BGH · I ZR 46/52
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Wagen während der 1, 1/2 -jährigen Besitszeit des Beklagten .viermal generalüberholt worden ..'sei, weiterhin zweimal/ ein gebrauchter Kotor eingebaut und; Izweimal er* Kühler ausgebaut und gereinigt worden sei * Der Beklagte, dexv dies gewußt haben müsse, habe arglistig gehandelt, wenn er trotzdem den Wagen als neuwertig bezeichnet habet Während des Rechtsstreits ist der Kläger mit Schriftsatz von 50* September 1950 mit der weiteren Behauptung hervorgetreten, daß der Wagen einen Chassisbruch gehabt habe, der geschweißt worden soi0 Der Kläger hat dem Beklagten den 'lagen zur Verfügung gestellt, und Rückzahlung des Kaufpreises zuzüglich der Kosten für den Kühlerhfock. Er habe dem Kläger f vor Abschluß des Kaufvertrages erklärt, er - Beklagter - sei kein Autofachmann und könne nur sagen, daß;er mit dem Wagen: stets zufrieden gewesen sei. den geschweißten Chassisbruch gestützt werä-on kann„ Es hat weiterhin ungeprüft -gelassen, oh dem Kläger Zusicherungen über die Be-schaffenheit des' Wagens gemacht worden sind oder der Beklagte Fehler des Vlageiis arglistig verschwiegen habe* Bas Berufungsgericht hält den; Wandlungsanspruch allein schon auf Grund des.Kangßlst des Kühlsystems - des Pkw für begründet» Fieser Mangel, dessen Be-seitigungskosten der Sachverständige auf.9SO FM veranschlagt habe, beeinträchtige den Y/ert und die Tauglichkeit des.Wagens schwer- • -wiegend genug,' um'Gew ährlei stuhigsanspruche auszulösen» Ein vertraglicher 'Ausschluß dieser Gewährleistungsansprüche könne aus der Behauptung des Beklagten, der -Vagen sei auf "Besicht” gekauft, nicht entnommen werden» Fine Vereinbarung, daß eine Sache so verkauft werde, wie:sie besichtigt worden;sei, habe-nur den ff'. Fa nach dem Er--gehnis der B ew eis aufnahm e; selbst Fachleute trotz Untersuchung des T/agens nicht den Crundmangel des Kühlsystems erkannt'hätten, könne nicht angenommen werden, daß der Beklagte, der als Ingenieur nur sachkundig auf dem Gebiete der Heizüngstechnik gewesen sei, bei einer Untersuchung den/ Fehler erkannt, hätte 3 Für seine Behauptung, daß die Mängel dufch eine unsachgemäße Fahrweise des Klagers entstanden seien, sei der Beklagte beweisfällig geblieben» Fer Klagantrag sei hiernach gemäß § 459 in.Verb mit §§ 467? I» Fie Revision rügt in erster Linie unter Berufung auf §§ 286, 159 ZPO, das Berufungsgericht habe zu Unrecht einen Verkauf au±k Besicht angenommen» Fer Beklagte habe behauptet und durch Antrag auf ParteiVernehmung unter Beweis gestellt, daß es sich um den Kauf eiiier Sache, »wie sie steht und liegt”' handle, was den Ausschluß von • Gewährleistungsansprücileii ' auch für verborgene Mängel cur .Folge' habe.! - von einem Kauf ”iiach Besicht” aus-, also dem Kaiif einer dem Käufer vor dem--.'Kaufabschluß zur Besichtigung zugänglichen-Ware» Bei einem Kauf nach Besicht ist, wie das Berufungsgericht zutreffend hervörhebt, .in i e r Hegel die . Kaf tung d es "V er Käufer s nur für s o 1 che Mängel aus-ge schlossen, .-die von dem Kauf interessanten bei einer Besichtig '• gung der Sache ohne Zuziehung eines■Sachverständigen gesehen und erkannt werden können (RG win JYI 37 ? 28?),, während der Verkauf einer Sache ”v/ie -sie geht und steht” darauf hindeutet, daß auch die Gewährleistung für verborgene Mängel ausgeschlossen sein soll (RG in J\7 1953? Bine Vereinbarung, aus der der Verzicht auf die Haftung auch für verborgene Mängel folgt,, ist für den Käufer von weit-tragender Bedeutung* Sie muß deshalb-, klar..-und . Im Streitfall hat der .Beklagte -selbst, insbesondere in der Berufungsbegründung, die Behauptung aufgestellt, es liege ein Kauf nach Besicht vor, und daraus die rechtliche Folgerung gezogen, daß die' Haftung wegen bei der Besichtigung wahrnehmbarer Mängel ausgeschlossen sei «.Es hat eine umfangreiche Beweisaufnahme über das Vorhandensein verborgener Mängel stattgefunden, ohne daß sich der Beklagte diesen Beweiserhebungen jemals unter Berufung auf einen völligen Haftungsausschluß widersetzt'hätte* Bei dieser Sachlage konnte das Berufungsgericht aus der gelegent lieh neben der Behauptung, es liege ein Kauf ”wie besehen” vor, auf tretenden Äußerung, der 'Vagen sei verkauf t ”wie er stehe” nicht entnehmen, daß entgegen.der überwiegenden Darstellung des Beklagten nunmehr "ein 'völliger Ausschluß von Gewährleistungs- II» Die Angriffe der Revision gegen die Feststellung des Berufung sgerich-ts-, "daß der Wagen bereits im Zeitpunkt des An- • Laufs durch den Kläger erhebliche Mängel:aufgewiesen habe» , bezogen sich im wesentlichen aufrtatsächlichem, der Revision verschlossenen Gebiet» Ob ein Mangel erheblich im Sinne von § 459 3GB ist, ist in erster Linie Tatfrage und nach der Verkehrsauf-fas sung zu entscheiden (HGS 70, 85; 129, 280 'Soweit die Beanstandungen der Revision darauf hinauslaufen, das Berufungsgericht habe den Rechtsbegriffder"Erheblichkeit'” des Mangels verkannt, handelt es sich nur insoweit um eine der-Nachprüfung in der' Revisionsinstanz zugängliche Rechtsfrage, als die Geringfügigkeit des Mangels;nach bestimmten' Rechtsgrundsätzen beurteilt werden muß (RGZ 131, 343, /JßlJ)» Die Revision irrt , v/enn sie"meint, der zur Beseitigung-des Mangels erforderliche"-Kostenaufwand sei ausschlaggebend -für diese Frage,(RG in JW 05, 426; RG Warn 1914 - Hr - 284)'.' sieht im übrigen, daß nach den Gutachten des Sachverständigen, dem sich das Berufungsgericht in vollen Umfang angeschlossen "ha bereits im Zeitpunkt des Gefahrübergangs nicht nur der Kühler, sondern das gesamte Kühlsystem nicht ördnungegemäß funktioniert und der Sachverständige die Kosten für die Beseitigung dieser , Mängel mit 980 'Dil veranschlagt hat. widerspricht dem von dem Berufungsgericht auf Grund 'des Sachverständigengutachtens getroffenen tatsächlichen .7es131e 11 ungen• Der Sachverständige hat das Vorhandensein diese Mängel bei der Übergabe des Yfagens an den Kläger nicht als wahr seheinlich, sondern'als 'sicher erachtet» • led-iglichvhin'sichtlich des Grades der YerschmuUsüng des Kühlsystems hat der =.Sachverständige sich dahin geäußert’, der Kühler sei bei der Übergabe des Magens an den Kläger "wahrscheinlich" bereits derart weit-gehend zugesetzt gewesen, daD>sein restloses Versagen unmittel-bar bevorgestanden habe«"Aber-selbst wenn die Verschleißerscheinungen an gesamten Kühlsystem erst durch den Gebrauch des Magens durch den Kläger hervorgerufen sein sollten, muß der Beklagte auch für diese Mängel■einstehen, da sie nach den unangreifbaren Feststellungen des Berufungsgerichts Folgeerscheinungen des auch von Fachleuten nicht ohne.weiteres erkennbaren Grundmangels des Kühlers sind;.