S*
t
• /
i
Für das Nachschlagewerk!
Gesetz: I PatG§§10, 30
II PatG§§ 6, 16, 30
III PatG § 6
Rechtssatz:
I. Pie in § 10 PG festgelegte Dauer des Patents ist nicht
identisch mit der zeitlichen Geltung des Patent-Schutzes, Letzterer tritt erst - vorläufig - mit der Bekanntmachung der Anmeldung oder - endgültig - mit der Patenterteilung ein und wirkt nicht auf den Tag nach der Anmeldung zurück. Die Anmeldung hat also nur Bedeutung für den Altersrang des Patentes und für die Berechnung der Laufzeit.
II. Vor Eintritt des Schutzes hergestellte Erzeugnisse er
halten nicht rückwirkend patentverletzenden Charakter durch spätere Patenterteilung.
II
X»
Ein Verfahrenspatent für ein Reparaturverfabren schützt nicht reparierte Maschinenteile, Letztere sind keine
Erzeugnisse des Verfahrens. Aktenzeichen: I ZR 73/50
Urt. v. 16. Februar 1951
5 ti ti
*7 V
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i -4
• • V
E (Bekr. J gegen Sch. (KLg.)
OLG. Düsseldorf
LG
Düsseldorf
\
*
4
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\
Verkündet am 16. Februar 1951
gez. Justizsekretär
als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle
*
Im harnen des Volkes
I • ~
In dem Rechtsstreit
'er Firma Paul
E
9
Inhaber Paul
»
m
trasse
Beklagten und Revisionsklägerin,
ProzessbevoIlr.jächtigter: Rechtsanwalt
gegen
die Firma
M
c n
ii
aims che Industrie
Handelsgesellschaft ru.b.H. in
und
estell
9
vertreten durch ihren Geschäftsführer
J
Klägerin und Revisionsb.e^lagte
9
Prozessbevollmächti :ter: Rechtsanwalt
hat der I
auf die
■
lsenat des Bundesgerichtshofes
Karlsruhe
mündliche Verhandlung vom 16. Februar 1951 unter
Mitwirkung der Bundesrichter Professor Di*. Lindemnaier,
'Or. ileidennain, Dr. Birnbach, Wilde und Schmidt
für Recht erkannt:
Die Revision gegen das Teilurteil des 2. Zivilsenats des
m
Oberlandesgerichts in Düsseldorf vom 1C. November 1949 wird
mit der Massgabe zurückgewiesen, dass anstelle der Ziffern
1 a, b, c, 2 und 5, soweit diese sich nicht auf Ziff der Urteil3formel bezieht, folgende Fassung tritt:
1 d
l.Der Beklagten wird unter Androhung von Geld
oder
A ► •
3
Haft strafe rur neuen
Fall der Zuwiderhandlung verboten
9
2
<S
n
m ' ^
ei Warnungen vor der künftigen Weit erbenut ziüag der von ihr
unter den Aktenzeichen E 57929 VI a
'31 c uni E 587o3 zu dem
Patent sü gemeldeten Verfaliren über den Zeitpunkt der Bekannt machung hinaus folgende Behauptungen aufzusteilen:
a) Das Verspritzen von Stahl und Eisen zu dem Verschliessen
von Rissen und Ausbrüchen an Gussköroern sei ihr auf
«
Grund von Patentanmeldungen geschützt, ohne darauf hin zuweisen, dass der von ihr erwartete Patentschutz sich
auf die Benu
tzung des
von ihr ausreichend zu kennzeichn
nenden Spezialverfahrens beschränke und erst mit der lekanntmachuog der Anmeldungen eintrete.
$
b)r Sie
sei
schon vor der Bekanntmachung der Anmeldungen
berechtigt, Lizenzgebühren für die von ihr angemeldeten
Verfahren, darüber hinaus aber allgemein Lizenzgebühren für jedes Spritzen von Riss.en und Ausbrüchen an Gusskörpern mit Stahl und Eisen zu beansprucnen.
hach dem Patentgesets würden im Augenblick der Patent erteilung alle seit der Patentanmeldung ausgeführten
Spritzarbeiten
mit
Stahl und Eisen Zurrt Verschliessen
von Rissen und Ausbrüchen an Gusskörpern - und zwar
einschliesslich der nach ihrem Spezialverfahren her gestellten Arbeiten -
dann auf ihr.Begehren ihres patentverletzenden Charak
patentverletzend und müssten
tors entkleidet oder zerstört werden.
2.-Es wird
fest^estellt.. aaraC!
unbeschadet etwaiger künfti-
gen* 3chutzgeWährung auf die Patentanmeldungen der Beklag
ten E 57929 Via - 31c und E 58763
keine Schutzrechte
de
Beklagten verletzt werden, wenn die durch das Patent
677709 geschützte Metallspritzpistole der Klägerin zu dem
I
3
Dichtspritzen von Rissen und Ausbrüchen an Gusseisen mit Eisen und Stahl verwandt wird,
3. Es wird festgestellt, dass die Beklagte verpflichtet ist,
der Klägerin den Schaden zu ersetzen, der durch Zuwiderhandlungen gegen die Verbote zu 1 a) - c) entstanden ist.
Die Kosten der Revision trägt die Beklagte.
T atbe stand :
Die beiden stieitenden Firmen betätigen sich auf dem
Gebiet des Metallspritzens. Jede von ihnen fabriziert und
*
vertreibt eine Metall-Spritzpistole, mit der geschmolzenes Metall durch einen starken Luftstrom zerstäubt und auf Oberflächen ieder Art zur Haftung gebracht werden kann. Jede von ihnen übernimmt auch Metallspritzarbeiten in Lohnar-beit. Die Spritzpistole der Klägerin ist durch das DRP
677 709 geschützt
Metallspritzerei
die der Beklagten
dient unter andere
ist ungeschützt« Die zur Aufbringung neuer
Metallschichten auf abgenutzte und beschädigte Maschinenteile, an diese wieder funktionsfähig zu machen. Die
Beklagte, die sich besonders mit der Wiederherstellung gerissener und ausgebrochener Motorblocks befasst, hat
zur Behebung der Schwierigkeiten, die sich infolge des
■
m
Schrumpfens der neu aufgebrachten Metallschichten einem zuverlässig dichten Verschluss der Schäden entgegenstellen, ein Verfahren entwickelt, das einen dichten
4
7 erSchluss
Ji i b
jisen und Stahl gewährleisten soll. Dieses
Verfahren hat sie i.;. Jahre 1943 zu dem Gerenstande zweier Pa-tentaiii~.Gldunren .eracht, die beim Reichspatentamt unter dem
Aktenzeichen E [37 9E9 VIa/31.c und E 50163 geführt werden.
aber noch, nicht bekannt gemacht worden sind.
In den Jahren 1946 und 1947 wandte sich die Beklagte
p
teils persönlich, teils durch ihren «?atentaii\va 11 f
hi:Leflieh an 4 künden der Klägerin,
die
mit den von der
Klägerin vertriebenen Spritzpistolen arbeiteten. In diesen
Schreiben
ie in Form und Inhalt voneinander * abweichen,
teilte sie den Adressaten unter anderem mit, dass sie ein
V'.r.
:l:.i anren
,um Dichtspritzen von Rissen und Ausbrüchen an
Gi.sskor >crn mit Eisen und Stahl sum Patent angemeldet habe,
mit dessen E.vieiluru* demnächst gerech..et werden körne, der Patentcrtcilunv/hrden derartige Arbeiten, die in der
bv/ischenzeit ausgeführt worden seien, patentverletzend und
m
ii:■! jsteil auf ihr Verlangen ihres pat.untverletzenden Charak-
-*■
ters entkleidet, im vorliegenden ralle als., zerstört wer-
O A
den. bie i-x.
r v*vot sich, mi+
den Emufähi ern der Briefe Lizenz
vertrage abzus cüiie3sen und ersuchte, das Spritzen von
• / * •
■
*
.
Kissen und. Ausbrüchen an Gusskörpern mit Eisen und Stahl
/\ *' ■
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Li
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zu unterlassen. Die Klägerin widersprach diesen
Tarnungen und erhob im März 1948 Klage
auf bnterlassung dieser Behauptungen; auf Feststellung, dass die Klägerin
lal
ae
der Verwendung ihrer Spritzpistole keine Soln.itzrephte
Beklagten verletze, auf Feststellung
de*5
Schadenser
satzpflicht der Beklagten und Zubilligung der voröffent lichung des Urteils.
Das Landgericht hat der Klage voll entsprochen. Auf
die Berufung der Beklagten hat das Oberlandessericht durch
I
*
r
+ %
5
und
Idilurteil die Entscheidung über die Unterlassungs-
•' ■
feststolliuigsansprüche ~ unter Zurückweisung weitergehen der Klagearspräche - in der Form aufrecht erhalten, dass
1
I
der Beklagten bei Strafandrohung untersagt wird,
a) die Behauptung aufzusteilen, das Verspritzen von
t
un
zu dem Verschli
von Rissen und
Ausbrüchen an Gussköroorn sei ihr auf Grund von
P a t e n t anin e 1 dung e n
ff. üschützt,
b).Dritten gegenüber Warnungen auszusprechen, dass das
Spritzen von Rissen und Ausbrüchen an Gusskörpern
mit Stahl und Eisen, ohne Lizenzzahlung an di klagte nicht gestattet sei,
Be
e) bezüglich des Spritzens von Stahl und Eisen zu dem Ver~
. ■ ■ ^ * ■
! schliessen von Rissen und Ausbrüchen an Gusskörpern
*
zu behaupten, nach dem Fatentgesetz würden die in
p
• •
der Zwischenzeit seit der Patentanmeldung ausgeführ-
■
ten Arbeiten im "Augenblick der Patenterteilung pa-tentverletzend und müssten dann auf Antrag der B.e-
m m
klagten ihres patehtverletzenden Charakters, ent-kleidet und zerstört werden,
d) zu behaupten, die Klägerin habe keine Fatentanmel
* ■
*
dung laufen, die sich auf das Spritzen von Eisen
und S
tahl zu dem Versohl
von Ri
an Gusskörpern
beziehe,
2. festgestellt wird, dass keine Schutzrechte der Beklag
ten
rletzt werden, wenn die durc
d
latent 677 709
6
3.
geschlitzte ^otallspritspistole der Klägerin zu dem Dicht
spritzen von Rissen und Ausbrüchen an Gusseisen mit Lison und Stahi verwandt wird,
festgestellt wird, dass
die Beklagte verpflichtet ist,
der Klägerin den durch die Verletzungshandlungen zu la his Id entstandenen Schaden zu ersetzen.
Mit der Revision verfolgt
die
Beklagte die
lageab
lg hinsichtl
der
fer la und des diesbezüglichen
Teiles der Ziffer 3, im übrigen die Aufhebung und Zurück
*
#
verv/eisung hinsichtlich der Ziffern lb und 1c, 2 und 3,
soweit letztere sich auf die -Behauptungen zu la bis c be
■
«
■
sieht.
Die Klägerin beantragt Zurückweisung der Revision.
Ent s c h e idung s g r ü n d
die Lek
Das Berufungsgeri'cht stellt tatsächlich fest, dass
*■ ■
e in den Schreiben an die Kunden der Klägerin
allgemein das Recht für sich in Anspruch genommen habe, Risse und Ausbrüche an Gusskörpern durch Spritzen mit
Eisen und Stahl auszubessern und dass sie
o
ich nicht
darauf beschränkt habe, vor der Benutzung .ihres Spezial
Verfahrens zu warnen. Ls stellt ferner fest, dass die Beklagte bei ihren Warnungen erklärt habe, das Spritzefi von
und Ausbrüchen an Gusskörpern sei ohne Lizenz-
u 3. ss en
2i *
ahlong nicht gestattet und die ohne
Lizenzzahlungen seit
• ■
der r at ent auine Idung nach dem Verfahren der Beklagten aus-
*
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7
geführten Arbeiten müssten im Augenblick der Patentertei lung zerstört werden.
#
Pie von der Revision gegen diese Feststellungen
■
■
erhobenen Rügen der unvollständigen Würdigung des Sach
Verhalts greifen
nicht durch.
Das
- * * •Berufungsgericht hat
cht überseh
dass die beklagte in ihren Schreiben
auf ihr .Spezialverfahren hingewiesen hat, stellt
aber
fest, dass d
ts
ichzeiti
entnehmend
^enüber dem aus den Schreiben
■
Bestreben der Beklagten
T
♦
zurücktrete, die ausschliessliche Benutzung des Spritz-
4
Verfahrens mit Stahl und Eisen an Gusskörpern für sich
■
. a •
I *
in Anspruch zu nehmen und dass danach in jedem unbefange
nen Leser die. Vorstellung erweckt
erden sollt
die
Beklagte dürfe und wolle die Benutzung des Spritzverfahrens
für diese Zwecke schlechthin verbieten. Diese Erwägungen
■
liegen auf dem tatsächlichen Gebiet der Beweiswürdigung
und sind desiu.lb der Nachprüfung des Revisionsgerichts
entzogen. Die Feststellungen sind auch in verfahrensrecht lieh einwandfreier Weise getroffen worden..
Die Rechtslage beurteilt das Berufungsgericht im
übrigen dahin, dass die Beklagte zwar im geschäftlichen
Verkehr dar
d
labe hinweise
f
sie
habe zwei
Spezialvorfahren zu dem Spritzen von Rissen und Ausbrüchen
an Gusskörpern mit Bisen und Stahl zu dem Patent angemeldet, sie hätte aber, um keinen falschen Eindruck zu erwecken,
hinzufügen
müssen, dass
die bekanntmachung der Anmeldungen
noch nicht erfolgt sei. Über diese berechtigten Warnungen
■
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sei die Beklagte aber sowohl hinsichtlich des Gegenstände
s
ihrer Anmeldungen, wie
des Umfanges des erwarteten Patent-
■
Schutzes and seiner zeitlichen Wirkung hinausgegangen. Bei vorläufige Batentschütz trete frühestens mt der Bekanntmachung der Anmeldungen ein und wirke nicht auf die ^eit
d
er Ä meldung zurück. Ein Verfahren, das ausgeübt wer'
solange noch kein Schutzrecht eines Anderen bestehe, könne kein Patentrecht verletzen und erhalte auch nicht
rückwirkend einen patentverletzenden Charakter, wenn später ein Patent erteilt, werde. Ausserdem seien die ausgebesserten Mctorenblocks keine unmittelbaren Erzeug
n i .-v s e
c: ö r3
Les Aeparaturverfahrens, sodaBs sich das Verfahrens
patent nicht auf sie erstrecke und
eine o
• I
spatere
n
u
Störung der Motorenblocks schon aus diesem Grunde nicht
verlangt werden
■ .
an e
Bas Berufungsgericht sieht deshall
n den War
n un . en d e r B ekl a.r t
rechtswidrige Störungen der Be
si
der Klägerin
zu
ihren Kunden und damit Eine:rif
fe in ihren o ing eri cht et en und ausgeübten Gewerbebetrieb, die den Unterlagsungsanspruch der Klägerin nach §§ 1004, i<23 BGB, 3, 13 UWG rechtfertigten.
Die von der Revision gegen diese Begründung erho
• 9
• n
Denen i-tugen greilen zu dem
o-ssten Teil nicht durch.
Die unberechtigte Ausweitung des Gegenstandes der
Anmeldungen
cm
Li..l
* * as allgemeine Spritzen von Stahl und
Eisen zur Verschliessen ven Rissen und Ausbrüchen an Gu3skörpern wird bereits durch die bindenden feststel
lungon d-s Berufungsgerichts belegt.
♦
/
9
Die1 von der Beklagten in Anspruch genommene. Rück
Wirkung- einesspäter erteilten Patentschutzes auf
den Tag
nach, der Anmeldung findet im Gesetz keine Stütze. Das
P:tentg
gibt in
§ 1
0 Abs 1 Sat
ry
/J
1 lediglich eine
Anweisung für die Berechnung der 18 jährigen Laufzeit
des
«
tatentrecht
9
zung des Schutzes als
enthält aber keine zeitliche Umgreri
solchen. Der Beginn des Schutzes
ist unzweideutig in
0
30
*■ n X v.r
auf den Zeitpunkt der Be-
/
kanntmachung festgelegt und trägt damit der Notwendig
keit xiechnung» einerseits den Anmelder vor Schäden der
* • •
. ■
Veröffentlichung des Verfahrens zu schützen, anderer-
.
seits d'-'S ausschliessliche Schutzrecht .nicht vor Kennt-
■
nis der Öffentlichkeit von dem Gegenstände des Schutzes
eintreten zu lassen. Die Schutzdauer ist infolgedessen
immer kürzer als die Laufzeit des
^atentes.
Aus diesem
des Ge
Grunde ist auch nach der amtlichen -Begründung seizes vom ?. Mai 1936 an Stelle der früher vom Anmeldungs
tage an laufenden ratentgebohren gemäss § 11 PG eine
*
Bekanntmachungsgebühr eingeführt worden, während die
* ■
♦ # .
Jahresgebühren erst vom dritten Patentjahr ab erhoben
werden. Der Anmeldung kommt daher nur eine Bedeutung
für d en Alt ersrang
des
Patentes und
A* •
u r
die Berechnung
der Laufzeit zu. Diese Meinung wird überwiegend in der
• •
Rechtsprechung und dem älteren und neueren Schrifttum ge
teilt (vgl. Seligsohr* Arm;.'! zu
4
9
A um. 2
5U § 7,
3 su § 23, ^rausse-Eatluhn-Lindenmaier
um.
zu
Auin
™ *
0
Klaue
10
Jur.W. 92,267 = HG3t 23,21 KG MuW 33,362;
r
Auch *ier
Zivilsenat des Reichsgerichts hat sich in einer noch
nicht veröffentlichten Entscheidung vom 2. Oktober 194-4 - I. 11/44 - auf denselben Standpunkt -gestellt). Wenn.
sich
i
e Revision fü
ihren entgegengesetzten Standpunkt
auf die Meinung von Reimer (Pat.Ges. Amu. 103 zu
berufen zu können glaubt, so
ist dem entgegeri'zuhalten,
dass auch dieser Autor den beginn' des Schutzes auf den
Zeitpunkt der ^ekanntmachuiig verlegt (aaO und Anm. 1
» ■
zu § 10). »Vonn er von einer .."Wirkung!1 des Patents vom.
Tage, der Anmeldung an spricht, so durfte damit nur die
Prioritätswirkung, nicht die Schutzwirkung gemeint sein. Benkard (Pat.Ges. Anm. 6 zu § 30) folgert seine gegen-
des §. 10, der
£ des
teilige Ansicht lediglich aus. dem Wortlaut nach dem Gesagten nicht die zeitliche Umgrensun Schutzes betrifft.
jeoensowenig kann von eine
Ausdehnung de
3 erwarteten
Patentschutzes auf die nach den Verfahren der Beklagten
*
reparierten Motorenblocks die
bis ;
JAede
sein. Für die Zeit
cur Bekanntmachung der Anmeldunger.i folgt dies be-
.
reits aus dem. Aiclitbestehen eines bchutzrechtes vor der
Bekanntmachung und der Versagung einer .Rickwirkung. Ein
.
üergestellten Ar-
ungeschütztes Verfahren und die damit
<r
beiten können Jiicht durch nachträgliche Schutzerteilung patentverletzenden Charakter erhalten. Aber auch ein
Schutz nach
d
±>
mtmachung entfällt
E
ann ke
Rede davon sei
■
xi, dass die nach den Verfahren der Beklag
ten reparierten Motorenblöcks unmittelbare Erzeugnisse
* *
11
dieser Verfahren sind, auf die sich gemäss § 6 Satz 2 PG
■ i
■ . •
■
die Schutzrechte dieser Verfahren erstrecken könnten. Pie
Motorenblocks sind selbständige
ihr
die
sohon
er
äusseren Gestaltung nach auch in abgenutztem Zu-
stände ihre Zweckbestimmung und Punktion beibehielten,
*
wenn sie auch ohne Wiederinstandsetzung verwendungsun-
fähig waren. Sie können daher nicht
entsprechend den
l r
Ausführungen d
o
3r Revision als wertloser Schrott ange
. .
.
en werden, der nur durch Anwendung der möglicher-
weise geschützten Verfahren der Beklagten seiner Be-
* . ■
• •
Stimmung wieder zugeführt werden könnte. Pie Bedeutung
de::
X •- O
i t J Q
f O
n'-aratur tritt gegenüber dieser fortbestehenden
*
■
taltung und der Möglichkeit der Wiederherstellung
ihrer Punktion völlig zurück. Sie vermag, daher d
Blocks
I r i
1-0 O
olchen und.im Ganzen betrachtet nicht die
eines
Eigenschaft eines unmittelbaren Erzeugnisses
etwa geschützten Reparaturverfahrens zu verleihen.
.
.
«
Damit entfallen die von der Beklagten in Anspruch ge nommenen Befugnisse auf Beseitigung.
P
Clb
Berufungsgericht hat, von dieser Rechtslage
ausgehend, die Schreiben der Beklagten zutreffend
als
rechtswidrige Störungen
des
Geschäftsbetriebe
der
m m ■
Klägerin gewürdigt«-Pie-Briefe waren geeignet, unter
• •
den .Kunden 1er Klägerin Zweifel über die weitere Benütz
• * *
_* • m
bark eit. der erworbenen Spritzpistolen für Reparatur- :
arbeiten an Gusstücken hervorzurufen und konnten auf
diesem Wege die Klägerin Gewährlei'stungsansprüchen aus
setzen und den weiteren Absatz von Spritzpistolen be-
12
beeinträchtigen. Dabei hat das Berufungsgericht kein
;vegs
wie die Revision zu Unrecht annimmt
die Abwehr
lung d
Beklagt
verkannt, denn es hat ihr in.den
Jrteilsgründen, die insoweit zur Auslegung der Urteils
funnel heranzuziehen waren, ein Recht zu beschränkten
■
Warnungen vor der Weiterbenutzung ihrer Verfahren nach
• • ■
dem Zeitpunkt der Bekanntmachung nicht abgesprechen. Das
»
* •
Berufungsgericht war auch nicht genötigt, die Tragweite
der Anmeldungen der Beklagten festzustellen und auf ihre
sowohl in den Briefen wie in ihrem Prozessvorbringen ent-
a
haltenen ünterrichtungsangebote sowie auf die angeblichen Nachahmungen einzugehen. Denn
dass u
konkreten Amnel
dung ein ihr entsprechender Schutzu demfang zustand, befand
♦
■
sich überhaupt nicht im Streit. Die Inanspruchnahme eines
weitergehenden Schutzu demfanges hatte die Beklagte im Rechts
■ *
ft »
I
streit endgültig aufgegeben. Das der Beklagten zustehende beschränkte Warnungsrecht für die Zeit nach etwaiger Schutzerteilung vermag aber die Widerrechtlichkeit ihrer darüber hinausgehenden Berühmungen nicht auszuschliessen.
Sie sind nicht nur widerrechtlich, sondern auch schuldhaft, da, wie das Berufungsgericht feststellt, die Beklagte selbst
nicht auf dem Standpunkt gestanden hat, dass ihr zur Zeit
der Warnungen bereits ein Schutzrecht zustehe oder ein
<r
rechtlicher Anspruch auf
Li z enzg ebühren
gegeben
den
sie unstreitig schon für die Zeit vor der Bekanntmachung
die Unterlassungsanspruche wesent-
erhoben hat. Die
für
Hohe Wiederholungsgefahr hat das Berufungsgericht ohne
Rechtsirrtum in der Haltung der Beklagten im Schrift-
13
Wechsel mit der Klägerin erblickt. Sie wird auch nicht
dadurch ausgeschlossen, dass die Beklagt
Cr
onn<j
w
Abgabe
entsprechender bindender Verpflichtungserkläruhgen - im Laufe des Rechtsstreits ihre Berührung allgemeiner
Schutzrechte für das Spritzen mit Stahl und Bisen
an Gussrissen aufgegeben und sich auf die Geltendmachung
künftiger Schutzrechte für ihre Spezialverfahren beschränkt hat. Dem', sie hat nach wie vor auch insoweit Klageabweisung
beantragt und di
'echtigung der konkret vorliegenden
Berühmungsn vertreten.
Das Berufungsgericht erachtet die Beklagte also mit
liecht
* ; ; 1 V
G c un d
der §§ 1004,823H2Bsowohl für unterlassungs
;V X
für schadensersat«pflichtig- Lediglich soweit
es
diese
Verpflichtungen auch auf $1' 3, 13 UWG gestützt hat, ist der jievision augegeben, dass die Voraussetzungen, dieser
Vorschriften nicht gegeben sind. Die Beklagte hat .nach
dem f erregest eilt er» Sachverhalt nur an vier Firmen ge
schrieben, von denen sie annahm, dass sie das von ihr
entwickelte
V e rfahren b enut z t
hätten. Nun können zwar
auch Mitteilungen an einen beschränkten Bersonenkreis das
B
■ *
KJ
rdernis des
3 ÜWG erfüllen, dass die Mitteilungen
für einen grösseren Personenkreis bestimmt sind- Bs
ist dann aber erforderlich.; dass die Mitteilungen ihrer
*
m
Brscheinungsfoiii nach und unmittelbar Gegenstand einer weiteren Verbreitung werden sollen oder dass mindestens
nach der Lebenserfahrung unterstellt werden kann.; der
Das
Werbende habe mit dieser
Verbreitung gerechnet.
14
lot hier nicht der Fall. Die Beklagte hatte einen bestimm ten Anlass, sich gerade an die von ihr angesprochenen
Firmen zu wunden, und es hätte deshalb weiterer Fest-
*
Stellungen des Berufungsgerichts bedurft, wenn es gleich-
■
. .»
wohl annehrr.en wollte, dass die Beklagte mit einer Ver-
breitung über den beschränkten kreis der Briefempfänger
■
a
•m
hinaus gerechnet habe. Es genügt nicht, dass
sie
mit
■ *
einer solchen Verbreitung rechnen musste. Die Entscheidung
des Berufungsgerichts über die Unterlassungs
und Scha
• \
^ensersat
f7 O
Sprüche wird aber bereits durch §§ 1004,
823 BGB getragen,
o
üO aass
es der weiteren Heranziehung
der wettbewerblichen Begründung nicht mehr bedurfte.
Für den -Fe^tStellungsantrag zu 2) der Urteilsformel, dass Schutzrechte der Beklagten nicht verletzt werden, wenrl die Spritzpistole der Klägerin zu dem Aus-
spritzen von Rissen mit Eisen und Stahl verwendet wird,
■
■ m
m _
gilt ähnliches wie für den Unterlassungsanspruch zu la.
Da
s von
der
Revision vermisste Feststellungsinteresse
die Beklagte nach den
der
yerin liegt darin, dass
bindenden Feststellungen des Berufungsgerichts allgemein
■i
■
das Ausspritzen von Rissen mit Eisen und Stahl als
• •
unter ihre erwarteten Schutzrechte fallend bezeichnet
.
hat und damit eine Verwendung der Spritzpistole der Klägerin für diese Zwecke in -rage stellte. Das Inter
esse fällt nicht dadurch fort
d
‘'as die Beklagte
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♦ . Abgabe bindender Verpflichtungen insoweit ihre Berüh
numg zurückgezogen hat.
*
Die Revision gibt selbst
rr
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dass
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Eintritts dt
;a von
die Best ste Hang für den Pall
Beklagten e.r arteten Patentschutzee ihre Bedeutung be
dei
halten v/iird e.
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rechtfertigt ihren Abwelsungsantrag
.usoweit mit d <_• r r
Behauptung, dass die Feststellung sich
nu
auf die Vorgangenheit beziehe. Das trifft nicht zu. Die i: or. t Stellung ist ohne seitliche Beschränkung, also
:-.UCh f
die
O
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eines etw
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tretenden Patentschutzes
der Beklagteny getroffen worden. Da das Berufungsgericht
Boivla. ten auch insoweit da
auf künftig
e Berufung
wirksam werdende Sc utzrechte nicht abgesprochen hat,
b e au r a x
30 auch liier
keiner weiteren Bestellung des
Umganges
i f f I
.1
/on der Beklagten erwarteten Schutzrechte.
Die r-ovision ist hiernach im ganzen zur Zurück
w easung reir
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die vom Bci-ufungsg^richt anerkann
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sunger und Pests L ellungen
auch in de?:- Urteilsformol sum Ausdruck zu bringen. Die
Erteilstorm
.. i
ist l ernentsprechend
bis auf die mit der
'revision nicht angegriffene Ziffer 1 d
V. "
worden.
neu gefasst
Die s 1. on ent Scheidung beruht auf § 97 ZPO.
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