BGH · Ia ZB 234/63
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
a) die Verfahrensgebühr und die Verhandlungsgebühr des Vertreters der Antragsteilerin im Gebrauchsmust er-Löschungsverfahren vor der Gebrauchsmusterabteilung I des Deutschen Patentamts nicht zu einem höheren Betrag als von je 1 200 DM als erstattungsfähig anerkannt worden sind, September 1961 unter Zurückweisung der weitergehenden Anträge teilweise gelöscht; die Kosten des Verfahrens wurden in beiden Beschlüssen zu 4/5 der Antragsgegnerin und zu 1/5 der jeweiligen Antragstellerin auferlegt» Die von der Antragsgegnerin dagegen eingelegten, vom Bundespatentgericht zwecks gleichzeitiger Verhandlung und Entscheidung verbundenen Beschwerden wurden durch den Beschluß des 5« Senats (Gebrauchsmuster-Beschwerdeoenats) des Bundespatentgerichts vom 17» Juli 1962 (5 W 237/61) zurückgewiesen; die Kosten der Beschwerden wurden in dem Beschluß der Antragsgegnerin auferlegt» Sowohl die beiden Antragstellerinnen als auch die Antragogeg-nerin waren in den beiden Instanzen des Löschungsverfahrens durch Patentanwälte vertreten gewesen, die Firma CoBHHB Photo oHG TBP & Co. in der Beschv/erde-instanz außerdem durch Rechtsanwälte. Die Antragstellerin betreibt nunmehr die Festsetzung der ihr nach den Beschlüssen der Gebrauchs-musterabteilung vom 12* September 1961 und des Gebrauchsmuster-Beschwerdesenats vom 1?o Juli 1962 von der Antragc-gegnerin zu erstattenden Kosten, Sie hat am 30o Mai 1963 ein Kostenfestsetzungsgesuch bei dem Deutschen Patentamt eingereicht und in der beigefügten Kostenberechnung vom 29 o Mai 1963 folgende Patentamts- und Patentanwaltskosten geltend gemacht: Auf die Beschwerde der Antragstellerin hat der 5o Senat (Gebrauchsmuster-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts durch den hier angefochtenen Beschluß .vom 25o Oktober 1963 (5 W 133/63) unter Zurückweisung der weitergehenden Beschwerde der Antragstellerin und Verwerfung einer Anschlußbeschwerde der Antragsgegnerin den Beschluß des Kostenbeamten vom 24o Juli 1963 dahin geändert, daß die Antragsgegnerin der Antragstellerin über den Betrag von 6334,88 DM hinaus weitere 1211,66 DM zu erstatten hat» Der Beschwerdesenat hat die von der Antragstellerin mit je 2422,— DM angesetzten, vom Kostenbeamten auf je 450,— DM herabgesetzten Beträge für die erstinstanzliche Verfahrensund die erstinstanzliche Verhandlungsgebühr des Patentanwalts der Antragsteller! IIo Die Hechtsbeschwerde ist an sich statthaft; sie richtet sich gegen einen Beschwerdebeschluß eines Beschwerdesenats des Bundespatentgerichts und ist vom Beschwerdesenat in dem angefochtenen Beschluß zugelassen (§ 10 AbSo 5 Satz 1 GebrMG); sie ist auch frist-und formgerecht eingelegt und begründet worden und somit zulässig (§10 Abs« 5 Satz 2 GebrMG i.V. ra, §§ 41 t, 41 r Abso 1 und Abs, 3 bis 5 PatG), Sie konnte jedoch in der Sache selbst nur teilweise Erfolg haben, a) Der Beschwerdesenat hat dazu in dem hier angefochtenen Beschluß und gleichlautend in dem Beschluß 5 W 129/63 vom 27« Januar 1964 in der hier gleichzeitig zur Verhandlung und Entscheidung gebrachten Kostenfestsetzungssache Colorclip Photo oHG Thieme & Co* »/» LIPA (la ZB 20/64) folgendes ausgeführt: Da im Löschungc verfahren das Bundespatentgericht einen G ege ns t and sw er t nur für die zweite Instanz festgesetzt habe, sei für die Festsetzung der Gebühren erster Instanz die Gebühren Ordnung für Patentanwälte (Ausgabe Januar 1959) -PatAnwGebO - maßgebend und nicht die Bund es gebühr en-ordnung für Hechtsanwälte - BRAGebO - (vgl» Abschnitt P der PatAnwGebO)» Nach Abschnitt B IV PatAnwGebO könnten die dort für das Gebrauchsmuster-Löschungsverfahren vorgesehenen Hegelgebühren (von je 300»— DM) in schwierigen, umfangreichen oder wirtschaftlich bedeutenden Fällen erhöht werden» Ein wirtschaftlich bedeutender Fall sei hier gegeben, fie sich aus der Festsetzung des Streitwerts für die zweite Instanz auf 600 000,— DM ergebe» Über das Maß einer Erhöhung der Regelgebühren sage die PatAnwGebO nichts» Bei der Bemessung sei von den gesetzlichen Bestimmungen der §§ 9 Abs» 3 Satz 3 GebrMG, 33 Abs» 2 Satz 3 PatG auszugehen» Bei der danach gebotenen Ausübung des billigen Ermessens sei einmal zu berücksichtigen, daß es einem Verfahrensbeteiligten im Gebrauchsmuster-Löschungsverfahren frei stehe, sich vor dem Patentamt durch einen Patentanwalt oder einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen, und daß bei der Vertretung durch einen Rechtsanwalt gemäß § 91 Abs» 2 ZPO die unterliegende Partei die gesetzlichen Gebühren und Auslagen des Rechtsanwalts der obsiegenden Partei zu erstatten habe» Die Berechnung der Hechtsanwaltskosten stelle also ein Bemessungs-element für die erstattungsfähigen Kosten des Patentanwalts dar» Zum anderen aber könne nicht unberücksichtigt bleiben, daß die Pauschalsätze der PatAnwGebO auch Sachen mit geringem Gegenstandswert erfassen, bei denen der Rechtsanwalt auf Grund der BRAGebO schlechter gestellt wäre als der Patentanwalt, und daß die Pauschalsätze der PatAnwGebO nicht nur wegen der wirtschaftlichen Bedeutung der Sache, sondern (unabhängig von der wirtschaftlichen Bedeutung) auch dann erhöht werden könnten, wenn sich die Sache als schwierig oder umfangreich erweise» Der billige Ausgleich erfordere es deshalb, daß bei hohem Gegenstandswert die Vergütung des Patentanwalts hinter derjenigen des Rechtsanwalts Zurückbleiben müsse» Wäge man im vorliegenden Palle diese Gesichtspunkte gegeneinander ab, so ergebe sich folgendes: Pie einem Rechtsanwalt für seine Mitwirkung im Verfahren vor dem Patentamt zustehenden Gebühren würden sich nach §118 BRAGebO bestimmen, wobei es hier unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere der Bedeutung der Angelegenheit, des Umfangs und der Schwierigkeit der anwaltlichen* Tätigkeit sowie der Vermögens- und Einkommensverhältnisse (§ 118 Abs» 2 BRAGebO) der Billigkeit entsprechen würde, dem Anwalt acht Zehntel der vollen Gebühr zuzuerkennen» Per im Rahmen des § 118 BRAGebO für die Bemessung der Gebührenhöhe nach billigen Ermessen zu bestimmende Gegenstandswert (§ 8 Abs» 2 BRAGebO) würde hier in Übereinstimmung mit dem für das Beschwerdeverfahren festgesetzten Streitwert mit 600 000.-DM Im vorliegenden Köstenfestsetzungsverfahren ist nur noch zu prüfen und zu entscheiden, ob und inwieweit die den Beteiligten erwachsenen und \on ihnen in ihren Kostenberechnungen angesetzten Kosten "nach billigem Ermessen zur zweckentsprechenden ?/al..r.;ng der Ansprüche und Hechte notwendig waren" (§ 9 Abs, 3 Satz 3 GebrMG i.Y.m. Löschungsverfahren vor dem Patentamt "nach billigem ** Ermessen11 zur zweckentsprechenden Wahrung ihrer Ansprüche "notwendig11 war» ist im vorliegenden Kostenfestsetzungsverfahren mit Recht von keiner Seite bezweifelt worden* Es bleibt also, und zwar wiederum "nach billigem Ermessen11, nur die Höhe der durch die Zuziehung eines Patentanwalts der Antragstellerin "notwendig11 erwachsenen Kosten zu prüfen* cc) Bei dieser Prüfung ist davon auszugehen, daß zu den "nach billigem Ermessen notwendigen11 Kosten der Zuziehung eines Patentanwalts die von dem zugezogenen Patentanwalt auf Grund des Anwaltsdienstvertxages mit dem erstattungsberechtigten Auftraggeber tatsächlich verlangte "Vergütung" (§ 675 i*V*m* §§ 611 ff BGB) jedenfalls insoweit gehört, als der Auftraggeber eine solche Vergütung auch irgendeinem anderen Patentanwalt zahlen müßte* Die Frage, was für eine Vergütung vom Erstattungsberechtigten irgendeinem Patentanwalt zu zahlen und ihm deshalb vom Erstattungspflichtigen zu erstatten wäre, wurde sich von selbst beantworten, wenn es für die Vergütung der Patentanwälte ebenso eine gesetzliche Regelung gäbe, wie es sie seit jeher - jetzt in der Bundesgebührenordnung für Rechtsanwälte vom 26* Juli 1957 - für die Vergütung der Rechtsanwälte gibt* Bas ist jedoch nicht der Fall* Die Patentanwälte berechnen ihre "Vergütung11 ihren inländischen Auftraggebern gegenüber nach der von der Deutschen Patent-anv/altskammer herausgegebenen "Gebührenordnung für P at ent anwält e" (für den vorliegenden Fall einschlägig die "Ausgabe Januar 1959")o Diese"Gebührenordnung"ist kein Gesetz» Sie ist entgegen der von der Rechtabe-schwerde vertretenen Auffassung aber auch keine - mangels anderweitiger Vereinbarung für die Vergütung aus einem Dienstvertrag maßgebliche - behördliche ’’Taxe” im Sinne des § 612 Abs« 2 BGB, und zwar schon deshalb nicht, weil die Herausgabe einer "Gebührenordnung” nicht zu den im Patentanwaltsgesetz vom 28» September 1933 geregelten Aufgaben der Patentanwaltskammer gehört» Welche Rechtsnatur diese Gebührenordnung für Patentanwälte tatsächlich hat, kann hier unerörtcrt bleiben» Es kann auch unerörtert bleiben, ob und gegebenenfalls aus welchem Rechtsgrunde Sie, wie sie es in Nr» 1 der ’’Allgemeinen Bestimmungen” beansprucht, für die in die Liste eingetragenen deutschen Patentanwälte "verbindlich” sein könnte»* Es kann insbesondere uner-örtert bleiben, ob die Patentanwälte "Unternehmer” im Sinne des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen vom 27« Juli 1957 sind, ob die Gebührenordnung für Patentanwälte daher als ein "Beschluß” im Sinne des § 1 oder als eine "Empfehlung" im Sinne des § 38 Abs» 2 dieses Gesetzes anzusehen wäre, und welche rechtlichen Folgen sich daraus für die "Verbindlichkeit" dieser Gebührenordnung ergeben würden» Für die hier nach Maßgabe der §§ 33 Abs» 2 Satz 3, 36 q Abs» 1 Satz 2 PatG vorzunehmende Prüfung der Erstattungsfähigkeit der von dem zugezogenen Patentanwalt verlangten Vergütung ist allein entscheidend, daß die Patentanwälte ihre Vergütung tatsächlich allgemein, sei es kraft ausdrücklicher oder stillschweigender Vereinbarung mit ihrem Auftraggeber, sei es "üblicher” Weise im Sinne des § 612 Abs» 2 BGB, sei es in Ausübung eines Bestimmungsrechts nach § 316 BGB» Auch das Deutsche Patentamt und ihm folgend das Bundespatentgericht haben seit dem grundlegenden Beschluß des Großen Senats beim Deutschen Patentamt vom 3o März 1953 (B1PMZ 1953» 81) in zahlreichen kostenrechtlichen Entscheidungen bei der Bemessung der einem Patentanwalt zustehenden Vergütung auf die Bestimmungen der Gebührenordnung für Patentanwälte zurückgegriffen (neuerdings z»B* BPatGerE 3» 129; 4? 108; 5» 136), wie denn umgekehrt die Patentanwaltskammer ihrerseits ersichtlich bestrebt ist, die^Bestimmungen dieser Gebührenordnung in ihrer jeweiligen Passung nach den kostenrechtlichen Entscheidungen des Patentamts, des Patentgerichts und anderer Gerichte auszurichten«, Bei der hier vorzunehmenden Prüfung ist daher davon auszugehen, daß der Beistand eines Patentanwalts nur gegen die Zahlung einer nach der Gebührenordnung für Patentanv/älte bemessenen Vergütung zu erlangen, die Zahlung einer solchen Vergütung also grundsätzlich "notwendig*' im Sinne der §§ 33 Abs» 2 Satz 3» 36 q Abs, 1 Satz 2 PatG ist* Dabei wird andererseits vorausgesetzt werden können, daß gegen die Zahlung einer solchen Vergütung sich auch irgendein Patentanwalt zur Übernahme des Auftrags bereit finden würde«; dd) Damit ist, allerdings noch nicht gesagt, daß eine nach der Gebührenordnung für Patentanwälte bemessene Vergütung schlechthin in jedem Palle in der berechneten Höhe erstattungsfähig ist» Ebenso wie in einem Gebührenstreit zwischen dem Patentanwalt und seinem Auftrag- deshalb, weil insoweit von einer Sittenwidrigkeit "keine Rede sein" könne, - im Kostenfestsetzungsverfahren nicht mehr auf ihre "Angemessenheit" zu prüfen seien» Eine solche allgemeine Prüfung auf "Unangemessenheit" oder "Unbilligkeit" liegt ferner - zu demindest stillschweigend - den Entscheidungen des Patentamts und des Patentgerichts zugrunde, die es gebilligt haben, daß die Patentanwälte gemäß Abschnitt P der Patentanwalts-Gebührenordnung in "Verfahren mit Festsetzung des Gegenstandswerts" Gebühren nach der Rechtsanwalts-Gebührenordnung berechnen (vgl* ZoBo B1PMZ I960, 313/3145 BPatGerE 2, 106, 108)* Bei den in der Rechtsbeschwerdeinstanz streitigen Gebühren des Patentanwalts der Antragstellerin handelt es sich nicht um Gebühren, die nach einem in der Patentanwalts-Gebührenordnung vorgesehenen festen Betrag berechnet worden sind» Entgegen der Meinung der Rechtsbeschwerde kann der Patentanwalt der Antragstellerin für deren Vertretung im erstinstanzlichen Verfahren vor der Gebrauchsmusterabteilung des Patentamts aber auch weder nach dem Wortlaut der Patentanwalts-Gebührenordnung noch auf Grund allgemeiner Erwägungen dem Betrag nach bestimmt berechenbare Gebühren nach der Rechtsanwalts-Gebührenordnung berechnen» Als ein "Verfahren mit Festsetzung des Gegenstands 19- werte”, in dem nach Abschnitt F dor Patentanwalts-Gebührenordnung dem Patentanwalt^die Gebühren nach der Rechtsanwalts-Gebührenordnung ”zustehen" sollen, kann nach Wortlaut und Sinn dieser Bestimmung sowie nach der Praxis des Patentamts und des Patentgerichts, auf die sich diese Bestimmung ersichtlich bezieht, nur diejenige Instanz eines Verfahrens angesehen werden, für die ein Gegenstandswert festgesetzt wird» wert für das erstinstanzliche Verfahren vor der Gebrauchsmusterabteilung nicht festgesetzt worden ist - und übrigens nach der Rechtsprechung des Eundeo-patentgerichts (vgl, BPatGerE 3> 183} auch gar nicht hätte festgesetzt werden können -, kann mithin Abschnitt F der Patentanwalts-Gebührenordnung nicht als Grundlage für das Verlangen dienen, die Gebühren des Patentanwalts der Antragsteilerin für die erste Instanz nach der Rechtsanwalts-Gebührenordnung zu berechnen. ff) Im vorliegenden Fall kann es daher nur darum gehen, mit welchem Betrag die (Jebühren des Patentanwalts der Antragstellerin für deren Vertretung im erstinstanzlichen Verfahren vor dei* (Jebrauchsmusterabteilung anzusetzen sind, wenn von dem Satz 3 in Abschnitt B IV der Patentanwalts-Gebührenordnung ausgegangen wird, nach dem die dort an sich mit einem Hegelbetrag von je 300«- DM angesetzten Gebühren ("Verfahrensgebühr" und "Verhandlungsgebühr”) “in schwierigen, umfangreichen oder wirtschaftlich bedeutenden Fällen o.p erhöht werden” können« Dieser Satz 3 verlangt - ebenso wie der ähnlich gefaßte Satz 2 in Nr» 1 der “Allgemeinen Bestimmungen" der Patentanwalts-Gebührenordnung - schon seinem Inhalte nach, wenn die "Schwierigkeit", der "Umfang" und die "wirtschaftliche Bedeutung” der Sache sowie das Maß der danach gerechtfertigten "Erhöhung" der Gebühren beurteilt werden sollen, die Ausübung eines "billigen Ermessens”, sei es zunächst durch den Patentanwalt selbst, der nach §§ 316, 315 Abs« 1 BGB danach eine "erhöhte"Gebühr verlangt, sei es durch das Gericht, das im Gebührenstreit zwischen dem Patentanv/alt und seinem Auftraggeber dieses Verlangen nach § 315 Abs«3 gg) In dem angefochtenen Beschluß hat das Bund00-patentgericht einen Maßstab für die Bemessung der "erhöhten" gebühr des Patentanwalts und damit eine Richtschnur für die Ausübung des "billigen Ermessens" bei dieser Bemessung dadurch zu gewinnen versucht, daß es von der im vorliegenden Pall einem Rechtsanwalt nach § 118 BRAGebO zustehenden Gebühr ausgegangen ist, - die es nach dem im zweitinstanzlichen Vorfahren vor dem Gebrauchsmuster-Beschwerdesenat festgesetzten Gegenstandswert von 600<>000 DM und unter Anwendung des § 118 Abs® 2 BRAGebO als 8/10-Gebühr auf 1 »937,60 El.: Zunächst einmal steht die Begründung* mit der im angefochtenen Beschluß die Kürzung der Patentanwalts-Gebühren gegenüber denen der Rechtsanwälte bei hohen Gegenstandswerten gerechtfertigt worden ist, im Widerspruch zu änderen - hier nicht nachzuprüfeiiden -Entscheidungen desselben (5o) Beschwerdesenats* in denen bei geringem Gegenstandswert die Gebühren eines Patentanwalts nur in Höhe der Gebühren eines Rechtsanwalts als erstattungsfähig anerkannt worden sind (BPatGerE 3, 58; 5* 144; - anders ZoB» der 25<> Senat in BPatGerE 4* 105* 109)* Was sodann die Berechnung einer Rechtsanwälts-Gebühr nach § 118 BRAGebO anlangt, so hat die Rechtsbeschwerdegegnerin nicht zu Unrecht das Bedenken vorgetragen, der Beschwerdesenat könnte als einen die Erhöhung des Zehntel-Satzes nach Abs» 2 rechtfertigenden Umstand unzulässigerweise ein zweites Mal allein die im hohen Gegenstandswert liegende und sich damit schon in der Höhe des Gebührensatzes nach = der Tabelle niederschlagende "Bedeutung der Angelegenheit” berücksichtigt haben» Schließlich und vor allem aber ist der vom Be schwer de senat eingeschlagene "Umweg” über die Rechtsanwalts-Gebührenordnung weder rechtlich richtig, weil diese auf einem ganz anderen System aufgebaut ist, noch ist er praktisch zweckmäßig, weil er gar nicht zu der ersichtlich angestrebten Einengung des Spielraums für die Ausübung des billigen Ermessens führen kann» Die (wirtschaftliche) "Bedeutung” der Angelegenheit, der "Umfang" und die "Schwierigkeit" (der anwaltlichen Tätigkeit) sind in Abschnitt B IV ins einzelne gehende Vergleichung mit den nach der Rechtsanwalts-Gebührenordnung in Betracht kommenden Gebühren dagegen könnte, wie der angefochtene Beschluß selbst zeigt, nicht zu ohne weiteres zu übernehmenden Ergebnissen führen, da diese Gebührenordnung, wie schon erwähnt, auf einem anderen System aufgebaut ist und in ihren vom Gegenstandswert abhängigen Gebührensätzen allenfalls die sich im Gegenatandswert ausdrückende ’’Bedeutung der Sache”, nicht die sonstige "Wirtschaftliehe Bedeutung" der Sache und erst recht nicht die "Schwierigkeit" und den "Umfang" der Tätigkeit des Anwalts zur Geltung bringt» Baß der 3o Senat des Bundespatentgerichts in dem Beschluß vom 8» Januar 1963 (BPatGerE 3, 129), zu dem der hier angefochtene Beschluß sich in'Widerspruch zu setzen glaubt, einem Patentanwalt schlechthin eine Vergütung in derselben Höhe hätte zubilligen wollen, wie sie ein Rechtsanwalt erhalten haben würde, vermag der beschließende Senat dem Beschluß des 3» Senats nicht zu entnehmen» c) Der angefochtene Beschluß war daher aufzuheben, soweit die Verfahrensgebühr und die Verhandlungegebühr des Patentanwalts der Antragstellerin im erstinstanzlichen Löschungsverfahren vor der Gebrauchsmust er ab-teilung nicht zu einem höheren Betrag als von je 1o2Q0o- DM als erstattungsfähig anerkannt worden sind. 2 o Aus den vorstehenden Ausführungen folgt zugleich, daß die Umsatzsteuer, die der Patentanwalt der Antragstellerin auf die unter 1 erörterten Gebühren zu entrichten hat, vom Kostenbeamten des Patentamts und vom Beschwerdesenat des Patentgerichts mit Hecht nicht als erstattungsfähig anerkannt worden isto Denn da diese Gebühren, wie unter 1 b) ee) dargelegt, nicht auf Grund der Rechtsanwalts-Gebührenordnung, sondern nur auf Grund der Patentanwalts-Gebührenordnung bemessen werden können, sind sie keine "gesetzlich bemessenen Gebühren" im Sinne des § 10 des Umsatzsteuergesetzes und des § 63 der Durchführungsbestimmungen dazu (beide in der Passung vom Io September 1951), so daß der Patentanwalt die darauf zu entrichtende Umsatzsteuer nicht bei seinem Auftraggeber "gesondert anfordern" darf (vglo Plückebaum/^Jalitzky, Kommo zu dem Umsatzsteuergesetz 8, Auflo Bd, II TextZiffer 5485, und OPD München in Umsatzsteuer-Rundschau 1957 So 76, sowie BPatGerE 3, 135; 4, 105, 109; 4, 139). Da mithin insoweit der Antragstellerin Kosten gar nicht entstehen dürfen, kann sie solche auch nicht erstattet verlangen« Die Rechtsbeschwerde hat die Absetzung der Umsatzsteuer ersichtlich auch nur für den Pall angegriffen, daß die in Rede stehenden Gebühren, wie sie meint, nach der Rechtsanwalts-Gebührenordnung zu bemessen sein würden. 3o Die Hechtsbeschwerde wendet sich ferner dagegen, daß der Beschwerdesenat die von der Antragstellerin für die erste Instanz in Ansatz gebrachte Beweisgebühr ihres Patentanwalts nicht anerkannt hat» Die auf die Erklärung des Vorsitzenden der (Jebrauchsmusterabteilung gestutzte Feststellung des Beschwerdesenats, daß die BeiZiehung des Dia-Rähmchens nur zur Abklärung des von den Parteien vorgetragenen Sachverhalts erfolgt sei, ist eine mit der Rechtsbeschwerde nicht angreifbare tatsächliche Feststellung» Die vom Beschwerdesenat daraus gezogene Folgerung ist jedenfalls im Ergebnis rechtlich nicht zu beanstanden; sie entspricht, da das Dia-Rähmcheh Bestandteil der Akten des Landgerichts München war, auch der für die Rechtsanwälte in § 34 Abs» 2 BRAGebO gegebenen Vorschrift» 4o Ohne Erfolg müssen schließlich auch die Angriffe der Rechtsbeschwerde dagegen bleiben, daß der Beschwerdesenat in Übereinstimmung mit dem Kostenbeamten die Reisekosten des - in Berlin ansässigen -Patentanwalts der Antrags teil er in zu deren Vertretung in den Verhandlungen vor der Gebrauchsmusterabteilung des Deutschen Patentamts und dem Gebrauchsmuster-Beschwerdesenat des Bundespatentgerichts jeweils nur insoweit als erstattungsfähig anerkannt hat, als sic bei Benutzung des Flugzeugs entstanden wären, nicht auch insoweit, als sie bei der - tatsächlich erfolgten Benutzung des eigenen Kraftwg^ens des Patentanwalts entstanden sind» Nach der nicht zu beanstandenden tatsächlichen Feststellung des Kostenbeamten war von allep zur Verfügung stehenden Verkehrsmitteln das Flugzeug das billigste und schnellste» Nur die Kosten, die bei Benutzung des Flugzeugs entstanden wären, können daher im Sinne der §§ 33 Abs. 2 Satz 3? Hofer - I ZR -177/57 -) die Kosten desselben Patentanwalts für die Benutzung des Kraftwagens zur Reise von nach Ka^BHB und zurück als erstattungsfähig anerkannt hat, kann sich die Antragsteller in hier schon deshalb nicht berufen, weil es keine unmittelbare Flugverbindung nach KaflHI^K gibt und deshalb damals auch nur zur Entscheidung gestellt war, ob die Kosten bei Benutzung des Kraftwagens oder die Kosten bei Benutzung der Eisenbahn erstattungsfähig seien» Die Entscheidung über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens war dem Bundespatentgericht zu übertragen, da es billigem Ermessen entspricht, sie unter Berücksichtigung der noch ungewissen endgültigen Entscheidung in der Sache selbst zu treffen (§ 10 Abs» 5 Satz 2 GebrMGf ioV.m.