BGH · I ZR 38/53
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
durch, die bis dahin gegebene Wiederholungs-gefahr jedenfalls dann nicht ausgeräumt, wenn der Liquidator den Klagabweisungsantrag nach wie vor mit der Begründung aufrecht erhält, die als verletzend beanstandete Handlung sei berechtigt gewesen* ■ 2= Gestattet der Verleger einer Druckschrift, daß diese zusammen mit einer Beilage vertrieben wird, die im Verkehr als unselbständiger Bestandteil seines 'Verlagsobjektes gewertet wird, so ist der Verleger im Regelfall als Störer im Sinn des § 1004 BGB für eine Unter-lassungs- oder Beseitigungsklage, die sich gegen den Inhalt der Beilage richtet, passivlegitimiert* Dies gilt auch- dann, wenn die Beilage nicht von dem Verleger, gedruckt und ein von den Weisungen des Verlegers 'unabhängiger Dritter als verantwortlicher Schrift leiter der Beilage bestellt ist, 3* 1st für eine periodisch erscheinende Druckschrift von deren Herausgeber ein von den 0 e i s ung e n d e s V e r 1 e g e r s \ ■ nab häng i g e r 8 c i ;.r i f t -leiter bestellt worden, so haftet der Verleger im allgemeinen dann nicht für einen Schaden, der einem Dritten durch rechtswidrige Äußerungen in der Druckschrift entsteht, wenn er ohne Verschulden erst nach der Verbreitung der Druckschrift von ihrem rechtsverletzenden Inhalt Kenntnis erlangt hat * IIIo Der Klägerin wird die Befugnis erteilt,3 den erkennenden.'Teil des Urteils• auf Kosten" der Be- gg"g klagten zu 1) hinnen drei Monaten nach Verkündung dieses Urteils in einer im Bistum IflHHHi verbreiteten Tageszeitung und in der ''CtiNHHMMT zu veröffentlichen, Die Klägerin hat Ton beiden Beklagten die Unterlassung .und den Widerruf bestimmter Äußerungen und die Feststellung der Verpflichtung zu dem Ersatz des ihr durch die Verbreitung dieser Äußerungen erwachsenen und noch entstehenden Schadens begehrt. Die beanstandeten Äußerungen sind ohne Nennung eines Verfassers in einer sogenannten Dekanatsbeilage veröffentlicht worden» die der Wochenzeitschrift ''Kirche und Leben, Kirchenblatt für das Bistum 1SMNMI" beige fügte und in den fünf Dekanaten“von OjBHBBBBl verbreitet worden ist* DieiAgg fragliche Beilage vom 4* September 194$, die in ^-Aufmachung, .Stücknummer - und Jahrgangsangabe mit dem Hauptblatt der kirchlichen Wo.chenzeitschrift übereinstimmt und deren Anzeigenseite "Anzeigenteil Kirche und Leben" überschrieben ist, ist nicht im Betrieb der Beklagten zu 1), sondern in VIHMff gedruckt und: von dort aus vertrieben . . 1) der Klägerin gegenüber binnen einer Woche nach Rechts-J kraft des Urteils die schriftliche Erklärung abzugeben/; daß sie folgende Behauptungen; 2) der Klägerin die Befugnis zu erteilen, den erkennenden Teil des Urteils auf Kosten der Beklagten zu 1) in d:eij Zeitung, "Kirche und Leben" des BMjWI- Ver 1 a.ges , Das Beruf), ngsgericht hat nach Beweisaufnahme die Berufung wiederum zurückgewiesen* Hiergegen richtet sich die erneute Revision der Klägerin;, mit der sie ihre in dem zweiten Berufungsrechtszug gestellten Klaganträge weiter verfolgt.. I* a) Das Berufungsgericht geht in Übereinstimmung mit den Ausführungen des Senats in seinem früheren Urteil zutreffend davon aus, daß ein Unterlassungsanspruch gegen die-nach dem Ausscheiden des Herausgebers des Kirchen-blattes aus dem Rechtsstreit - allein noch verklagten Ver-lagsgesells'chaft (im folgenden nur noch Beklagte genannt) im Sinn einer v o r b e u ge n d e n Unterlassungs-klage bereits aus ihren im Prozeß abgegebenen Erklärungen, Las Berufungsgericht verkennt aber auch nicht, daß das Verhalten der Beklagten, die während des ganzen Rechtsstreits den Standpunkt vertreten hat, der strittige Artikel gehe weder nach Inhalt noch Form über das rechtlich zulässige Maß hinaus, geeignet ist, eine Wiederholungsgefahr zu begründen* Das Berufungsgericht hält jedoch diese Wiederholungsgefahr durch den weiteren tatsächlichen Verlauf der Dinge für beseitigt* Hierzu führt, es aus: Diese Darlegungen verkennen, wie die Revision zu Recht geltend macht, den Begriff der Wiederholungsgefähr, Wenn auch die Frage, ob eine Wiederholungsgefahr besteht, als : Vor aus set zung für die Ünt erlas so.ngskla.ge an .sich tat each-Hoher flatur ist, so ist doch die Entscheidung -des Tat- : richters hierüber dann in der Revisionsinstanz nachprüfbar, wenn die Urteilsgründe ergeben, daß in dem angefochtenen Urteil von unrichtigen rechtlichen Gesichtspunkten aus--gegangen worden ist [RGZ 148, 114 /II9/) ° < ■ 1939 * 494 £799 ;f7?4RQuA ..JW 1935, 2723 Ir 8)Der erkennende Senat hat bereits in /; mehreren Entscheidungen an der Rechtsprechung des Reichsgerichts festgehalten, wonach die Wiederholungsgefahr, wen der Antrag auf Klagabweisung mit der Begründung'aufrechterhalten wird, die als verletzend beanstandete Handlung sei berechtigt, selbst dahn nicht ausgeräumt werde., wehn ; der Beklagte im Verlauf des Rechtsstreits das Versprechen ablegt, sich der beanstandeten Handlung in Zukunft zu"enthalten (BGHZ 1, 241 'fötküjyl ZR 4-0/50 - Urteil vom 5, März ben, sondern den gerichtlichen Vergleichsvorschlag, die Verpflichtung zu 'übernehmen,' .sich bei ’künftigen Veröffentlichungen auf eine sachliche Kritik an der im Verlag der Klägerin erscheinenden Zeitschrift zu beschrän-v ken/ ohne Begründung abgelehnt <, Die ''Beklagte' hat weiter-in noch in ihrem letzten beim Berufungsgericht einge- ftsatz ausdrücklich hervorgehoben, sie beim Standpunkt, daß der beanstandete Arr der vorliegenden Fassung nach Form und erlaubt sei, Der Umstand allein aber, daß die Beklagte sich inzwischen in Liquidation befindet und andere Unternehmen mit dem Verlag des Kirchenblattes beauftragt worden sind, reicht nicht aus, die Wiederholungsgefahr auszuräumeiio Die beklagte Gesellschaft mit beschränkter Haftung hat durch den Eintritt in das Liquidationsstadium weder ihre Rechtspersönlichkeit noch ihre Handlungsfähigkeit verloren,, Die Rückverwandlung der Abwicklungsgesellschaft in" eine Erwerbsges"e 1 ischaft' kann jederzeit durch Gesellschafterbeschluß herbeigeführt werden.:. .Das Reichsgericht hat aber eine Wiederholungsgefahr selbst dann nicht als ausgeschlossen erachtet, wenn ein auf ■ Unterlassung wegen Störung elftes Warenzeichens in-Anspruch genommener Geschäftsmann inzwischen seinen Geschäftsbetrieb eingestellt und seine Firma hatte löschen lassen (RGZ 104, 376 //8 g/) 0 Es sei stets die Möglichkeit zu berücksichtigen, ob der Beklagte sein Geschäft, wenn auch in anderer Form, wieder aufnehmen könne; (RG MüW 1921/1922, 211 /Aufgabe des Fa-brikbetriebes/)„ Diese Möglichkeit ist aber im vorliegenden Fall durchaus gegeben«. Eine Beseitigung der Wieäerholungsgefahr kann auch nicht daraus entnsiiiraen werden, daß der Verlag des frag-liehen Kirchenblattes .'inzwischen in andere Hände übergegangen ist; denn der Unteriassuhgsantrag soll nicht etwa ■nur VerÖffentlifhungen 'der beanstsin.deten Art in dieser kirchlichen Wochenzeitschrift, sondern auch in jeder anderen Druckschrift unterbinden, an deren Herstellung und Verbreitung die Beklagte in Zukunft möglicherweise Mitwirken könnte« Es kommt hinzu, daß der Verlag des Kirchenblattes bereits im Verlauf des ersten Berufungsrechtszuges auf andere Verleger übergegangen, und die Umwandlung der Beklagten in eine LiquidationsgesellSchaft schon während des ersten RevieionsrechtsZüges stattgefunden-hat,; ohne.daß diese Umstände die Beklagte etwa veranlaßt hätten, eine Erledigung der Hauptsache wegen Wegfalles der Wiederholungsgefahr anzuzeigen» Die Beklagte hat vielmehr den Rechtsstreit mit aller Schärfe weitergeführt und die fraglichen Tatsachen überhaupt erst im zweiten Berufungsrechtszug vorgebracht, und zwar unter Aufrechterhaltung ihres Klagabweisungsantrags , zu dessen Begründung sie sich auch weiterhin nicht nur auf das Pehlen einer Wiederholungsgefahr, sondern auch auf ein sachliches Recht zu den beanstandeten Äußerungen berufen hat« Dieses eigene Verhalten des Liquidators der Beklagten steht aber der Auffassung des Berufungsgerichts entgegen, die Veränderung des geschäftlichen Wirkungskreises der Beklagten habe die Wieäerholungsgefahr beseitigt« Allein schon diese i fnr sge icht nicht erörtert worden, Das Berufungsgericht hat sich vielmehr bei Prüf ung :;der weiteren Klaganträge:darauf beschränkt, eine "Haftung" der Beklagten für die bereits e r s c h i ,e n e n e . ein damals 24- jähriger Student der Medizin,, kann keinesfalls iürnsich in Anspruch nehmen, er habe bei den herabsetzenden Angriffen gegen die Klägerin und deren Zeitschrift nicht ein wettbewerbliches Interesse, sondern das rein ideelle Ziel verfolgt, das von ihm für abträglich gehaltene Verlagserzeugnis der Klägerin von katholischen Zeitschriftenlesern fern-zuhalten* Er hat in dieser Richtung auch nichts Vorgebracht , sondern nach seiner eigenen Darstellung aus- Vit schließlich mit dem Ziel gehandelt, in Erfüllung seiner Aufgaben als Werbeleiter des P ■■■-Ringes den Absatz der lesemappe dieser Organisation zu fördern» Wenn das Berufungsgericht, soweit die Willensrichtung des Schriftleiters {;■■■■ in präge steht, ein Handeln zu Wettbewerbszwecken nicht als erwiesen ansieht, so beruht dies auf einer rechtlich unzutreffenden Betrachtungsweise» Wie der Senat bereits in seiner früheren Entscheidung in .'dieser Sache ausgeführt hat, ist ein Handeln zu Wettbewerbszwecken auch dann anzunehmen, wenn der Wettbewerbs-zweck nicht der einzige Beweggrund für den Handelnden ist, sofern nur der Wettbewerbezweck nicht völlig gegenüber den weiteren Zielen des Handelnden in den Hintergrund tritt» Die Annahme aber, daß für gSMHMI das Bestreben, den Wettbewerb des P■■■-Ringes zu fördern, gegenüber seinem weiteren Anliegen, vom kirchlichen Standpunkt aus vor dem VerlagserZeugnis der Klägerin zu warnen, völlig nebensächlich gewesen sei,, steht im Widerspruch zu den. bewerbszwecken (§ 1 UnlWG) vorliegt» Es' verstößt aber nach den Grundsätzen, die Rechtsprechung und Rechtslehre zur Frage der vergleichenden Werbung entwickelt haben, gegen den lauteren Wettbewerb, .sich zur Förderung eigener oder fremder Erzeugnisse in herabsetzender Form mit den Leistungen eines Mitbewerbers zu befassen (Urteile des Senats vom 8„ April 1952 * I ZR 80/51 - /lM § 1 UnlWG Er 7/ und vom . Da hiernach ein Handeln 'zu Wettbewerbszwecken -festst eilt, bedurfte es insbesondere nicht mehr der in dem früheren Urteil des Senats im Rahmen des § 825 Abs 1 BGB erörterten Güter- und Pflichtenabwägung» Denn die kritisierende Herabsetzung der Erzeugnisse eines Mitbewerbers im Rahmen der Werbung für eigene oder fremde Leistungen ist auch dann unerlaubt, wenn die Kritik nach der objektiven Sachlage ohne dieses wettbewerbliche Moment zulässig wäre» Da das in Artikel 5 GrundG verbriefte Recht der freien. Meinungsäußerung nach einhelliger Ansicht nur innerhalb der durch die allgemeinen Gesetze gesetzten Schranken ausgeübt werden darf, erübrigt sich bei dieser Sachlage auch eine Auseinandersetzung mit der Frage, unte: welchen Voraussetzungen geschäftsschädigende Werturteile Da nach dem Beweisergebnis das beanstandete Unwerturteil über das Verlagserzeugnis der Klägerin und der hinter ihr & teilenden Persönlichkeiten zu Wettbewerbs zwecken abgegeben worden ist, kann somit dom Unterlassungsantrag nur mit der Maßgabe stattgegeben werden, daß die Verbreitung der beanstandeten Äußerungen "zu Wettbewerbszwecken" untersagt wird» Die Revi sion hat dementsprechend. sein sehutzwürdiges ..Interesse daran hat, der ihr durch: tri den strittigen Artikel zugefügten Beeinträchtigung ent-gegenzuwirken9 Im Hinblick auf diese Belange der Klägerin muß die Beklagte etwa für sie mit der Veröffentlichung - verbundenen Nachteile hinnehmen« Bei Abwägung der Interessenlage erschien- es jedoch nicht.gerechtfertigt, der Klägerin die Befugnis zur Urteilsveröffent- . '/ ständeten Äußerungen gerichteten Klagantrag mit der Begründung abgewiesen, die Beklagte habe für die bereits geschehene Veröffentlichung weder aus dem Gesichtspunkt des unlauteren Wettbewerbs noch der unerlaubten Handlung nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechtes einzustehen« Dies ist, wie bei der Prüfung des Antrages auf Feststellung der Schadensersatzpflicht der Beklagten noch näher darzulegen:sein wird, nur insoweit richtig, als eine Schadenshaftung der Beklagten für den ohne ihre Kenntnis veröffentlichten Artikel ausscheidet, weil eigenes oder fremdes Verschulden., für das die Beklagte einzustebeh hätte, nicht'.erwiesen' erörternden Klagahtrag kommt aber nicht nur die a'eliktischä- Beseitigungsklage nach § 249 BGB in Betracht,, Aus dem Rechtsgedanken, daß die fortdauernde widerrechtliche Beeinträchtigung .ohne Rücksicht auf die Schuldfrage beseitigt Werden müsse, wird in Rechtsprechun und Schrifttum einmütig ein Beseitigungsanspruch auch bei nur objektiver Rechtsverletzung auf der Grundlage des § 1004 BGB anerkannt (RGZ 148, 114 ß.257)» Dies wird offenbar auch von dem Berufungsgericht, das den Be sei-? Diese Beurteilung der Rechtslage ist unzutreffende Wenn der Senat in seinem ersten Urteil in dieser Sache u,a„ auf § 13 Abs 3 UnlWG als möglicher Klagegrundlage verwiesen hat, so hängt dies damit zusammen, daß das Be rufungsgerächt den Beweisantritt der Klägerin Übergänge hatte, fromm habe den Artikel irn Auf trag, de 13 Beklagten für die Dekanatsbeilage verfaßt» Ist aber ein solches Auftragsverhältnis nicht festzustellen, .so entfällt da mit nicht etwa ohne weiteres die Passivlegitimation de Beklagten für den negatorischen Beseitigungsanspruch» § 13 Abs 3 UnlWG ergreift.iiberhau.pt nur die Fälle, in denen dieser Anspruch nicht auf eine eigene Handlungsweise des Betriebsinhabers gestützt werden kann (Urtej des Senats vom 11» Mai 1954 - I ZR 173/52 /Üupresa/)» Störer im Sinn des § 1004 BG-B ist auch derjenige, der die unzulässige Vettbewerbshandlung eines aus eigenem der Dekanatsbeilage traf zwar im Streitfall den für sie verantwortlichen .Schriftleiter der nach den Feststellungen des Berufungsgerichts nicht in einem Auftrags- oder Ansteilungsverhäithis zu der ■ Beklagten gestan-.den hat und deren Weisungen nicht unterworfen war» Auch Ist der Druck dieser Beilage nicht im Betrieb der Beklagten erfolgt. Die Dekanatsbeilage' ist jedoch mit Wissen und Billigung der Beklagten dem von Ihr verlegten und vertriebene r.Küchenblatt beigefügt, und .auch Ihrer " äußeren' Aufmachung nach als ein unselbständiger Bestandteil des Ver-lagsobjektes der Beklagten gekennzeichnet worden, Venn . auch die presserechtlichen Vorschriften keine G-rundlage für die zivilrechtliche Haftung des Verlegers bilden, so läßt sich doch aus den Vorschriften der Pressegesetze über die-Behandlung Von Beilagen zu Druckschriften ein. lagen ihrem Verlagserzeugnis beigefügt und mit diesem gemeinsam vertrieben wurden, hat sie an der Verbreitung zu behandeln; 'denn werm auch die Beklagte auf eie Inhalt- Hiernach ist grundsätzlich die Passivlegitimation der Beklagten auch für einen Beseitigungsanspruch aus den Rechtsgedanken des § 1004 BGB gegeben. Nun wird dieser Anspruch von der Klägerin in der:form geltend gemacht, daß sie Verurteilung der Beklagten zur Abgabe einer schriftlichen Erklärung verlangt, sie ldie Beklagte) nehme die beanstandeten Äußerungen zurück bezw» erhalte sie nicht aufrecht» Da es sich jedoch bei den strittigen Äußerungen nach den.Feststellungen des Berufungsgerichts um Kundgebungen eines von der Beklagten unabhängigen Dritten handelt, von denen die Geschäftsleitung der Beklagten vor ihrer Veröffentlichung keine Kenntnis gehabt hat, kann es schon zweifelhaft sein, ob bei diesem Sachverhalt der Beseitigungsantrag in der vorliegenden Fassung gerechtfertigt ist» Es bedarf jedoch keiner näheren Erörterung dieser Frage» Denn für den Beseitigungsanspruch fehlt jedenfalls ein Rechtsschutzbedürfnis, weil er sich sachlich völlig mit dem Ünterlassungsbegehren deckt» Die von der Klägerin geforderte schriftliche Erklärung, die nach dem Klagantrag nur ihr■gegenüber abgegeben werden soll, wäre in weit geringerem Maße geeignet, eine Beeinträchtigung der Klägerin durch die druckschriftliche Verbreitung der fraglichen Äußerungen zu beseitigen, als die der Klägerin gestattete Veröffentlichung des Unterlassunggebotes, das sich auf die gleichen Erklärungen bezieht» Abgesehen davon, daß die Beklagte die Verwertung der begehrten schriftlichen Erklärung durch die Klag zu überwachen vermöchte und die Dekanatsbeilage -verantwortlichen.Schriftleiter wurden von dem Herausgeber des Kirchenblattes, dem Bischof von Iv (HNMMl, bestellt und waren allein ihm verantwortlich,, In dem Auftragsschreiben des Bischofs von ;MVHHNV an die Beklagte vom 16« Dezember 1945 heißt es ausdrücklich, daß die Schriftleitung von der Beklagten und deren einzelnen Gesellschaftern in ihren Aufgaben unabhängig sei« Die Dekanatsbeilagen wurden außerhalb des Betriebes der Beklagten in Vechta gedruckt und von dort aus vertrieben« Infolge dieser Organisation hat die Geschäftsleitung der Beklagten erst nach dem Erscheinen der Dekanatsbeilage von dem Inhalt des strittigen Artikels Kenntnis erhalten und konnte die Verbreitung der \ in diesem Zeitpunkt bereits vertriebenen Beilage nicht mehr verhindern* Bei dieser Sachlage ist das Berufungsgericht rechts irr turasfrei - davon ausgegangen, daß weder eine Haftung -der Beklagten für eigenes Verschulden aus § 31 BGB aufgrund eines schädigenden Verhaltens ihrer vertretungsberechtigten Organe noch eine Haftung für fremdes Verschulden aus § 831 BGB in Präge kommt, weil die für den lnha.lt der Dekanatsbeilage verantwortlichen Personen weder von der Beklagten bestellt waren noch ihren Weisungen unterlagen* Die Auffassung der Revision, jeden Verleger einer Zeitschrift treffe ähnlich wie den Eigentümer-einer Sache eine Verkehrssicherungspflicht und deshalb sei eine Pflichtverletzung der Beklagten schon darin zu erblicken, daß sie sich von vornherein jeder Einflußnahme auf das •Kirchenblatt und seiner Beilagen .begeben habe, kann nicht beigetreten werden. solche handelt es Sich hier - nicht allgemein angenommen werden (RGSt 23, 274, 276), Eine Überprüfungspflicht trifft ihn in der Regel vielmehr nur dann, wenn er den Umständen nach mit' der nahen Möglichkeit rechnen mußte, daß durch seinen Betrieb eine Druckschrift rechtswidrigen Inhalts verbreitet werde (Häntzschel, Reichspressegesetz § 21 Anm 5 c), Dies hat die Klägerin selbst nicht geltend gemacht und der vom Berufungsgericht festgestellte Tatbe-stand ergibt für eine derartige Annahme auch keinerlei Anhaltspunkte* Eine Vertragsregelung, bei der die inhaltliche Gestaltung einer Druckschrift ausschließlich in den Händen eines selbständigen Herausgebers und der von ihm bestellten und allein von seinen Weisungen abhängigen Schriftleitern liegt, ist nicht nur bei periodischen Druckschriften, sondern auch bei nichtperiodischen Sammelwerken durchaus üblich und rechtlich nicht zu beanstanden* Bei cherungspflicht des Eigentümers entwickelten Rechtsgrund sätze müßte bei dieser Sachlage, soweit die 'Schadenshaftung der Beklagten in krage steht, auch deshalb aus scheiden, weil eine dem Eigentum verwandte Herrschafts macht über das Kirchenblatt nur dessen Herausgeber, ni aber dem beklagten Verlag zustand Eine schuldhafte Pflichtverletzung der Beklagten kann auch nicht'" etwa /darin erblickt werden, daß siedie Beifügung einer außerhalb ihres Betriebes gedruckten und vertriebenen Beilage zu ihrem Verlagsobjekt geduldet hat obwohl ihr die Überprüfung des Inhalts dieser Beilage v deren Verbreitung bei dieser Art der Organisation ..prak tisch kaum möglich war» Die Beklagte konnte sich viel im Hinblick auf das Ansehen und die Stellung der mit der Schriftleitung von dem Herausgeber betrauten Persönlich ' .fce.iteh darauf verlassen, daß diese'Beilagen keinen reel verletzenden Inhalt enthalten würden»