BGH · I ZR 24/54
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Für die Amtliche Sammlungi Gesetzs UnlWG § 1 Reehtssatzs Die Kurverwaltung eines staatlichen Bades muß dem Umstande Rechnung tragen* daß von ihr als einer staatlichen Stelle objektive und neutrale Auskünfte erwartet werden<, Bei der Beantwortung von Anfragen v nach ünterkunftsmöglichkeiten darf sie sich nicht von unsachlichen Erwägungen oder dem wirtschaftlichen Interesse des Staates an staatseigenen Hotelbe-. trieben leiten lassen* Bestimmte einzelne ünterkunf tc-stätten darf sie nur dann namhaft machen« wenn durch die Anfrage ein diese Namhaftmachung sachlich rechtfertigender Grund gegeben ist« "Unter dieser Toraussetzung ist sie dazu aber auch dann berechtigt« wenn die Auswahl eine wertende Beurteilung der vorhandenen ünterkunfsstätten erforderte Wird nach Unterkunftsstätten mit bestimmten sachlichen Eigenschaften angefragt ? Dem beklagten lande wird bei Vermeidung vom Gericht fest zusetzender Geldstrafen untersagt, durch die staatliche Kurverwaltung auf Anfragen ein zelne Unteikunftsstatten in B^m^namhaf't zu machen;, *wenn die Anfragen eine solche Namhaftmachung sachlich nicht reehtfertieen« Landes als Eigentümer des Bades und der beiden Hotels werden durch die Staatliche Kurverwaltung wahrgenormnen* die sich auch die Werbung für den Besuch des Bades angelegen sein läßt und zu. Das Verzeichnis enthält auch einen Vermerk* wonach die Staatliche Kurverwaltung im Interesse der Wahrung der Unparteilichkeit ein bestimmtes Haus nicht empfehlen könne und bitte* sich unmittelbar mit dem geeignet erscheinenden Haus auf Grund der Angaben des Verzeichnisses in Verbindung zu setzen«, Ein ähnlicher Hinweis findet sieh in dem Begleitschreiben* mit dem das Verzeichnis versandt wirdo- de vorgeworfen* daß die Staatliche Kurverwaltung bei ihrer Werbung unlauter vorgehe0 Sie sind der Auffassung* es sei Aufgabe und Pflicht der Kurverwaltung* zwischen den Gasten und dem Hotelund Gaststättengewerbe neutral und objektiv zu vermitteln« Die 'Kurverwaltung müsse die Gesamtbe.lange der Kurstadt und insbesondere des Gaststättengewerbes treuhänderisch wahrnehmen , dürfe aber nicht als Mittler von Sonderinteressen einzelner Unterkunftsstätten, auch nicht der staatseigenen Holeibe-triebe, auf treten*. Mit der Herausgabe des Unterkunf tsverzeichris-ses gebe sietsich den Anschein; streng neutraler Haltung* Hinter dem Rücken der Inserenten durchbreche sie aber die dadurch ge-kennzeichnete allgemeine Werbelinie, indem sie in zahlreichen Fällen auf Anfragen von'Kurinteressenten namentlich das Staat-liehe Kurhaus, aber auch einzelne andere Unterkunftsstätten besonders empfehle* Damit habe sie einseitig in den Wettbewerb eingegriffen und das ihr vom Gaststättengewerbe entgegengebracl* te Vertrauen mißbrauchte Ihr Verhalten, das sie trotz. treuhänderische Interessenwahrerin des Hotelund Gaststättengewerbeso Allgemein gehaltene Anfragen habe sie in der Regel - durch: einen hießen Hinweis auf has Unterkunftsverzeichnis beantwortete» Gelegentlich, namentlich dann, wenn besondere Wünsche geäußert oder bestimmte Auskünfte erbeten würden9 sei aber, schon um den Kurinteressenten nicht zu verärgern, eine individuelle Beantwortung erforderlich.« maligen Kurdirektors, und darauf zurückzuführen, daß das Staatliche Kurhaus damals in dem Unterkunftsverzeichnis noch nicht aufgeführt gewesen sei* In Zukunft wolle sie die staatlichen Hotels nicht mehr besonders empfehlen« hat der Klage stattgegeben« Auf die Berufung/des beklagten Landes hat das Oberlandesgericht das landgerichtlichel'Urteil teilweise abgeändert * Es hat dem beklagten Lande untersagt, bei Anfragen eines an einem Kuraufenthalt Interessierten durch die Staatliche Kurverwaltung die staatlichci^oder anderen Hotels, Gaststätten oder Pensionen in vorzuschlagen oder unmittelbare oder mittelbar zu empfehlend Soweit auch die Benennung bestimmter ünterkunftsstä tersagt werden sollte, hat es die Klage abgewiesen« mit der Drage nach der Zulässigkeit des ordentlichen Rechtsweges nicht ausdrücklich auseinandergesetzt„ Es ist ohne weiteres davon ausgegangen9 daß der ordentliche Rechtsweg für die Klage, gegeben sei* Die Revision des beklagten Landes hat insoweit um Nachprüfung gebeten*, Gegen die Zulässigkeit des ordentlichen Rechtsweges bestehen indessen keine Bedenken» Die Klagebehauptungen gehen dahin9 die Staatliche Kurverwaltung, des 'Staatsbades ( i »f»s Kurverwaltung) habe sich in Wahr- sind nicht in Ausübung eines staatlichen Hoheitsrechts vorgenommen worden» Sie entspringen auch nicht dem öffentlichrechtlichen Rechtsverhältnis zwischen dem beklagten Lande und den Klägern als Angehörigen dieses Landes,, sondern liegen auf privatwirtschaftlichem Gebiet» 1er von den Klägern aus diesen Handlungen hergeleitete ünterlas-sungsanspruch gründet sich auf die Bestimmungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und sonstige Vorschriften deS IIo In der Sache selbst ist das Berufungsgericht der Auffassung, es sei wettbewerbsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Kurverwaltung auf an sie gerichtete Anfragen hin allgemeine Werbeschriften, insbesondere das Unterkunftsverzeichnis, übersende und auf etwaige besondere fragen eine sachliche Ant-. wort erteile^ Dagegen hält es einen Verstoß gegen die Bestimmung des § 1 UnlWGr für gegeben, soweit die Kurverwaltung die Anfragen zu dem Anlaß nehme, die beiden staatseigenen Hotelbetriebe oder auch bestimmte private Unterkunftsstätten empfehlend hervor zuheb en «,■■ Das Berufungsgericht geht davon aus, daß das eigentliche Aufgabengebiet der Kurverwaltung als des örtlichen Organs, das mit der Wahrnehmung der■wirtschaftlichen Interessen des beklagten Landes in Ansehung des Staatshades betraut sei, in der Beschaffung, Unterhaltung und Fortentwicklung der für den Badehetrieb erforderlichen Einrichtungen sowie in der Wahrnehmung der allgemeinen Interessen des Bades bestehe«, Fs lohnt ausdrücklich die Auffassung der Kläger als unzutreffend ah, daß die Kurverwaltung darüber hinaus die Interessen des Beher- b e r gungs g ewe rb e s in treuhänderisch v/ahrzunehmen habe, und verneint auch, daß sie den Angehörigen dieses Gewerbes gegenüber auf verträglicher Grundlage verpflichtet sei, sich bei der Beantwortung von Anfragen jeder Y/eroung, sei es für die staatseigenen Hotelbetriebe oder für private Unterkunftsstätten, zu enthaltene Jedoch ist es der Meinung, die Kurverwaltun erscheine nach außen hin als neutraler Sachwalter, von dem eine unparteiische und sachliche Beantwortung aller den .Kurgast interessierenden Fragen erwartet werde. daß die Kurverwaltungen, obwohl sie keineswegs als Auskunfteien ins Lehen gerufen werden seien, sich dennoch su Auskunftszentralen entwickelt hätten, bei denen Auskünfte über alles für den Kurinteressenten Wissenswerte eingeholt vür des Hieraus ergebe sich, daß die Kurverwaltung des Staatsbades Ems sich bei der Beantwortung von Anfragen nach Unterkunftsmöglichkeiten jeder eigentlichen Werbetätigkeit enthalten müsse.. Zwar könne ihr nicht das Recht abgesprochen werden, außerhalb der Beantwortung solcher Anfragen für die staatseigenen Hotelbetriebe zu werben, und ebensowenig' sei es ihr zu verweh-ren, sachliche Auskunft zu erteilen, wenn etwa nach Unterkunft statten mit besonderen Eigenschaften (z.B. Lage in der Rahe der Kureinrichtungen, Zimmer nach der Sonnenseite, Heilbäder) soweit mit ihr das Verbot des Vorschlags oder der Empfehlung bestimmter ünterkunftsstätten begehrt worden ist0 Dagegen hates die Klage abgewiesen? das Berufungsgericht sei von rechtsirrigen Vorstellungen über die Bedeutung des Wortes "benennen” ausgegangen und habe auch die Wirkung einer”Ecnen-nung” nicht gewürdigt» Nach dem vorgetragenen Sachverhalt habe V die Kurverwaltung häufig einseitig die staatlichen oder einzelne andere ihr genehme Hotels benannt? die es nach den Entschcidungsgründon als erlaubt ansehe % denn auch die bloße Benennung einer Untcr-kunftsstätte im Rahmen einer sachlichen und objektiven Auskunft bedeute praktisch zugleich einen Vorschlag oder eine mittel- wenn das Berufungsgericht die Kurverwaltung'entgegen der Auffassung der Kläger nicht als In-teressenvortreterin des'Bchorborgungs- und Gaststättengewerbes in angesehen hat«, Allerdings bedingt die Wahrnehmung der unmittelbaren wirtschaftlichen Interessen des beklagten f Landes in Ansehung dos Staat shades auch die Wahrnehmung der Gesamtinteressen des Bades? wie das Berufungsgericht mit Recht angenommen hat* nicht hergeleitet werden«, daß die Kurverwaltung die Interessen dieses Ge-wertes treuhänderisch wahrzunehmen habe und deshalb hinsichtlich ihrer Werbetätigkeit über die in dem*Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb gezogenen Schranken hinaus einer Sonderbeschränkung unterliege* Die Auffassung ferner, die Kurverwaltung habe sich zu einer solchen Beschränkung ihrer Werbetätigkeit den Klägern gegenüber auch nicht vertraglich verpflichtet, beruht auf tatsächlicher Würdigung des vorgetragenen Sachverhalts und läßt ebenfalls keinen Rechtsverstoß erkennen. daß sich aus der Herausgabe der Werbebroschüre "Wissenswertes über und des Unterkunftsverzeichnisses eine vertragliche Ve tung* die Werbung auf die Versendung dieser und ähnliche?? 2) Bei dieser Sachlage hat das Berufungsgericht die mit der Klage beanstandeten Handlungen der Kurverwaltung mit Rocht unter dem Gesichtspunkt des § 1 UnlV/G gewürdigt., wonach auf Unterlassung in Anspruch genommen werden kann* wer im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs Handlungen vornimmt* die gegen die guten Sitten verstoßene Mit dem Erfordernis des Handelns im geschäftlichen Verkehr wird in dieser Bestimmung verlangt* daß irgendeine der Förderung eines Geschäftszwecks dienende [Tätigkeit im Gegensatz zu einer rein privaten oder amtlichen Betätigung vorliegc (BGH GRUR 1955 * 293; RGZ 108* 272 £2l£7a, RG ST 66* 380), Diesem Erfordernis ist* wie das Berufungsgericht im Ergebnis zutreffend angenommen hat* bei den,mit der Klage beanstandeten Handlungen der Kurverwaltung schon deshalb genügt* weil die Kurverwaltung mit der Beantwortung der Anfragen nach Unterkunftsmöglichkeiten in Verfolgung der wirtschaftlichen Interessen des beklagten Landes an dem Staatsbad gehandelt hat» le mit der Klage beanstandeten Handlungen der Kurverwaltung als "zu Zwecken des Wettbewerbs" erfolgt angesehen werden können* Die Handlungen sind zwar* wie das Berufungsgericht mit Recht angenommen hat, ausnahmslos objektiv geeignet* sei cs den eigenen Wettbewerb des beklagten Landes in Ansehung der staatseigenen Hotelbetriebe oder* sowei sie in der chung privater Unterkunftsstätten bestehen* fremden Wettbewerb zu fördern* Es macht dabei* wie der Revision der Kläger zuzugeben ist* auch keinen Unterschied* ob sich die Kurverwaltung au die Benennung bestimmter Unterkunftsstätten beschränk odei ob sie sich der Form eines Vorschlags oder einer Empfehlung bediente Denn schon die bloße Benennung "/erschafft, der betreffenden Unterkunftsstätte praktisch einen Vorsprung vor den übri gen Wettbewerbern und fördert daher ihren Wettbewerbe In den Bällen aber, in denen die Uamhaftmachung von Unterkunftsstätten mit bestimmten, •ohne^wertendBeurteilung festzusteilenden sach liehen Eigenschaften erbeten wird und die Kurverwaltung sich darauf beschränkt, die Unterkunftsstätten mitzuteilen, die über die gewünschten Eigenschaften verfügen, wird zu demeist die Absicht, den Wettbewerb der staatseigenen Hotelbetriebe oder frem den Wettbewerb 'zu fordern,, fehlen, oder doch derart zurücktreten, daß sie für die rechtliche Würdigung der Handlung nicht die in .betracht kommt0 Es handelt sich hier um/Fälie, die auch das Berufungsgericht nach den Entscheidungsgründen des angefochtenen Urteils nicht beanstanden will* Bas Berufungsgericht hat angenommen, das Verhalten der Kurverwaltung sei in diesen Fällen nicht unlauter und verstoße aus diesem Grunde nicht.gegen § 1 UnlWGo In Wahrheit wird hier in aller Hegel kein Handeln zu Zwecken des Wettbewerbs vorliegen, so daß die Anwendung dieser Bestimmung von vornherein ausscheidet» Indessen kann die Frage auf sich beruhen, da die in Hede stehenden Handlungen der Kurverwaltung, wie dem Berufungsgericht zuzugeben ist, keinesfalls als unlauter im Sinne des § 1 UnlVG bezeichnet werden können0 3) Dem Berufungsgericht ist zuzustimmen, wenn es bei der wettbewerbsrechtlichen Beurteilung der Handlungen der Kurverwaltung von der Stellung ausgeht, die die Kurverwaltung nach außen hin in den Augen der Kurinteressenten einnimmt« Wird die Kurverwaltung, wie das Berufungsgericht in tatsächlicher Würdigung des vorgetragenen Sachverhalts ohne Hccntsvcrsioß feststellt, von den Kurinteressenten, die sich mit Anfragen an sie a) Baß die Kurverwaltung nicht gehindert ist, auf eine Anfrage nach Unterkunftsstätten mit bestimmten Eigenschaften diejenigen Häuser zu bezeichnen, die über die gewünschten Eigen schäften verfügen, räumt das Berufungsgericht, wie bemerkt, zu dem mindesten für die Bälle ein, in denen sieh die erbetene Auskunft ohne wertende Beurteilung der in Betracht kommenden Häuser erteilen läßt? Auch die Revision der Kläger scheint das grundsätzlich nicht in Abrede steilen zu wollen» Sie hält es jedoch für unzulässig, wenn in solchen Bällen nicht alle Häuser, die die gewünschten Eigenschaften auf weisen* namhaft gemacht werden, oder wenn nur ein einzelnes Haus genannt wird* Der Revision der Kläger ist zuzugeben, daß eine unvollständige Auskunft in Bällen dieser Art sich als eine unlautere Wettbewerbshanülung dar- stellt* wenn damit eine - sachlich nicht gerechtfertigte - Bevorzugung der in'der Auskunft genannten Unterkunftsstätton gegenüber den nichtgenannten beabsichtigt wird * Es liegt alsdann ein Mißbrauch der Vertrauensstellung vor, die die Kurverwaltung nach den Beststellungen des Berufungsgerichts einnimmt. auf an sie gerichtete Anfragen eine zweckentsprechende Auskund zu.erteileno In der großen Mehrzahl der Bälle wird dazu die Übersendung des Unterkunftsverzeichnisses oder der Hinweis auf eine bestimmte Gruppe von UnterkunftsStätten genügen * Es ist aber durchaus- denkbar? Ergebnis einer objektiven, wenn auch ^wertenden" Bern1 so kann davon keine Rede seine In einem solchen Balle liegt auch keine mißbräuchliche Ausnutzung der Vertrauensstellung der Kurverwaltung vor0 Die Kurverwaltung greift hier allerdings mit dem Gewicht des Ansehens, das sie nach außen hin genießt, in fremden Wettbewerb ;ein6 Dieser Eingriff ist aber im Hinblick auf die Aufgaben? von geschäftlichen Interessen nicht beeinflußten Verwaltungsstellec Sie nimmt aber auch die Interessen des beklagten Landes in Ansehung der staatseigenen Hotelbetrie- be wahr, und wenn sie diese Hotelbetriebe auf Anfragen hin empfiehlt, dient sie zugleich den von ihr vertretenen wirtschaftlichen Interessen des beklagten LandesD Las rechtfertigt es indessen nicht? und zwar auch dann, wenn die Empfehlung sich als das Ergebnis einer wertenden Beurteilung darstcllto In einem solchen Falle kann die Empfehlung der staatscigencn Hotelbetriebe aus - denselben Erwägungen heraus nicht als unlauter beanstandet werden? aus denen nach dem Gesagten unter entsprechenden Umständen die 'Empfehlung einer bestimmten privaten Unterkunftsstätte nicht zu beanstanden ist0 Eine andere Beurteilung ist hingegen für die Fälle geboten? telbetriebe vorwiegend aus Rücksicht auf die wirtschaftlichon Interessen des 'beklagten Landes empfiehlt;, ohne daß der Inhalt der Anfrage' hei objektiver Würdigung der jeweils gegebenen Umstände diese Empfehlung sachlich rechtfertigt0 Eine solche Empfehlung stellt .sich als eine unlautere Wc11he\verhsmaß-nahme darc Las die Unlauterkeit begründende Moment liegt dabei zunächst darin? daß sie infolge der von ihr ausgeübten Funktionen als erste mit den Interessenten in Berührung kommtv dein beklagten Lande in seiner Eigenschaft als Eigentümer der beiden staatlichen Hotels einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorsprung vor seinen Mitbewerbern verschaffte Nicht zu verkennen ist? durch die Kurverwaltung in bei Anfragen die staatseigenen Hotelbetriebe öder private Unterkunftsstätten vorzuschlagen oder mittelbar v oder unmittelbar/zu empfehlen- Auf die von den Revisionen beider Parteien vorgebrachten Bedenken gegen die Passung des Ur-teilsausspruehs brauchte daher nicht mehr eingegangen zu worden* Zu prüfen blieb hingegen, ob der festgestellte Sachverhalt es rechtfertigt, der Klage teilweise durch ein eingeschränktes, auf konkrete Verletzungshandlungen abgcstclltes Unterlassungsgebot stattzugeben0 Dazu muß auf die Einzeifällc eingegangen werden, die die Kläger der Kurverwaltung zu dem Vorwurf macheno Von der unter Ziff IV entwickelten Auffassung des erkennenden Senats aus ist ein im Sinne des § 1 UnlWG unlauteres Verhalten der Kurverwaltung zu dem mindesten für die Fälle mam 1;in^ anzunehmeno Im Palle wur- de nach dem Inhalt der Anfrage Wert auf Unterkunft in einem erstklassigen Hotel gelegt und um Auskunft über ein solches Hotel gebetene Bas berechtigte die Kurverwaltung nicht, nur und. in diesem Hause gefunden werden könne«> Im Falle schließlich war die besondere Empfehlung allein des Staatlichen Kurhauses schon deshalb nicht angezcigt, weil auf eine Unterkunft mit Garage Wert gelegt wurde, das Staatliche Kurhaus aber, wie unstreitig ist, keine Garagen besitzt«, In allen diesen Pallen hat die Kurverwaltung nur das Staatliche Kurhaus, also nur eine einzelne Unterkunftsstätte, namhaft gemacht, obwohl der Inhalt der Anfragen dazu sachlich keinen hinreichenden Anlaß geben konnte«, Bas ist aber nach den Ausführungen unter Ziff IV als unlauter im Sinne des § 1 UnlWG zu bezeichnena Damit ist die Grundlage für ein auf Handlungen dieser Art abgestelltes Unterlassungsgebot gegebene Die Revision des beklagten Landes meint allerdings, daß die.Wiederholung von Mißgriff enwie sie -•. zugegebenermaßen - verschiedentlich vorgekommen' seien, nicht zu befürchten sei« Die Wiederholungsgefahr ist hier indessen aus Rechtsgrunden nicht aussuschlicßen, da keine eindeutige und bindende Erklärung dos beklagten Landes vorliegt9 Handlungen* wie sie in den genannten Pallen zu beanstanden sind, zu unterlassene Las beklagte Land hat zwar im ersten Rechtszuge erklären lassen* daß es ihm fernliege* einzelne Hotels und Pensionen zu begünstigen« Es hat ferner im zweiten Rechtszuge bemerkt, die Kurverwaltung wolle in Zukunft auf Anfragen von Kurinteressenten die staatlichen Hotels nicht besonders' empfehlen« Diese Erklärungen* die zudem der er--forderlichen Klarheit ermangeln und angesichts des sonstigen Sach'vortrags des beklagten Landes keineswegs eindeutig erkennen lassen* ob sie ohne Einschränkung Pällo der in Rede stehen den Art einbegreifen sollten, sind jedoch nicht in der Po rin einer bindenden Verpflichtungserklärung .abgegeben worden und daher nicht geeignet *.die Wiederholungsgefahr rechtlich aus zu-sehließen (BGHZ 1, 241 ,/3487% BGH T, 8. Für ein.'weitergehendes Unterlassungsgebot-ist nach dem festgesteliten Sachverhalt kein Raum0 Die Kläger haben zwar der Kurverwaltung noch in weiteren Pallen ein unlauteres verhalten zu dem Vorwurf gemacht0 Der Vorwurf geht aber auch in die- D im Grunde lediglich dahin, daß die Kurverwaltung auf Anfragen nur das Staatliche Kurhaus oder nur eine bestimmte andere Unter-Irunftsstätte genannt habe? Fälle und auf die Frage, ob auch hier der Vorwurf unlauteren Verhaltens begründet ist, brauchte daher nicht eingegangen zu werdeno Selbst wenn diese Frage zu bejahen wäre, könnte dem Unterlassungsgcbot kein anderer und insbesondere kein weitergehender Inhalt gegeben werden, als er schon'hach den Fahlen un(^ zu geben ist» Aus den gleichen Erwägungen heraus kann es auch auf die allgemeine Behauptung der Kläger nicht mehr ankommen? daß die Kurverwaltung in den Jahren 1952 und 1953 fortgesetzt das Staatliche Kurhaus und einzelne ihr besonders genehme Privatbetriebe einseitig empfohlen habe0 Die Frage, ob der hierfür im Schriftsatz vom 13k Januar 1953 erbotene Beweis auf einen unzulässigen Ausforsehungsbeweis hinausläuft? die jedoch für den gewünschten Zci Hiernach war die Revision der Kläger zurückzuweison» Auf die Revision des 'beklagten Landes war das angefochtene Urteil, wie geschehene abzuändern«