BGH · I ZR 38/58
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(Gummiwerke A«(G«,, Hi Nebenint ervenient in hat der Erste Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 20 Juni 1959 unter Mitwirkung der Bundesrichter Dr«, Bock, Dr„ Christoph, Dr0 Spreng, Jungbluth und Dr„ Spengler für Recht erkannt § 1c Armatur für mit einer DrahtgeflechtZwischenlage ausgerüstete Schläuche mit einem in den Schlauch hineinragenden konischen Nippel, der mit einer das Schlauchende umgebenden Tülle verschraubt ist, die in ihrer Innenseite den Schlauch erfassende scharfkantige Gewinderippen trägt, welche beim Aufdrehen des mit der Tülle versehenen Schlauchendes auf den Nippel dem Schlauchende eine Dängs-bewegung erteilen., durch die es in den Zwischenraum zv/ischen Tülle und Nippel hineingezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die über der Drahtgewebe swischenlage (9) des Schlauches liegende, von der ersteren im Bereich der inneren Gewinderippen (8) der Tülle (2) in an sich bekannter Weise vollständig entfernte Gummideckschicht (10) innerhalb der Tülle (2) derart abgesetzt ist, daß ihre an einer Innenfläche (11) der Tülle (2) anliegende Stirnfläche (16) eine Dichtung zu dem Schutz der von den inneren Gewinderippen (8) der Tülle (2) erfaßten Drahtgewebezwischenlage (9) gegen Feuchtigkeit seintritt bildet» 2* Armatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich an die konisch geformte Innenfläche (11) der Tülle ein zylindrischer Kragen (12) anschließt, der die GummideckSchicht (10) des Schlauches von außen umfaßt und damit am radialen Ausweichen hindert , an ihrer Innenseite' den Schlauch erfassende scharfkantige Gewinderippen trägt, die das Schlauchende nach der Montage der Armatur in den zwischen Tülle und •Nippel gebildeten ringförmigen Hohlraum festgeklammert halten, dadurch gekennzeichnet, daß die inneren Gewinderippen (8) der Tülle (2) direkt in die in an sich bekannter Weise von der GummideckSchicht (10) vollständig befreite Drahtgewebezv/ischenlage (9) des Schlauches (6) beim Aufdrehen der Tülle (2) auf den letzteren eingreif en und die Guromideckschicht (10) in ebenfalls an sich bekannter Weise innerhalb der Tülle (2) derart abgesetzt ist, daß ihre an einer Innenfläche (11) der Tülle (2) anliegende Stirnfläche (16) eine Dichtung zu dem Schutze der von den Innengewinderippen (8) der Tülle (2) erfaßten Drahtgewebezwischenlage (9) gegen Peuchtigkeitseintritt bildet,,f Die Beklagte hat eigene Versuchsberichte sowie ein Privatr gutachten des Profo Augustin von der Techno Universität Berlin-Charlottenburg, die Klägerin hat ein Privatgutachten des Profo Pro-Inge Putz von der Techn0 Hochschule Braunschweig überreichte In der mündlichen Verhandlung hat die Klägerin zu» Beweise für ihre Behauptung, das Streitpatent gewährleiste beim Dauerbetrieb keine einwandfreie Abdichtung, beantragt, eine neutrale Stolle, ZoB« eine technische Hochschule, mit der Anstellung von Versuchen und Erstattung einer gutachtliche Äußerung zu beauftragen® Zu den vorgelegten Potokox^ion dos I Katalogs der Anchor Coupling Co®Inc hat die Klägerin erklärt? der ein in den Schlauch hineinragender konischer Hippel mit einer das Schlauchende umgebenden Tülle verschraubt ist« Die Tülle trägt bei der gemäß Einleitung der Patentbeschreibung vorbekannten Ausführungsform an ihrer Innenseite den Schlauch erfassende scharfkantige Gewinderippen, die beim Aufdrehen des mit der Tülle versehenen Schlauchendes auf den Hippel dem Schlauchende eine Längsbewegung erteilen, durch die es in den Zwischenraum zwischen Tülle und Hippel hineingezogen wird« 2) eine gute Abdichtung, insbesondere gegen Feuchtigkeitseintritt von außen zur Verhütung einer Korrosion der aus verhältnismäßig dünnen Stahldrähten geklöppelten Drahtge-webeeinlage gewährleistetr Als Lösung schlägt der Erfinder nach Beschreibung und Hauptanspruch (Anspruch 1) vor, die über die Lrahtgewebezwi»-scheneinlage (9) des Schlauches liegende Gummideckschiebt (10) im Bereiche der inneren Gewinderippen (8) der Tülle (2) in an sich bekannter Weise vollständig abzu demanteln, so daß . die grobgängigen und scharfkantigen Gewinderippen (8) der Tülle unmittelbar in die Metalleinlage des Schlauches eingrei-fen und sich in sie verbeißen können (Patentschrift So 2 Zo 25-27) und weiter, die Gummi deck schiclit innerhalb der Tülle (2) derart abzusotzen, daß ihre an einer Innenfläche (11) der Tülle (?) anliegende Stirnfläche (16) eine Lichtung zu dem Durch das Zusammenwirken dieser beiden Merkmale im Rahmen der vorbekannten Ausführungsform soll nach Meinung der Beklagten eine Schlauchschraubkupplung erzielt werden, in der ein Hochdruckschlauch mit Drahtgev/ebearmierung fest und sicher befestigt werden kann« Durch die Abmantelung des Schlauches im Bereiche der inneren Gewinderippen der Tülle soll, erreicht werden, daß sich *.Gewinderippen und Drahtgewebe einlage fest miteinander verbinden (S. Daß das Zusammenwirken der beiden erwähnten Merkmale die Besonderheit der Erfindung darstellt kommt zwar im kennzeichnenden Teile des Hauptanspruchs nicht klar zu dem Ausdrucke Es läßt sich jedoch zwanglos aus den erwähnten und weiteren Stellen der Patentbeschreibung folgern,* Da sämtliche Merkmale des Stroitpatents in gegenseitiger Zu™ sammenwirkung und Ergänzung zu dem vom Erfinder erstrebten Gesamterfolg einer festen und betriebssicheren Schlauchkupplung führen sollen, bestehen gegen die Schutzfähigkeit der Kombination des Streitpatents keine rechtliphen Bedenken* sofern sie als solche die Voraussetzungen der Neuheit* Fortschrittlichkeit und erfinderischen Leistung erfüllt, mögen auch die Kombinationsmerkmale als solche bekannt sein* April 1947) neu» Keine der von der Klägerin und der Nebenintervenientin entgegengehaltenen vorveröffentlichten Patentschriften enthält sämtliche Merkmale des Stroitpatenteso Von Klägerin und Nebenintervenientin wird insoweit NeuheitsSchädlichkeit auch nicht mehr behauptete Ob die Abbildungen von Schlauchkupplungen im Katalog der Anchor Coupling Co«, Inc 301/1956 die Merkmale des Streitpatentes enthalten, kann dahinstehen, weil es sich insoweit nicht um eine Vorveröffentlichung handelt und die Klägerin Beweis dafür, daß ein solcher Katalog schon vor dem 15c April 1947 erschienen ist, nicht angetreten hat«» Aus den Auf Grund der Ergebnisse-der mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht kann jedoch entgegen der Meinung des Hichtigkeitssenats der technische Fortschritt des Streitpatents nicht verneint werden• Der erkennende Senat stimmt der Auffassung des gerichtlichen Sachverständigen zu, daß das Streitpatent einen nicht unwesentlichen Fortschritt gegenüber dem Stand der Technik im Prioritätszeitpunkt erzielt hatc Bei der Frage des technischen Fortschritts des Streitpatents ist dieses in erster Linie mit den vorbekannten Schraubkupplungen, doh«, also den entgegengehaltenen US-Patentschriften Nr9 971 undBMP353 zu vergleicheno Die ent- daß dem Unterschied nur noch formale Bedeutung zukommen würde* Dies ist jedoch nicht der Pall« Die Stauchkupplungen stellen gegen über den Schraubkupplungen einen auch konstruktiv andersartigen Lösungsweg dar und befriedigen einen Bedarf nach andersartigen Mitteln.. sohluß geänderten Fassung und aus dem Oberbegriff des Hauptanspruchs ergibte Ebenso wie beim Streitpatent handelt es sich bei dem Erfindungsgegenstand dieses US-Patents um eine Schraubkupplung für Hochdruckschlauche® Pie Kupplung setzt sich aus einem Nippel (4) und einer Tülle (2) zusammen» Per Nippel (4) ist mit einem Gewinde (5t) versehen® An der Tülle (2) befinden sich entsprechende gleichförmige Gewindegänge p so daß der Nippel mit der Tülle fest verschraubt werden kann, Pie Tülle (2) ist außerdem zu einem Teil mit einem Innengewinde (3) versehen® In dieses Innengewinde (3) der Tülle wird der nicht abgeraantelte, im Innern der Schlauch- J wand mit einer PrahtVerstärkung (10) versehene Schlauch eingeschraubt und zwar vor der Verschraubung von Nippel und Tüllec Ähnlich bei dem Streitpatent ist auch bei diesem US-Patent das offene Ende der Tülle (2) auf der Innenseite glatt ausgebildet und winklig abgesetzt, so daß also entsprechend dem Eingraum (15) beim Streitpatent auch hier ein erweiterter Eingrauiji von winkelförmigem Profil entsteht® Die dargelegte Ausgestaltung der Vorrichtung nach der US-Patentschrift NrctBBl 971 läßt zunächst erkennen, daß das Streitpatent gegenüber dem Gegenstand dieser US-Patentschrift den Vorteil leichterer Herstellbarkeit hat* Während beim Streitpatent nur ein Gewinde einzuschneiden ist, bedarf es beim US-Patent zur Herstellung der höckerartigen Vorsprünge besonderer, über die Herstellung des Gewindes hinausgehender komplizierter Maßnahmen* Ober diesen Vorteil der leichteren und billigeren Herstellung eignet dem Streitpatent gegenüber dem US-Patent jedoch ein weit wesentlicherer technischer Fortschritt* Er besteht darin* daß das Drahtgeflecht des Schlauches beim Streitpatent sich mit einer größeren Fläche mit der Tülle verbindet, als dies beim Gegenstand der US-Patentschrift j Nro^HV 97'1 der Pall ist« Infolge des Ablederns .des Schlauchendes und des Aufdrehens des Nippels auf die mit einem scharfkantigen und grobschlächtigen Gewinde versehene Tülle erfolgt ein Einschrauben des gesamten Drahtgewebe3 in die Gewindegänge der Tülleo Durch die großen dabei auftretenden Reibungskräfte zwischen Nippeldorn und Schlauch tritt eine AxialVerschiebung des Schlauches ein, die zur Folge hat* daß sich die äußere Gumni-schicht an ihrer Schnittfläche fest gegen die konisch verlaufende Gegenfläche der Tülle anpreßt0 Auf diese Weise wird nicht nur bewirkt, daß der Schlauch fest in der Kupplung sitzt und den Zugkräften ein stärkerer Widerstand geboten ist, sondern es wird auch eine zuverlässige Abdichtung gegen Außenfeuchtigkeit erreicht, wodurch wiederum die gute Haftung zwischen Draht-gewebe und Innengewinde der Tülle gesichert wirdc Weil die Auflagefläche des auf Zug beanspruchten Drahtgewebes beim Streitpatent wesentlich größer ist als beim US-Patent Nr* und damit mehr Reibungswiderstand gegeben ist, ist auch die Zugfestigkeit wesentlich höher als bei dem genannten US-Patent, bei dem nur die höckerartigen Vorsprünge oder Spitzen mit dem Drahtgewebe in Berührung kommen* Der Senat stimmt aus diesen Gründen der Auffassung des gerichtlichen Sachverständigen zu, daß das Streitpatent gegenüber dem Gegenstand des US-Patentes Nr; AHP971 erheblichen technischen Fortschritt aufweist«, Die gegenteilige Auffassung des Nichtigkeitssenats vermag der Senat unter diesen Umständen nicht zu teilen* Die Meinung des Nichtigkeitssenats ist im wesentlichen mitbestimmt durch die Annahme, bei umlaufenden scharfen Gewindegängen gemäß dem Gegenstand des Streitpatentes sei die Möglichkeit der Verletzung der Drohteinloge größer als bei der Ausführung nach der US-Patent schrift Nr* HP 971, wo runde Gewindekanten und Höcker vorgesehen seien* die in das Gewinde eindringen könnten, ohne dieses zu verletzen« Die Annahme des Nichtigkeitssenats, daß eine Verletzung des Drahtgewebes beim Streit-patent zu befürchten sei, geht jedoch fehle Die mündliche Verhandlung hat zur Überzeugung des Senats und aller Prozeß-beteiligten eindeutig ergeben, daß eine Verletzung des Drahtgewebes nicht erfolgen kann, Y/ie insbesondere der Privatgutachter der Klägerin überzeugend ausgeführt hat, besitzt der für die Drahtgewebeeinlage eines Hochdruckschlauches verwendete Draht eine derart hohe Festigkeit, daß es auszuschließen ist, daß das als Y/erkstoff für die Fassungen üblicherweise verwendete Material mit einer ganz erheblich geringeren! Klägerin und Nebenintervenientin haben demgegenüber die Auffassung vertreten, das Stroitpatent stelle eher einen technischen Rückschritt als einen technischen Fortschritt dar* Das Streitpatent sei zwar, wie die Klägerin in der mündlichen Verhandlung zugegeben hat, an sich brauchbar» Bei höherer Belastung trete jedoch beim Stroitpatent, wie angestellte Versuche ergeben hätten, ein Herauswandern des Schlauches aus der Kupplung ein» Es sei daher bei hohen Drucken und Dauerbeanspruchung weder die mechanische Festigkeit noch die angestrebte Abdichtung in ausreichendem Maße gegeben» Die von dem Privatgutachter der Klägerin angestellten Versuche vermögen jedoch schon deshalb nicht zu überzeugen, weil sie unter Druckverhältnissen angestellt sind, die erheblich über den Prüfdrücken und erst recht über den höchstzulässigen Betriebsdrucken lagen» Diese unter extremen Bedingungen ausgeführten Versuche besagen daher nichts gegen den technischen Fortschritt* Nach den überzeugenden Darlegungen des gerichtlichen Sachverständigen ist vielmehr anzunehmen, daß die mechanische Festigkeit und die Abdichtungswirkung beim Streitpatent bei normalen Betriebsdrucken gewährleistet ist» Ob bei außergewöhnlich hohen Brucken ein Auswandern des Schlauches in solchem Ausmaße eintritt, daß dadurch Festigkeit und Abdichtwirkung in negativem Sinne berührt werden, spielt für die Beurteilung des technischen Fortschritts des Streitpatents inine Rolle» Dafür, daß das' Streitpatent eine Bereicherung der Technik gebracht hat, spricht im übrigen auch der Umstand, daß die Nebenintervenientin ausweislich der von der Beklagten vorgelegten Prospekte der Nebenintervenientin (Ajax-Nachrichten) aus dem Jahre 1952 eine dem Streitpatent jedenfalls ähnliche Armatur vertrieben und in den Prospekten auf die Vorzüge der Armatur eindringlich hingewiesen hat# Unter solchen Umständen besteht auch keine Veranlassung, dem Antrag der Klägerin zu entsprechen, und zu dem Beweise für ihre Behauptung, das Streitpatent gewähr-leiste beim Dauerbetrieb keine einwandfreie Abdichtung, Versuche anstellen zu lassen und eine darauf gegründete gutachtliche Äußerung einzuholens Prima facie spricht jedenfalls alles für den technischen Fortschritt beim Stroitpatent0 Die von dem Privatgutachter der Klägerin angestellten? Der Gedanke* einen Hochdruckleistungsschlauch zu dem Zwecke der besseren mechanischen Festigkeit in der Kupplung abzu demanteln und das Drahtgewebe unmittelbar mit der Tülle zu verankern* war allerdings* wie der Nichtigkeitssenat zutreffend festgestellt hat, durch die US-Patentschrift Nr, 2 285 014 bekannt«: Tn etwas abgewandelter Form ist die Lehre auch in den US-Patentschriften Nr» HHH624 und VHS 712 enthaltene Auch die US-Patentschrift Nr«, HHB 971, die im Gegensatz zu den vorgenannten Erfindungsgegenständen keine Stauchkupplung, sondern eine Schraubkupplung betrifft, verwendet die Lehre der unmittelbaren Verbindung von Drahtgewebe und Tülle und zwar vermittels der höckerartigen Vorsprünge«: Sie sieht jedoch eine Abmantelung des Schlauches nicht vor, so daß die Gummideckschicht die Gewindegänge ausfüllt und eine Berührung der Drahtgewebeeinlage allenfalls an den höckerartigen Vorsprüngen stattfindet, nachdem diese die Gurr.mideckschicht durchstoßen haben» Ob dabei eine . Verformung dieser aus weniger hartem Material horgestellten Vorsprünge durch das starke Drahtgewebe stattfindöt, kann auf sich beruheno Diese US-Patentschrift gibt jedenfalls nicht die Lehre, ein scharfkantiges Innengewinde einer Tülle mit der Drahtgewebezwischeneinlage eines Schlauches durch Verschrauben von Nippel und Tülle zu verbinden• Auch in der eine Schraubkupplung betreffenden US-Patentschrift Nr« MH353 ist eine derartige Lehre nicht enthaltene Eine solche Aus-bildimgs- und Wirkungsweise einer Schraubkupplung ist entgegen .der Annahme des Nichtigkeitssenats auch nicht durch die erwähnten Stauchkupplungen nahegelogt worden» Gegen eine sinngemäße Übertragung des bei den Stauchkupplungen verwirklichten Gedankens, Tüllengewinde und Schlauch unmittelbar mitein- ander zu verbinden, auf Schraubkupplungen, und gegen die Weiterentwicklung der bei der Schraubkupplung nach der Patentschrift Nr* flHH 971 gegebenen lehre, höckerartige Vorsprünge des Tüll eng ev/indes durch die Gummi deck Schicht hindurch auf die Drahtgewebelagen auf treffen zu lassen , zu dem im Streitpatent beschriebenen Weg bestand ein Vorurteil der Fachwelto Man scheute sich, wie der gerichtliche Sachverständige überzeugend ausgeführt hat, ein scharfkantiges Gewinde durch Aufschrauben auf die Drahtgewebeschicht eines abgemantelten Schlauches aufzubringen aus der Befürchtung heraus, bei einer solchen Lösung die Praht-gev/ebeschicht unzulässig zu beanspruchen und sie damit zu zerstören* Bei Stauchkupplungen hielt man die Gewähr gegeben, daß beim Eindrücken der Gewindegänge in das Drahtgewebe dieses nur verformt und nicht zerissen werde, die volle Festigkeit des Drahtgewebes.mithin erhalten bleibe» Beim Zusammenschrauben eines scharfkantigen Innengewindes mit der Drahtgewebeschicht hielt man dagegen ein Verletzen der Drahtgewebeeinlage infolge der Schneidwirkung der Gewindekanten für wahrscheinlich* Dafür, daß ein solches Vorurteil bo St spricht insbesondere auch der Umstand, daß bis zu dem Streitpatent niemand auf den Gedanken kam, eine dem Streitpatent gemäße Lösung vorzuschlagen, obwohl bereits in den US-Patent-schriften Nr« UHI712 aus dem Jahre 1953 (Figuren 3 und 4) und Nr«, HBR°H aus dem Jahre 1942 der Gedanke, Tülle und Drahtgewebe bei einer Stauchkupplung unmittelbar aufeinander einwirken zu lassen, niedergelegt und in der US-Pat ent schrift Kr* 4BH353 aus dem Jahre 1939 in abgeschwächter Form (Eindringen der Zähne der Unterlegscheiben in das Drahtgewebe des abgemantelten Schlauches) verwirklicht war, Schließlich sprechen auch die Ausführungen des Nichtigkeitssenats auf Seite 17 der angefochtenen Entscheidung dafür, daß in Fachkreisen die Auffassung bestand, beim Aufschrauben eines scharfkantigen Innengewindes auf den abgemantelten Schlauch könne die Drahtgewebeschicht zerstört*werden„ Dieses Vorurteil und die damit gegebene weitere Befürchtung* infolge der durch die Zerstörung der Drahtgewebeeinlage gegebenen Festigkeitsminderung müsse mit einem Versagen der an sich bekannten Abdichtungsvorrichtung und deshalb mit einem Eindringen von Außenfeuchtigkeit und Korrosion der Drahtgewebeschicht gerechnet werden* hat der Erfinder des Streitpatentes durch die von ihm vorgeschlagene Lösung überwunden* Sie lag im Hinblick auf die in der Fachwelt bestehenden Vorstellungen nicht nahe* es bedurfte nach der Überzeugung des Senats vielmehr erfinderischer Überlegungen, um zu der Kombinationslösung des Streitpatentes zu’gelangen« Die Erfindungshöhe des Streitpatentes ist bei alledem.in Übereinstimmung mit dem gerichtlichen Sachverständigen, anzuerkennen.