BGH · I ZR 37/71 vom 17.03.1972
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Beklagten haben die Erfüllung des Kaufvertrages im wesentlichen mit der Begründung verv/eigert, der Vermieter des Geschäfts in Weiden, das das Hauptgeschäft gewesen sei, habe es abgelehnt, einer Untervermietung des Ladenlokals an sie oder ihrem Eintritt in den Mietvertrag zuzustimmen. Der Kläger hat demgegenüber behauptet, der Vermieter des Geschäfts in Weiden habe zunächst der Geschäftsübernahme durch die Beklagten zugestimmt; erst später habe er - offensichtlich auf Veranlassung der Beklagten - von seinem Einverständnis nichts mehr wissen wollen. Das Berufungsgericht hat ausgeführt, der Kläger sei aufgrund des Kaufvertrages vom 2. Sie beanstandet zu Recht, daß das Berufungsgericht bei der BeweisWürdigung wesentliche Umstände außer acht gelassen und auch die vom Kläger angetretenen Beweise teilweise nicht erhoben hat (§ 286 ZPO). 1. Das Berufungsgericht hat nicht ausreichend beachtet, daß der Kläger seiner Rechtsverschaffungspflicht (§ 433 Abs. 1 Satz 2 BGB) den Beklagten gegenüber auch dadurch genügen konnte, daß er ihnen den Abschluß neuer Mietverträge über die Geschäftsräume und damit die Übernahme der von ihm betriebenen Geschäfte ermöglichte. Unter diesem Gesichtspunkt ist für das Geschäft in Weiden, auf das das Berufungsgericht in seiner Entscheidung allein abstellt, von wesentlicher Bedeutung, daß es seit August 1968, nach Renovierung der Geschäftsräume, von der Ehefrau des Beklagten zu 2 betrieben wird* Hierüber besteht kein Streit unter den Parteien. Diesen Umstand hätte das Berufungsgericht nicht außer Betracht lassen dürfen, weil sich hieraus ergeben kann, daß die Beklagten, wie im Kaufvertrag vorgesehen, das Geschäft selbst hätten fortführen können, wenn sie dazu bereit gewesen wären. wie der Klager behauptet hat, die Ehefrau des Beklagten zu 2 nur vorgeschoben, um sich den vertraglichen Verpflichtungen dem Kläger gegenüber entziehen zu können. Der Kläger hat weiter behauptet, der Zeuge H^p|^ habe auch den Mietzins für die Zeit von Mai bis August 1968 bereits von den Beklagten oder doch von der Ehefrau des Beklagten zu 2 erhalten. Trifft dies zu, wie für das vorliegende Revisionsverfahren unterstellt werden muß, weil das Berufungsgericht diesen Beweis nicht erhoben hat, dann liegt darin ein weiterer Anhaltspunkt für die Richtigkeit der Darstellung des Klägers, daß die Beklagten auch das Geschäft in Weiden entweder - mit Hilfe der Ehefrau des Beklagten zu 2 - selbst fortgeführt haben oder hierzu aufgrund des Kaufvertrages doch in der Lage gewesen wären. 3. Nicht anders verhält es sich mit dem unter Beweis gestellten weiteren Vortrag des Klägers, die Beklagten hätten auch das Inventar der Hähnchenbraterei in Weiden übernommen,' der Zeuge habe Ende Juli 1968 die Herausgabe des Inventars an den Vater des Klägers mit der Begründung verweigert, der Beklagte zu 1 habe alles in Besitz genommen, und das Inventar sei nach Wiedereröffnung der Hähnchenbraterei im August 1968 dort auch benutzt worden. Das Berufungsgericht, an das die Sache zurückzuverweisen war, wird nunmehr die vom Kläger angetretenen weiteren Beweise erheben und erneut prüfen müssen, ob der Vermieter Heiden mit einem Eintritt der Beklagten in das bestehende Mietverhältnis einverstanden war oder diese nicht wenigstens die Möglichkeit hatten, sei es auch nur aufgrund eines neu abzuschließenden Mietvertrages, das Geschäft des Klägers fortzuführen. Wenn sie über die Fortführung des Geschäfts in Weiden interne Abmachungen mit der Ehefrau des Beklagten zu 2 getroffen haben, so kann das nicht ohne weiteres zu Lasten des Klägers gehen. Das Berufungsgericht wird auch zu beachten haben, daß bei teil-weiser Unmöglichkeit der Leistungen des Klägers dieser den Kaufpreisanspruch nicht völlig verliert, sondern lediglich eine Minderung nach Maßgabe der §§ 472, 473 BGB eintritt (§§ 440, 437, 433, 325 Abs. 1 Satz 3, 323 Abs. 1 BGB).