BGH · I ZR 66/56
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Kursivschrift, den Aufdruck Mmit Figurenwerbung”« Die Beklagte läßt auch in..den Einzelhandelsgeschäften durch Werbekartons auf die Figuren hinweisen« l)ie Kartons zeigen ein Bild der Packung, daneben sind einige Originalfiguren 'angeheftet, von denen die Klägerin behauptet, sie seien größer als die den Packungen beigelegten Figuren« Auf anderen Werbeplakaten der Beklagten heißt es: ."mit der beliebten Bauernhof- und Tierfigur enwerbung11« * \ Die Klägerin hat in dem Angebot, der Ankündigung und der Gewährung der Zugaben der Beklagten einen Verstoß gegen die Zugabeverordnung und eine unlautere Wettbewerbsmaßnahme erblickt«,Sie hat behauptet, die Figuren hätten einen Verkehrswert von etwa 0,10 bis 0,25 DM und würden zu diesen Preisen in Spielwarengeschäften verkauft« Dieser Wert sei sowohl absolut als auch im Verhältnis zu dem Verkaufspreis der Packung zu hoch, als daß die Zugaben noch als geringwertige Kleinigkeiten bezeichnet werden könnten« Der Reklameaufdruck müsse außer Betracht bleiben, weil er nicht deutlich sicht- die Feststellung ihrer Schadensersatzpflicht begehrt, Die Beklagte hat um Abweisung der Klage gebeten« Sie ist der Auffassung,’ daß der Beurteilung nur der Wert der Einzelfiguren zugrunde gelegt werden könne« Die Figuren seien zwar zu dem Sammeln geeignet« Sie könnten aber auch einzeln als Spielzeug verwendet werden. Der. Verkehrswert der Einzelfigur sei bei einem Fabrikpreis von 0,01 bis 0,02 DM auf höchstens 0,04 bis 0,06 DM zu veranschlagen und liege damit unter der Geringwertigkeitsgrenze« Die Figuren würden im übrigen nur als Zugabeartikel hergestellt und seien im Spielzeughandel nicht erhältlich« Auch ein Verstoß gegen die §§ 1 tJhlWG, 826 BGB liege nicht vor« Insbesondere sei es nicht unlauter, sich des Spielund Sammeltriebes der Kinder im Rahmen einer nach der Zugabeverordnung zulässigen Zugabenwerbung zu bedienen« zuzustimmen, weil der Aufdruck - jeweils unter dem Fuß der Figuren - nicht '"deutlich sichtbar" angebracht ist und er mit Rücksicht auf die Steile, an der er sich befindet, auch als Hinweis auf den Hersteller des Zugabeartikels aufgefaßt werden könnte (vgl BGH GEHR 1957, 40 Puppensjsrvice). haben sollten, so tiberwiege bei ihrer Einschätzung durch die breiten Käuferschichten und die Kinder doch der Sammel-wert derart, daß daneben jener Spielwert nicht ins Gewicht falle« Das Berufungsgericht hat deshalb den Gegenstand der Zugaben der Beklagten jeweils in einer Gruppe von fünf bis sechs Figuren erblickt« Es nimmt den Verkehrswert einer solchen Gruppe .bei Zugrundelegung des eigenen Vortrages der Beklagten, dessen Richtigkeit es dahingestellt sein läßt, auf mindestens 0.,25 DM an und ist so zu dem Ergebnis ge-; lai^l^daßje.aL 1« ) Hach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (BGHZ 11, 260 ßri?^' 27l7r^BGH GRÜR 1957, 40 ^27) liegt eine so,g« echte Sammlung dann vor, wenn das Einzelstiick für sich allein,sinnvoll nicht verwendbar ist und die Herbewirkung daher allein von dem Sammelergebnis ausgeht, während der Fall der unechten Sammlung gegeben ist, wenn zwar das Einzelstück bestimmt und geeignet ist, Teil einer Sammlung; zu werden, gleichwohl aber auch für sich allein schon eine sinnvolle Verwendung^ gestattet« Bei der echten Saram-lung, ist Gegenstand der-Zugabe das Saromelergebnis, bei der . Wenn Junckerstorff in seiner Anmerkung zu BGH NJW 1956 1918 Er 5 meint, nach den Gegebenheiten des Verkehrs und der Lebenserfahrung habe bei Sammelzugaben schon das Eebenrechtsgeschäft, so wie es von den Vertragsparteien gewollt sei, nicht die Zuwendung des Einzelstücks, sondern, die Zugabe des Saramelergebnisses zu dem Inhalte, so kann dem jedenfalls für den Fall der uneöhten S-ammlung nicht gefolgt werden« Die rechtsgeschäftlichen Erklärungen der Vertragsparteien betreffen hier ^ anders als etwa#im Falle der Aushändigung, von Sammelgutscheinen (vgl.BGHZ 11, 274 ,/2797 -? der von dem Zugabeverbot vorgesehenen Ausnahmeno Wollte man auch bei der unechten Sammlung das Sammelergebnis als Gegenstand der Zugabe ansehen, so würde das auf ein nahezu völliges Verbot jeder Sammelzugabe hinauslaufen, da der Wert des Sammelergebnisses nur in verhältnismäßig seltenen Ausnahmefällen unter der Geringwertigkeitsgrenze liegen wird und liegen kann« Hin solches Verbot ist aber weder nach dem Wortlaut der Bestimmung des § 1 Abs 2 a noch nach dem Sinn und Zweck der ZugabeVerordnung zu rechtfertigen- Eer Wortlaut jener Bestimmung, ergibt nichts dafür., daß ein Gegenstand, der den dort aufgestellten Voraussetzungen entspricht, dennoch unter das Zugabeverbot fallen solle, wenn er zu dem Sammeln bestimmt und geeignet seio Auch aus dem Sinn und Zweck der Zugabeverordnung läßt sich dafür nichts Durchgreifendes entnehmeno Es trifft allerdings zu, daß der Zweck des ZugabeVerbotes vor allem darin besteht, der von der Zugabenwerbung ausgehenden Gefahr unsachgemäßer Beeinflussung des Kunden zu begegnen (BGHZ 11, 274 - Orbis| 11, 260 /2647)« Dieser Zweok rechtfertigt es indessen nicht, jede Form der Zugabe zu untersagen, die, wie die Sammelzugabe, dem Kunden einen besonderen Anreiz bietet, in Zukunft bei demselben Hersteller oder Händler zu bleiben» Hin solcher Anreiz kann auch durch Zugaben hervorgerufen werden, die nicht zu dem Sammeln bestimmt oder geeignet sind, ohne daß deshalb deren Zulässigkeit, sofern die Grenzen des § 1 Abs 2 a-ZugabeVO eingehalten sind, bezweifelt werden * könnte* Die gleiche Wirkung sucht letzten Endes auch die Wort- und Anschauungsreklame - durch psychische Beeinflussung des Kunden - zu erzielen® Hach dem Sinn und Zweck der Zugabeverordnung kann es sich immer nur darum handeln, daß die Grenze eingehalten wird, bis zu der die Bindung des Kunden an einen bestimmten Hersteller oder Händler ohne Gefahr hingenommen werden,kann® Diese Grenze wird bei der echten Sammlung überschrittene Hier sind die angesammelten Einzelstücke als solche für den Kunden wertlos« Der Kunde hat nur die Aussicht, durch Erwerb der noch fehlenden Stücke in den Besitz des Sammelergebnisses zu gelangen, und auf diese Aussicht muß er verzichten, wenn er zu einem anderen Hersteller oder Händler übergehen will, der derartige Zugaben nicht gewährt® Der'Wechsel des Herstellers oder Händlers bedeutet daher hier für den Kunden die Aufgabe alles dessen, was er bis dahin erlangt hat„ Das wird, sofern der Wert des Sammelergebnisses über der Geringwertigkeitsgrenze liegt, sahnen Entschluß zu dem Wechsel in aller Hegel, und zwar umso mehr, je höher der Wert des Sammelergebnisses und je geringer die* Anzahl der noch fehlenden Einzelstücke ist, so erschweren, daß er geneigt sein wird, sachliche Erwägungen, die für den Wechsel sprechen könnten, zurücktreten zu lassen* In den Fällen der unechten Sammlung gibt der Kunde bei einem" Wechsel des Herstellers oder Händlers zwar ebenfalls die Aussicht auf, in den Besitz der vollständigen Sammlung zu ge-langeno Hier wird aber durch diesen Verzicht das Ergebnis seiner bisherigen Sammeltätigkeit nicht hinfällig, da bei der unechten Sammlung schon jedes Einzelstück für ihn von »?ert und Interesse ist« Die Gefahr, daß er sich von einem aus sachlichen Gründen erwünschten Übergang zu einem anderen Fabrikat oder einem anderen Händler durch die Zugabe abhalten lassen wird, ist daher hier wesentlich geringer als in den Fällen der echten Sammlung und in aller Regel nicht so erheblich, daß Sammelzugaben der in Rede stehenden A$t grundsätzlich als mit dem Sinn und Zweck der Zugabeverordnung nicht vereinbar angesehen werden müßten« Auch im übrigen läßt sich aus dem Sinn und Zweck der Zugabeverordnung nichts Hinreichendes gegen die Zulässigkeit derartiger Sammelzugaben entnehmen« Der Gefahr von Übersteigerungen und Preisverschleierungen wird durch die für das Einzelstück Wenn Junckerstorff (vgl sein in dem gleichzeitig zur Entscheidung anstehenden Rechtsstreit I ZR 5/56 überreichtes Privatgutachten) dazu noch meint, der Sinn der Zugabeverordnung habe nach der Absicht ihrer Schöpfer darin bestanden, die Zugabe auf ihren Ausgangspunkt, das von dem Kaufmann zugegebene Zuckerwerkstückchen, Mdas Klümpchen”,, zurückzufUhren und sie damit als Werbemittel praktisch auszuschalten, so ist das im Gesetz nicht hinreichend zu dem Ausdruck gekommene Mit dieser Meinung ist auch kaum die Bemerkung der Amtlichen Erläuterungen zur Zugab.everordnung Krieger, aaO), nicht gefolgt werden«, Ist das Einzelstück wirtschaftlich selbständig verwendbar, so erscheint es rechtlich bedenklich, den Gegenstand der Zugabe unter Vernachlässigung des Einzelstücks und der von diesem allein schon ausgehenden Werbewirkung in dem Sammelergebnis zu erblicken«, überdies muß bezweifelt werden, ob mit der vorgeschlagenen Unterscheidung für die gerade im Zugaberecht auf möglichst«eindeutige Abgrenzungen angewiesene Praxis ein taugliches Kriterium gewonnen wäre«, Wenn überhaupt das Sammeln von Zugabestücken einen wettbewerblichen Anreiz bieten soll, so wird regelmäßig das Sammelergebnis als solches einen höheren Wert haben müssen, als ihn der summierte Wert der Einzelstücke darstellt,, Bei der Vielfalt der für Sammelzugaben gegebenen Möglichkeiten wird die Präge, ob im Einzelfalie das höherwertige Sammelergebnis als neues wirtschaftliches Gut anzusprechen ist und mithin entsprechend dem in Hede stehenden Vorschläge eine unzulässige Saramel-sugabe vorliegt, häufig keine eindeutige Entscheidung zulassen* Demgegenüber kann die Grenze zwischen echter und unechter Sammlung - jedenfalls in aller Regel - wesentlich leichter und sicherer gezogen werden* 2o) Im vorliegenden Ealle ist entgegen der Meinung des Berufungsgerichts eine sog* unechte Sammlung gegeben« Es verhält sich hier hinsichtlich der Verwendbarkeit der Einzelstücke nicht anders als bei den Zugaben, mit denen sich der Senat in den Urteilen BGHZ 11, 260 (Eigenbahneinzelteile) und GRUR 1957, 40 (Puppenservice) zu befassen hatte* Ebenso wie das Kind mit einem einzelnen Eisenbahnwagen oder dem Einzelteil eines Puppenservices oder einer Puppenkücheneinrichtung spielen kann, vermag es das auch mit den einzelnen Zugabestücken der Beklagten zu tun* Wenn * ttäfjBerufungsgericht dazu meint, das Kind könne zwar ohne weiteres mit einer größeren Einzelfigur, etwa mit einer hätten, dagegen wisse es mit den einzelnen Figuren der Beklagten nichts anzufangen und könne damit nur spielen, wenn es sie in größerer Zahl besitze, so steht das nach der Auffassung des Senats mit der Lebenserfahrung in Widerspruch* Per Spielwert rJ&ag für die Einzelfigur bei den Zugaben der Beklagten gegenüber den vom Berufungsgericht an-gSf'Ühytbif^eispYdfd^gfädmaKg geringem sein* Baß aber die Eirizelfigur als Spielzeug ungeeignet sei, kann nicht anerkannt werden* Auch ein Kind mit nur durchschnittlicher Phantasie, von dem das Berufungsgericht ausgeht, kann und wird, soweit es sich nicht auf die Betrachtung der oft für sich allein schon sinnvolle Barstellungen bietenden Figuren beschränken will, dafür genügende Verwendungsmöglichkeiten, etwa in Verbindung mit anderem Spielzeug, zu finden wissen* Wenn ferner die Klägerin in ihrer Revisionsbeantwortung meint, im vorliegenden Falle trete die Un- Baum'baoh-Hefermehl, aa9, Arm 54 zu § t ZugabeVO; zweifelnd , Reimer-Krieger, aaO, Anm 19 zu § 1 ZugabeVO)«, Baß die Kinder sich der Zugehörigkeit.der Einzelstücke zu Sammlungen durchaus bewußt sind und das Bestreben zeigen, in den Besitz einer möglichst umfassenden Sammlung zu gelangen, und daß die Beklagte sich den Sammeltrieb der Kinder zunutze macht und den Akzent ihrer Werbung auf die Möglichkeit gelegt hat, aus den Einzelstücken bestimmte Sammelgruppen zusammen-stellen zutkönnen, steht dem nicht entgegen© Bie Zugaben der Beklagten werden zwar hierdurch als Sammelzugaben ge-kennzeichnetfj .über die.JFrage, ob eine echte oder eine unechte Sammlung vorliegt, ist damit aber noch nicht entschieden (BGH GRBR 1957, 40)© Ber vorliegende Sachverhalt bietet schließlich entgegen der Meinung des Berufungsgerichts eben-sowenig wie der Puppenservice-Pall begründeten Anlaß zu der Annahme, der eigene Gebrauchswert der,.Hinzelstüclce trete gegenüber der Wertschätzung, deren sie..sich als Sammelstücke erfreuten, derart zurück, daß er praktisch nicht ins Gewicht falle© Bie zu dem.Teil recht ansprechenden Figuren besitzen für die Kinder auch als Einzelstücke eigenen Wert; die Eigenschaft als Sammelstück bietet nur einen zusätzlichen Anreiz© Bie gegenteilige Auffassung des Berufungsgerichts ist ersieht-lieh von der unzutreffenden Vorstellung beeinflußt, daß den Einzelstücken im Grunde überhaupt kein Spielwert zukomme© fung der Präge, ob es sich bei den Zugaben der Beklagten um "geringwertige Kleinigkeiten" handelt, kommt» es hiernach auf die Einzelstücke an© Bas Berufungsgericht hat Über den Verbrauchs-** und Verkehrswert dieser Einzelstücke keine abschließenden.Feststellungen getroffen und von seinem Standpunkte aus auch nicht zu treffen brauchen© Ber Senat kann hierüber jedoch von sich aus befinden© Die Klägerin hat in dem gleichzeitig zur Entscheidung des Senats gestellten Rechtsstreit I 2R 5/56, an dem sie ebenfalls als Klägerin beteiligt ist und dem die gleichen Zugabeartikel zugrunde liegen, die den Gegenstand des gegenwärtigen Rechtsstreits bilden, nicht bestritten, daß der Fabrikpreis der Zugabeartikel sich auf 0,02 bis 0,04 DM für das Stück belaufe,, Übereinstimmend damit ist dort der Fabrikpreis unter Berücksichtigung von Berechnungen verschiedener Lieferanten auf diese Höhe festgestellt worden, Auch für den vorliegenden Fall kann daher angenommen werden, daß sich der Fabrikpreis, also der von der Beklagten zu zahlende Anschaffungspreis, zwischen 0,02 bis 0,04 DM.für das*Stück bewegt* Gegenstände, deren Fabrikpreis sich auf so geringe Beträge beläuft, gelangen aber nach der Erfahrung des Lebens auch im Einzelhandel zu Preisen zu dem Yerkauif, die unter der Geringwertigkeitsgrenze liegen* Davon ist ersichtlich auch das Berufungsgericht ausgegangen, wenn es unter Zugrundelegung eines Fabrikpreises von 0,02 DM den Einzelhandelspreis auf 0,04 bis 0,06 DM errechnet* Wollte die Klägerin geltend machen, daß die Zugabeartikel der Beklagten im Spielzeughandel effektiv nur zu höherenj Über der Geringwertigkeits-grenze liegenden Preisen abgegeben würden, so wäre sie v dafür beweispflichtig* Nach dieser Richtung hin hat sie jedoch keinen zureichenden Beweis angetreten* Der von ihr unter Sachverständigenbeweis gestellte fiktive Preis (0,25 DM), kann bei den dem Senat aus dem Rechtsstreit I ZR 5/56 und dem ebenfalls die gleichen Figuren betreffenden (gleichzeitig zur Entscheidung gekommenen) Rechtsstreit 45/55 bekannt gewordenen und festgestellten Preisen vergleichbarer Artikel nicht maßgebend sein« Art und Beschaffen heit der Zugabeartikel der Beklagten rechtfertigen keine abweichende Beurteilung* Die Artikel sind zwar recht an- sprechend ausgeführt« Aber sie sind für den Verkehr doch als billig herzustellende Massenware erkennbar und auch nach ihrem Verwendungszweck und den Möglichkeiten ihrer Verwendung nicht so geartet, daß angenommen werden könnte, der Verkehr werde sie deshalb höher einschätzen, als es nach ihrem Preise gerechtfertigt wäre® Nach der Rechtsprechung des Senats, kann sich ferner der Umstand, daß das Einzelstück geeignet und bestimmt ist, Teil einer Sammlung zu.werden, auf das Einzelstück werterhöherid auswirken (BGHZ 11,: 260 /274/)o Pas Ausmaß, in dem sich die Zugehörigkeit zu einer Sammlung auf den Wert des Einzelstücks auswirkt, wird aber wesentlich durch die Art der Sammlung bestimmte Es ist größer bei geschlossenen Sammlungen, die ihren Wert erst durch Vollständigkeit erhalten, und geringer bei solchen Sammlungen, die, wie iitf vorliegenden Palle, nicht fest begrenzt sind und bei denen- es nicht ins Gewicht, fällt, .ob das eine oder andere Stück fehlt, bei denen also die Vollständigkeit kein den Wert des Sammelergebnisses wesentlich bestimmendes Moment ist« Hiervon ausgehend kann im vorliegenden Palle angesichts des Umstandes, daß hier zu demeist schon wenige Einzelstücke genügen, um sinnvolle Zusammenstellungen zu ermöglichen, der Wert des Einzelstücks durch dessen Eigenschaft als Sammelstück nicht entscheidungserheblich beeinflußt werden« ausgeführt hat, kann nach allgemeiner Rechtsauffassung das Angebot, die Ankündigung oder die Gewährung einer nach den Bestimmungen der Zugabeverordnung erlaubten Zugabe nur dann im Sinne des § 1 UnlWG unlauter sein, wenn im Einzelfall besondere, in der Zugabeverordnung nicht berücksichtigte Ms tände gegeben sind, die die Annahme der Unlauterkeit rechtfertigen« Solche Umstände sind aber im vorliegenden Ralle nicht ersichtlich« .Insbesondere liegt ein Mißverhältnis zwischen dem Wert der Zugabe und. dem der Hauptware, das möglicherweise Raum für die Anwendung des § 1 Uni WO geben könnte, nicht vor, weil der Wert der Hauptware sich nach dem unstreitigen Sachverhalt immerhin auf 0,50 DM beläuft und sich bei einem solchen Wert die Zugabe der in Rede stehenden Artikel angesichts ihrer'verhältnismäßig geringfügigen Gestehungskosten nach den Grundsätzen kaufmännischer Kalkulation noch rechtfertigen läßt« Ein die Unlauterkeit begründender besonderer Umstand kann auch nicht darin erblickt werden, daß die Beklagte sich bei ihrer Zugabenwerbung äen Spielund Sammeltrieb der Kinder zunutze gemacht Was schließlich die mit der Kiage beanständeten Werbeplakate der Beklagten anlangt, mit denen sich das Berufungsgericht nicht befaßt hat, so ist übereinstimmend mit dem landgerichtlichen Urteil anzunehmen, daß sie ihrem Inhalte nach nicht gegen UnlWG verstoßen« Allerdings könnte ein Verstoß gegen diese Bestimmung und gegen § 3 UnlWG dann gegeben sein, wenn die Beklagte entsprechend der Behauptung der Klägerin an diese* Plakate größere - d«h« andere - Figuren zu Werbezwecken angeheftet hätte, als sie sie tatsächlich als Zugaben gewährte«. Einen zureichenden Beweis für diese von der Beklagten .bestrittene Behauptung hat die Klägerin aber nicht angetreten«^In deja, dem Senat vorgelegten Plakaten findet sie auch keine Stütze«