BGH · Ia ZA 2/66
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Bundesgerichtshof entscheidet in der Regel nicht über Anträge von am Rechtabeschwerdeverfahren nicht beteiligten Dritten, welche Einsicht in solche Akten des Patentamts und des Patentgerichts begehren, die sich als Instanzakten bei den Akten des Bundesgerichtshofs befinden. Senat (Technischer Beschwerdesenat X) des Bundespatentgerichts im Beschwerdeverfahren dem Anmelder das von ihm nachgesuchte und ihm im Binspruchsverfahren zunächst erteilte Patent. Das Patentamt legte den Antrag dem Bundespatentgericht vor, da sich die Erteilungsakten damals noch bei den Beschwerdeakten des Patentgerichts befanden. Der Senat erachtet es weder für geboten noch für zweckmäßig, daß er über den ihm vom Bundespatentgericht vorgelegten Akteneinsichtsantrag entscheidet. Gewährung von Einsicht in die Akten bekanntgemachter Patentanmeldungen und erteilter Patente an dritte Personen § 24 Abs.3 Satz 2 bis 4 PatG entsprechend; über den Antrag entscheidet nach § 41 o Abs.3 Satz 2 PatG das Bundespatentgericht. Das wird vom Bundespatentgericht in ständiger Rechtsprechung dahin aufgefaßt, daß es, solange ein Verfahren, insbesondere ein Beschwerdeverfahren, bei ihm anhängig ist, auch für die Entscheidung über Anträge Dritter auf Einsicht in die bei den Gerichtsakten befindlichen Vorakten des Deutschen Patentamts zuständig ist (vgl. Aus der entsprechenden Anwendung von § 41 o Abs.3 PatG auf das Hechtsbeschwerdeverfahren vor dem Bundesgerichtshof folgt daher, daß der Bundesgerichtshof, solange das Hechtsbeschwerdeverfahren bei ihm anhängig ist, auch seinerseits zuständig ist, nach Maßgabe des § 24 Abs.3 Satz 2 bis 4 PatG über Anträge Dritter auf Einsicht in die bei den Rechtsbeschwerdeakten befindlichen Vorakten des Deutschen Patentamts und des Bundespatentgerichts zu entscheiden. Diese danach an sich gegebene Zuständigkeit des Bundesgerichtshofs zur Gewährung von Akteneinsicht an Dritte schließt es jedoch nicht aus, daß während der Anhängigkeit des Rechtsbeschwerdeverfahrens beim Bundesgerichtshof auch das Patentamt oder das Patentgericht über Anträge Dritter auf Einsicht in die zu dem Rechtsbeschwerdeverfahren beigezogenen Vorakten des Patentamts und des Patentgeriehts entscheidet. Senat des Bundespatentgerichts hat zwar in dem Beschluß vom 3« Oktober 1962 (BPatGerE 2, 182) für die Dauer des BeschwerdeVerfahrens die ausschließliche Zuständigkeit des Patentgerichts zur Gewährung der Einsicht in die vom Patentamt vorgelegten Akten in Anspruch genommen, weil diese Akten für die Dauer des Beschwerdeverfahrens wesensnotwendiger und untrennbarer Bestandteil der Patentgerichtsakten Ob die zur näheren Begründung dieser Auffassung an-gestellten Erwägungen den Schluß auf eine ausschließliche Zuständigkeit des Bundespatentgerichts hinsichtlich der ihm vorgelegten Patentamtsakten rechtfertigen, braucht indes hier nicht erörtert zu werden. Denn jedenfalls zwingen die dort angestellten Erwägungen nicht dazu, eine entsprechende ausschließliche Zuständigkeit auch des Bundesgerichtshofs hinsichtlich der zu einem Hechtsbeschwerdeverfahren vorgelegten Patentamts- und Patentgerichtsakten anzunehmen, und zwar schon deshalb nicht, weil im Hechtsbeschwerdeverfahren die Vorinstanzakten nicht die gleiche Bedeutung haben, die sie für das Bundespatentgericht als Tatsacheninstanz besitzen. Hinzu kommt, daß eine solche ausschließliche Zuständigkeit des Bundesgerichtshofs zur Gewährung der Akteneinsicht an Dritte sich nicht mit seiner Stellung und seinen Aufgaben als Bechtsbeschwerdegericht vereinbaren ließe. Der Bundesgerichtshof würde von der Erfüllung der ihm danach obliegenden Aufgaben abgelenkt und über das vom Gesetz vorgesehene Maß hinaus belastet werden, wenn er gezwungen wäre, zu den ihm anläßlich einer Reehtsbeschwerde vorgelegten Patentamts- und Patentgerichtsakten Akteneinsichtsanträge Dritter gemäß § 24 Abs.3 Satz 2 bis 4 PatG zu erledigen, zu demal solche Anträge, wie gerade der vorliegende Pall zeigt, sich in ein und derselben Sache häufen können und ferner, wie der vorliegende Pall ebenfalls zeigt, umfängliche Erörterungen tatsächlicher Art notwendig machen können, sei es, wie hier, zur Antragsberechtigung des Antragstellers, sei es, in Schließlich würde der Bundesgerichtshof die Durchführung einer von ihm bewilligten Akteneinsicht zu demeist einer anderen, dem Antragsteller örtlich näher gelegenen Behörde überlassen müssen, während das Patentamt und das Patentgericht eine von ihnen bewilligte Akteneinsicht zu demeist auch selbst durchführen können. Hieraus folgt, daß es nicht nur nicht geboten, sondern im vorliegenden Pall auch nicht zweckmäßig ist, daß der Bundesgerichtshof selbst über den ihm vom Bundespatentgericht vorgelegten Akteneinsichtsantrag entscheidet. Februar 1964 (BPatGerE5, 113) der Bejahung der Frage nicht notwendig entgegenstehen müßte, weil im vorliegenden Fall der Beschluß des Beschwerdesenats in der Sache selbst infolge der Zulassung und Einlegung der Reehtsbeschwerde noch nicht rechtskräftig geworden ist und die Sache bei einem etwaigen Erfolg der Rechtsbeschwerde auf Grund der dann nach § 41x Abs. 1 PatG 3u: verfügenden Zurückverweisung v/ieder bei dem Beschwerdesenat anhängig werden kann.