BGH · I ZR 96/85 vom 07.05.1986
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
- Prozeßbevollmächtigtes Rechtsanwälte und Dr. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist einem Antrag nach § 719 Abs. 2 ZPO regelmäßig der Erfolg zu versagen, wenn es der Vollstreckungsschuldner versäumt hat, im zweiten Rechtszug die ihm aus einer möglichen Vollstreckung drohenden Nachteile durch einen Antrag nach §712 ZPO abzuwenden; es sei denn, die Einstellungsgründe sind erst nach Schluß der mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht eingetreten oder einem Vollstreckungsschutzantrag standen erhebliche Hindernisse entgegen (vgl. v. 11.12.1979 - KZR 25/79, GRUR 1980, 329 - Rote Liste I; Beschl. Er bringt lediglich allgemein vor, seine berufliche Situation habe sich erst nach Abschluß des Berufungsverfahrens so verschlechtert, daß die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung zur Zerstörung seiner wirtschaftlichen Existenz führen würde. Es ist deshalb nicht ersichtlich, aus welchen konkreten Gründen sich die Nachteilsgefahr erst später herausgestellt hat. Der Beklagte kann sich auch nicht mit Erfolg darauf berufen, er habe nicht vorhersehen können, daß die Klägerin trotz der Revision gegen ihn Vollstreckungsmaßnahmen einleiten würde. Denn die Klägerin ist -wie sie vom Beklagten unwidersprochen vorgetragen hat - dem Beklagten insofern entgegengekommen, als sie sich bereiterklärt hat, aus dem mit der Revision angefochtenen Berufungsurteil nicht zu vollstrecken, wenn der Beklagte - vorbehaltlich der noch offenen Entscheidung des Revisionsgerichts - die Hälfte der Urteilssumme in drei von ihm selbst angebotenen Raten bezahlt. Dieses Angebot hat der Beklagte mit Schreiben seiner Prozeßbevollmächtigten 2. Dem Beklagten war es unter den gegebenen Umständen Jedenfalls zu demutbar, sich zu dem Zwecke der Abwendung der Zwangsvollstreckung auf die von ihm selbst vorgeschlagenen Ratenzahlungen einzulassen.