BGH · I ZR 81/58
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g^ schäftlichen Verkehr und nicht zu Wettbewerbszwecken gemfj wordene Bei der Mitgliederversammlung habe es sich um eia interne Veranstaltung der Genossenschaft gehandelt, auf d§ die Geschäftsführer zur Unterrichtung der Mitglieder bit® Rechenschaftsbericht erstattet hätten» In dem Bericht habl die Preislage schon deshalb erörtert werden müssen, weil « vorher eine Anzahl von Mitgliedern Unzufriedenheit über dj Preisgestaltung bei der Verkaufsstelle Bad geäußeft'|j§ Auskunft habe die Geschäftsleitung Probeeinkäufe in den maßgebenden örtlichen Einzelhandelsgeschäften aurchgeführi In der Versammlung sei das Ergebnis dieser Käufe unter g%| nauer Bezeichnung der ausgewählten, gängigen Artikel wähl heitsgemäß bekannt gegeben und hierbei auch rückhaltlos ..di gelegt worden, welche Waren im Konsumladen noch teurer s? als in anderen Geschäften» Die Geschäftsleitung einer Genossenschaft sei verpflichtet, den Mitgliedern, auf Nachfrage"® derartige Auskünfte zu erteilen» Auch der Zweck des genos-|| senschaftlichen Zusammenschlusses, den Mitgliedern billige* Einkaufsaicglichkeiten zu bieten, zwinge die Geseiaäftsleitdf| dazu, Preisvergleiche mit anderen Geschäften anzustellen || und den Mitgliedern darüber zu berichten» Das Landgericht hat der Beklagten untersagt zu behaupl daß die Preise ihrer Bad EMMPMP Verkaufsstell1 unter den Preisen der ortsansässigen Sinzelhandelsgesc: lägen» Ic Das veruiungsgericht hat zunächst das Rechtsschutz-bedlirfnis für die Klage geprüft and die hierfür erforderliche 1 Wiederholungsgeiahr zutreffend damit begründet, daß die Betklagte während des gesamten Verfahrens für sich in Anspruch genommen habe, an dem vom Kläger beanstandeten Preisver-ft gleich berechtigt au sein (BGH in GRÜß- 1953« 40 mit wei- Bas .der uf ungs gef i e h t konnte diese Besorgnis ohne nechtoverstcß dem Vortrag der Beklagten entnehmen, der Zweck der Konsumgenossenschaft, ihren Hitglledern billige Einkaufs-mögfichkeiten zu erschließen, zwinge die Geschäftsleitung dazu, die Preise im Konsumgeschäft mit denjenigen in den Ei:nz%lhande.lsgeschätten zu vergleichen und den Mitgliedern darüber zu berichten* Der Hinweis der Revision, auf das Urteil des Reichsgerichts in ER I939: z36 geht fehl, weil in dem dort entschiedenen -alle im Gegensatz zu dem vorliegenden nicht dargetan war. ■’ ■ : •'; " ;’ü üä wenn es ausführt, diese Behauptung sei objektiv geeignet f .und nach der Absicht der Geschäftsführer auch dazu be- ||§ stimmt gewesen, die Beklagte im Wettbewerb mit den örtli-j* eben Einzelhändlern in Bad zu fördern« Dieser Wettra|| Die Eignung und Bestimmung des Preisvergleichs zur Förderung des Wettbewerbs wird durch das Verhältnis der Mitglieder zur Genossenschaft nicht berührt. Dies gilt auch dann, wenn die Mitglieder einen Anspruch auf Belieferung durch die Genossenschaft haben, also durch ihre etwaigen Einkäufe bei der Beklagten ein Mitgliedschaftsrecht ausüben» und wenn ferner die Geschäftsleitung der Beklagten durch umsatzfördernde Mitteilungen, wie die Bekanntgabe des Preisvergleichs» eine genossenschaftsrechtliche Auskunftspflicht erfüllen will. klang mit diesem Grundsatz hat das Berufungsgericht angenommen, daß der Wettbewerbszweck bei dem Preisvergleich in der Versammlung vom 11. 3c Zu Unrecht macht die Revision schließlich geltend, | das Berufungsgericht habe nicht berücksichtigt, daß nach | den Äußerungen der Zeugen ZflW, Schlflp und BoÄBI die Geschäftsführer freimütig auch auf Preise zu sprechen ge-? kommen seien, die bei der Konsumgenossenschaft höher als | beim Einzelhandel gelegen hätten„ Das Berufungsgericht durfte den letzteren Umstand bei der Prüfung des Wettbe- j werbszwecks schon deshalb als unerheblich ansehen, weil^fS festgestellt hatte, daß die bei der Beklagten ungünstiger^ liegenden Preise nicht schon in dem Bericht der Geschäfts-;; führer, sondern erst in der späteren Aussprache, also in einem Zeitpunkt erörtert worden sind, in dem die beanstandete Wettbewerbshandlung bereits abgeschlossen war« Der \Ve‘ bewerbszweck dieser Handlung wäre aber auch dann nicht in Präge gestellt, wenn jene Preise schon in dem Bericht selb; erwähnt worden wären» Mach den Peststellungen der Vorin-stanzen, die diesen Bericht zutreffend in seinem Zusammen-; hang gewürdigt haben,war von den Geschäftsführern zur Kenu Zeichnung des Preisgünstigen Angebots im KonsumgeSchaft I ihren Bedarf statt beim Einzelhändler in i der Verkaufsstelle der Beklagten decke, im ■'JahresdurchscbJfi auf 10 zu verar.Si ii' agen sei0 Die Äußerung, der Preisunterschied gegenüber den örtlichen Einzelhändlern betrage bis' z 25 r ließ alsdann ohne weiteres Raum für die Möglichkeit, daß due Preise einzelner Waren im Konsumgeschäft höher waren als in dem einen oder anderen Einzelhandelsgeschäft ; denn auch in diesem Palle hatte sich die behauptete durchschnittliche Mindestersparnis von 10 <fo ergeben können, sofern die sonstigen Preise der Beklagten, wie dem Bericht' der Geschäftsführer zu entnehmen war, die der örtlichen Einzelhändler sogar bis zu 26 $ unterschritten. ligkeit sich trachten, wobei es gleichgültig ist, ob die Ti in der Öffentlichkeit oder in einem privaten Rahmen abspielt (BGH in GRUR 1951s 295; 294}= Bas Berufungsgericht hat daher an dieser Stelle mir Recht den Zweck der Äußerung, den es vorher zutreffend dargelegt hatte, nicht aber den Umstand als entscheidend angesehen, daß die Äußerung auf einer geschlossenen Mitgliederversammlung und in einem nur für Genossen und ihre Ehegatten bestimmten Bericht gefsl len ist. Wenn eine Genossenschaft durch Einflußnahme auf ihre Mitglieder darauf hinwirkt, im Wettbewerb mit dem örtlichen Einzelhandel Vorteile für sich zu erlangen oder Nachteile wie das Abwandern von Mitgliedern zu den Einzelhandelsgeschäften von sich abzuwenden, so bewegt sie sich auch dann Artikel erworben und die Preisunterschiede gegenüber ihren angeblich entsprechenden eigenen Waren so bekanntgegeben habe« als seien darüber einwandfreie Feststellungen getroffen worden» Aus dem Wesen der »Genossenschaft ergebe sich keine abweichende Beurteilung» Fs sei nichts dafür dargetan, daß Mitglieder etwa aus Besorgnis Auskünfte verlangt hätten, der Bestand der Genossenschaft, die Mitgliedschaftsrechte der Genossen oder ihre Geschäftsanteile seien gefähr-ffdeto Mit dem Preisvergleich habe die Beklagte ihre Mitglieder überhaupt nicht als Genossen, sondern als Kunden angesprochen und damit Ln das Wettbewerbsverhältnis zu den örtlichen Einzelhändlern eingegriffen„ Wo dies geschehe, könne die Genossenschaft nicht unter Berufung auf ihre Verpflichtungen ge- •; genüber den "Mitgliedern größere Freiheiten im Wettbewerb als die in anderer Rechtsform betriebenen Konkurrenzunternehmen beanspruchen« 2c Die Revision macht demgegenüber geltend, die Notwendigkeit des' Preisvergleichs in der Versammlung vom 11« März 1957 ergebe sich aus dem Zweck der Konsumgenossenschaft und aus ihren rechtlichen Beziehungen zu ihren Mitgliedern; außerdem sei der Vergleich zur Beantwortung von Anfragen aus den Kreisen der Mitglieder erforderlich gewesen» Nach den vom Berufungsgericht nicht beachteten Vorschriften der §§ 33 Abs. 2, 33 a GenG seien die Geschäftsführer verpflichtet, in dem von ihnen zu erstattenden Geschäftsbericht die Verhältnisse der Genossenschaft zu entwickeln« Dazu müsse in erster Linie dargelegt werden, ob das Hauptziel "der Genossenschaft erreicht sei, den Mitgliedern günstigere Einkauf smöglichkeiten zu verschaffen, als der Einzelhandel sie biete» Dies lasse sich nur durch einen Vergleich der Preise im Konsumgeschäft mit den üblichen Einzelhandelspreisen verdeutlichen» Wenn hierüber in einer geschlossenen Mitglieder- Versammlung wie derjenigen vom 11, Marz 195/ berichtet weB de:«, könne dagegen unter wettbewerbsrechtlichen Gesichts- 4 punkten nichts eingewendet werden, Es komme hinzu, daß eine Reihe von - Mitgliedern im Bereich der- Verkaufsstelle ; Bad Is sen zuvor Kritik an'den dortigen. Preisen geübt habe % Das - Berufungsgericht habe unter Verletzung des § 139 3P0 f der Beklagten keine Gelegenheit gegeben, nähere Binzelheifi über die ergangenen Anfragen, vorzutragen, wozu sie bereit gewesen sei . Der Preisvergleich in der gewählten Bonn sei dahj unvermeidlich gewesen, zu demal Hausfrauen nur durch klare Zaj vision können Zunächst fehle jeder Anhalt dafür, daß es sich bei dernjs Bericht in der Versammlung vorn 11» März 1957 um den jähr- | liehen Geschäftsbericht gehandelt hat, den der Vorstand dei Genossenschaft nach § 33 Abs, 2 GenG mit den Bemerkungen 1 des Aufsichtsrats der Generalversammlung vorzulegen hat und: in dem nach § 35 a GenG die Verhältnisse der Genossenschaft; zu entwickeln sind. darf.Diese Präge läßt sich nicht, wie das Berufungsgericht angenommen hat, danach beantworten, ob die Geschäftsleitung die Mitglieder jeweils als Genossen oder als Kunden ai ge-sprochen hat, Die Eigenschaften der Mitglieder einmal als Genossen und zu dem andern als Kunden der von der Genossenschaft eingerichteten Verkaufsstellen lassen sich nicht so streng ' voneinander trennen, daß es von dieser Unterscheidung abhängig gemacht werden kann, ob Äußerungen der Geschäftsleitung gegenüber d’en Mitgliedern im Einzelfalle wettbewerbs-. d.h. bei einem Verein "zu dem gemeinschaftlichen Einkäufe von Lebens- oder Wirtschaftsbedürfnissen im großen und Ablaß im kleinen” (§ 1 Abs. 1 Kr. 5 GenG), nicht ■ , in der gesellschaftsrechtlichen Beteiligung, Es wird dadurch gekennzeichnet, daß das einzelne Mitglied zur Deckung seines Bedarfs an Konsumwaren zugleich ständiger Kunde des genossenschaftlichen Unternehmens werden will und soll! Gerade im Hinblick auf das von der Revision hervorgehobene Hauptziel der Konsumgenossenschaft, den Mitgliedern zu günstigen Einkaufsmöglichkeite* zu verhelfen, ist danach die Stellung des Mitglieds zur Genossenschaft der des Kunden zu dem Einzelhändler so stark; angenähert, daß es nicht angängig erscheint, die Konsumgenossenschaft irn Wettbewerb mit den Einzelhändlern um dies« Zieles willen von dem Verbot der vergleichenden Werbung schlechthin freizustellen, während umgekehrt die Einzelhändler im Wettbewerb mit der Konsumgenossenschaft diesem Verbot unterworfen bleiben. Aus den gesellschaitsrechtlichen Beziehungen zu den Mitgliedern kann sich andererseits für den Vorstand einer Genossenschaft die Notwendigkeit ergeben,: in Mitteilungen die Mitglieder auf das Wettbe werb.sVerhältnis der Genoss« schalt zu dem Einzelhandel einzugehen. 3 Satz 2 GenG), wird er namentlich Auski nicht verweigern kennen, welche die Mitglieder in dieser Hinsicht von ihm: verlangen .Perrier wird man ihm |as; Recht gestehen müssen, sich gegen Vorwürfe aus Kreisen der Mit gl der zu verteidigen, auch wenn sie das Verhältnis der s nossenschaft zu ihren Mitbewerbern berühren. Eine allgemein gehaltene Kritik an den Preisen der Genossenschaft berechtigt den Vorstand jedenfalls noch nicht dazu, in einer Mitgliederversammlung die Preise im Konsumgeschäft und in den Geschäften erkennbarer örtlicher Einzelhändler in einer für die Einzelhändler nachteiligen Weise gegenüberzustellen. In Anlehnung an die Grundsätze, welche die Rechtsprechung für-Mitteilungen über die Ware oder gewerbliche Leistung von Mitbewerbern entwickelt hat (KG in JW 1936, 286?, 2868; EG in GE15B 1938, 53, 56; KG in GRUB 1940, 303, 310; BGH in GRUE i'957, 23, 24 -Bünder Glas), wird auch hier gefordert werden müssen, daß etwaige Anfragen sich auf ganz bestimmte, die Ware oder Leistung des Mitbewerbers betreffende Umstände beziehen, die dem Anfragenden wissenswert erscheinen und auf deren genaue Kennzeichnung der befragte Vorstand gegebenenfalls hinwirken muß. Die Antwort muß sich alsdann im Rahmen der begrenzten Präge halten und sich auf die danäch erforderlichen Angaben beschränken; auch muß der Befragte sie auf ihre sachliche Richtigkeit prüfen, sich von der Richtigkeit überzeugt haben und in der Lage sein, die Gründe für seine Überzeugung dar-sulegeno Die Äußerung, die Preise im Bad EflMN» Konsumgeschäft lägen- bis zu 26 % unter den Preisen der ortsansässigen Einzelhandelsgeschäfte , Vwird diesen Anforderungen nicht gerecht. Sie ist so allgemein gehalten,' daß die, Geschäftsleitung der Beklagten damit unabhängig von dem Gegenstand etwaiger an 280 mit Recht auf die UnmöglieJ keit hingewiesen, Preisvergleiche in der hier vorliegende) Form bei Lebensmitteln zuverlässig zu überprüfen,.';Lei dies Waren bestehen so zahlreiche Unterschiede nach Arth-Beschaffenheit, Güte und den für die jeweilige Verwendung wünschten Eigenschaften, daß es schon bei ein und demselben! Ein zusammenfassendes Urteil aber, durch das die eigenen Preise im Vergleich mit denen einiger wei ger Wettbewerber allgemein ooer zu demindest für mehrere uhp einander durchaus verschiedene Warengruppen als bis zu g/p niedriger bezeichnet wurden, entzog sich von vornhereinh| jeder sachlichen Kontrolle und konnte aus diesem Grunde durch keine .. Nach dem..vom -Berufungsgericht festgestellten Sachverhalt war an die Beklagte aber auch keine hinreichend be- , stimmte Anfrage ergangen,;die ihr überhaupt zu einem Werterer gl eich hätte Anlaß geben können« Das Berufungsgericht hat das Vorliegen einer solchen Anfrage auf Grund'des ei-geilen Vorbringens der Beklagten verneint« Es hat dabei d: ses Vorbringen unter zu dem Teil wörtlicher Wiedergabe der einzelnen Behauptungen eingehend gewürdigt. Wenn es darat gefolgert hat, daß es sich bei den Äußerungen aus Mil derkreisen nur.um allgemeine Klagen über die Preisgesj der Beklagten, nicht dagegen um ausdrückliche Erl nach bestimmten, die Waren oder Leistungen der Wett) iffenden Umständen gehandelt habe, so ist gegen diese 3'Würdigung des Parteivorbringens aus Rechtsgründen nichts ein_ zuwenden» Zu Unrecht rügt die Revision, daß das Berufungsgericht entgegen der Vorschrift des § 139 ZPO der Beklagten keine Gelegenheit gegeben habe, ihr Vorbringen hinsichtlich des näheren Inhalts der von den Mitgliedern gestellten Fragen zu ergänzen. Riese Rüge geht schon deshalb fehl-, weil die Beklagte auch in der Revisionsinstanz den genauen Wortlaut und Inhalt der angeblichen Fragen nicht: mitgeteilt, also , nicht dargetan hat, was sie auf eine entsprechende Auflage des Berufungsgerichts vorgebracht haben würde (vgl»EG in JW 1931? 1795)o Es liegt aber auch keine Verletzung der Aufklärungspflichtvor„ Die Schriftsätze der Beklagten in der 3erufungsinstanz ergeben nicht etwa, wie die Revision vorträgt, daß die Beklagte bereit war, für spezifizierte Angaben durch das Zeugnis des Verkaufsstellenleiters Schüler und durch ParteiVernehmung des Geschäftsführers Lange Beweis zu erbieten» Die letzteren Beweismittel hatte die Beklagte nur für die in Kreisen der Mitglieder herrschende allgemeine Unzufriedenheit über die Preisgestaltung in der Verkaufsstelle Bad Essen, nicht aber dafür angegeben» daß an den Vorstand einzelne genau bestimmte fragen gerichtet worden seien« Andererseits war die Beklagte sowohl durch die Gründe des landgerichtlichen Urteils als auch durch die Berufungserwiderung des Klägers ausdrücklich auf die rechtliche Bedeutung hingewiesen worden, die dem genauen Wortlaut und Inhalt etvvai-i-v get* Anfragen aus Mitgliederkreisen zukommen konnte» Das Berufungsgericht konnte daher nicht annehmen, daß die Beklagte v aus Versehen oder auf Grund Irriger Beurteilung der -Rechts-■i? Nach alledem ist dem Berufungsgericht im Ergebnis darin beizutreten, daß zu dem vom Kläger beanstandeten Preisvergleich keine Veranlassung bestand, die es rechtfertigen könnte, ihn von dem grundsätzlichen Verbot der vergleichenden Werbung auszunehmen. März 1957 verstieß also gegen die Regeln des lauteren Wettbewerbs (§ 1 UWG) und ist deshalb mit Recht von den Vorinstanzen untersagt worden.