BGH · I ZR 12/52
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
nächst ein Teil der Ladung auf Veranlassung j;|S/| ‘des Ladungsinteressenten.: wenn auch mit Iul- : "düng des Schiffers ^gehoben wirdyrsorkonnt es für die Präge.; cd diese Bergungsaktion zur großen<Haverei&gehörty|darauf an, ob sie \ :A den Teil eines einheitlichen, aum nutzen vonjitl Schiff und Ladung .veranstalteten Eettungsvrer-kes ist, oder ob eine : Sondermaßnahme vorliegt ,7vS die nur im eigenen Interesse des Ladungsbetei-ligten vorgenommen wird, un in Jeden Falle . hat der Erste Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 20. Das Schiff selbst mit dem restlichen Drittel der Ladung wurde erst im Mars 1948 gehoben0 In der auf Veranlassung des Klägers aufgenommenen Dispache wurden die Kosten-für 'die Hebung des Schiffes und von-rund 200 t Kohlen (= 1/3 der Ladung) in Höhe von 18 o 526? EM und 54?72 sDM entfielen« Hach Umstellung des Betrages von 7.498,85 EM .auf 749,88 DM entfielen nach'der Dispache.'auf die Ladung V,. verweigerte aber die Zahlung des Bestes« Diesen Best von 404,60 ;DM verlangt der Kläger als Rechtsnachfolger des Schiffseigentümers mit der beim Amtsgericht (Schiffahrtsgericht) erhobenen Klage 0 Die Beklagte hat um Klageabweisung gebeten und geltend gemacht, als AVergleichs'tfert der Ladung dürfe in der Dispache nicht der tert der ganzen Ladung 'von 602 t Kohlen - eingesetzt werden, da sich bei der Hebung des Schiffes im März 1943 hur noch etwa 2C0 t Kohlen im.Schiff befunden hätten, IJur dieser Teil der Ladung dürfe zu den Kosten mit herangezogen 'werden'«, Die'gesetzlichen Voraussetzungen der großen Haverei seien hinsichtlich des ersten Teiles der Ladung nicht erfüllt, weil deren Bergung nicht vom Schiffer und auch nicht auf seine .Anweisung durchgeführt worden sei, vielmehr der Verlader, die Zeche E&rflHHHL aus eigenem Entschluß, gehandelt habe«.. Demgemäß seien auch die Kosten für diese Hebung nicht in der Haverei-Berechnung eingesetzt worden! Der Berufungsrichter ist zu der, Ergebnis gelangt» dat nur etwa ein.Drittel der Ladung zu den Haverei-Kosten bei- tragspflichtig sei« Er hat daher von den Kosten von 749,88 DM, die nach der Dispache auf die Ladung entfallen, zwei Drittel abgesetzt und die Beklagte demgemäß nur noch mit 249?36 DM zuzüglich 54,12 LLI für Kosten der Dispache u„al seiner Beurteilung der ffiPjjach- und Rechtslage fc'eizutreten0 Der gesamte Schaden, ||V welcher die große Haverei bildet, wird von Schiff und ^Ladung getragen, muß..also über Schiff und Ladung nach Bdem Verhältnis ihrer Werte verteilt werden (§§ 78 Abs 2 :: 85 BinnSchG, § 716 HGB) * Die Höhe der Beträge, die zu ^.verrechnen sind, ist zwischen den Parteien unstreitige Sr, In ihnen sind die Kosten für die von dem Verlader ver- Hebung der ersten zwei Drittel der Ladung nicht enthalten« Streitig ist aber unter den Parteien, 'ob die Beklagte bei der Verteilung des Schadens auf Ül Schiff und Ladung mit dem Wert der gesamten Ladung bei-»tragspflich’tig ist oder nur hinsichtlich des einen. . bAc^hv] eins sich, bei der Hebung; des : Schiffes :noch InpLm Schiff befunden hattet Die Beitragspflicht der Beklagten mit der ganzen jpfcgendbar ist, hergeleitet werden« liech dieser Vorschrift Äiist die Ladung beitragspflichtig nmit den am Ende der Reise bei dem Beginn der Löschung noch vorhandenen Guter ' oder , wenn die Reise durch den Verlust des Schiffes endetmit den in Sicherheit gebrachten Gütern, soweit in bei— öen Pallen diese Güter"sicn zur Zeit des Palles an Bord des Schiffes befunden haben Darüber aber, ob die Hebung -der-'ersten - zwei' Drittel Ladung bereits zur großen Haverei gehörte, streiten die Parteien gerade* Kit Hecht hat daher das Berufungs- gericht die Entscheidung darauf abgestellt ob in Bezug auf die Teilhebung der zwei Drittel Ladung die allgemei nen Toraussetzungen der §§ 78, 83 BinnSchG o^-nm + eYrTci Diese Prüfung ist auch nicht etv;a, wie die he geltend'nacht,, deshalb entbehrlich, weil im Streitfall nur die Bergungskosten für das Schiff und das gemeinsam mit dem Schiff gehobene letzte Drittel der Ladung in die Havereiberechnung eingesetzt worden sind» Die .Auffassung der Beklagten, es sei offenbar unbillig, die Beklagte mi dem Vergleichswert der ganzen Ladung beitragspflichtig zu machen, obwohl die Bergungskosten nur durch'die Hebung von einem Drittel' der Ladung (ausser dem Schiff ) entstanden seien, übersieht,, daß diese F.echtsfolge dann nicht unbillig, sondern durchaus gerechtfertigt wäre, wenn auch, die' Kosten der Hebung der ersten zwei Drittel • der Ladung an und für sich zur großen Haverei gehören würden, ihre Geltendmachung in der Dispache aber nur aus irgendwelchen Gründen verabsäumt worden wäre* IIc Große Haverei sind nach § 78 Bin«SchG alle Schäden welche einem Schiff oder der Ladung oder beiden "zu dem Zweck der Errettung beider aus einer gemeinsamen Gefahr von dem Schiffer oder auf dessen Geheiß vorsätzlich zu-gefügt Varölen, sowie die Kosten,. daß mit Rücksicht auf die zwischen Schiff und Ladung bestehende Interessengemeinschaft die zur Rettung beider aus gemeinsamer Gefahr erbrachten außerordentlichen Opfer von. daß die allgemeinen Tatbestandsmerkmale der großen Haverei erfüllt sind» Für den vorliegenden Streitfall kommt von diesen'Bestimmungen §’. ohne daß dies zur Rettung von .Schiff'und Ladung .vorsätzlich herb ei ge führt war'? wohl aber die zur gemeinsamen Hebung von Schiff und Ladung verwendeten''Kosten -»Vt • zur großen Haverei, Die daraus folgende Beitragspflicht der Ladung zu den Haver ei-Kos ten. als eben die^allgemeinen Voraussetzungen der.kn großen Haverei auch in Bezug auf die Ladung erfüllt Das Berufungsgericht hat dies verneint? da die Rettung des ersten Teiles der:Ladung nicht mit dem Ziele- fk66, /179 ff7) o Her Berufungsrichter hat daher mit Hecht dem Jjmständ, daß die erste Teilbergung von der späteren Ber-Sung des 'Schiffes nebst restlicher Ladung durch einen Zeit-Saum von zwei IJonaten getrennt war, für sich allein keine; Kit scheidende Bedeutung beigemessen, vielmehr darauf abge-teilt,- ob die erste Teillöschung tin"' Teil einer zusammenhängenden? der Bettung von Schiff und’ Ladung dienenden Handlung v;ar oder ob sie nur auf die Rettung der Ladung gerichtet war* umgekehrt kann es -entgegen der Auffassung der Revision.“ auch nicht allein 'darauf ankommen, ob objektiv die vorangegangene Teillöschung geeignet war, die spätere Bergung des Schiffes•zu erleichternd Von einem ein-Zeitlichen Rettungswerk kann'in Bällen, in denen Schiff • und Ladung durch mehrere Einzelhandlungen gerettet worden find, nur gesprochen v; er den, wenn, diese Handlungen auf prund eines einheitlichen Planes vorgenommen worden sindj tier der Rettung von Schiff und Ladung diente* Nur nach die-isem aus der Zweckbestimmung der einzelnen Maßnahmen ersieht-pichen inneren Zusammenhang der Einzclaktionen kann die Frage, Pb ein einheitliches Rettungswerk vorliegt, beurteilt wer-iäen* Denn nur in solchen Rallen sind die Rosten im gemeinschaftlichen Interesse aufgewendet worden und nur dann ist es auch gerechtfertigt, diejenigen, denen das gemeinschaftliche Rettungswerk zugute gekommen ist, an den kosten zu beteiligen* Man wird deshalb mit Mittelstein, Recht der Binnenschiffahrt (§ 74 Ziff 5), eine gemeinsame Rettungsaktion dann annehmen können, ■ wenn zur Erleichterung 'der ' Späteren Hebung von Schiff und Ladung, also planmäßig, zu-Siehst nur ein Teil der Ladung aus dem Schiff genommen wor-llh ist* Wenn.dagegen ohne Rücksicht hierauf ein Ladungsbe- Seite 44 ff mit Nachweisen aus der englischen Rechtsprechung)”» Hierbei sind., die Umstände des Einzelfalles maßgebend, insbesondere ob die vorab erfolgte Bergung der Ladung nur .zu ihrem alleinigen' ITutzen oder zu dem. den obigen Erwägungen ist auch das Berufuhgsge-rieht ausgegangenc .-Renn es .'in ihrer Anwendung auf den Streitfall zu dem Ergebnis gelangt ist, daß die Bergung eines Teiles der Ladung durch die Zeche D , IHM'.- ob ■ damit "die spätere und/der restlichen Ladung erleichtert.., <3 er 1 v, e c ] d i en l e n 1 < , ,, i