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I m Namen des Volkes
In Sachen
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der Firma Walte
de
Strassen
und (Tiefbau
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früher
gegen
den Transportunternehmer Adolf Wi
hat der Bundesgerichtshof, I# Zivilsenat, auf die mündliche Verhandlung vom 2Ö. November 195o, an welcher teilgenemmen haben j
der Bundesrichter Prof «Br. Lindenmaier als
Vorsitzender und die Bundesrichter Br. Heidenhain, Wilde, Br
Fischer, Br. Haidinger
für Reeht erkannt:
*
Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des Oberlandesgerichts in Düsseldorf vom 21. Oktober 1949 aufgehoben.
Die Sache wird zur anderweiten Verhandlung und
Entscheidung auch über die Kosten der Revision an den. 10, Zivilsenat des Berufungsgerichts ztirück-
verwiesen.
Von Rechts wegen.
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Tatbestand.
* *
Der Beklagte hat vor dem Kriege einen aus mehreren Fahrzeugen
*
*
bestehenden Fuhrbetrieb besessen« Er verhandelte im August 1948
it der Klägerin über den Kauf eines GMC-Motorwagens und eines
• .
Anhängers« Am 3o« August 1948 schlossen die Parteien einen Ver
*
trag, durch den die Klägerin dem Beklagten einen CMC Tankwagen
zu dem Preise von 45oo El und einen Anhänger zu dem Preise von 8ooe
zur sofortigen Lieferung ab Lagerplatz tint er der Vereinbarung
verkaufte, dass 65oo IN in bar, der Best in 12 gleiohen Men at 8
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raten gezahlt werden seilte« Am 2« September 1948 erklärte der Beklagte der Klägerin, dass er von dem Kaufverträge zurücktrete
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weil der von ihm gekaufte Lastzug ent
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der Zusicherung der
Klägerin nicht sofort fahrbereit gemacht werden könne, da der
Motorwagen und der
nicht Saugluftbremsen
hätten, der
Anhänger vielmehr mit einer Druckluftbremse ausgerüstet sei, schass Umbauten vorgenommen werden müssten, die zeitraubend und teuer seien. Die Parteien haben dann an den folgenden Tagen Ver
hand lim,
geführt, bei denen ein Angestellter der Klägerin Bern
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nach der eigenen Behauptung der Klägerin als deren
bevollmächtigter Vertreter erklärt hat: Da der Beklagte den ver einbarten Preis nicht zahlen wolle, habe die Klägerin kein In
teresse mehr an dem Geschäft und annulliere das Geschäft ihrer
seits. 'Oie Parteien haben trotz dieser Erklärung ihre Verhand lungen fortgesetzt. Die Klägerin behauptet, sie hätten sich da
bei dahin geeinigt, dass der Vertrag mit veränderten Zahlungsbe
dingungen, die in allen Einzelheiten festgelegt worden seien
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caifrechterhalten werden solle. Der Beklagte bestreitet dies«
Er behauptet, man habe sich über die Zahlungsbedingungen nicht einigen können, die Klägerin habe ihm ein Bestätigungsschreiben übersandt, das wesentlich ungünstigere Bedingungen enthalten habe, als sie hei den mündlichen Verhandlungen, die zu einer
bindenden Einigung auch nicht geführt hätten, in Auseicht ge
. nommen seien«
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*
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* * *
Das Landgericht in Düsseldorf hat den Beklagten duroh ein am
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11. März 1949 verkündetes Urteil nach dem Klageanträge verurteilt. Das Oberlandesgericht hat die Klage durch ein Urteil vom
*
21. Oktober 1949 abgewiesen. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision der Klägerin, welche die Wiederherstellung des landgerichtlichen Urteils erstrebt. Der Beklagte bittet um Zurückweisung der Revision.
Entscheidungsgründe
Soweit die Revision sich dagegen wendet, dass das Berufungsge
rieht aus der Erklärung des Angestellten der Klägerin Bernhard
*
die Klägerin habe kein Interesse mehr an dem Geschäft und annulliere es ihrerseits, ein Einverständnis mit dem Wand
lungsbegehren der Gegenseite gefolgert hat, ist sie nicht be
♦
gründet. Die Revision macht geltend, dass durch die Erklärung
des
die Wandelung des Kaufvertrages deshalb nicht voll zogen sei, weil das Wandelungsver1angen des Beklagten bereits
erledigt gewesen sei
f
als
die Erklärung gegeben habe
dass es an einer übereinstimmenden Willenserklärung fehle. Erledigung dec •Vandelungsverlangens des Beklagten will dia
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Die
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vision darin sehen, dass die Klägerin das Verlangen des Be
klagten in ihrem Schreiben vom 2. September 1949 zurückgewiesen
+
habe, ohne dass der Beklagte darauf zurückgekommen sei. Aber
daraus allein, dass der Beklagte das Verlangen der Wandelung
nach der Zurückweisung durch die Klägerin nicht ausdrücklich wiederholt hat, kann nicht gefolgert werden, dass er es endgttl tig hat fallen lassen. Der Beklagte hat in erster Linie ver sucht, die Aufhebung des Kaufvertrages zu erreichen. Als die
Klägerin darauf nicht
einging, hat
r sich um eine Minderung
des Kaufpreises bemüht. Damit hat er aber das weitergehende
Wandelung ever langen nicht auf gegeben, sondern vorübergehend
zurückgc3tollt,
was
ihn nicht hinderte, darauf zurückzukommen
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sobald es ihm zweckmässig erschien. Das Berufungsgericht war
deshalb rechtlich nicht gehindert, die Annullierungserklärung des BVIMials die Erklärung seines Einverständnisses mit der
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von dem Beklagten verlangten Wandelung aufzufassen.
*
♦
Aber auch die prozessuale Rüge der Revision, das Berufüngsgo
rieht habe die Einlassung der Klägerin zu Unrecht als ein Ge
*
ständnis gewertet, ist nicht berechtigt. Bas Berufungsgericht
iegt d
dass der Beklagte die im Schriftsatz der Klägerin
vom lo. Bezember 1948 (Bl.18 d.A.) enthaltene Behauptung über
die von
abgegebene Erklärung sich in der Berufungsbe
gründung zu eigen gemacht hat und stellt fest, dass die Elfi
+
gerin ihre Behauptung auch in der mündlichen Verhandlung vor
dem Landgericht am 17. Bezember 1948 aufgestellt hat. Bei die
*
+
ser Sachlage ist die Barlegung des Berufungsgerichts, dass
die Behauptung der
gerin ein vorweggenommenes Geständnis
enthalte, nicht zu beanstanden. Baraus folgt, dass die Klage
rin an ihre Behauptung nach § 29o ZPO. gebunden ist. Bas Be
rufungsgericht hat es deshalb mit Recht abgelehnt, auf die ab-
♦
weichende Barstellung der Klägerin in ihrem Schriftsatz vom
6
Oktober 1949 (Bl.66 d.A.) einzugehen. Biese Barstellung
steht im Widerspruch zu dem Schriftsatz der Klägerin vom lo.
Dezember 1948 und würde deshalb nur beachtlich sein, wenn die
erin zu dem Widerruf ihres Geständnisses
berechtigt wäre. Bas
ist naoh der rechtsirrtumsfreien Begründung des Berufungsur teils nicht der Pall.
Dass BMBjbei der Erklärung der Annullierung des ^aufvertra
*
•res im Rahmen der ihm von der Klägerin erteilten Handlungsvoll
macht geblieben ist, hat die Klägerin nicht in Zweifel gezogen Die Revision macht aber geltend, die Annullieinmgserklärung des Böker sei nur ein taktisches Mittel bei den Verhandlungen
mit dem Beklagten gewesen
habe erkannt, dass der Beklag
te an dem Erwerb der Fahrzeuge ein dringend
Interesse gehabt
p
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.
habe. Er habe deshalb auf den Beklagten durch den Hinweis
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daß
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*
auch die Klägerin das Interesse an den Verhandlungen verlieren und von dem Vertrage zurücktreten könne, einen Druck ausüben
wollen. Biese Aiislegung wird aber der Passung der von
gegebenen Erklärung nicht gerecht. Denn
hat die Annullier
ung des Vertrages nicht für die Zukunft angedroht, sondern un
5
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missverständlich erklärt. Darauf, ob er selber nur die Absicht
*
*
gehabt hat,
de
Beklagten unter Druck zu setzen,kommt es nicht
an
f
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seine Erklärung von dem Beklagten nicht .anders als da-
hin verstanden werden konnte, dass die Klägerin den.Vertrag endgültig ausser Eraft setzen wolle«
Die Revision erweist sich aber insofern als begründet, als sie
geltend macht, dass das Berufungsgericht nicht ohne Vernehmung des Zeucon
habe entscheiden dürfen« Die Klägerin hat sich für ihre Behauptung, die Parteien hätten sich nach der Auf
hebung des Kaufvertrages vom 3o. August 194-8 dahin geeinigt
t
dass der Vertrag mit geänderten Zahlungsbedingungen aufrecht
erhalten werden solle, ausser auf den Kaufmann
auch
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den Handlungsbevollmächtigten
als Zeugen berufen, Demge
mäss hat das Landgericht in seinem Beweisbeschluss vom 28
De
zember 1948 beschlossen, neben
auch Bernhard
zu
hören. Dieser Beschluss ist weder aufgehoben noch geändert wor den. Im Gegenteil hat das Landgericht die Verlegung des auf den 2, Februar 1948 anberaumten Beweistermins auf den 19# Febru
ar 1949 beschlossen
*
als die Klägerin anzeigte
i
dass
An
f?jog Februar 1949 für längere Zeit in dringenden geschäftlichen Angelegenheiten verreisen müsse und deshalb den Termin am 4» Februar 1949 nicht wahrnehmen könne, deshalb die Vernehmung des
dann doch unterblieben ist, ist den Akten nicht zu ent
hmen. In dem Protokoll vom 19# Februar 1949 (Bl,32-34 d,A,)
ist er unter den als
chienen aufgoführi
Zeugen nicht ge
normt. Es fehlt auch jede Bemerkung darüber, aus welchem Grunde
der im § 38o Z?0, vorgesehene Gerichtsbeschluss gegen den ohne
Entschuldigung ausgebliebenen Zeugen nicht ergangen ist.
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den
falls bedeutet es einen Vorstsss gef
286 ZPO
9
dass weder
das Landgericht
noch das Oberlandesgericht den Zeugen
ver--
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ses Verstoßes muss das Berufungsurteil auf
nommon hat. Wegen gehoben und die Sache zur anderweit on Verhandlung und Entschei
dung an das Berufungsgericht surückverwiesen werden. Die neue Verhandlung wird dom Berufungsgericht Gelegenheit geben, zu prüfen, ob es sich empfiehlt, den vom Beklagten in der Berufungs-
Begründung
Beweis zu erheben, dass der Beklagte
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auch seinerseits berechtigt war, von .dem durch den Rücktritt der Alägerin aufgehobenen Kaufverträge vom 3o. August 1948 zurückzutreten« Wenn der Beklagte sum Rücktritt berechtigt war,* so könnte dies ein Bewcisanzeich.cn dafür sein, dass er 3ich auch später nicht bewogen* gefehlt hat, den Vertrag mit veränderten Zahlungsbedingtingen aufrecht zu erhalten*
ge z•Br.Lindenmaier
gez • Br • Heidenhain
gez*Wilde
Ldinger
gez *3)r* Fischer
ie
Beglaubigt:
als Urkundsbeamter
tsstelle
des Bundesgerichtshof s
+
*
*
*
*