amtsgericht Frankfurt a„;k als das für oas Mahnverfahren zuständige Gericht zu oe-otimmen (vgl« dazu b&H vom 24« Februar 1^*>3 - I Ak£ >jb/b2 - LM ür. Wie hierbei vorsorglich bemerkt sei, binoet uio Verweisung u&s Amtsgericnt Frankfurt a«K» auch lür das Mahnverfahren nur unter der vom Amtsgericht Haia- das alsdann örtlich zuständige Amtsgericht w’oiterzuveivcison; denn aas Amtsgericht Hamburg hat die Verweisung an das Amtsgericht Frankfurt a»M> nur für ucn lall vornehmen wollen, daß der Schuldner tatsächlich im Amt sgericht obezirk Iran^iurt \/obnt 0