BGH · I ZR 29/52
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
2c Gesetz HGB § 383 Rechtssatz; Wenn ein Privatmann einem Bankier Wertpapiere zu dem Ankauf.anbietet, ist in der Regel, insbesondere wenn kein fester Kaufpreis vereinbart ist, anzunehmen, dass die Parteien ein Kommissionsgeschäft (gegebenenfalls mit. Rechtssatz; Wer vor dem Erlass des Wertpapierbereinigungs-geset zes vom 19« August, 1949 ' (7aGBl 295) '’Wertpapiere .erworben hat, die gemäß _§ 3 WBG mit Wirkung vom 1„ Oktober 1949 ab für kraftlos erklärt worden sind und für die ein 'Eigentumsnachweis gemäß § 21 Abs 1WBG, da es sich um gestohlene oder sonst abhanden gekommene Papiere handelt, nicht geführt werden kann, kann in der Regel von seinem Vormann Erfüllung des Kaufvertrages, gegebenenfalls Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen, Aktenzeichens I ZR 29-52 mergericht zurückyerwies en Von Rechts wegen Die Klägerin; eine Privatbank in HHMHBMJI macht Ansprüche aus einem Wertpapiergeschäft geltend, das sie durch ihren - damaligen - persönlich haftenden Gesellschafter Walter Zf^^Mli Ende Juni /Anfang Juli 1947 mit dem Beklagten geschlossen hat» Der Beklagte war und ist Inhaber. einer Gastwirtschaft in BiHHI West« ln seinem lokal verkehrten in den Jahren 1946/47 zahlreiche frühere• Bankund Börsenleute; die dort auch mit Wertpapieren handelten, .da es..zur damaligen Zeit eine amtliche Börse in Berlin nicht gab Zu den Kunden des Beklagten gehörte auch der frühere Bankangestellte Gustav PflHVh Dieser ■ hatte im September 1946 den jetzigen selbständigen Handelsvertreter in Textilien, Bruno in BfHPBwie- erhielt von ihm grössere Posten Wertpapiere,; die er an verschiedene Personen zu dem Verkauf weitergab» Unter diesen Wertpapieren befänden sich die folgenden Stücke, die für den vorliegenden Rechtsstreit in Präge kommens Ir. Nominalbetrag Gattung liehe 'Belege 'Über üerr Erwerb der Wertpapiere, Er verlangte auch 'nicht die 'zur uama i gen Zeit übliche sog., West-Zonenerklärung, durch..die versichert wurdey dass die Wertpapiere sich bereits vor dem -1 ,, April 1945 ■ in■ einer der drei Westzonen befunden hätten Der Beklagte seinerseits gab damals keine Erklärungen über die Herkunft der Papiere ab o Bei der Übernahme der Effekten erhielt der Beklagte , von ZgiiMBtt aps Anzahlung sofort einen Scheck über 300,000 RM Ein fester Verkaufspreis wurde zwischen den Parteien nach der Behauptung der Klägerin nicht vereinbart. Die Klägerin .hat zunächst auf Zahlung von 53 ..=115 DM nebst Zinen geklagt und die Klage auf nicht ordnungsgemässe Erfüllung eines Kaufvertrages über die streitigen Wertpapiere gestützt* Sie hat ausgeführt, der Beklagte habe ihr wertlose Papiere geliefert., weil sie ihre Berechtigung an den - gestohlenen - Wertpapieren gemäß § 21 des Wertpapierbereinigungsgesetzes nicht nachweisen könne* Die Papiere hätten im Zeitpunkt der Klageerhebung (Februar 1950) 'Der Beklagte hat um Klageabweisung gebeten und geltend gemacht, er habe nicht im eigenen Namen gehandelt,sondern sei erkennbar als Vertreter für Gustav aufgetreteno Br sei ferner bei Entgegennahme und Weitergabe der Papiere gutgläubig gewesen, da l'MM ihm versichert habe, dass die Besitzverhältnisse an den Effekten in Ordnung seiend Die Versicherung vom 12. daß der Beklagte verpflichtet ist, der Klägerin jeglichen Schaden zu ersetzen; der sich aus dem Ankauf der von ihm ihr angebotenen Stücke noch ergeben wird?. Die Klägerin hat nunmehr die Klage auf eine neue Grundlage gestellt und die Auffassung vertreten, die Parteien hätten keinen Kaufvertrag abgeschlossen, sondern die Klägerin habe dem Beklagten als Kommissionär gegenübergestanden«, Gemäß § 396 HGB sei der Beklagte verpflichtet, der Klägerin alle Leistungen zu ersetzen, diediese im Zusammenhang mit dem Kommissionsgeschäft an Dritte zu erbringen habe«, Durch Schadensersatzleistungen an Dritte und sonstige Unkosten seien ihr aus dem Verkauf der•Wertpapiere bereits Aufwendungen in Höhe von insgesamt 351209.07 und teils- an Banken in HaMU veräussert«, Die wirkliche Berechtigte, die EflMHMhFinanz-AG, habe von diesen Banken die Herausgabe der Stücke verlangte ln diesem Verfahren,, an dem die Klägerin nicht unmittelbar beteiligt gewesen sei', sei ein Vergleich geschlossen worden, auf Grund dessen die 'beklagten Bankhäuser die Effekten an die sMi Finanz-AG herausgegeben hatten. auf gewendet Da die Klägerin vermuten müsse, dass sie auch wegen der übrigen Wertpa/pieke'hoch in Anspruch genommen werde, habe sie ein rechtliches Interesse au .der Feststellung der weiteren Schadensersatzpflicht des Beklagten „ ipruch unter dem Gesichtspunkt- de von Aufwendungen entsprochen (§• "596 Abs 2 HG-B» §§ 670» 675 BGB) « Dabei hat es näher erörtert, die.Klägerin sei ihren Abnehmern,gegenüber’aus kaufrecht1icher Haftung (§§ 434; 437 j 433 Abs 1 Satz 2 BGB) zu dem Ersatz des Schadens verpflichtet gewesen, der den Abnehmern dadurch . machten Ansprüche ist das Berufungsgericht nicht ein-getreten^ es bemerkt hierzu lediglich, der Beklagte habe gegen die Höhe der Klageforderung keine Einwendungen erhoben» Demgemäß hat das Berufungsgericht das gesamte Vorbringen der Klägerin über' die': Zusammensetzung der Klageforderung als unstreitig' behandelt „ Die Krage der Gut- oder .Bösgläubigkeit der Parteien bei Abschluß des Geschäftes ist.unerörtert geblieben, weil das- Berufungsgericht offenbar davon ausgegangen ist, dass es hierauf nur im Rahmen des § 254 BGB ankommen könne, der jedoch auf den Anspruch auf Ersatz von Aufwendungen überhaupt keine Anwendung finde» Dabei hat das Berufungsgericht jedoch nicht berücksichtigt, dass der Beklagte der Klägerin vorgeworfen hat, ihr persönlich. sitz handelteo In hohem Maße gilt das für den Erwerb durch Bankiers,, Deshalb haben die Kreditinsiitute heim Tafelgeschäft nach dem Zusammenbruch sogar gegenüber bekannten Kunden Eachweisungen über Eigentum und Verwahrung in der Westzone in Perm von itfamensverzeichnissen, Depotbestätigungen usW« verlangt jWenn sie darüber nicht aus eigenen Unterlagen unterrichtet waren? des Beruf ungsur teils schon durch die her fahrensruge der Revision in; Era ge gestellt war, mi t, der geltend .gemacht wird , das Berufungsgericht habe das Vorbringen der Klägerin zur Höhe der Klageforderung nach den gesamten Umständen nicht als unstreitig behandeln dürfen (§ 138 Abs 3 ZPO). Vera Standpunkt der Rechtsgültigkeit des Vertrages cus streiten die Parteien zunächst darüber, ob die Klägerin Den Übernahme der' Papiere als Kommissionärin'oder als Eigerbuniterin gehandelt hat) Der Unterschied kann, uhe neon auszufiihren 3ein wird) für die Entscheidung des Rechtsstreits von Bedeutung sein,, Das Berufungsgericht ist in eatnuchliener Hinsicht davon ausgegangen, daß die Parteien einen lessen Preis nicht vereinhart hätten und 8uu der auau;.agte zunächst nur eine Anzahlung von 300.000 RM erhalten habe, dass ferner die Klägerin die Wertpapiere bei sieh bietender Gelegenheit nach und nach verkauft und dem Beklagten von jedem einzelnen Verkauf eine Abrechnung geschickt habe 5 wobei der von der Klägerin bei den Verkäufen erzielte-Brlös nach Abzug der üblichen Provision der Beklagten gutgeschrieben worden sei. Die allgemeinen Zeitumstände, deren Berücksichtigung die Revision vermißt, können eine andere Beurteilung nicht echtfertigen» Insbesondere kann der Umstand, dass ein normaler Wertpapierhandel mit amtlich notierten Werten damals, wie die Revision geltend, macht, nicht bestand» eine möglichst günstige Verwertung von Effekten also besonderen Schwierigkeiten unterlag, nicht als -ein Beweis-Anzeichen dafür 'angesehen werden, daß der Beklagte die Klägerin als Eigenhändlerin betrachtet habe» Die damalige ielmehr einem Privatmann erst angesichts der Unübersichtlich- Wmm kext des Marktes für den Verkauf von Wertpapieren der Sachkunde und grösseren Erfahrung eines Bankiers an-zuyer.trau.eno hie Revision kann.sich auch-nicht darauf berufen, dass hei amtlich nicht notierten-Werten, wie huringer'-Hachenburg-Eehmannp HOB Anm 33 zü § 383 erwähnen, die Form äffe li| üi and eis die Regel sei.. Der Beklagte hat sich zwar gegen die rechtliche1 Würdigung des Vertragsverhältnisses als eines Kommissionsgeschäftes gewandt und er hat auch behauptet, es sei ein fester Kaufpreis'vereinbart worden. Der Berufungsrichter konnte daher ohne Rechts irrt lim davon ausgehen, dass kein fester Kaufpreis verabredet war, zu demal da der Beklagte jeweils Einzelabrechnungen über die verschiedenen Verkaufe der Klägerin erhalten hattef Dass die von den Parteien gewählte Ausdrucks weise (Kauf, Verkauf) für die rechtliche Yfertung der Vorgänge nicht ausschlaggebend sein kann, hat das Berufungsgericht im Anschluß an RGZ .114, 4. (.vgl RGZ 94, 65)1 Die allge~ meinen Geschäftsbedingungen der Banken (vgl.Trost-Schütz„ BankgeschäfMiches Formularbuch 1952) sehen in Ziff’: 29 Abs 1 vor, dass die IBank alle Aufträge zu dem "Kauf und V'er-" kauf von Wertpapieren, die .an der Börse des Aus führ ungs._ plätzes zu dem amtlichen Handel zugelassen sind, als Korn-• missionar - durch Selbsteintritt hub führe v In den von ’der ■ Klägerin dem Beklagten erteilten Verkaufsnachrichten und Abrechnungen hat die Klägerin erklärt? Darüber, welchen Inhalt diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Klägerin im: einzelnen haben.und ob sie die übliche Selbsteintrittsklausel enthalten, ist nichts festgestellt worden» Sollte, die erneute Verhandlung der Sache ergeben, dass ein Kommissionsgeschäft mit Selbsteintritt vorliegt, so stand die Klägerin dem Beklagten nicht nur als Kommissionär, sondern auch als Käufer -gegenüber (§ 400 HOB)» I») Ist der Vertrag gültig und liegt ein reines Kommissionsgeschäft (ohne Selbsteintritt) vor., ,soist die Annahme des Berufungsgerichts, der Beklagte müsse di.e geltend gemachten Beträge der Klägerin erstatten, rechts-grundsätzlich nicht zu -beanstandeni Soweit.-es sich um die Posten handelt, die die Klägerin als Schadensersatz an ihre Abnehmer gezahlt hat, folgt die Erstattungspflicht des Beklagten- dem Gründe nach - schon aus dem Wesen des Kommissionsverhältnisses, wonach der Kommissionär "für Rechnung des Kommittenten" tätig wird (§ '383 HGB)» Das bedeutet, dass alle Vor- und Nachteile, die sich aus der Ausführung des Geschäfts ergeben, im Verhältnis zwischen Kommissionär und Kommittent dem letzteren zuzurechnen sind,-es sei denn, dass die-Nachteile durch ein Verschulden des Kommissionärs entstanden sind» Schadensersatzleistungen des Kommissionärs an Dritte, die sich notwendig aus der Abwicklung des Geschäfts ergeben und mit ihm untrennbar verbunden sind, müssen daher schon aus diesem Grunde von dem Kommittenten getragen werden, ohne dass es der Heranziehung des Gesichtspunktes des Aufwendungsersatzes (§ 396 Abs 2 HGB), den das Berufungsgericht hervorhebt, bedarf» für das Ergeh- Der von der Revision vertretenen Meinung; bei den Aufwendungen müsse es sich immer um "freiwillige" Leistungen handeln; kann nicht zugestimmt werden, vielmehr kann immer nur entscheidend sein,; ob nach Lage des Falles der Kommissionär die von ihm aufgewendeten Beträge bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes für erforderlich halten durfte (§ 670' BGL) „ Ob diese 'Voraussetzung zatriflt, wird vom Berufungsgericht insbesondere auch hinsichtlich 'der von der Klägerin aufgewendeten Prozeßkosten zu prüfen.sein, bei denen es sich zweifelsfrei um echte Aufwendungen in Sinne des § 670 BGB handelt, 2,) Für die weitere Frage, ob und in welchem Umfange die Klägerin ihren Abnehmern haftete, ihre Ersatzleistungen an diese also zu Recht gemacht worden sind) so dass der Beklagte sie gegen sich gelten lassen muß; kommt es auf die folgenden Gesichtspunkte ans Um das Eindringen unrechtmässig erworbener Stücke in den Wertpapierhandel zu verhindern, wurden in den Ländern des Vereinigten Wirtschaftsgebiets mit Wirkung vom 1, Oktober 1947 ab " Richtlinien für die Bescheinigung der Lieferbarkeit von Wertpapieren" erlassen (ÖffAnz f«VfG-vom 5=3 = 1949, abgedruckt bei Ziganke, Wertpapierbereinigungsgesetz, Anhang, S l) wonach Wertpapiere nur .noch als lieferbar zu. behandeln waren, wenn sie' mit einer Lieferbarkeitsbescheinigung eines besonders dazu -ermächtigten Kreditinstitutes, die sich auf die Rechtmässigkeit des Erwerbes bezog, versehen waren Schon vor dem 1 , Oktober 1947 bestand aber, wie die Klägerin vorgetragen hatte, eine entsprechende Handelsusance (vgl Classen - Wertpapiere Mitteilungen IV B 1950, 289)= Das am T, Oktober 1949 in Kraft getretene Gesetz zur Bereinigung des Wertpapier wesens vom 19- August 1949 (WiGBl 295). ferbarkeitsbescheinigung auf Grund der bisherigen Bestimmungen ausgestellt worden ist oder noch bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgestellt wird» In einem besonderen Verfahren wird das Eigentum an allen für kraftlos erklärten Wertpapieren geprüft und mit Wirkung für alle festgestellt .(vgl BGHZ 5, 123 /T307)» Dabei ist im §21 Abs 1 WBG (und in dem entsprechenden § 21 des Wert-papierber einigungsgesetzes für Berlin vom 260 September 1949 /V'OBl für Groß-Berlin 1949 T 3467) dem Anmelder die Beweislast dafür auferlegt, dass er seit dem 1<3anuar 1945 (oder infolge eines in der Zeit vom 1„ Januar 1945 bis 8, Mai 1945 Börsen- oder bankmässig abgeschlossenen Rechtsgeschäftes) auf Grund einer ununterbrochenen Reihe bürgerlich-rechtlicher Rechts erwerbe; Eigentümer geworden ist» Die für den vorliegenden Rechtsstreit wichtigste Bestimmung des § 21 Abs 1 WBG Ziff 4 besagt folgendes Die Reihe der.Erwerbsakte, gilt als unterbrochen, wenn der .Erwerb auf den Vorschriften über den rechtsgeschäftlichen Erwerb vom lic'htberechtigten beruht«; Das bedeutet, daß der nach den §§ 932, 935 BGB • und § 366 RGB mögliche gutgläubige Erwerb gestohlener, verlorener oder sonst abhanden gekommener Inhaberpapiere durch das Wertpapierber einigungsgesetz mit rückwirkender Kraft ausgeschlossen wird, Damit hat das Wertpapierbereinigungsgesetz eine unwiderlegbare Vermutung dafür aufgestellt, daß der Erwerber von Wertpapieren in dem betreffenden Zeitraum bösgläubig war. Der Klägerin, sind also Papi erafilb erg eben-worden, die wertlos, waren, weil die Berechtigung zur Geltendmachung der in ihnen verbrieften Rechte niemals nachgewiesen werden kann, und diese wertlosen Papiere hat sie ihren Abnehmern weitergegeben» Daraus folgt jedoch nicht etwa die Nichtigkeit der Verträge» Bas Reichsgericht hat allerdings in RGZ 105, 549 für den Pall des Verkaufes einer gestohlenen Sache angenommen, es liege ein Pall der anfänglichen Unmöglichkeit im Sinne des § 306 BGB vor, die die Nichtigkeit ..dos Vertrages zur Folge habe» Dieser Rechtsansicht kann indessen nicht beigetreten werden, weil die Lieferung und Übereignung der Sache zwar allen andern, aber nicht dem wahren Berecn......... c) Im Gegensatz za den Rückerstattungsgesetzen, nach denen die Klick er s tat t angs p fl 1 clit als Mangel im Recht im Sinne des BGB gilt (Art 47 Als 1 USMilRegGes .59- Art 39 Abs 1 BritMilRegGes 59)» enthält das Wertpapierber einigangsges et z keine Bestimmungen über die Rückgriff shaftung = Daraus folgt aber nicht, dass eine solche Haftung etwa ausgeschlossen sein sollte, sie ist vielmehr, weil ausserhalb der Ziele des Wertpapierbereinigungsgesetzes liegend, unerwähnt geblieben und richtet sich daher nach allgemeinen Vorschriften (Eichhorn, Handbuch S 10 und 1145 Ziganke WBG S 48) = d) Nach § 433 Abs 1 Satz 2 BGB ist der Verkäufer eines Rechts verpflichtet, dem Käufer das Recht zu verschaffen, und zwar' ein bestehendes Rechte Besteht das Recht nicht, so haftet er in Abweichung von § 306 BGB auf Grund der Sonder Vorschriften, der §§ 437, 440 3GB5 in denen wiederum auf die allgemeinen 'Bestimmungen der §§ 320 • 327 BGB verwiesen ist c Im vorliegenden Pall besteht zwar das Recht als solches noch fort, aber es ist, weil es nur der wahre Berechtigte geltend machen kann,, nicht mehr in der Urkunde . Ira Sommer 1947 > als die Klägerin die Wertpapiere veraus-serte, galten noch die Bestimmungen des BGB über den gut-gläubigen Erwerb vom Fichtberechtigt.en, so dass damals an und für sich die Möglichkeit einer rechtswirksamen Übertragung des Eigentums auch an gestohlenen Wertpapieren bestanden’hatte (§§ 932, 935 BGB, § 367 li&B) o Die Revision vertritt 2 hierauf gestützt, die Auffassung, die Klägerin habe die streitigen Beträge ah ihre. Dafür,dass durch eine spätere Gesetzgebung der gutgläubige Erwerb vom Hichtberechtigten mit rückwirkender Kraft ausgeschlossen werden würde, habe sie nicht einzusteheric Diesen Ausführungen kann - in Übereinstimmung mit dem Berufungsgericht - nicht beigetreten werdent Das Berufungsgericht hat zur Begründung seiner Rechtsansicht im Anschluß an Classen (Wertpapier-Mitteilungen IV B "950, 286) auf die Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 96, 77? 434 BGB dann anzusehen ist, wenn die Rechte Dritter, mögen sie auch bei der Eigentumsübertragung noch nicht geltend gemacht werden können, "ihre Grundlage in Rechtsverhältnissen finden, wie sie schon zur Seit des Eigentumsüberganges bestanden haben" (RGZ 11;, 89)o Indessen kann es zweifelhaft sein, ob diese Recht- .Grundlage für den späteren Eingriff des Gesetzgebers schon 'bei Geschäftsabschluß, dagegen fehlte damals - anders als in den vom Reichsgericht entschiedenen Fällen - die Rechtsgrundlage für den Ausschluß des gutgläubigen Erwerbes von scgu unre— eilen Stücken* Gleichwohl ändert dies nichts am Ergebnis0 Eie Klägerin hat ihren Abnehmern 1947 Wertpapiere geliefert, die ihnen nur scheinbar ein vollwertiges Recht verschafften (vgl RGZ 120, 292 /295/)0 Es war damals bereits allgemein bekannt,. ses Rechtsgedankens muss der' Verkäufer eines Wertpapieren auch dafür einstehen,' .dass dem Käufer das Eigentum, selbst wenn er es zunächst erlangt haben sollte, nicht auf Grund von gesetzgeberischen Maßnahmen wieder'1 entzogen wird, wenn solche Maßnahmen zwar erst später erlassen werden ,aber in allgemein bekannten tatsächlichen Verhältnis! ■sen wurzeln':, die einen staatlichen Eingriff dieser oder ahn lieh er Art- 'mit Wahrscheinlichkeit erwarten lassen k onn-ten« Der Pall-liegt ähnlich wie beim Verkauf einer Sache, die mit schön vorhandenen, aber verborgenen Mängeln behaftet ist Zu dem gleichen Ergebnis führt auch die Er-' wägung, dass nach dem zu unterstellenden Pdrteiwillen jemand, der in den Jahren nach dem 8/ Mai 1945 im redlichen Handel, insbesondere von einem Bankier, Wertpapiere erwirbt, nach Treu und Glauben davon ausgehen konnte, der Verkäufer werde ihm Wertpapiere liefern, die ihm nicht nur scheinbar vollwertige Rechte verschaffen, sondern die auch einer etwaigen, aus der tatsächlichen Lage heraus gebetenen allgemeinen Nachprüfung der Berechtigung der Inhaberschaft standhalten würden. Ob der Einzelfäll so gelagert ist, dass der Abnehmer das Risiko, das der Erwerb von Wertpapieren ohne Lieferbarkeitsbescheinigung im Sommer 1947 in sich barg, bewußt in Kauf nahm dass das Geschäft also einen spekulativen Charakter hatte, ist Tatfrage, zu deren Beurteilung die Feststellungen des Berufungsgerichts nicht ausreichend Der Käufer eines Wertpapieres kann sich also, wenn der Kauf in der kritischen Zeit stattgefunden hat, in der Regel auch noch nach Abschluß und scheinbarer Erfüllung des Vertrages darauf berufen, dass ihm das Recht, das in dem Papier verkörpert ist oder zu dessen Geltendmachung es des Besitzes des. Papiers bedarf, durch die Übergabe des Papiers - infolge der rückwirkenden Geltung des § 21 Abs 1 WEG - in Wirklichkeit überhaupt nicht verschafft worden ist, da es ihm vielmehr ein Nichts geliefert wurde0 Er kann mithin Erfüllung des Kaufvertrages (§ 433 Abs 1 Satz 2 J3GE) verlangen und gegebenenfalls die Rechte aus § 440 Abs 1 BGB geltend machen, insbes ond er e Schadens ersatz Wegen Nicht erf tillung : v erlangen, dapder Verkäufer•'gemäß § 437 BGB .für die Rechtsgültigkeit der Wertpapiere nach Art eines Garantieversprechens einzustehen, also sein Unvermögen zur Leistung zu vertreten hat (§ 325 BGB; RGZ 73? Pie Klägerin konnte nach alledem, ihre Schadensersatzpflicht ihren Abnehmern gegenüber jedenfalls nicht mit dem Einwand in Abrede stellen, dass sie im Zeitpunkt der Übergabe der Papiere den Erwerbern ein vollwertiges Recht verschafft habe, Das gleiche gilt im Verhältnis der Parteien zueinander, falls die Klägerin den Verkaufs auftrag im Wege des Selbsteintrittes ausgeführt haben sollte,'dem Beklagten also auch, als Kä.ufer gegenüberstand Kann die Klägerin - im Ralle ihres Selbsteintrittes - vom Beklagten Schadensersatz auf Grund der Kaufvorschriften verlangen, so muß der Sachverhalt auch unter, dem Gesichtspunkt des § 254 BG3 geprüft werden. Es kann sich indessen fragen, ob die Klägerin dadurch gegen ihre allgemeinen Pflichten als Kommissionär verstossen hat, daß sie den Verkaufsauftrag des Beklagten entgegengenommen hat, obwohl sie damit rechnen mußte> daß es sich um unreelle Stücke handelte. Der Kommissionär ist Vertrauensmann des Kommittenten und hat daher auch vor Übernahme des Kommissionsgeschäftes bereits- die Pflicht, den Kommittenten mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kau manns zu beraten. dreissigdyh irigen 'Verjährung, sondern gemäß §196 Afasl Ziff 1 BGB der.zweijährigen veggäing ) v< i ii i- > minre&e .wird .daher noch AUftj: c,>u (i i ■ , f, df ent c er V> r*;jährangc frist begonnen hat (§| i98, 201 BGB)t erneut zu prüfen und zu bescheiden seim Da in der- Sache noch nicht endgültig entschieden werden konnte, musste auch das Erkenntnis über die Ko-